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Sitzungsübersicht
Sitzung
Erkennen und Fördern von Leistungspotenzialen in Naturwissenschaften - Symposium
Zeit:
Freitag, 11.11.2022:
13:45 - 15:15

Chair der Sitzung: Silvia Theiss, PH Salzburg / ÖZBF, Österreich
Ort: Seminarraum CUG.08

CUG.08 streamingfähig 45 TN

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Präsentationen
13:45 - 15:15
ID: 171
Symposium
Stichworte: Förderbasierte Diagnostik, Professionalisierung von Lehrpersonen, MINT-Begabungsprädiktoren, MINT-Begabungsindikatoren, Diagnostisches Unterrichtsmaterial, prozessorientierte Diagnostik, Unterrichtsentwicklung, Fördermaterial

Erkennen und Fördern von Leistungspotenzialen in Naturwissenschaften

Chair(s): Gnas, Jessica (Universität Trier)

Ziel des BMBF-geförderten Projektes „Leistung macht Schule“ (LemaS) ist eine „verbesserte Identifikation und Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler“ (LemaS, 2022). Anhand der LemaS-Teilprojekte LUPE und ÜberBlicken werden die in der Zusammenarbeit von Wissenschaft (Psychologie und Fachdidaktik) mit Lehrkräften aus Schulen entstandenen und formativ evaluierten Konzepte und Materialien zum Erkennen und Fördern (potenziell) leistungsstarker Lernender im naturwissenschaftlichen Unterricht vorgestellt.

Aufbauend auf dem Talententwicklungsmodell TAD Framework (Mack et al., 2021; Preckel et al., 2020) werden der zugrundeliegende dynamische und mehrdimensionale Begabungsbegriff sowie konkrete Prädiktoren und Indikatoren für Leistungen im MINT-Bereich vorgestellt (Beitrag 1). Ausgehend von diesen fokussiert Beitrag 2 im LUPE-Projekt entwickelte praxistaugliche diagnostische Unterrichtsmaterialien für die Grundschule, die einen Fokus auf das Erkennen von Leistungspotenzialen legen. Im Beitrag 3 wird aufgezeigt, wie mithilfe begabungsfördernder Aufgaben im ÜberBlicken-Projekt ein Beitrag zur fachbezogenen Unterrichtsentwicklung und zur Leistungsförderung geleistet werden kann. Die Kombination der entstandenen Diagnose- und Fördermaterialien zeigt konkrete fachbezogene Möglichkeiten förderbasierter Diagnostik und diagnosebasierter Förderung auf.

Bibliografie
Krischler, M., Mack, E., Gnas, J., Breit, M., Matthes, J., & Preckel, F. (2021). A research-practice cooperation to support elementary school teachers’ diagnostic competencies based on a working theory of talent development in STEM. Gifted and Talented International, 1–13. https://doi.org/10.1080/15332276.2021.1961329
LemaS (2022): Der Forschungsverbund LemaS. Online verfügbar unter https://www.lemas-forschung.de/forschungsverbund, zuletzt geprüft am 22.02.2022.
Mack, E., Breit, M., Krischler, M., Gnas, J., & Preckel, F. (2021). Talent development in natural science in elementary school: A juxtaposition of research and practice. Teaching and Teacher Education. Advance online publication. https://doi.org/10.1016/j.tate.2021.103366
Preckel, F., Golle, J., Grabner, R., Jarvin, L., Kozbelt, A., Müllensiefen, D., Olszewski-Kubilius, P., Schneider, W., Subotnik, R., Vock, M., & Worrell, F. C. (2020). Talent development in achievement domains: A psychological framework for within- and cross-domain research. Perspectives on Psychological Science, 15(3), 691–722. https://doi.org/10.1177/1745691619895030
Wittmann, E. Ch. (2010): Natürliche Differenzierung im Mathematikunterricht der Grundschule - vom Fach aus. In: Hanke, P., Möwes-Butschko, G., Hein, A. Berntzen, D., Thieltges A. (Hg.): Anspruchsvolles Fördern in der Grundschule. Münster: ZfL Verlag (ZfL-Text, 26), S. 63-78.
Yurkofsky, M. M., Peterson, A. J., Mehta, J. D., Horwitz-Willis, R., & Frumin, K. M. (2020). Research on continuous improvement: Exploring the complexities of managing educational change. Review of Research in Education, 44(1), 403–433. https://doi.org/10.3102/0091732X20907363
 

Beiträge des Symposiums

 

Talententwicklung in Naturwissenschaften in der Grundschulzeit: Prädiktoren und Indikatoren

Gnas, Jessica, Mack, Elena, Matthes, Julia, Preckel, Franzis
Universität Trier

Der Einzelbeitrag legt die Entwicklung von Potenzial und Kompetenz in Naturwissenschaften in der Grundschule anhand des dynamischen und multidimensionalen Talententwicklungsmodells von Preckel et al. (2020) dar. Dazu haben wir Prädiktoren und Indikatoren der naturwissenschaftlichen Talententwicklung gemeinsam mit Grundschullehrpersonen in sogenannten Forschungs-Praxis-Partnerschaften (Yurkofsky et al., 2020) erarbeitet. Zum Beispiel sagt eine hohe Beobachtungsfähigkeit eine positive Entwicklung von Grundschulkindern vorher; Kinder mit dieser Fähigkeit können etwa geduldig und konzentriert sowie mit einem hohen Detailreichtum relevante Aspekte in kurz- oder langfristigen Prozessen beobachten. Indikatoren liefern den Lehrpersonen Hinweise auf diese Prädiktoren, sodass sie im Unterricht erkannt und gefördert werden können. Die unterrichtspraktische Relevanz des Beitrags zeigt sich in der förderbasierten Diagnostik und der diagnosebasierten Förderung von Grundschulkindern durch ihre Lehrpersonen. Materialien zum Erkennen und Fördern von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern werden im BMBF-geförderten Projekt „Leistung macht Schule“ (LemaS) entwickelt und formativ evaluiert. Der Beitrag legt dar, wie die Zusammenarbeit von Forschenden (Wissenschaft) und Praktizierenden (Lehrpersonen) sowie von Forschenden interdisziplinär (Psychologie und Fachdidaktik) gelingen kann.

 

Die Entwicklung von diagnostischen Unterrichtsmaterialien auf Basis eines Talententwicklungsmodells für den MINT-Bereich der Grundschule

Mack, Elena, Gnas, Jessica, Matthes, Julia, Preckel, Franzis
Universität Trier

Im Rahmen des Einzelbeitrags soll demonstriert werden, wie diagnostische Unterrichtsmaterialien auf wissenschaftlicher Grundlage konzipiert und in Kooperation mit der Praxis weiterentwickelt und evaluiert werden können. Aufbauend auf einem Talententwicklungsmodell für den MINT-Bereich werden im LUPE-Projekt praxistaugliche diagnostische Unterrichtsmaterialien für die Grundschule entwickelt. Diese unterstützen Grundschullehrpersonen dabei, in Mathematik und im Sachunterricht der Klassenstufen eins bis vier aktiv und strukturiert nach Leistungspotenzialen bei Schülerinnen und Schülern zu suchen, diese zu finden und angemessen zu fördern. In sogenannten LUPE-Stunden werden hierfür Beobachtungsanlässe für die Lehrperson geschaffen, um einzelne Leistungsprädiktoren bei ihren Schülerinnen und Schülern genauer zu betrachten. Am Beispiel einer LUPE-Stunde zum wissenschaftlichen Denken (Teilbereich Experimentierfertigkeit) wird gezeigt, wie die Eindrucksbildung der Lehrperson dabei unterstützt werden kann. Es wird ein Beobachtungsbogen mit Anhaltspunkten (Indikatoren) und vertiefenden Fragen zum wissenschaftlichen Denken vorgestellt. Anhand von Schülerbeispielen wird außerdem aufgezeigt, worauf bei der systematischen Beobachtung und der Produktbetrachtung besonders zu achten ist. Anschließend werden Möglichkeiten zur Implementation, im Sinne einer prozessorientierten Diagnostik im Schulalltag, diskutiert.

 

Ausgewählte diagnostische Materialien aus dem LUPE-Koffer

Gnas, Jessica, Mack, Elena
Universität Trier

Der LUPE-Koffer enthält verschiedene diagnostische Materialien, die während der ersten vier Grundschuljahre begleitend eingesetzt werden können. Die Materialien unterstützen Lehrpersonen beim Erkennen von Begabungsmerkmalen im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften. Die mit dem Material gewonnenen Informationen sollen zur passenden Förderung eines Kindes beitragen. Sie werden in einem Portfolio gesammelt und dienen damit auch der Dokumentation der Talententwicklung im MINT-Bereich.

Der LUPE-Koffer beinhaltet drei verschiedene Formate des diagnostischen Materials. (1) LUPE-Stunden stellen ganze Unterrichtseinheiten dar, die eine Beobachtung des Schülerverhaltens ermöglichen. Es werden entsprechend Beobachtungsmöglichkeiten geschaffen und spezifische Hinweise für die Lehrpersonen zur Beobachtung einzelner Schülerinnen und Schüler gegeben. (2) LUPE-Fragebögen sind sowohl mit der ganzen Klasse als auch mit einzelnen Schülerinnen und Schülern einsetzbar. Das Material umfasst Fragebögen und Aufgaben sowie Auswertungshinweise. (3) LUPE-Interviews sind im kurzen Gespräch mit einzelnen Schülerinnen und Schülern durchführbar. Sie umfassen materialgestützte, halbstrukturierte Fragen und Auswertungshinweise. Im Rahmen des dritten Beitrags des Symposiums wird zu jedem Format ein Beispielprodukt ausgestellt. Es werden sowohl fachspezifische Materialien für die Bereiche Mathematik und Naturwissenschaften als auch fächerübergreifende Materialien präsentiert.



 
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