Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | ||
MathAptiv: Mathematische Basiskompetenzen zu Schulbeginn kontinuierlich computergestützt feststellen und adaptiv fördern
| ||
| Präsentationen | ||
Workshop
MathAptiv: Mathematische Basiskompetenzen zu Schulbeginn kontinuierlich computergestützt feststellen und adaptiv fördern 1Pädagogische Hochschule FHNW, Schweiz; 2RPTU Landau, Deutschland; 3PH Tirol, Österreich; , Mathematische Basiskompetenzen sind ein starker Prädiktor für weitere mathematische Kompetenzentwicklung (Krajewski 2002, Lüken 2012, Watts et al. 2014). So zeigen Kinder, die vor oder zu Schulbeginn über ein fundiertes Zahlverständnis verfügen, zwei Jahre später mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bessere Leistungen im Fach Mathematik als Kinder mit einem rudimentär ausgeprägten Zahlverständnis (Lyons et al. 2014, Manfra et al. 2017). Ähnliche Befunde liegen auch für die Muster- und Strukturkompetenzen zu Schulbeginn vor (Lüken 2012). Zudem ist davon auszugehen, dass gezielte Aktivitäten, die den Umgang mit arithmetischen und geometrischen Mustern fördern, einen positiven Einfluss auf das weitere mathematische Lernen haben (Deutscher 2012). Eine systematische Förderung dieser Basiskompetenzen ist insbesondere aus inklusions- und sonderpädagogischer Perspektive von Relevanz, da Kinder mit unzureichend ausgebildeten Vorkenntnissen ein erhöhtes Risiko aufweisen, persistierende Lernschwierigkeiten im Fach Mathematik zu entwickeln (Krajewski 2002). Dies kann langfristig zu schlechteren Bildungsperspektiven führen. Das Projekt MathAptiv (Mathematische Basiskompetenzen zu Schulbeginn kontinuierlich computergestützt feststellen und adaptiv fördern (Laufzeit 2024-2027, gefördert durch die Klaus Tschira und Ernst Göhner Stiftungen), setzt gezielt auf die Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Lehrpersonen, um die Förderung mathematischer Basiskompetenzen im Anfangsunterricht zu stärken. Basierend auf dieser Zusammenarbeit wird ein Unterrichtsangebot bestehend aus einem Tool zur computergestützten Lernstandserhebung, material- und regespielbasierten Lernumgebungen und Regelspielen sowie Hinweisen zur situativen Lernbegleitung entwickelt. Der Forschungsprozess und die damit verbundene Produktentwicklung ist unterteilt in vier Entwicklungsphasen, in denen Praxis und Forschung eng miteinander verzahnt werden. Phase 1 umfasst die Erhebung des Status Quo in den Schulen mittels einer Fragebogenerhebung und die Entwicklung einer Beta-Version des Unterstützungsangebots. Phase 2 dient der Erprobung und Adaptation des Unterstützungsangebots unter Berücksichtigung der Rückmeldungen der Lehrpersonen im Rahmen von Design Based Research (Malmberg, 2020). Phase 3 fokussiert auf die Validierung des Angebots unter Nutzung von Elementen der Design Based Research. Das o. e. Unterrichtsangebot kam in den Interventionsklassen (n = 18) über einen Zeitraum von fünf Monaten ab Schulbeginn zum Einsatz. Um die Wirksamkeit des Unterrichtsangebots zu untersuchen, wurden in dieser Phase zusätzlich die Schülerleistungen vor und nach der Durchführung des Angebots erhoben und mit einer Kontrollgruppe (n=6) verglichen. Phase 4 dient der Finalisierung und abschliessenden Bereitstellung des Angebots. Im Rahmen des Workshops werden zunächst zentrale Erkenntnisse aus dem Forschungsprozess in Form von Kurzinputs vorgestellt. Im Fokus stehen dabei die Ergebnisse aus Projektphase drei, in der das entwickelte Unterrichtsangebot validiert und im Hinblick auf seine Auswirkungen auf den Erwerb mathematischer Basiskompetenzen überprüft wurde. Zudem werden die entwickelten Produkte präsentiert, um in einen Austausch darüber zu treten. Literatur Deutscher, T. (2012). Arithmetische und geometrische Fähigkeiten von Schulanfängern. Eine empirische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung des Bereichs Muster und Strukturen. Wiesbaden: Vieweg + Teubner. https://doi.org/10.1007/978-3-8348-8334-6 Krajewski, K. (2002). Vorhersage von Rechenschwäche in der Grundschule. Hamburg: Kovač. Lüken, M. (2012). Muster und Strukturen im mathematischen Anfangsunterricht. Grundlegung und empirische Forschung zum Struktursinn von Schulanfängern. Münster: Waxmann. Lyons, I., Price, G., Vaessen, A., Blomert, L., & Ansari, D. (2014). Numerical predictors of arithmetic success in grades 1–6. Developmental Science 17(5), S. 714-726. https://doi.org/10.1111/desc.12152Manfra et al. 2017 Malmberg, I. (2020). Die Blackbox ausleuchten. Potenziale von Design-Based Research für Phasen der Lehrerinnen- und Lehrerprofessionalisierung. Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung, 38(1), 79–93. Manfra, L., Squires, C., Dinehart, L. H. B., Bleiker, C., Hartman, S. C., & Winsler, A. (2017). Preschoolwriting and premathematics predict Grade 3 achievement for low-income, ethnically diverse chil-dren. The Journal of Educational Research, 110(5), 528–537. https://doi.org/10.1080/00220671.2016.1145095. Watts, T. W., Duncan, G. J., Siegler, R. S., & Davis-Kean, P. E. (2014). What’s past is prologue: Relations between early mathematics knowledge and high school achievement. Educational Researcher, 43 (7), 352–360. https://doi.org/10.3102/0013189X14553660 | ||