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Posters Salle: Galérie | |
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Poster
Inklusion trifft Digitalität: Multiprofessionelle Teams gestalten gemeinsam digital-inklusiven Unterricht (DigInTeach) Pädagogische Hochschule Luzern, Schweiz; , , , Das Projekt «Digitally Inclusive Teaching through Multi-professional Collaboration» (DigInTeach) reagiert auf die tiefgreifenden Veränderungen, die durch digitale Medien und Technologien in nahezu allen Lebensbereichen entstehen. Diese Entwicklung betrifft auch schulische Lernprozesse und beleuchtet die Frage, wie in einer Kultur der Digitalität (Stalder, 2021) inklusive Lerngelegenheiten geschaffen werden können, die allen Schüler*innen Zugänge zu individueller Förderung und sozialer Teilhabe eröffnen (Florian & Black-Hawkins, 2011). Dabei wird ein zentraler Grundsatz verfolgt: Inklusion und Digitalität dürfen nicht als getrennte Bereiche betrachtet werden, sondern müssen in ihrer wechselseitigen Verbindung konzipiert und weiterentwickelt werden (Schulz, 2021). Denn Digitalisierungsprozesse ohne Inklusion mitzudenken, kann zu einer Verstärkung digitaler Ungleichheit führen (Ragnedda & Ruiu, 2018). Gleichzeitig können digitale Medien und Technologien eine inklusive Unterrichtspraxis massgeblich unterstützen, indem sie neue Zugänge eröffnen und Barrieren abbauen. Die digitale Transformation verändert allerdings nicht nur die Unterrichtspraxis, sondern auch die multiprofessionelle Zusammenarbeit in Schulen. Neue digitale Werkzeuge, Formen der Materialproduktion und Kommunikationswege führen zu veränderten Rollen und Aufgaben in Unterrichtsteams. Dies wirft Fragen nach geeigneten Organisationsformen, Verantwortlichkeiten und Kooperationsstrukturen auf. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt DigInTeach die Absicht, digital-inklusiven Unterricht für die Primarstufe zu entwickeln und gleichzeitig zu untersuchen, wie sich die multiprofessionelle Zusammenarbeit im Zuge digital-inklusiver Unterrichtsentwicklung verändert. Ziel ist es, die bislang oft getrennten Entwicklungsstränge von Inklusion und Digitalisierung systematisch miteinander zu verbinden und daraus Impulse für schulische Praxis und wissenschaftliche Theorieentwicklung abzuleiten. Der Fokus des Projekts liegt dabei nicht auf schnellen technologischen Lösungen oder „Tools“, sondern auf einer fundierten Herangehensweise an die Planung, Umsetzung und Reflexion einer digital-inklusiven Unterrichtspraxis. Methodisch verwendet das Projekt den Design-Based-Research-Ansatz (DBR) (Reinmann, 2005): In zwei iterativen Zyklen erarbeiten sechs multiprofessionelle Teams – bestehend aus Lehrpersonen, schulischen Heilpädagog*innen sowie weiteren Mitglieder des Unterrichtsteams – gemeinsam digital-inklusive Lernumgebungen für die Fachbereiche Deutsch und/oder Mathematik. Dabei orientieren sie sich an Konzepten inklusiven Unterrichts (CAST, 2024) sowie an Hinweisen aus der allgemeinen Lehr-Lernforschung zu qualitätsvollem Unterricht (Praetorius & Gräsel, 2021). Die Zusammenarbeit der Teams wird empirisch untersucht, um zu verstehen, wie sich ko-konstruktive Prozesse unter Bedingungen digitaler Transformation verändern. Ergänzend wird auch die Perspektive der Schüler*innen mit einbezogen, insbesondere hinsichtlich Zugänglichkeit, Nutzbarkeit und Teilhabechancen innerhalb der gestalteten Lernumgebungen. Bei der Posterpräsentation werden Einblicke in erste Ergebnisse gegeben. Erwartet werden theorie- und datenbasierte Hinweise zur Gestaltung multiprofessioneller Zusammenarbeit im inklusiven Unterricht unter den Bedingungen der Digitalität. Darüber hinaus werden die realisierten digital-inklusiven Unterrichtseinheiten vorgestellt, die sich für unterschiedliche Primarschulkontexte adaptieren lassen. Das Projekt unterstützt somit Schulen darin, digitale Medien so einzusetzen, dass Barrieren abgebaut, individuelle Lernwege ermöglicht und Teilhabechancen für alle Lernenden nachhaltig erhöht werden. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu einer chancengerechten digitalen Transformation, die digitaler und damit auch sozialer Ungleichheit gezielt entgegenwirkt. Literatur: CAST (2024). Universal Design for Learning Guidelines version 3.0. https://udlguidelines.cast.org Florian, L. & Black-Hawkins, K. (2011). Exploring inclusive pedagogy. British Educational Research Journal,37(5), 813–828. https://doi.org/10.1080/01411926.2010.501096 Praetorius, A.-K. & Gräsel, C. (2021). Noch immer auf der Suche nach dem heiligen Gral: Wie generisch oder fachspezifisch sind Dimensionen der Unterrichtsqualität? Unterrichtswissenschaft (2021)49, 167-188. https://doi.org/10.1007/s42010-021-00119-6 Ragnedda, M. & Ruiu, M. L. (2018). Social capital and the three levels of digital divide. In M. Ragnedda & G. W. Muschert (Hrsg.), Theorizing digital divides, 21-34. Routledge,Taylor & Francis Group. Reinmann, G. (2005). Innovation ohne Forschung? Ein Plädoyer für den Design-Based Research-Ansatz in der Lehr-Lernforschung. Unterrichtswissenschaft, 1, 52-69. Schulz, L. (2021). Diklusive Schulentwicklung: Erfahrungen und Erkenntnisse der digital-inklusiven Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenausbildung in Schleswig-Holstein. MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, 41, 32–54. Stalder, F. (2021). Kultur der Digitalität (5. Aufl.). edition suhrkamp SV. | |