Programme de la conférence
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Récapitulatif du jour |
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„Ich bin doch auch da, wenn ich nicht da bin!“
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Workshop
„Ich bin doch auch da, wenn ich nicht da bin!“ Schulen Zürich. HfH, Schweiz; Das sagte ein dreijähriges Kind zu seiner Mutter am Telefon. Die Mutter war längere Zeit geschäftlich unterwegs. Diese kleine Erzählung öffnete einen Denkraum für das, was wir unter Zusammen auch verstehen könnten, wenn es denn auch sprachlich verfügbar wäre. Als eine gemeinsam bewältigte und modellierte Erfahrung, die erst in einem Prozess der Zeitlichkeit Information als Raum für mögliche Ereignisse erzeugt. Auch Zusammenarbeit in Schule und Gesellschaft zeigt sich nicht allein in sichtbaren Begegnungen, sondern ebenso in unsichtbaren Verbindungen, Erwartungen und geteilten Herausforderungen. Anwesenheit und Abwesenheit, Teilbarkeit und Unteilbarkeit. Eine analytische Aufgabe ist es herauszufinden, was gerade geteilt wird, werden konnte und welche Formen daraus entsprungen waren. Ein zentraler Grundsatz dieser Perspektive lautet: Herausforderungen sind nur dann teilbar, wenn sie so verortet sind, dass sie tatsächlich auch geteilt werden können. In dem oft zitierten Satz „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“ wird dieser Gedanke deutlich. Doch stellt sich die Frage: Wie findet das „Dorf“ heute zurück in die Schule. Und wie findet die Schule ihren Weg zurück ins Dorf? Denn Bildungsinstitutionen und soziale Lebenswelten haben sich in den letzten Jahrzehnten weiter auseinanderentwickelt, und ihre Anschlussfähigkeit ist keine Selbstverständlichkeit. Der vorgeschlagene Workshop stellt keine fertigen Antworten sondern offene Fragen ins Zentrum. Er versteht sich als Einladung, den Begriff Zusammenarbeit nicht nur organisatorisch zu fassen und auch nicht nur als komplexe soziale und kommunikative Konstruktion. Ausgehend von konstruktivistischen Denktraditionen wird ein neuer theoretischer Versuch skizziert: Eine „Soziologie der Herausforderungen“, die Zusammenarbeit als ein fortwährendes Ringen um Information versteht. Ein Ringen um Anschlüsse, Möglichkeiten, Wege und Ereignisse. Jede Konstruktion schliesslich, erfordert erhebliche Konstruktions- und Kommunikationsaufwendungen. Es erscheint sinnvoll, diesen Aufwendungen genauer nachzugehen und nachhaltigere Zugänge zu eröffnen. ‚Zusammenarbeit ist immer‘ aber auch nie selbstverständlich. Sie entsteht immer wieder neu. Das „Zusammen“ ist daher weniger ein Zustand als ein Prozess, in dem Erwartungen und Herausforderungen aufeinandertreffen. Gesellschaft und Institutionen formulieren Erwartungen an Bildung. Lernende und Lehrende bringen im Gegenzug Herausforderungen ein, die als kommunikative Beiträge verstanden werden könnten. Es wäre interessant, die Vielzahl möglicher Lernwege als Herausforderung gemeinsam beschreiten zu können. Handlung oder Macht entstehen nicht selten aus den Weiten des Nichtwissens oder Noch-nicht-Wissen-Könnens. Doch wie kann ich wissen, woran ich bin, wenn ich wissen muss, woran ich bin? Der Beitrag versteht sich als Einladung, diese Überlegungen weiterzuführen. Kein abgeschlossenes Modell, sondern ein Gesprächsangebot. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie können wir Zusammenarbeit im Bildungsbereich als gemeinsame Herausforderung begreifen und gestalten, damit das Ziel einer „Schule für alle“ nicht nur als Ideal, sondern als gelebte Praxis Wirklichkeit werden kann? Die theoretischen Grundlagen werden anschaulich skizziert (bereits erprobt mit Primarschülern) und angereichert mit Beispielen aus einer vielfältigen Berufspraxis nicht nur in der Schule. Literatur: Derrida, J., & Lüdemann, S. (2003). Eine gewisse unmögliche Möglichkeit, vom Ereignis zu sprechen. Merve. Fleck, L. (1980). Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv (Orig. 1935). Suhrkamp. Floridi, L. (2010). Information: A very short introduction. Oxford University Press. Gordon, D. M. (2014). The ecology of collective behavior. PLoS Biology, 12(3), Article e1001805. https://doi.org/10.1371/journal.pbio.1001805 Labhart, D. (Hrsg.). (2019). Interdisziplinäre Teams in inklusiven Schulen: Eine ethnografische Studie zu Fallbesprechungen in multiprofessionellen Gruppen [E-Book]. transcript Verlag. Planck, M. (1958). Scheinprobleme der Wissenschaft; Vortrag gehalten in Göttingen am 17. Juni 1946. Leipzig :J. A. Barth, | ||