Veranstaltungsprogramm der VHB Tagung
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Sitzungsübersicht |
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I-WK: Alternative Organisationsformen als Blaupause für Responsible Innovation? Chancen und Herausforderungen für Forschung und Lehre zu zukunftsweisenden Formen des Organisierens am Beispiel der Genossenschaften
Sitzungsthemen: I-WK, COREP, NAMA, ORG, TIE
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| Zusammenfassung der Sitzung | ||
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Motivation und Hintergrund Angesichts der miteinander verwobenen globalen Krisen in den sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Systemen, den großen Herausforderungen („grand challenges“) und komplexen Problemen („wicked problems“), wird im Kontext von Innovation und technologischem Fortschritt zunehmend ein stärkeres Augenmerk auf „Responsible Innovation“, gefordert, auf Innovation, die sich als „kollektive Verpflichtung zur Sorge um die Zukunft durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Wissenschaft und Innovation in der Gegenwart“ versteht (Owen et al., 2013). Gibt es Arten von Organisationen bzw. Organisationsformen, die möglicherweise in besonderem Maße prädestiniert erscheinen, solche verantwortungsvollen Innovationen hervorzubringen? Und falls, ja, unter welchen Bedingungen? In der Managementforschung werden in diesem Zusammenhang aktuell insb. neue und zukunftsfeste Formen des Organisierens diskutiert (z.B. Pek et al., 2025). Diese werden oft in Abgrenzung zu klassisch gewinnmaximierenden Organisationsformen, insb. börsennotierten Kapitalgesellschaften, verstanden (u.a. Pek et al., 2025). Das gilt insb. dann, wenn durch Innovationen Externalitäten zu internalisieren sind, es also koordinations- oder produktionstheoretische Gründe für andere und besser geeignete Organisationsformen gibt. Eine spezifische alternative Organisationsform in diesem Sinne sind Genossenschaften (engl. „cooperatives“). Diese sind bzw. waren selbst Teil einer organisatorischen Innovation, um in den Gegebenheiten des 19. Jahrhunderts ökonomische Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu befriedigen und deren Existenz zu sichern. Sie bilden bis heute das (meist kaum wahrgenommene) Rückgrat einer mittelständisch geprägten Wirtschaft. Genossenschaften sind geprägt durch die gleichzeitige Kapitalbeteiligung und produktive Beteiligung der Mitglieder an ihrer Genossenschaft. Damit erwächst eine Verantwortung, die über die reine Kapitalbeteiligung hinausgeht. Auch deshalb haben die Mitglieder ein Eigeninteresse am Bestehen der Genossenschaft und sind bereit, Verantwortung für die gemeinsam genutzten Ressourcen oder Dienstleistungen zu übernehmen. Die Ergebnisse reichen darüber hinaus, indem positive gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Effekte entstehen. Problemstellung Die besondere Rolle, die Genossenschaften im Bereich der sozialen und produktiven Teilhabe und im Kontext sozialer Zielsetzung allgemein zukommt, ist in der Literatur weitgehend etabliert (z.B. Cavotta & Mena, 2023). Deutlich weniger geklärt ist demgegenüber die Rolle von Genossenschaften bei der Frage nach (verantwortungsvollen) Innovationen. Innovationen werden heutzutage vielfach mit technologischen Innovationen assoziert, insb. im Zusammenhang mit modernen Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) oder Robotik und, ganz allgemein, Digitalisierung, während Genossenschaften historisch bedingt häufig mit traditionellen Sektoren wie Landwirtschaft oder Bau in Verbindung gebracht werden, nicht mit „High-Tech“. Der Begriff der verantwortungsvollen Innovation verweist jedoch darauf, dass es möglicherweise gerade sinnvoll sein könnte, relevante Schnittmengen 1 von Innovation und genossenschaftlicher Organisationsform auszuloten. Dieses gilt auch für den Umgang mit Informationen, die Basis zahlreicher Innovationen sind. Sie bilden den „Rohstoff“ für die weitere Verwendung in der Forschung und Entwicklung von Unternehmen. Einige dieser Innovationen sind z.B. geprägt durch die Nutzung von Informationsressourcen, für die Eigentumsrechte nicht definiert und/oder nicht durchsetzbar sind, mit entsprechender Ineffizienz als Folge; auch diese Ineffizienz könnte daher wiederum einen möglichen Ansatzpunkt für die Bildung von Genossenschaften zur Realisierung verantwortungsvoller Innovationen bilden. Zielsetzung Es soll ausgelotet werden, inwiefern alternative Organisationsformen, insb. Genossenschaften, im Hinblick auf Responsible Innovation mit spezifischen Chancen verbunden sind. Und: welchen besonderen Herausforderungen sehen sich solche Organisationsformen, insb. Genossenschaften, im Hinblick auf Responsible Innovation gegenüber (z.B. Skalierbarkeit, Kapitalbeschaffung)? Welche technologischen und produktionstheoretischen Herausforderungen gibt es für Innovationen und wie können diese durch die spezifischen Governance-Merkmale von Genossenschaften abgedeckt werden bzw. in welchen Bereichen ist dies überhaupt möglich und sinnvoll? Session-Agenda Interaktive Impulse zu: 1. Genossenschaften als Blaupause für die Organisation von Responsible Innovation? (Katrin Muehlfeld)
2. Was können Genossenschaften leisten - und was nicht? - Eine Erdung (Theresia Theurl)
3. Schlaglicht aus der Praxis: Die Genossenschaft – eine unerwartet innovative Oganisationsform? (Daniel Illerhaus)
4. Fokus Accouting – Müssen Nachhaltigkeitsberichte und ihre Prüfung „genossenschaftlicher“ werden, um Greenwashing zu vermeiden? (Matthias Wolz)
5. Was können wir von Stiftungsunternehmen über Responsible Innovation und Responsible Ownership lernen? (Jörn Block)
6. Interaktives Kurzpanel zu drängenden Fragen an der Schnittstelle zwischen genossenschaftlicher Organisationsform, Nachhaltigkeit und Responsible Innovation in Forschung, Lehre und Zusammenarbeit von Praxis und Hochschule | ||
| Präsentationen | ||
Alternative Organisationsformen als Blaupause für Responsible Innovation? Chancen und Herausforderungen für Forschung und Lehre zu zukunftsweisenden Formen des Organisierens am Beispiel der Genossenschaften | ||
