Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
MINT
Zeit:
Freitag, 11.11.2022:
10:45 - 12:15

Chair der Sitzung: Sara Hinterplattner, PH Salzburg / ÖZBF, Österreich
Ort: Seminarraum A3.23

A3.23 24 TN

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Präsentationen
10:45 - 11:15

Diagnose und Förderung mathematisch begabte Kinder im Elementar- und Grundschulbereich

Strübbe, Franziska; Berlinger, Nina

Universität Münster

Aus Untersuchungen der Mathematikdidaktik geht hervor, dass mathematische Begabungen bereits

im Vorschulalter vermutet und gefördert werden können. Dabei gilt: Je eher eine Begabung erkannt

wird, desto besser kann sie sich entfalten (Käpnick 2014, Meyer 2015). Gleichzeitig weisen Einzelfallstudien (z. B. Fuchs 2015, Käpnick et al. 2020) nach, dass sich besonders im Übergang Kita-Grundschule

Ausprägungen des mathematikspezifischen Begabungspotenzials stark verändern. Diese Begabungsveränderungen im Übergang sind vor allem auf disharmonische Entwicklungen zurückzuführen, die

aus einer starken Beeinflussung der gesamten kindlichen Persönlichkeitsentwicklung durch instabile

intra- und interpersonale Katalysatoren resultieren (Strübbe et al. 2020). Kinder im Übergang gemäß

ihren individuellen Potenzialen zu fördern, stellt insofern eine große Herausforderung, aber gleichzeitig auch eine enorme Chance im Kitaalltag sowie im Anfangsunterricht dar.

Zudem konnte das räumliche Vorstellungsvermögen mathematisch begabter Kinder als ein typprägendes mathematikspezifisches Begabungsmerkmal identifiziert werden (Berlinger 2015), was bedeutet,

dass unterschiedliche Vorgehensweisen beim Bearbeiten mathematischer Problemstellungen u.a.

auch durch die Ausprägung des räumlichen Vorstellungsvermögens beeinflusst werden. Unter dieser

Perspektive bieten sich offene, substanzielle Problemfelder, deren mathematische Substanz an der

Schnittstelle von Geometrie und Arithmetik angesiedelt ist, zur Diagnose und Förderung mathematischer Begabungen im Grundschulalter an.

Im Vortrag wird auf praxisnahe Möglichkeiten einer Begabungsförderung eingegangen, indem Umsetzungsmöglichkeiten in außerschulischen Enrichmentprojekten und im (inklusiven) Mathematikunterricht aufgezeigt werden. Anhand ausgewählter Fallbeispiele mit authentischen Eigenproduktionen

werden die Potenziale sowie Möglichkeiten und Erfordernisse für die Durchführung in Kita und Grundschule analysiert und diskutiert.



11:15 - 11:45

MINT-Chemie: Diagnose und Förderung potenziell begabter Schüler*innen im Regelunterricht im Fach Chemie

Höner, Kerstin; Nikolaus, Bianka; Semmler, Luzie

TU Braunschweig, Deutschland

Die Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ (LemaS) hat die Diagnose und Förderung potenziell leistungsfähiger Schüler*innen zum Ziel. Im Teilprojekt MINT-Chemie liegt der Fokus auf den experimentellen Problemlösekompetenzen als relevante Bestandteile von Scientific Literacy.

Dem Projekt liegt ein mehrdimensionaler Begabungsbegriff zugrunde, der allgemeine sowie domänenspezifische Leistungspotenziale fokussiert, die neben Fähigkeiten auch Persönlichkeitsmerkmale umfassen. Eine Anpassung des Unterrichts an diese Lernvoraussetzungen der Schüler*innen und die damit verbundene individuelle Förderung ihrer Leistungspotenziale setzt eine angemessene Diagnose voraus. Diese erfordert eine hohe diagnostische Kompetenz von Lehrkräften und ist aufgrund ihrer Komplexität schwierig im Regelunterricht zu realisieren. In MINT-Chemie wird eine umfangreiche Diagnose durch den Einsatz ausgewählter Tests und Fragebögen genutzt, die sich auf Begabungsfaktoren und damit zusammenhängende nicht-kognitive Persönlichkeitsmerkmale sowie Umweltfaktoren beziehen. Dabei werden auch begabungsstützende MINT-spezifische Merkmale beachtet. Zu den erhobenen inhaltlichen Komponenten gehören z. B. die Lesegeschwindigkeit sowie das -verständnis, die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit und kreative Fähigkeiten. Weiterhin werden die Lernmotivation, die Einstellung zum Unterricht, das Selbstkonzept sowie Selbsteinschätzungen der Schüler*innen einbezogen und Zusammenhänge zu den Fähigkeiten untersucht. Die Diagnoseinstrumente werden in Bezug zu den experimentellen Problemlösefähigkeiten der Schüler*innen und durch den regelmäßigen Austausch mit den Lehrkräften evaluiert. Ziel ist es, darauf aufbauend ein Diagnosekonzept sowie entsprechende Lehr/Lernmaterialien zu entwickeln, die den Lehrkräften einerseits die Diagnose der Leistungspotenziale ihrer Schüler*innen im Regelunterricht ermöglicht und andererseits Möglichkeiten zur individuellen Förderung dieser gibt.



11:45 - 12:15

MINT-Begabungsförderung in der Elementarpädagogik: Analyse und Chancen in der Ausbildung

Hinterplattner, Sara1; Leitner, Sandra2

1PH Salzburg / ÖZBF; 2PH Salzburg / ÖZBF

Im MINT-Bereich besteht eine hohe Nachfrage nach qualifizierten und talentierten Fachkräften, die immer weiter zunimmt. Auch das Technologieunternehmen Dynatrace spürt diesen MINT-Fachkräftemangel, besonders bei der Suche nach qualifizierten Frauen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, startete das Unternehmen Initiativen mit dem Ziel, das Interesse für den MINT-Bereich zu wecken und Talente in diesem Bereich zu fördern. Dabei wurden in Zusammenarbeit mit der JKU Linz Forschungskonzepte entwickelt. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass Kinder vor Beginn des Informatikunterrichts nur eine vage Vorstellung von Informatik haben und das Arbeitsfeld hauptsächlich mit der Arbeit am Computer assoziieren. Weitere Forschung zeigt, dass die frühe Beschäftigung mit MINT das Interesse der Kinder wecken, Talente fördern und ihre spätere Berufswahl beeinflussen kann. Um mit dieser Förderung von Talenten im MINT-Bereich möglichst früh zu beginnen, wurde die Ist-Situation in Österreichs Vorschuleinrichtungen und die Ausbildung von Österreichs Elementarpädagog*innen im internationalen Vergleich analysiert. Dazu wurden Kinderbetreuungseinrichtungen besichtigt und Interviews mit Elementarpädagog*innen geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass in der frühkindlichen Bildung eine kreative und offene Lernumgebung für Kinder, besonders für Mädchen, eine Begeisterung für den MINT-Bereiche auslösen und Talente fördern kann. Dafür muss zukünftig während der Ausbildung der Elementarpädagog*innen Fokus auf Umsetzung und Gestaltung der kreativen und offenen Lernumgebung gesetzt werden. Um MINT-Förderangebote in Kindergärten zu implementieren, wurden didaktische Konzepte entwickelt, die sich mit Lernumgebung und passender Ausstattungen auseinandersetzen um einen kreativen und spielerischen Zugang zu ermöglichen und die Umsetzung der MINT-Förderung zu erleichtern. Das Interesse der Kinder im MINT-Bereiche kann so erhöht und die frühe Förderung begabter Kinder ermöglicht werden.



 
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