Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | ||
Multiprofessionelle Teamarbeit an inklusiven Schulen stärken. Handlungsimpulse für Team und Schulleitung
| ||
| Präsentationen | ||
Workshop
Multiprofessionelle Teamarbeit an inklusiven Schulen stärken. Handlungsimpulse für Team und Schulleitung 1Pädagogische Hochschule Zürich; 2Schule Wald Zürich; , Multiprofessionelle Teamarbeit ist im deutschsprachigen Raum eng mit der inklusionsorientierten Weiterentwicklung der Bildungssysteme sowie der Schul- und Unterrichtsentwicklung verbunden und kann als Folge dieser Entwicklung gesehen werden. Multiprofessionalität wird jedoch auch im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Erfordernissen, wie der Erweiterung der Schulorganisation auf den Ganztag diskutiert oder im Umgang mit besonderen Bildungsbedarfen von Lernenden. Schulische Inklusion bezieht sich in einem engen Verständnis auf Lernende mit Behinderungen oder besonderem Bildungsbedarf, in einem weiten Verständnis auf alle Lernenden unter besonderer Berücksichtigung von Differenzlinien, die Bildungschancen beeinträchtigen (z.B. soziale oder kulturelle Herkunft, Sprache, Behinderung, Geschlecht, Begabung oder Migration) (Römer & Malina, 2014). Schulische Inklusion fördert die gleichberechtigte Teilhabe aller Schüler:innen, unabhängig von ihren Lernvoraussetzungen, sensibilisiert für Ein- und Ausschlussprozesse und bindet Behörden, Schulleitungen sowie Lehr- und Fachpersonen gleichermassen in die Schulentwicklung ein. Inklusion ist ein gesellschaftlicher und institutioneller Auftrag und für eine moderne Pädagogik und Didaktik elementar. Erkenntnisse aus der Schul- und Unterrichtsforschung bieten die Grundlage für faire, potenzialorientierte und ressourcenstärkende Lernerfahrungen. Das Recht auf Inklusion ist heute international anerkannt, über Wege der Umsetzung wird nach wie vor debattiert, denn insbesondere in Ländern mit gegliederten Bildungssystemen und einer Tradition sonderpädagogischer Förderung in Sonderschulen und Sonderklassen wird eher ein Ausbau als ein Abbau sonderpädagogischer Förderung beobachtet (Köpfer, Powell & Zahnd, 2021). Multiprofessionelle Teams sind eine Organisationseinheit des mittleren Managements an Schulen, die Lehren und Lernen in heterogenen Klassen verantwortet und fachlich begleitet. Ausgehend von unterschiedlichen Lernbedarfen in einer Lerngruppe sind bei der Vorbereitung und im Unterricht verschiedene Lernzugänge zu berücksichtigen, wofür eine Lehrperson allein das notwendige Fachwissen meist nicht mitbringt. In multiprofessionellen Teams arbeiten mindestens zwei spezialisierte Berufsgruppen innerhalb oder ausserhalb des Unterrichts zusammen. Sie tauschen sich fachlich aus und stimmen ihre Handlungen aufeinander ab (Kielblock, Gaiser & Stecher, 2017). Diese Zusammenarbeit braucht Kooperationsstrukturen (Gefässe, Orte, Zeiten), welche von Schulleitungen einzurichten sind. Wenn sie fehlen, werden Fachpersonen eher punktuell und unsystematisch in ihren je spezifischen Zuständigkeiten und disziplinären Fachlichkeiten adressiert, wodurch auf Schulebene eher Prozesse der fachlichen Abgrenzung und Isolation gefördert werden als Zusammenarbeit. Hinzu kommt, dass Organisationen, wie auch Schulen, um ihre Handlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten bei anfallenden Bedarfen eher neue Angebote und Massnahmen schaffen, anstatt das Gesamtsystem zu verändern. Fachlichkeiten z.B. entlang der Stufen und des institutionellen Bildungs- und Erziehungsauftrags in multiprofessionellen Teamstrukturen neu zu organisieren, wäre ein Ansatz (Pool Maag & Widmer-Wolf, 2025). Die Qualität der Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams ist entscheidend für die Entwicklung einer inklusionsorientierten Schul- und Unterrichtspraxis. Damit verbunden sind auch Werte und eine Haltung, die es in eine zielführende Handlungspraxis zu überführen gilt. Dabei spielen Schulleitungen eine Schlüsselrolle (Trumpa, Franz & Greiten, 2016). Sie haben die Aufgabe, die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams weiterzuentwickeln und darüber notwendige Strukturen sowie institutionelle und professionelle Veränderungsprozesse anzustossen. Ziel ist die Förderung einer bereichernden Zusammenarbeit, die das Lernen und die Entwicklung der Schüler:innen ins Zentrum stellt und professionelle Ressourcen produktiv nutzt und weiterentwickelt. Der Workshop ist an folgender Leitfrage orientiert: Wie kann multiprofessionelle Teamarbeit an inklusiven Schulen gestärkt werden? Es werden Ansatzmöglichkeiten an Beispielen konkretisiert und Handlungsmöglichkeiten aus verschiedenen Perspektiven diskutiert. Literatur Kielbock, S., Gaiser, J. M. & Stecher, L. (2017). Multiprofessionelle Kooperation als Fundament der inklusiven Ganztagsschule. Zeitschrift für Inklusion, 25 (3), 140-148. Köpfer, A., Powell, J. J. W. & Zahnd, R. (Hrsg.). (2021). Handbuch Inklusion international: Globale, nationale und lokale Perspektiven auf Inklusive Bildung. Opladen: Leske Budrich. https://doi.org/10.2307/j.ctv1f70kvj Pool Maag, S. & Widmer-Wolf, P. (2025). Multiprofessionelle Teams stärken. Impulse für Schulleitungen. Bern: hep https://www.hep-verlag.ch/multiprofessionelle-teams-staerken, Stand vom 22. November 2025 Römer, K. & Malina, B. (2014). Inklusion. Leitlinien für die Bildungspolitik (3. Aufl.). Bonn: Dt. UNESCO Kommission e.V.
| ||