Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
Schule und Unterricht
Zeit:
Freitag, 11.11.2022:
10:45 - 12:15

Chair der Sitzung: Barbara Gürtler, PH Salzburg / ÖZBF, Österreich
Chair der Sitzung: Julia Schwaiger, PH Salzburg / ÖZBF, Österreich
Ort: Seminarraum DEG.09

DEG.09 Debattierraum 24 TN

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Präsentationen
10:45 - 11:15

Bleibt alles anders!? - Personalisierte Entwicklungsplanung (PEP) als Initiator für begabungsförderliche Veränderungsprozesse in Schule und Unterricht

Herbig, Christian; Doberitz, Sarah; Blumenstein, Felix; Süß, Alexandra

Universität Leipzig, Deutschland

Im LemaS-Projekt „Individuelle Förderung mit PEP“ wird gemeinsam mit Schulen das Instrument der Personalisierten Entwicklungsplanung (PEP) entwickelt, um begabungsförderliche Lehr-Lern-Settings zu gestalten.

Ausgangspunkt sind bestehende und praxisbewährte Ansätze der sonderpädagogischen Förderplanung (vgl. Popp et al. 2017), die mit Chancen der Digitalisierung verbunden und für den allgemeinschulischen Bereich weiterentwickelt werden. Dabei dient das Handlungsmodell der Personalisierung (vgl. Herbig 2017, 2020) als weiterer theoretischer Bezugspunkt. Der dadurch aufgespannte Orientierungsrahmen zeichnet sich durch systemische und personorientierte Grundannahmen, einen inklusiven Anspruch und die Betonung von kooperativen Strukturen aus, um alle Lernenden in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.

Mit der Methode der PEP wurde ein Konzept zur Gestaltung von Lehr-Lern-Settings entwickelt, das schulische Strukturen um Elemente der individuellen Begabungsförderung anreichert und durch eine agile Methodik schulweite Veränderungs- und Entwicklungsprozesse befördert. Lehr- und Lernprozesse werden durch eine zyklische, selbstevaluative Organisationsstruktur aus diagnosebasierter Förderung und förderbasierter Diagnose personalisiert. Die entwickelte Web-App „meinPEP“ als digitales Werkzeug ist ein zentrales Element, um im Sinne des Ansatzes der Digitalität (vgl. u.a. Mecklenburg 2020) eine effektive(re) und effiziente(re) Gestaltung von begabungsförderlichen Prozessen im schulischen und außerschulischen Alltag zu ermöglichen.

Im Beitrag werden Erfahrungen der Implementierung von PEP sowie erste Evaluationsergebnisse vorgestellt, die auf Chancen und Potentiale für innovative Veränderungsprozesse auf vier verschiedenen Systemebenen hinweisen: (1) Ebene des Prozesses der Begabungs- und Leistungsförderung, (2) Ebene der handlungsleitenden Einstellungen, (3) Ebene der schulischen Infrastruktur und (4) Ebene der schulischen Steuerungs- und Organisation.



11:15 - 11:45

Strukturelle Begabtenförderung am Abendgymnasium Salzburg

Huber, Linda

Abendgymnasium Salzburg, Österreich

Das Abendgymnasium Salzburg ermöglicht es, die Matura über den zweiten Bildungsweg zu erlangen. Begabungen werden in diesem Kontext verstanden als Fähigkeits- und Leistungspotenziale, die sich unter günstigen Umweltbedingungen und gezielter Förderung zu herausragenden Leistungen und Wissensreichtum entwickeln können (Miceli und Stiller, 2021). Am Abendgymnasium gelingt dies durch:

• strukturelle Differenzierung mithilfe eines flexiblen Modulsystems,

• Akzeleration, indem Module übersprungen werden können, Studierende je

nach Vorwissen in höhere Module einsteigen können, beziehungsweise

vorgezogen in einzelnen Fächern maturieren können

• Differenzierungs- und Individualisierungsmaßnahmen im Unterricht selbst,

• Enrichmentmethoden im Rahmen von zusätzlichen extra-curricularen Lernangeboten wie Yoga-, Mal- oder Keramikurse.

Ein flexibles Modulsystem ermöglicht es, die Studierenden in ihren individuellen Fähigkeiten unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Lebenssituation, ihrer biographischen Erfahrungen und ihrer spezifischen Lernziele zu fördern (vgl. Fränkel, 2019). Im Rahmen des regulären Abendstudiums absolvieren die Studierenden in acht Semestern ihre Module an fünf Abenden pro Woche. Entscheiden sich die Studierenden für das Fernstudium, besuchen sie ihre Module an zwei Abenden pro Woche und erarbeiten Arbeitsaufträge in Individualphasen eigenständig. Im Kompaktstudium können die Studierenden in fünf Semestern die Matura ablegen, haben freitags und samstags Unterricht an der Schule und arbeiten sich den übrigen Lernstoff mit umfangreichen Arbeitsaufträgen im Selbststudium. Ein Wechsel zwischen diesen strukturellen Formen in den einzelnen Unterrichtsgegenständen ist nach jedem Semester möglich.

Der Praxisvortrag dient als Impulsgeber für institutionelle Lernprozesse im Sekundarstufenbereich. Die gelebte Lehr- und Lernpraxis wird multiperspektivisch (Lehrende und Lernende) dargestellt und Transfermöglichkeiten werden analysiert.



11:45 - 12:15

Intensivzeiten in der Schule: Interessen entdecken und Begabung entfalten

Sauereisen, Beate

Otto-Schott-Gymnasium Mainz, Deutschland

Damit schulisches Lernen nachhaltig und wirksam wird, sollte es über die Grenzen des Unterrichts hinausreichen und dies sollte für Schülerinnen und Schüler auch erfahrbar sein. Wir führen im Hochbegabtenzweig des Otto-Schott-Gymnasiums seit einigen Jahren Intensivzeiten durch, bei denen in möglichst allen Fächern über einen gewissen Zeitraum abgestimmt zum gleichen Oberthema gearbeitet wird und die mit einer Projektphase abschließen, die zum einen den Lernort Schule für externe Referenten öffnet, den Lernort Schule um andere Orte erweitert und zudem jedem Lernenden eine eigene Vertiefung ermöglicht. Durch diese Intensivzeiten entstehen in den Köpfen der Lernenden und Lehrenden ungeahnte Verknüpfungen, Interessen entstehen, die aus der Schule hinaus reichen und zu Diskussionen und Reflexionen anregen, die das Leben aller Beteiligter bereichern.

Zwischen den Lehrkräften findet ein intensiver Austausch statt, so dass die Schülerinnen und Schüler auch ein gemeinsames Lernen mit ihren Lehrkräften erfahren und damit viele Beispiele für lebensange Neugierde und Offenheit. Anders als in Projekten sind große Teile der Inhalte der Intensivzeiten bewertungsrelevant, was den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, die Relevanz schulischen Lernens für eine größere Lebenswirklichkeit wahrzunehmen.

Die Themen in den letzten Jahren waren in Klassenstufe 7 "Nachhaltige Landwirtschaft", in Klassenstufe 8 "Demokratie und Rechtsstaatlichkeit" und in Klassenstufe 9 "Gewalt Flucht und ihre Folgen".

Die Schülerinnen und Schüler bewerten die Intensivzeiten als sehr wertvoll, insbesondere in Bezug auf die Nachhaltigkeit des Lernens und in Bezug auf die Fähigkeit, Informationen zur eigenen Meinungsbildung zu nutzen.

In den letzten Jahren wurde das Konzept auch in einzelnen Klassen des Regelgymnasiums erprobt und anschließend ausgewertet. Dabei wurde deutlich, dass derartige Konzepte ohne Teamstunde nur schwer umsetzbar sind, mit genügend Zeit zur Absprach aber sehr gut funktionieren.



 
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