Programme de la conférence
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Récapitulatif du jour |
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Workshop: Bildung im ‚Als-ob‘ – Spiel als Grundlage gemeinschaftlichen Lernens und Handeln
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Workshop
Workshop: Bildung im ‚Als-ob‘ – Spiel als Grundlage gemeinschaftlichen Lernens und Handeln HfH, Schweiz; , , Verschiedene psychoanalytische und phänomenologische Ansätze richten den Blick auf das Innenerleben des Spielenden. Sie begreifen das Spiel als Ausdrucks- und Erfahrungsform, in der sich Subjektivität, Kreativität und Weltbezogenheit entfaltet. Aus dieser Perspektive erhält das Spiel wiederum eine grundlegende anthropologische Bedeutung: Es eröffnet einen symbolischen Raum, in dem Wirklichkeit Als-ob erfahren, Rollen erprobt und soziale Beziehungen gestaltet werden (vgl. Gebauer & Wulf, 1998; vgl. Stenger, 2015). Für Studierende der Studienrichtung SHP und PMT ist dies insofern bedeutsam, als sie im kindlichen Spiel selbst zu Akteurinnen und Akteuren werden und sich dadurch ihrer eigenen Rolle und Wirkung bewusst sein sollten. Der im Lehrplan 21 formulierte Bildungsauftrag zielt auf eine umfassende Bildung, die geistige, kulturelle und lebenspraktische Potenziale fördert und zur Entwicklung einer eigenständigen, verantwortungsbewussten Persönlichkeit befähigt. Bildung verwirklicht sich im Zusammenspiel von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen, deren Integration ganzheitliches Lernen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Im Rahmen dieses Bildungsverständnisses kommt dem Spiel eine zentrale Funktion zu (vgl. Schäfer 2025). Es stellt eine zweckfreie, selbstbestimmte Tätigkeit dar, die Raum für Kreativität, Teilhabe und soziale Aushandlung eröffnet. Durch spielerisches Handeln erfahren Kinder demokratische Prinzipien, Solidarität und Verantwortung nicht belehrend, sondern handelnd. Das Spiel wird so zu einem Erfahrungsfeld gemeinschaftlichen Lernens, in dem Kooperation, Empathie und Mitverantwortung wachsen – zentrale Elemente einer Schule für alle. In unserem Workshop bieten wir einen Überblick über die Grundzüge einer mentalisierungsbasierten Pädagogik (Nolte et al. 2024), die die Grundlage für das Gelingen des Beschriebenen bildet. Weiterhin widmen wir uns Möglichkeiten der (Selbst-)Reflexion sowie den anthropologischen Grundlagen. Gemeinsam erkunden wir, wie kindzentrierte, spielerische Lernformen (vgl. Lieger & Weidinger 2021) Räume für Kooperation, Partizipation und gemeinsame Verantwortung im Schulalltag eröffnen. Das Als-ob wird als pädagogischer und utopischer Möglichkeitsraum verstanden, in dem Lernende und Lehrende gemeinsam Sinn generieren und Bildung als offenes, nicht zweckgebundenes Geschehen erfahrbar wird. Das Spiel ist dabei Selbstzweck und bleibt unverfügbar (vgl. Bilstein, Winzen & Wulf 2005): Es geschieht um seiner selbst willen, nicht aus Nutzenstreben. Diese Haltung eröffnet einen Raum, in dem gemeinsames Handeln und Inklusion organisch wachsen können. Pädagogische Begleitung geschieht taktvoll und beiläufig – beobachtend, deutend, unterstützend, ohne zu lenken. „Takt impliziert die reziproke Anerkennung der Interaktionsteilnehmer*innen, als Grundlage für das Verstehen sozialer und politischer Zusammenhänge und strebt einen Modus an, des sich zur Welt in Beziehung setzens“ (Senkbeil 2022, S. 197). Im Fokus steht dabei die Rolle der Lehrperson – nicht als Wissensvermittlerin, sondern als Ermöglicherin und Mitspielerin in gemeinsamen Lernprozessen. Auf dieser Grundlage werden anhand konkreter Praxisbeispiele zentrale Gelingensbedingungen herausgearbeitet. Darauf aufbauend entwickeln die Teilnehmenden eigene Ideen, wie spielerische Lernformen in den Unterricht integriert und nachhaltig verankert werden können. Literatur Bilstein, J., Winzen, M. & Wulf, C. (2005). Anthropologie und Pädagogik des Spiels. Beltz. Gebauer, G. & Wulf, C. (1998). Spiel, Ritual, Geste. Mimetisches Handeln in der sozialen Welt. Reinbek. Lieger, C. & Weidinger, W. (2021). Spielen Plus. Ein Handbuch für Kindergarten, Schule und Betreuung. hep Verlag. Nolte, T., Fonagy, P., & Ramberg, A. (2024). Einführung in das Konzept des Mentalisierens. In P.-C. Link, N. Behringer, A. Turner, T. F. Kreuzer, & N.-H. Schwarzer (Hrsg.), Mentalisierungsbasierte Inklusions- und Sonderpädagogik: Bildungsraum Schule (S. 44–74). Vandenhoeck & Ruprecht. https://doi.org/10.13109/9783666700170.44 Schäfer, G.E. (2025, im Erscheinen): Spielen. Über die Entstehung repräsentativer Welten. In Kreuzer, T. F., Traxl, B., Langnickel, R. & Link, P.-C. (Hrsg.): Kindliches Spiel in der frühen Kindheit. Psychodynamische Zugänge in Pädagogik und Therapie. (S.18-52). Beltz. Senkbeil, T. (2022). Takt Resonanz Widerstand oder „Was braucht es zur Revolution?!“ In T. Senkbeil, O. Bilgi, D., Mersch & C. Wulf (Hrsg). Der Mensch als Faktizität. Pädagogisch-anthropologische Zugänge (S. 189-212). Transcript. Stenger, U. (2015): Spiel. In Wulf, C. & Zirfas, J. (Hrsg.). Handbuch Pädagogische Anthropologie (S. 267-274). Springer. | ||