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Sitzungsübersicht
Sitzung
Emotionen und Kompetenzen von Lehramtsstudierenden
Zeit:
Freitag, 11.11.2022:
15:30 - 16:30

Chair der Sitzung: Julia Klug, PH Salzburg / ÖZBF, Österreich
Ort: Hörsaal CUG.19a

CUG.19a 73 TN

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Präsentationen
15:30 - 16:00

Stolz, arrogant oder beschämt? Bedingungsfaktoren von selbstbezogenen Emotionen bei angehenden Lehrkräften in Mathematik

Jenßen, Lars

Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

Emotionen sind fest mit der Identitäts- und Kompetenzentwicklung einer Lehrkraft während der Lehramtsausbildung verknüpft (Timostsuk & Ugaste, 2012). Insbesondere das Fach Mathematik löst bei den meisten angehenden Lehrkräften eine Vielzahl von Emotionen aus (Goldin, 2014). Selbstbezogene Emotionen wie Scham oder Stolz stehen dabei eng im Zusammenhang mit der Repräsentation des eigenen Selbst im Vergleich zu anderen Personen (Lewis, 2003) und werden von Primarstufenlehrkräften als wesentliche Determinanten ihres Kompetenzerlebens in Mathematik konzeptualisiert (Bibby, 2002). Darüber hinaus deuten Studien darauf hin, dass zwischen authentischem und überheblichem Stolz unterschieden werden kann (Tracy & Robins, 2007). Eine Übertragung dieser Annahme auf den Bildungskontext erfolgte bisher jedoch nicht.

Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, welche Faktoren (Selbstkonzept, sozialer Vergleich, Geschlecht) das Erleben von Scham sowie authentischem und überheblichem Stolz bedingen. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden 310 angehende Primarstufenlehrkräfte mittels standardisierter Fragebögen zu ihren selbstgezogenen Emotionen, Selbstkonzepten und sozialen Vergleichen in Mathematik befragt. Die Daten wurden mithilfe von Strukturgleichungsmodellen ausgewertet.

Neben sozialen Vergleichen und Geschlecht zeigte sich das Selbstkonzept als zentraler Bedingungsfaktor im Erleben von Scham sowie authentischem und überheblichem Stolz. Ein Selbstkonzept, dass auf der Repräsentation eigener stabiler Eigenschaften wie Fähigkeit oder Begabung beruht, ging mit dem Erleben von Scham und überheblichem Stolz einher. Hingegen war ein aus ausgeprägtes Anstrengungsselbstkonzept mit dem Erleben von authentischem Stolz assoziiert.

Die Ergebnisse validieren die Annahme von Tracy und Robins (2007) für angehende Primarstufenlehrkräfte im Fach Mathematik. Der Beitrag diskutiert die Notwendigkeit der differentiellen Förderung des Selbstkonzepts in der Lehramtsausbildung.



16:00 - 16:30

Wie schätzen Lehramtsstudierende unterschiedlicher Semester ihre professionellen Kompetenzen ein?

Klug, Julia1; Magnus, Andrea2

1PH Salzburg / ÖZBF, Österreich; 2PH Salzburg, Österreich

Die Kompetenzen, die Studierende im Laufe eines Studienprogramms entwickeln sollen, stehen im Fokus des Professionalisierungsprozesses (Hlawatsch & Raue, 2011; Kelchen, 2015). Kompetenz wird üblicherweise verstanden als die Fähigkeit etwas erfolgreich zu tun basierend auf eigenem Wissen und Fertigkeiten (Bergsmann, Klug, Först, Burger & Spiel, 2017). Es bleibt die Frage, wie kompetenzorientierte Hochschullehre und die Kompetenzen von Studierenden ökonomisch evaluiert werden können (Leutner, Fleischer, Grünkorn & Klieme, 2017).

In unserem Projekt möchten wir die selbst eingeschätzten Kompetenzen von Lehramtsstudierenden im Studienverlauf basierend auf dem Salzburger Kompetenzmodell für die Primarstufe und mittels eines Kompetenz-Screening-Fragebogens (CSQ-HE; Bergsmann, Klug, Först, Burger & Spiel, 2017) längsschnittlich erheben, um einen Einblick in die Kompetenzentwicklung der Studierenden einerseits und die Stärken und Schwächen unseres Studienprogramms andererseits zu bekommen.

Aktuell, solange wir noch auf die längsschnittlichen Daten warten, interessiert uns im querschnittlichen Vergleich dreier Kohorten, wie Lehramtsstudierende unterschiedlicher Semester (1., 5., 9. Semester, N=244) ihre professionellen Kompetenzen einschätzen.

Kruskal-Wallis Tests zeigen erwartungsgemäß, dass die Gesamtwerte der professionellen Kompetenzen höher ausfallen, je höher der Studienfortschritt. In den ersten Semestern steigen sowohl die kognitiven als auch die praktischen Anteile der Kompetenzen, während in den höheren Semestern insbesondere die praktischen Anteile in den Selbsteinschätzungen dazu gewinnen. Die Studierenden erreichen oder übertreffen die zuvor bestimmten intendierten Kompetenzniveaus in den meisten Kompetenzbereichen, in wenigen Bereichen jedoch nicht.

Die Ergebnisse helfen uns die Entwicklung professioneller Kompetenzen im Lehramtsstudium besser nachvollziehen zu können und sie können uns leiten im Qualitätsmanagement in der Lehrer:innenbildung.



 
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