Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Der Diagnostik-Förder-Kreislauf als Reflexionsinstrument multiprofessioneller Zusammenarbeit
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Workshop
Der Diagnostik-Förder-Kreislauf als Reflexionsinstrument multiprofessioneller Zusammenarbeit Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich; , , , Diagnostik und Förderung bilden in der Heil- und Sonderpädagogik zwei zentrale, untrennbar miteinander verbundene Handlungsbereiche (Bundschuh & Winkler, 2019). Um Fachpersonen für diesen Zusammenhang zu sensibilisieren, wurde der Diagnostik-Förder-Kreislauf nach Tönnissen et al. (2024) entwickelt. Er beschreibt den Prozess als eine liegende Acht, die die zyklische, wechselseitige Beziehung von Diagnostik und Förderung verdeutlicht. Das Modell reagiert auf zwei wiederkehrende Praxisprobleme: 1.) eine verkürzte Diagnostik mit vorschnellem Übergang in die Förderung sowie 2.) einen übermässigen Fokus auf das Kind ohne systematische Berücksichtigung der Umweltfaktoren. Der Kreislauf basiert auf einem interaktionistischen Verständnis von Lernen und Verhalten. Die ICF-CY dient als Strukturierungsrahmen, der Körperfunktionen und -strukturen, Aktivitäten, Partizipation sowie Umweltfaktoren integriert. Förderung umfasst sowohl individuelle als auch unterrichts- und umweltbezogene Strategien. Entscheidungen erfolgen evidenzbasiert, gestützt auf interne, soziale und externe Evidenz. Der Beitrag geht zwei Fragen nach:
Im Workshop wird der Diagnostik-Förder-Kreislauf zunächst in einem Kurzinput vorgestellt. Im Plenum wird danach gemeinsam ein exemplarischer Fall entlang der Kreislaufschritte erarbeitet. Die Teilnehmenden reflektieren ihre Perspektiven, identifizieren Gelingensbedingungen und diskutieren mögliche Stolpersteine. Der Workshop zielt auf ein gemeinsames Fallverständnis und die Entwicklung einer auf Diagnostik basierenden, abgestimmten Förderplanung. Im Sinne eines Theorie-Praxis-Transfers werden die gesammelten Erfahrungen in Bezug auf Kooperationsprozesse, Prozessklarheit und Teilhabeorientierung ausgewertet und diskutiert. Mögliche Diskussionspunkte: Besonderes Augenmerk gilt den identifizierten Stolpersteinen, etwa (I) den Grenzen der Modelllinearität und der Notwendigkeit zyklischer Rücksprünge, (II) der Klärung von Schnittstellen und Verantwortlichkeiten sowie (III) den Konsequenzen für Aus- und Weiterbildung. Der Diagnostik-Förder-Kreislauf erfordert ein dynamisches Verständnis von Diagnostik und Förderung, das wiederholte Überprüfungen und Anpassungen einschliesst. Nur wenn Zuständigkeiten im Team klar geregelt sind und diagnostische sowie kooperative Kompetenzen systematisch aufgebaut werden, kann der Kreislauf seine Wirkung entfalten und multiprofessionelle Zusammenarbeit nachhaltig stärken. Diese Aspekte bieten Ansatzpunkte für eine vertiefte Diskussion zur Weiterentwicklung multiprofessioneller Zusammenarbeit im heilpädagogischen Alltag. Literatur Bundschuh, K. & Winkler, C. (2019). Einführung in die sonderpädagogische Diagnostik. UTB. Tönnissen, L., Link, P.-C., Hengartner, O. & Hagmann-von Arx, P. (2024). Der Diagnostik-Förder-Kreislauf in der Heil- und Sonderpädagogik. Illustration des förderdiagnostischen Prozesses am Beispiel einer internalisierenden Verhaltensproblematik. Zeitschrift für Heilpädagogik, 75, 303-311. | ||