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Gemeinsam Qualität entwickeln – ein Selbsteinschätzungstool zur Begabungsförderung in einer Schule für alle
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Workshop
Gemeinsam Qualität entwickeln – ein Selbsteinschätzungstool zur Begabungsförderung in einer Schule für alle Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH), Schweiz; Begabungs- und Begabtenförderung (BBF) wird zunehmend als integraler Bestandteil einer inklusiven Schule verstanden. Eine Schule für alle bedeutet nicht nur Unterstützung bei Lernschwierigkeiten, sondern ebenso die systematische Wahrnehmung, Förderung und Begleitung besonderer Potenziale (vgl. Anderegg & Willhelm, 2021). In der schulischen Praxis zeigt sich jedoch, dass Begabungsförderung häufig punktuell, abhängig von Einzelpersonen oder ohne verbindliche Qualitätskriterien umgesetzt wird. Schulen fehlt oftmals ein strukturiertes Instrument, um den eigenen Entwicklungsstand in diesem Bereich fundiert einschätzen und gezielt weiterentwickeln zu können (z.B. Friedl et al., 2015; iPEGE, 2009). Der Workshop stellt ein webbasiertes Selbsteinschätzungstool zur Qualität der integrativen Begabungs- und Begabtenförderung (IBBF) vor, das derzeit an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik entwickelt wird. Ziel des Instruments ist es, Schulen eine differenzierte Standortbestimmung auf Schul- und Unterrichtsebene zu ermöglichen und damit Entwicklungsprozesse systematisch zu unterstützen. Das Tool orientiert sich an aktuellen wissenschaftlichen Qualitätsmodellen der Begabungsförderung, ist explizit an das Schoolwide-Enrichment-Model (SEM) nach Renzulli und Reis (2014) angebunden und wird durch Schulentwicklungsperspektiven nach Rolff (2023) ergänzt. Dadurch verbindet es inhaltliche Förderlogik mit Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung. Die Notwendigkeit eines solchen Instruments wird durch aktuelle Befunde zur Angebotssituation der Begabungs- und Begabtenförderung im deutschsprachigen Raum unterstrichen. Eine breit angelegte Studie der HfH zeigt, dass zwar an vielen Schulen Angebote bestehen, jedoch insbesondere in den Bereichen Konzeptentwicklung, Evaluation, Professionalisierung und Ressourcenzuteilung deutlicher Entwicklungsbedarf wahrgenommen wird. Zudem variieren Qualität und Systematik der Umsetzung stark zwischen Schulen und Schulstufen. Ein Selbsteinschätzungstool kann hier als verbindendes Element zwischen externer Evaluation, interner Schulentwicklung und pädagogischer Praxis wirken (Meier-Wyder et al., 2024). Im Workshop werden zentrale theoretische Grundlagen, Aufbau und Funktionsweise des Instruments vorgestellt und anhand ausgewählter Beispielitems illustriert. Die Teilnehmenden erhalten Gelegenheit, das Tool exemplarisch auszuprobieren und folgende Fragestellungen zu diskutieren: Was kennzeichnet eine begabungsförderliche Schule? Welche Qualitätsdimensionen sind für nachhaltige Implementierung zentral? Warum sind Schulentwicklungsprozesse für die langfristige Verankerung der BBF notwendig? Und wie kann ein Selbsteinschätzungstool Schulen konkret auf ihrem Weg unterstützen? Der Workshop versteht sich als Beitrag zu einer gemeinsamen, potenzialorientierten Qualitätsentwicklung im Sinne einer Schule für alle.
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