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Sitzungsübersicht
Sitzung
Sprachlich-literarisches Lernen begabungs- und begabtenförderlich gestalten - Symposium
Zeit:
Samstag, 12.11.2022:
9:00 - 10:30

Chair der Sitzung: Silvia Theiss, PH Salzburg / ÖZBF, Österreich
Ort: Seminarraum CUG.08

CUG.08 streamingfähig 45 TN

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Präsentationen
9:00 - 10:30

Sprachlich-literarisches Lernen begabungs- und begabtenförderlich gestalten

Chair(s): Mayer, Johannes (Goethe-Universität Frankfurt am Main, Deutschland)

Das Symposium beschäftigt sich mit dem fachwissenschaftlich wie fachdidaktisch häufig vernachlässigten Bereich der sprachlichen und literarischen Förderung von leistungsstarken und potenziell besonders leistungsfähigen Schüler:innen. Fragt man hier nach den Voraussetzungen für eine systematische und systemisch wirksame Unterrichtsentwicklung, dann wird schnell klar: Sprachliche und literarische Erfahrungs- und Lernprozesse müssen als solche zunächst einmal erkannt und fachinhaltlich beurteilt werden, damit daraus abgeleitete didaktische Modellierungen angemessen geplant und umgesetzt werden können. Doch noch immer mangelt es an den hierzu nötigen konkreten konzeptionellen Orientierungen und empirischen Evidenzen. Insbesondere gilt dies, wenn neben traditionell segregierenden Maßnahmen auch die binnendifferenzierende Unterstützung möglichst aller Schüler:innen im gemeinsamen Unterricht in den Blick kommt.

Die drei Beiträge des Symposiums legen den Fokus auf das Entdecken und Fördern sprachlicher und literarischer Begabungen und stellen aktuelle Forschungsergebnisse und mögliche Konsequenzen für die schulische Praxis vor, die im Rahmen der Initiative „Leistung macht Schule“ entstanden sind. Gemeinsam mit den Projektschulen wurden Konzepte, Strategien und Maßnahmen entwickelt, mit denen Lehrpersonen ihren Unterricht so ausrichten können, dass sie die sprachlichen und literarischen Potenziale möglichst aller Schüler:innen entdecken und gezielt im Regelunterricht fördern können.

 

Beiträge des Symposiums

 

Schreibanlässe zur Förderung literar-ästhetischer Kompetenzen nutzen

Laudenberg, Beate, Sellinger, Lisa
Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Deutschland

Heranwachsende, die gern kreativ schreiben, können (nicht nur) im Sprach- und Literaturunterricht gezielt gefördert werden, wenn sie ihre Fähigkeiten anhand von Modelltexten ausprobieren und verbessern dürfen. Dem imitativ-variierenden Schreibkonzept folgend, entwickeln, erproben und optimieren wir in Zusammenarbeit mit Projektschulen im Rahmen von Leistung macht Schule Schreibanlässe für den differenzierenden Einsatz im Unterricht oder in Schreibwerkstätten (Laudenberg/Neuweiler 2020).

Neben den Erkenntnissen aus der Analyse von Schülertexten, Bewertungsbögen und Interviews mit Lehrpersonen wird der Vortrag aufzeigen, welche Rolle sowohl reale als auch fiktionale Vorbilder bei der Schreibförderung spielen. Dazu werden Schreibimpulse zu Textauszügen aus der (Kinder- und Jugend-)Literatur vorgestellt, mit denen sich ausgewählte literar-ästhetische Kompetenzen schulen lassen. Über eine adäquate Lernumgebung hinaus sollte eine begabungsförderliche Schulkultur auch Inszenierungsmöglichkeiten (Abraham 2021) anbieten, damit sich die Förderung des literarischen Schreibens in einem wertschätzenden Rahmen entfalten kann.

Literatur:

Abraham, U. (2021): Literarisches Schreiben. Reclam

Laudenberg, B. / Neuweiler, S. (2020): Teilprojekt 15: Förderung des literarischen Schreibens im Regelunterricht der Primar- und Sekundarstufe. In: Weigand, G. u.a. (Hg.): Leistung macht Schule. Beltz, S. 158-166

 

In literarischen Gesprächen Lerngelegenheiten zur Potenzialentfaltung nutzen

Mempel, Caterina
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Deutschland

Wie können sprachlich-ästhetische Gespräche im Literaturunterricht der Primarstufe mit dem Ziel der Entfaltung und Förderung von sprachlichen und literarischen Potenzialen gestaltet werden?

LemaS-GRiP implementiert und optimiert zusammen mit 13 Lehrpersonen in einem zyklischen, iterativen Prozess zwei Gesprächsformate. Die Erkenntnisse werden schrittweise aus einer Verbindung von theoretischem und empirisch-praktischem Vorgehen gewonnen und auf Generalisierbarkeit geprüft. Zentrales Instrument sind Gesprächsanalysen videografierten Unterrichts. Triangulierend einbezogen werden Interviews sowie Protokolle. Mittels komparativer Datenanalysen lassen sich die Beobachtungen verdichten und Lerngelegenheiten in literarischen Gesprächen rekonstruieren.

Der Vortrag zeigt, wie für die Gesprächsformate konstitutive Lerngelegenheiten im weiteren individuellen und kollektiven Lern- und Aneignungsprozess aufgegriffen und für die Förderung aller genutzt werden können. Dabei wird insbesondere die Rolle und Verantwortung der Lehrperson für die Potenzialentfaltung fokussiert.

Literatur

Asbrand, B./Martens, M. (2018). Dokumentarische Unterrichtsforschung. Basiswissen zur Analyse von Unterrichtsprozessen. Springer VS.

Schrittesser, I. (2019). Auf der Suche nach dem Phänomen Begabung: Von der Begabungsförderung zu den fruchtbaren Momenten des Lernens. In I. Schrittesser (Hrsg.), Begabungsförderung revisited: Begabungsförderung als Kinderrecht im Kontext von Diversität. (S. 43–68.). Klinkhardt.

 

Förderung sprachlich-rhetorischer Kommunikation im Unterricht

Winterscheid, Jenny
Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Deutschland

Wenn man Begabungen fördern will, braucht man Rückmeldungen von „Person[en, die] über eine hohe Kompetenz im Fachbereich [verfügen] und im Erteilen förderorientierten Feedback[s]“ (Farkas 2013, 16) versiert sind. Aus diesem Grund setzen wir im LemaS-Teilprojekt 17 auf Schulungen der Lehrpersonen und auf Materialien, mit denen Schüler:innen epistemisches, handlungspraktisches Wissen und Reflexionswissen zu Verbalem, Parasprachlichem und Körpersprachlichem erwerben können (z. B. Spiegel/Winterscheid 2020). Bedarfe wurden anhand videografierter Unterrichtsinteraktionen unserer Projektschulen und Hochbegabtenklassen sowie Interviews mit Lehrpersonen ermittelt. Schulungsmaterialien, Diagnosebögen und Materialien entwickel(te)n wir basierend auf den Erkenntnissen der Gesprächsanalyse, der Unterrichtsforschung und unseren Analysen der Unterrichtsdaten. Alle Materialien werden nach Rückmeldungen aus den Schulen und einer umfassenden Evaluation optimiert.

In dem Vortrag werde ich einen kleinen Einblick in Vorgehen, Arbeitsmaterialien und Erkenntnissen des Teilprojekts geben.

Literatur

Farkas, K. (2013): (Hoch)begabung und Deutschunterricht. Der Versuch, zwei Wissenschaftsgebiete einander näher zu bringen. In: News and Science 2/2013. Österreichisches Zentrum für Begabungs- und Begabtenförderung, 13-18

Spiegel, C./Winterscheid, J. (2020): Teilprojekt 17: Sprachlich-rhetorische Kompetenzen im Deutschunterricht fördern. In: Weigand, G. et al. (Hrsg.): Leistung macht Schule. Beltz, 176-182



 
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