Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
Interesse und Begabung
Zeit:
Freitag, 11.11.2022:
10:45 - 12:15

Chair der Sitzung: Manuela Mascher, PH Salzburg / ÖZBF, Österreich
Ort: Seminarraum D2.01

D2.01 24TN

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Präsentationen
10:45 - 11:15

Interesse und Begabung- Zusammenhänge und Differenzen

Grüneberg, Tillmann

Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, Deutschland

Die Berufs- und Studienwahl ist ein entscheidender Entwicklungsschritt in der Begabungsentwicklung, jedoch wird dieser Übergang zumeist aufgrund des Fokus auf jüngere Schüler*innen in der Begabungsforschung vernachlässigt. Wenn Berufswahl untersucht wird, geschieht dies zumeist mit Rückgriff auf das Holland-Modell (1997) mit seinen RIASEC-Typen. Dieses hat sogar Eingang in Begabungsmodelle gefunden (z.B. DMGT von Gagné 2004). Dies zeigt auch, wie schwierig die Trennung zwischen Begabung und Interesse ist (Rysiew et al. 1999). Diskutiert wird dies oft unter dem Schlagwort der Multipotentialität bei Hochbegabten (Achter, Lubinski & Benbow 1996; Sparfeldt 2006). Hierbei zeigt sich, dass die RIASEC-Profile als Maßstab von Differenziertheit kritisch zu hinterfragen sind (Rolfs 2001), da diese nicht nur Interessen, sondern auch Werte und Fähigkeiten mit abbilden (Tarnai 2014). Anhand eines Datensatzes des Online-Self-Assessments Studifinder NRW (N= 2234), welcher sowohl einen RIASEC-Test, wie auch Fragen zu thematischen Neigungen und Fächerpräferenzen, sowie einen Leistungstest enthält, wird das Konstrukt einer kritischen Prüfung aus theoretischer und praktischer Sicht unterzogen. Besonderes Augenmerk wird dabei auch auf Unterschiedsmaße zwischen der Leistungsspitzengruppe mit den anderen Schüler*innen gelegt. Ergänzt wird die Analyse durch Ergebnisse einer Onlinebefragung mit Studierenden und Stipendiat*innen der Begabtenförderung (N=414), in welcher vor allem die I-Dimension (forschender Typ) kritisch in Bezug auf den angestrebten Beruf untersucht wird. Beide Analysen bestätigen zentrale Annahmen des Modells, zeigen jedoch auch Lücken auf, die den praktischen Nutzen, z.B. in der Studienberatung von (Hoch-)Begabten erheblich beeinflussen. Daher wird ein Entwurf für eine stärker gegenstands- und tätigkeitsbezogene Erfassung von Interessen unterbreitet, welche dem eigentlichen Interessensbegriff näherkommen und Differenzierung in Begabungsmodellen erlauben soll.



11:15 - 11:45

Was denken Jugendliche über Technik? Haltungen und Einstellungen von Jugendlichen zu technischen Inhalten mit Fokus begabungsfördernde Aspekte

Neureiter, Herbert

Pädagogische Hochschule Salzburg Stefan Zweig, Österreich

Obwohl die Notwendigkeit der Weiterentwicklung technischer Systeme zur Sicherung und Erhaltung unseres Wohlstandes unbestritten ist, zeigen uns aktuelle Bedrohungen wie Klimaänderung und deren globale und lokale Folgen, dass die Risiken einer technisierten Welt und die zukünftigen Veränderungen nicht aus Augen gelassen werden dürfen (Binder, 2020). Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, junge Menschen technisch mündig zu machen (Guedel, 2014). Die Aufgabe des Bildungssystems ist es, „allen Kindern und Jugendlichen eine ihrem intellektuellen Vermögen und ihrer individuellen Leistungsfähigkeit entsprechende bestmögliche Bildung zu vermitteln“ (KMK, 2009, S. 2). Dementsprechend ist es wichtig, „Umwelten“ zu schaffen, die es ermöglichen, die Potenziale aller Schülerinnen und Schüler zu erkennen und entsprechend ihrer Dispositionen zu fördern und fordern (Dohrmann & Nordmeier, 2019).

Der Vortrag befasst sich im Allgemeinen mit der Frage, welche Haltungen, Einstellungen, oder Interessen Jugendliche zu technischen Inhalten haben und im Speziellen mit der Frage, wie begabungsfördernder Unterricht mit technischen Inhalten aussehen könnte.

Die Untersuchung wurde im Rahmen der „Lebenswelten“- Studie (Jugendforschung Pädagogische Hochschulen Österreichs, 2021) mit einem standardisierten internetbasierten Rückmeldeinstrument 1.805 Salzburger Jugendlichen vorgelegt. Dazu wurde ein Fragebogen zu Technikorientierung und –erfahrung entwickelt und eingesetzt (z.B. Keller et al., 2018).

Die Auswertung dieser disproportional geschichtete Klumpensubstichprobe erfolgt entlang folgender Fragen: Welche Haltung nehmen Jugendliche gegenüber technischen Inhalten ein? Welche Ängste und Hemmschwellen im Umgang mit Technischer Bildung bzw. technischen Artefakten gibt es? Oder welche Bedürfnisse im Hinblick auf die Erweiterung des technischen und naturwissenschaftlichen Wissens äußern sie?

Zurzeit werden die Daten ausgewertet und können im Rahmen des Vortrages vorgestellt werden.



11:45 - 12:15

SOLA am BG/BRG Gmunden

Leitner, Rainer

BG/BRG Gmunden, Österreich

SOLA ist keine Methode, SOLA ist ein ganzheitliches, zielorientiertes Lehr- und Lernsystem für individuelles und kooperatives Lernen am BG/BRG Gmunden.

Die systemische Implementierung von SOLA (Selbst Organisiertes Lernen und Arbeiten) erfolgt auf vier Ebenen:

- pädagogisch

- organisatorisch

- strukturell

- technologisch

Pädagogisch zielt SOLA auf die verstärkte Selbstbestimmung hinsichtlich der Lernziele, der zeitlichen Einteilung, des Lernortes, des Lerncoaches (differenzierte Lehrerrolle) und des Lernpartners ab. Die inhaltliche Vorgabe erfolgt durch zeitlich abgestimmte Lernpläne. Zusätzliche Inhalte und Angebote für begabte Schüler*innen sind erwünscht.

Eine Stunde pro Woche steht der Gegenstand Schlüsselkompetenzen (SOLA-SK) am Stundenplan. SOLA-SK umfasst Inhalte aus dem sozialen Lernen, der Organisation des eigenen Arbeitsumfeldes bis hin zu Zitierregeln für die VWA.

Das SOLA-System wird durch die Aufteilung der Unterrichtsstunden in einen lehrerzentrierten und einen selbstorganisierten Unterrichtsteil realisiert. Durch die Beteiligung aller Gegenstände an SOLA entstehen ein bis zwei SOLA-Stunden pro Tag für jeden Schüler und jede Schülerin, wobei die Anzahl der SOLA Stunden mit der Schulstufe ansteigt.

Die SOLA – Stunden finden nach Möglichkeit für alle Schüler*innen zur selben Zeit statt. Dies schafft zusätzlich Raum für klassen/jahrgangsübergreifende Förder- und Begabungsangebote.

Das technologische Rückgrat von SOLA bildet die selbsterstellte SOLApp. Die Schüler*innen können hier ihre SOLA – Stunden „buchen“ (Lerncoaches, Raum, …) und die Lerninhalte abrufen.

Für die inhaltliche Weiterentwicklung des Kollegiums in Form von SchiLFs, Konferenzen und Studienbesuchen besteht eine Kooperation mit Ulrich Haas und seinem Team, Berlin.

Eine externe Schulevaluation läuft bereits und wird im Mai 2022 abgeschlossen.



 
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