Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.

 
 
Sitzungsübersicht
Sitzung
Förderung in Mathematik
Zeit:
Freitag, 11.11.2022:
13:45 - 15:15

Chair der Sitzung: Johanna Gschaider, PH Salzburg / ÖZBF, Österreich
Ort: Seminarraum AEG.17

AEG.17 24 TN

Zeige Hilfe zu 'Vergrößern oder verkleinern Sie den Text der Zusammenfassung' an
Präsentationen
13:45 - 14:15

Mathematisch interessierte und begabte Kinder fördern lernen

Vietz, Sabine; Huhmann, Tobias

PH Weingarten, Deutschland

Mathematisch interessierte und begabte Kinder fördern lernen ist das Ziel eines an der PH Weingarten neu konzipierten Seminars im Lehramtsstudium. Grundlegend für die Entwicklung von Professionalität sind dynamische, interaktive und iterative Prozesse, in denen (fach)didaktisches Handeln durch konkretes Tun angewendet und reflektiert wird (nach Clarke & Hollingsworth (2002) als zentrale Elemente „enaction“ und „reflection“ benannt). Daher wurden zur Umsetzung eines reflektierten Theorie-Praxis-Transfers aufeinander aufbauende Seminarbausteine zum prozessbezogenen Diagnostizieren und Fördern entwickelt. Die Elemente im Einzelnen: 1) Theoretische Grundlagen – Wissen über allgemeine und mathematikspezifische Begabungsmerkmale, Förderung durch aktiv-entdeckendes Mathematiklernen auf eigenen (Denk-)Wegen mit herausfordernden Guten Aufgaben wie inhaltlich offenen substantiellen Lerngelegenheiten (Käpnick, 2014) 2) Microteaching (Allen & Ryan, 1974) als zentrales Praxis-Element – Das konkrete und kontinuierliche Diagnostizieren und Fördern von bis zu fünf Kindern je Studierendentandem während des Semesters ermöglicht fokussierte und authentische mathematische Lehr-Lernbegleitungserfahrungen. 3) Theoriegeleitete Reflexion – In den folgenden Lehrveranstaltungen werden diese analysiert und reflektiert. Hierdurch soll eine eng aufeinander abgestimmte Verzahnung eines, Theorie reflektierenden und zugleich praxisbasierten Förderhandelns realisiert werden, um professionelle Handlungsroutinen zu entwickeln. Zentrale Fragen zur Evaluation sind: Welche Situationen des Lernangebotes werden überhaupt als Fördersituationen erfasst? Wie nehmen angehende Lehrer:innen ihr Förderhandeln wahr? Wie analysieren, reflektieren und begründen sie dieses? Die erzielten Ergebnisse sollen dazu beitragen, weitere Bedarfe und Bedingungen für gelingendes Förderhandeln in der Klassensituation zu identifizieren. Diese dienen als Grundlage, um die Ausbildung zielgerichtet weiterzuentwickeln.



14:15 - 14:45

Offene Aufgaben als Differenzierungsmöglichkeit im Mathematikunterricht

Müller, Martina

PH Wien, Österreich

Ausgehend vom konstruktivistischen Lernansatz wird Mathematiklernen als selbstgesteuerter Prozess verstanden, in dem nicht mehr die Vermittlung von reinem Sach- und Fachwissen im Vordergrund steht, sondern die Förderung von Kompetenzen, die wiederum zu neuen mathematischen Erfahrungen anregen. Versteht man Begabung dynamisch, kommt Schule die Aufgabe zu, eine leistungsfördernde Umwelt zu schaffen, die den Lernenden die Möglichkeit gibt ihr Potenzial zu erkennen und zu entwickeln. Aus der Praxis der Autorin wird am Beispiel offener Aufgabenstellungen aus der Unterrichtssequenz „Drehkörper“ beschrieben, wie es Lehrenden gelingen kann, entsprechende Lernumgebungen zu schaffen. Die vorgestellten Aufgaben sind geeignet forschendes Lernen anzuregen, das Interesse der Lernenden zu wecken und durch einen leicht verständlichen Einstieg die Schüler*innen zur Beschäftigung zu motivieren. Die gesamte Lerngruppe kann an Fragen zu einem Themenbereich arbeiten und diesen von konkret handelnden (Raum)erfahrungen bis zu anspruchsvollen Prozessen wie dem Systematisieren, Begriffsbilden und Argumentieren aufarbeiten. So können die Lernenden entsprechend ihrer Interessen und ihres Kenntnisstandes verschiedene Abstraktionsniveaus, Zugänge, Lösungswege oder Lösungsstrategien selbst wählen und ihre gewonnenen Erkenntnisse in Präsentationen, aber auch in Phasen von Peer-Teaching anderen Lernenden vorstellen, wodurch exakte Sprache, Fachbegriffe aber auch das Begründen, Erklären und Argumentieren geübt werden. Durch das vorliegende Material aus zwei Klassen, wird der Frage nachgegangen, ob begabte Schüler*innen in der Auswahl der Aufgaben Vorlieben für bestimmte Fragestellungen aufweisen und offene Aufgaben für diese Gruppe von Lernenden in Bezug auf deren Argumentationskompetenz anregend wirken. Das vorgestellte Unterrichtsmaterial eignet sich zum Einsatz in der 8. Schulstufe.



14:45 - 15:15

Mathematik aus der Kiste

Musilek, Monika1; Varelija-Gerber, Andrea2

1Pädagogische Hochschule Wien, Österreich; 2Pädagogische Hochschule Kärnten, Österreich

Mathematische Begabung ist u.a. als Begabung für (produktives) mathematisches Tun zu verstehen. Dabei suchen Lernende eigene Lösungswege, stellen diese dar und präsentieren sie. Ein wichtiger Aspekt betrifft die mathematische Fantasie, die begabte Kinder aufweisen: sie setzen sich spielerisch, offen, ungehemmt mit mathematischen Inhalten auseinander und gehen darin auf, neue, kreative Fragen aufzuwerfen und zur Beantwortung dieser wieder eigene Weg zu beschreiten.

Um mathematische Potenziale und mathematische Fantasie bei Kindern zu fördern, müssen ihnen aber entsprechende Gelegenheiten geboten werden. Für Mathematikunterricht in der Primarstufe wurde daher im Projekt „Mathematik aus der Kiste“ ein Konzept gesucht, das es ermöglicht, anregende Lernumgebung so zu gestalten, dass eine integrative Umsetzung in der Klasse für alle Kinder möglich ist, darüber hinaus begabte Schüler*innen die Chance haben, ihre mathematische Fantasie zu entfalten.

Ausgangspunkt für jede Forscherkiste ist eine substanzielle Aufgabe. Zusätzlich zu Erkundungsaufträgen finden sich darin Materialien, die alle Kinder in ihrem mathematischen Tun unterstützen sollen. Dieser handlungsorientierte Zugang ermöglicht ein Durchdringen des mathematischen Inhalts mit einer Offenheit, die gerade begabten Kindern zum Weiterdenken unter Ausnutzung ihrer mathematischen Fantasie zugutekommt. Um Lehrpersonen beim Einsatz zu unterstützen, wird das Angebot mit Informationen zum mathematischen Inhalt, Vorschlägen zur Umsetzung im Unterricht und Dokumenten aus den Erprobungsphasen ergänzt.

Um Transfer in die Praxis bestmöglich umzusetzen und Ressentiments abzubauen, wurde auch eine Fortbildungsmaßnahme konzipiert. Im Rahmen dieser werden Lehrer*innen mit den entwickelten Kisten vertraut gemacht. Es werden Ideen vorgestellt und erarbeitet, wie der Vielfalt in der Klasse Rechnung getragen werden kann und wie insbesondere konkret zum Inhalt einer Forscherkiste begabungsfördernde Impulse gesetzt werden können.



 
Impressum · Kontaktadresse:
Datenschutzerklärung · Veranstaltung: ÖZBF-Kongress 2022
Conference Software - ConfTool Pro 2.6.145
© 2001–2022 by Dr. H. Weinreich, Hamburg, Germany