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Inklusive Bildung in Luxemburg: Chancen und Herausforderungen multiprofessioneller Zusammenarbeit
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Referat
Inklusive Bildung in Luxemburg: Chancen und Herausforderungen multiprofessioneller Zusammenarbeit 1Observatoire national de l’enfance, de la jeunesse et de la qualité scolaire (OEJQS); 2UCLouvain; , In den vergangenen zehn Jahren hat Luxemburg Bildungsreformen umgesetzt, die die Inklusion von Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf verbessern sollen, darunter die Einrichtung von neun spezialisierten psycho-pädagogischen Kompetenzzentren sowie der Ausbau von unterstützendem Personal an Schulen. Solche Maßnahmen sind insbesondere im mehrsprachigen luxemburgischen Bildungssystem wichtig, das vor der Herausforderung steht, eine zunehmend vielfältige Schülerschaft – mehr als die Hälfte sind Nicht-Muttersprachler – angemessen zu fördern und zugleich eklatante sozioökonomische Ungleichheiten zu bewältigen, die mit kultureller Vielfalt einhergehen (Chauvel & Schiele, 2021). Um die Auswirkungen der jüngsten Reformen im öffentlichen Bildungswesen zu evaluieren, führte das Observatoire national de l’enfance, de la jeunesse et de la qualité scolaire (OEJQS) in Zusammenarbeit mit der UCLouvain eine landesweite Fragebogenerhebung an Primar- (N=157) und Sekundarschulen (N=40) durch. Zwischen 2021 und 2023 wurden die Perspektiven von Lehrkräften, pädagogischem Unterstützungspersonal, Schüler*innen mit spezifischem Förderbedarf sowie deren Familien erhoben. Die vorliegende Präsentation wird sich auf die Schüler*innen, die Lehrkräfte und das Unterstützungspersonal fokussieren. Basierend auf der Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan, 2000) wurde mithilfe von deskriptiven und korrelativen Analysen die Forschungsfrage untersucht, inwiefern Kompetenz-, Zugehörigkeits- und Autonomieförderung bei Lehrkräften und pädagogischem Förderungspersonal mit deren Einsatz inklusiver Unterrichtspraktiken zusammenhängt und inwiefern die Schüler*innen diese wahrnehmen. Diese Praktiken, erhoben über selbstberichtete Häufigkeiten, sollen der Heterogenität in der Klasse besser gerecht werden und den Schüler*innen ermöglichen, ihr Potenzial zu entfalten (Tomlinson et al., 2003). Die Ergebnisse verdeutlichen, dass strukturierte und wertschätzende Zusammenarbeit zentral für die Qualität inklusiver Bildung ist. Enge Kooperation zwischen Lehrkräften, Förderungspersonal und Eltern verbessert die Motivation und Umsetzung inklusiver Praktiken, wobei das Beziehungsklima moderat das Zugehörigkeitsgefühl der Schüler*innen beeinflusst. Eng kooperierende Lehrkräfte nehmen häufiger an Fortbildungen teil und setzen inklusive Maßnahmen konsequenter um, was internationale Studien bestätigen, die multiprofessionelle Zusammenarbeit als entscheidenden Hebel für inklusive Bildung identifizieren (Fullan, 2001; Leithwood & Jantzi, 2006; Lütje-Klose, 2024). Im komplexen luxemburgischen Bildungssystem birgt Zusammenarbeit sowohl Chance als auch Herausforderungen: Vielfalt und gemeinsame Expertise bereichern inklusive Praktiken, bergen aber Risiken wie Rollenüberschneidungen, unklare Verantwortlichkeiten und fragmentierte Kooperation (Emery, 2017). Im Beitrag werden diese Dynamiken anhand aktueller Forschungsergebnisse diskutiert und im Kontext internationaler Erkenntnisse verortet. Referenzen: Chauvel, L., & Schiele, M. (2021). Sozioökonomische Ungleichheiten und schulische Leistung bei Kindern mit Migrationshintergrund in Luxemburg. In Nationaler Bildungsbericht Luxemburg 2021 (S. 167-172). Esch-sur-Alzette: Luxembourg Centre for Educational Testing (LUCET) & Service de Coordination de la Recherche et de l’Innovation pédagogiques et technologiques (SCRIPT). https://doi.org/10.48746/BB2021LU-DE-31 Emery, R. (2017). La collaboration multiprofessionnelle dans les contextes d’institution spécialisée Dimensions thématiques et concepts convoqués pour l’étude des pratiques. La nouvelle revue de l'adaptation et de la scolarisation, 78(2), 193-209. https://doi.org/10.3917/nras.078.0193. Fullan, M. (2007). The new meaning of educational change (4. ed). Teachers College Press [u.a.]. Leithwood, K., & Jantzi, D. (2006). Transformational School Leadership for Large-Scale Reform: Effects on students, teachers, and their classroom practices. School Effectiveness and School Improvement, 17(2), 201–227. https://doi.org/10.1080/09243450600565829 Lütje-Klose, B., Wild, E., Grüter, S., Gorges, J., Neumann, P., Papenberg, A., Goldan, J. (2024). Kooperation in inklusiven Schulen: Ein Praxis hand - buch zur Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams und mit Eltern. (Pädagogik). Bielefeld: transcript Verlag. https://doi.org/10.14361/9783839460689 Ryan, R. M., & Deci, E. L. (2000). Intrinsic and Extrinsic Motivations: Classic Definitions and New Directions. Contemporary Educational Psychology, 25(1), 54–67. https://doi.org/10.1006/ceps.1999.1020 Tomlinson, C. A., Brighton, C., Hertberg, H., Callahan, C. M., Moon, T. R., Brimijoin, K., Conover, L. A., & Reynolds, T. (2003). Differentiating Instruction in Response to Student Readiness, Interest, and Learning Profile in Academically Diverse Classrooms: A Review of Literature. Journal for the Education of the Gifted, 27(2–3), 119–145. https://doi.org/10.1177/016235320302700203 | ||