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Kooperation in Bewegung: Interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Psychomotoriktherapie, Schule und Elternhaus – Evidenz aus zwei kontrollierten Einzelfallstudien
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Referat
Kooperation in Bewegung: Interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Psychomotoriktherapie, Schule und Elternhaus – Evidenz aus zwei kontrollierten Einzelfallstudien Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Zürich, Schweiz; , , Die Psychomotoriktherapie (PMT) ist im Schweizer Schulsystem als sonderpädagogische Massnahme verankert und stellt ein zentrales pädagogisch-therapeutisches Grundangebot dar (EDK, 2023). Sie richtet sich an Kinder, deren motorische, emotionale oder soziale Entwicklung die schulische Teilhabe erschwert und fördert über spielerische, bewegungsorientierte Interventionen grundlegende Kompetenzen für Lernen, Selbstregulation und soziales Miteinander (Psychomotorik Schweiz, 2021; Widmer & Bräuninger, 2020). Trotz ihrer bildungspolitischen Bedeutung nimmt die PMT in der interprofessionellen Zusammenarbeit innerhalb der Schule bislang eine marginale Rolle ein und ist empirisch wenig erforscht. Der vorliegende Beitrag adressiert diese Forschungslücke, indem er aufzeigt, wie psychomotorische Interventionen wirksam in die Kooperation zwischen Kind, Schule, Elternhaus und Therapie eingebunden werden können, welche Funktion die PMT innerhalb des Schulsystems einnimmt und welche Anforderungen sich daraus für die Aus- und Weiterbildung von Fachpersonen ergeben. Die empirische Grundlage bilden zwei kontrollierte Einzelfallstudien auf der indizierten Förderebene (Tönnissen et al., 2024). Untersucht wurden psychomotorische Interventionen bei Kindern mit ausgewiesenem Förderbedarf. Die Interventionsplanung erfolgte individuell auf Grundlage diagnostischer Befunde und in enger Abstimmung mit dem Kind, den Eltern und schulischen Akteur:innen. Zur Datenerhebung kamen standardisierte Testverfahren, direkte Verlaufsbeurteilungen (DVB) sowie leitfadengestützte Interviews mit Kindern, Eltern, Lehrpersonen und schulischen Heilpädagog:innen zum Einsatz. Die Ergebnisse zeigen deutliche Fortschritte in der motorischen, emotionalen und sozialen Entwicklung, wenn Interventionen das Kind und sein Umfeld systemisch berücksichtigen. Dieses Befundmuster lässt sich im Sinne des ökologischen Entwicklungsmodells von Bronfenbrenner (1981) interpretieren, wonach Entwicklung als Ergebnis wechselseitiger Einflüsse zwischen Individuum und Umwelt verstanden wird. Die Studien verdeutlichen zudem die koordinierende Rolle der Schulleitung, die strukturelle und kulturelle Rahmenbedingungen für eine gelingende interprofessionelle Kooperation schafft. Auf Grundlage der Meta-Studie von Solenthaler et al. (2026) werden ergänzend die Potenziale der PMT auf selektiver und universeller Förderebene diskutiert. Bewegungsorientierte Unterrichtselemente, präventive Klassenprojekte und systematische Elternarbeit fördern nicht nur motorische und emotionale Kompetenzen, sondern tragen auch zur schulischen Integration und Klassenklima bei. Die PMT fungiert damit als dynamische Schnittstelle, welche pädagogisch-therapeutische, schulische und familiäre Perspektiven in der interprofessionellen Zusammenarbeit verbindet und Bewegung als Medium für Beziehung, Selbstwirksamkeit und Lernen nutzt. Die Befunde verdeutlichen die Bedeutung einer gelingenden Kooperation auf Schulebene für die Teilhabe von Kindern mit besonderen Entwicklungsbedürfnissen. Diese setzt diagnostische, kommunikative und reflexive Kompetenzen bei allen Professionen voraus. Ausbildungsinstitutionen sind daher gefordert, interprofessionelle Kompetenzen systematisch in die Aus- und Weiterbildung zu integrieren, damit Kooperation nicht als organisatorische Aufgabe, sondern als pädagogische Grundhaltung verstanden wird. Eine solche Haltung begreift Förderung und Teilhabe als gemeinsame Verantwortung und orientiert sich an einem systemisch-ökologischen Verständnis von Schule als Lern- und Entwicklungsumfeld (Blumenthal & Mahlau, 2015). Die PMT erweist sich dabei als zentraler Schlüsselfaktor, der pädagogische, therapeutische und familiäre Perspektiven verbindet. Literatur
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