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Sitzungsübersicht
Sitzung
Begabungsförderung in der Lehrer:innenbildung
Zeit:
Samstag, 12.11.2022:
9:00 - 10:30

Chair der Sitzung: Sandra Leitner, PH Salzburg ÖZBF, Österreich
Ort: Seminarraum A3.23

A3.23 24 TN

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Präsentationen
9:00 - 9:30

Begabungsförderung – ein Thema in der Lehrer_innen_ausbildung!?

Tischler, Kornelia

Universität Klagenfurt, Österreich

Die Bildungsbehörden in Österreich, Deutschland und der Schweiz sehen die Begabungs-/Begabtenförderung als ein gewichtiges Bildungsanliegen an und haben durch Erlässe und Verordnungen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen. Darin wird die Vielfältigkeit und Prozesshaftigkeit der Entwicklung von Begabung betont ebenso integrative Begabungsförderung als grundlegende Aufgabe der Schule definiert. Durch Differenzierung und Individualisierung bzw. Personalisierung sollen alle Fähigkeiten der Schüler_innen gefördert sowie auf die Persönlichkeit des Kindes und sein Umfeld geachtet werden, um allen Lernenden ihr Recht auf bestmögliche Bildung zu gewähren und ganzheitliche Förderung ihrer Fähigkeiten unabhängig von Herkunft, Ethnie, Sprache, Geschlecht usw. zu ermöglichen. Im Vortrag wird daher den Fragen nachgegangen, welche Kompetenzen notwendig sind bzw. welche die angehenden Lehrkräfte lt. Curricula während ihrer Ausbildung erwerben (könnten), um diesen Aufgaben gerecht zu werden. Die Basis bilden exemplarisch ausgewählte Curricula aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, wobei zuerst die Suche nach den Begriffen „(Hoch)Begabung/(hoch)begabt, Förderung, Intelligenz, Kreativität, Heterogenität, Diversität, Inklusion, Diagnose usw.“ in den Qualifikationsprofilen und in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik erfolgt, dann die Ergebnisse mit den in wissenschaftlichen Modellen beschriebenen Kompetenzen von Lehrkräften sowie gesetzlichen Vorgaben verglichen werden. Für die Analyse selbst kommen Verfahren der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zum Einsatz. Die Resultate der Pilotstudie lassen bereits erkennen, dass Begabungsförderung lediglich eine rudimentäre Rolle in der Grundausbildung spielt und daher anzunehmen ist, dass Lehrkräfte nicht ausreichend auf die Anforderungen vorbereitet werden. Zudem zeigt sich, dass das Thema v.a. in der Lehrer_innen_weiterbildung eine etwas höhere Relevanz hat und dass umfassende Forschung darüber fehlt.



9:30 - 10:00

Die Relevanz von LehrerInnenfortbildungen in der Begabungsförderung

Riegler, Christina

KSH München, Deutschland

In der Studie von Müller im Jahr 2006 wurde ersichtlich, dass Lehrende an Hochschulen, deren Wissen über Begabungsförderung sehr begrenzt ist, ihren Unterricht weniger begabungsfreundlich gestalten. Ein signifikanter Zusammenhang konnte hinsichtlich des Besuchs von Fortbildungen zur Thematik und des Einsatzes von begabungsfördernden Methoden in Lehrveranstaltungen festgestellt werden. Anknüpfend daran wurde folgende Forschungsfrage aufgestellt: Begünstigen Fortbildungen zur Thematik Begabungsförderung den vermehrten Einsatz von begabungsfreundlichen Lehr- und Lernmethoden? Die Hypothese „Lehrpersonen mit Fortbildungen zum Thema Begabungsförderung setzen im Gegensatz zu Lehrpersonen ohne themenspezifische Fortbildung vermehrt begabungsfreundliche Lehr- und Lernformen ein.“ wurde im Rahmen einer quantitativen Studie mittels Online-Fragebogen untersucht. Die Befragung wurde von 456 an der Primarstufe tätigen Lehrpersonen beantwortet, die den Link zum Fragebogen von ihren DirektorInnen per E-Mail erhalten haben. Zudem wurde der Fragebogen von der Studienleitung auch an Lehrpersonen aus dem sozialen Umfeld verschickt, mit der Bitte um Weiterleitung. Die Aufbereitung der geschlossenen Fragen erfolgte mit einem Statistikprogramm, die offenen Antworten wurden anhand der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse nach Udo Kuckartz ausgewertet. Mit Hilfe eines T-Tests wurde ein signifikant höherer Einsatz (p < 10−10) an begabungsfreundlichen Lehr- und Lernformen bei Lehrpersonen mit einer Fortbildung zur Begabungsthematik festgestellt. In Bezug auf die Items „Fortbildung“ und „Zusatzausbildung ja/nein“ zeigt sich ein höchst signifikanter Unterschied (p=0.0001048) in Zusammenhang mit dem Einsatz von begabungsfreundlichen Lehr- und Lernformen. Die Ergebnisse zeigen die große Bedeutung von Fortbildungen im Lehrberuf und dass auch Lehrpersonen ihren Lernprozess nie vollständig abschließen sollten.



10:00 - 10:30

Das ECHA-Zertifikat - Wegbereiter von Begabungs- und Begabtenförderung in der Sek I des österreichischen Bildungssystems

Ellmauer, Wolfgang

KPH Wien/Krems, Österreich

Vorliegende Studie wurde in den Jahren 2020/21 im Rahmen eines Promotionsprojekts an der Universität Leipzig durchgeführt (Betreuung: Prof. Dr. Heinz-Werner Wollersheim).

Untersucht wird die Wirksamkeit des ECHA-Zertifikats in den Bereichen begabungsfördernde Lehrperson, begabungsfördernder Unterricht sowie begabungsfördernde Schule. Ausgehend von einem dynamischen und multidimensionalen Begabungsbegriffs werden zunächst der Arbeit zugrundeliegende Modelle vorgestellt. Es folgt eine Beschreibung der Sekundarstufe I des österreichischen Bildungssystems. Im Anschluss werden die zentralen Faktoren schulischer Begabungs- und Begabtenförderung, nämlich Lehrperson, Unterricht und Schule, thematisiert. Den Abschluss des theoretischen Teils bilden die Darstellung des aktuellen Forschungsstands zur Wirksamkeit von Lehrer_innen-Fort- und Weiterbildung sowie die Ableitung der Hypothesen.

Im empirischen Teil kommt im Quasiexperiment ein hybrides Forschungsdesign zum Einsatz. Dessen ersten, quantitativen Forschungsteil bildet eine Längsschnittstudie in Form einer Fragebogenuntersuchung (Typ VI nach Rost). Dabei werden die Teilnehmenden der ECHA-Lehrgänge der PH Niederösterreich und der PH Steiermark als Versuchsgruppe sowie die Lehrpersonen einer Schule der Sekundarstufe I als Vergleichsgruppe befragt. Im daran anschließenden qualitativen Forschungsteil erfolgt eine Befragung typischer Repräsentant_innen der quantitativen Untersuchung mittels leitfadengestützter Interviews.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen eine hohe Wirksamkeit der untersuchten Lehrgänge in den Bereichen begabungsfördernde Lehrperson und begabungsfördernder Unterricht. Für den Bereich begabungsfördernde Schule kann hingegen keine Wirksamkeit nachgewiesen werden. Die aus der Studie gewonnen Erkenntnisse sollen in die Hochschulentwicklung im Bereich der Fort- und Weiterbildungsangebote einfließen.



 
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