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Kohärenz statt Parallelstrukturen: Wirksamkeitsorientierte Zusammenarbeit zwischen Schule, Familie und Berufsbildung als Schlüssel für gelingende Teilhabe
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Conférence
Kohärenz statt Parallelstrukturen: Wirksamkeitsorientierte Zusammenarbeit zwischen Schule, Familie und Berufsbildung als Schlüssel für gelingende Teilhabe myndset & Myndsetting, Schweiz; Jugendliche mit herausfordernden Verhaltensweisen, emotionaler Instabilität oder komplexen Lern- und Entwicklungsbedingungen erleben in der schulischen Praxis häufig fragmentierte Unterstützungsverläufe. Verschiedene Systeme stehen parallel nebeneinander: Schule, heilpädagogische Angebote, familienunterstützende Fachstellen, Jugendhilfe, Berufsbildung und IV. Obwohl jede dieser Instanzen mit hohen professionellen Standards arbeitet, entstehen genau in den Schnittstellen Brüche, Verantwortungsdiffusion und Zeitverlust – und damit ein erhöhtes Risiko für chronische schulische Desintegration. Der Beitrag zeigt ein interdisziplinäres Unterstützungsmodell aus dem Kanton Zürich, in welchem schulische Heilpädagogik, sozialpädagogische Familienbegleitung im häuslichen Umfeld sowie berufliche Übergangsbegleitung nicht als sequenzielle Massnahmen nebeneinander stehen, sondern als gemeinsam gestalteter Wirkraum verstanden werden. Dieses Zusammenspiel ermöglicht es, schulische Teilhabe wieder zu stabilisieren und gleichzeitig eine realistische Perspektive Richtung Anschlusslösung und Berufsweg aufzubauen. Im Zentrum steht die These: Zusammenarbeit ist selbst ein Wirkfaktor. Nicht die Intensität der einzelnen Massnahme entscheidet über Stabilisierung und Teilhabe, sondern der Grad der Kohärenz und gemeinsamen Verantwortung zwischen den beteiligten Professionen. Kooperation ist damit nicht organisatorische Koordination, sondern Co‐Konstruktion: gemeinsame Zielentwicklung, gemeinsame Bezugssprache, gemeinsames Monitoring und gemeinsames Verstehen der Entwicklungslogik des Jugendlichen und seines Umfeldes. Der Beitrag zeigt konkret: wie schulische Heilpädagogik und Timeout‐Setting als sichere, beziehungsorientierte Lernumgebung aufgebaut wird wie sozialpädagogische Arbeit in der Familie Ressourcenzugänge, Alltagsverhalten und Co-Regulation im familiären System stärkt wie frühe berufliche Orientierung und Übergangsbegleitung ein Zukunftsrahmen wird, der Motivation, Stabilisierung und Lerndynamik aufbaut – und zwar bereits während der sonderpädagogischen Interventionsphase, nicht erst anschliessend Diese drei Ebenen schaffen kein „Mehr“ an Massnahmen, sondern ein konsistentes System von Unterstützungslogiken, das Fragmentierung reduziert. Theorieanknüpfungspunkte bilden unter anderem dialogische und systemische Kooperation in der Heilpädagogik, kontextorientierte Entwicklungslogik sowie Modelle von Emotionsregulation und Beziehungssicherheit als Voraussetzung für Bildungsbeteiligung. Der Beitrag richtet sich an schulische Heilpädagog:innen, Schulleitungen, sonderpädagogische Angebote, Dienste der Jugendhilfe und Akteur:innen in Übergang Schule–Beruf. Ziel ist eine gemeinsame Fachdiskussion darüber, wie Zusammenarbeit so gestaltet werden kann, dass sie reale Wirksamkeit entfaltet – insbesondere in jenen Fällen, in denen schulische Teilhabe am fragilsten erscheint. Damit wird ein Transfermodell vorgestellt, das nicht an eine Institution gebunden ist, sondern als Strukturprinzip in anderen Kantonen und Angeboten adaptierbar ist – und damit einen konkreten Beitrag zum Kongressmotto leistet: Zusammenarbeit als Kernauftrag – gemeinsam auf dem Weg zu einer Schule für alle. | ||