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Sitzungsübersicht
Sitzung
FLAME: Fremdsprachliche Begabung und Motivation im Englischunterricht der Volksschule erkennen und fördern - Symposium
Zeit:
Freitag, 11.11.2022:
10:45 - 12:15

Chair der Sitzung: Claudia Resch, PH Salzburg / ÖZBF, Österreich
Ort: Seminarraum CUG.08

CUG.08 streamingfähig 45 TN

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Präsentationen
10:45 - 12:15

Fremdsprachliche Begabung und Motivation im Englischunterricht der Volksschule erkennen und fördern

Chair(s): Resch, Claudia (Pädagogische Hochschule Salzburg, Österreichisches Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung)

Wie lassen sich Begabungen im Englischunterricht der Volksschule erkennen und fördern? Eine Möglichkeit, sich dieser Frage zu nähern, bietet das Konstrukt der fremdsprachlichen Begabung (foreign language aptitude, FLA). FLA zeichnet sich durch ein höheres Potenzial eines Individuums aus, Fremdsprachen zu (er-)lernen. Neben Leistungsmotivation gilt FLA seit über 50 Jahren als einer der besten Prädiktoren für Fremdsprachenlernerfolg.

Fremdsprachlich begabte Lerner_innen benötigen sowohl speziellen sprachlichen Input durch begabungsförderndes Lehrmaterial sowie besondere Lernarchitekturen, um ihre Motivation bei der Aufgabenbewältigung aufrecht zu erhalten und ihren Begabungen entsprechende Leistungen zu erbringen.

Im Forschungsprojekt FLAME – Foreign Language Aptitude and Motivation in English at Primary Schools – werden solche begabungsfördernden Materialien entwickelt und deren Einsatz in einem begabungsfördernden Setting (Ressourcenecke) auf ihre motivationssteigernde und motivationserhaltende Wirkung hin beforscht.

Das Symposium gibt einen theoretischen Überblick über Foreign Language Aptitude und Motivation im Kontext des Fremdsprachenunterrichts, stellt die im Forschungsprojekt entwickelten Materialien und Erhebungsinstrumente zum Erkennen und Fördern von Begabungen im Englischunterricht der Volksschule vor und gibt einen Einblick in die ersten Ergebnisse aus der Pilotierung.

 

Beiträge des Symposiums

 

Fremdsprachliche Begabung und Motivation als Prädiktoren von Sprachlernerfolg

Resch, Claudia
Pädagogische Hochschule Salzburg, Österreichisches Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung

Die unterrichtliche Erfahrung zahlreicher Lehrpersonen zeigt, dass manche Schüler_innen einfacher, schneller und besser Fremdsprachen lernen als andere. Diese subjektive Wahrnehmung wird durch das Konzept der fremdsprachlichen Begabung (foreign language aptitude – FLA) auch wissenschaftlich bestätigt. Zahlreiche Studien belegen (vgl. Dörnyei & Skehan, 2003; Schlak, 2008), dass es zwei maßgebliche Faktoren gibt, die Sprachlernerfolg vorhersagen: Motivation und FLA. Bei diesen sogenannten big-two-Faktoren (Ellis, 2008) wurden Korrelationen mit dem Sprachlernen gefunden, die zwischen .20 und .60 liegen. Gemeinsam erklären die beiden Faktoren über 50 % der Varianz des Sprachlernerfolgs (Dörnyei & Skehan, 2003). Wie lassen sich diese Erkenntnisse nun für den Fremdsprachenunterricht nutzen?

Der erste Vortrag des Symposiums wird einen Einblick in die beiden Konstrukte Foreign Language Aptitude sowie Motivation beim Fremdsprachenerwerb geben und davon abgeleitet die Forschungsfragen präsentieren, die zur Entwicklung des Forschungsprojekts FLAME – Foreign Language Aptitude and Motivation in English at Primary Schools – führten.

 

Kriterien und Auswahl begabungsfördernder Lernaufgaben im (fremd)sprachlichen Bereich

Müller, Martina
Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz

Spätestens seit dem Grundsatzerlass zur Begabungs- und Begabtenförderung (BMBWF, 2009) wird ein entsprechendes schulisches Angebot an begabungsfördernden Lernsettings vorausgesetzt.

Im zweiten Beitrag sollen daher einleitend verschiedene Lernsettings vorgestellt werden, die sich besonders für die Förderung (fremd-)sprachlicher Begabungen eignen. Unabhängig vom Lernsetting definieren aber Aufgaben die Grundstruktur potenzieller Lerngelegenheiten (Jordan et al., 2006). Basierend auf den Kriterien „guter“ Aufgaben (Thonhauser, 2016) wurden für das laufende Forschungsprojekt entsprechende Materialien für den Einsatz im Rahmen einer Lerninsel vorausgewählt und anschließend einem qualitativen Rating durch mehrere Personen unterzogen. Kriterien für die Bewertung waren u.a. Autonomie, Offenheit, Selbstwirksamkeit, Training der Fertigkeiten und Anspruchsniveau der Aufgaben (Bloom, 1973). Die finale Auswahl der Materialien für den Einsatz im Projekt stützt sich auf die Ergebnisse der Interrater-Reliability und berücksichtigt auch ein möglichst vielfältiges Angebot an unterschiedlichen Aufgabenformaten.

Die zugrundeliegenden Kriterien für die Auswahl werden im Beitrag nachgezeichnet und einige Materialien der Ressourcenecke exemplarisch vorgestellt.

 

Fremdsprachliche Begabung und Motivation im Primarbereich – Datenerhebung und Analyse

Wagner, Thomas
Pädagogische Hochschule Oberösterreich

Im dritten Beitrag wird kritisch reflektiert, wie man den potenziell motivationssteigernden Effekt begabungsfördernder Materialien im fremdsprachlichen Bereich sichtbar machen kann. Zur Diskussion steht ein gemischtes mehrfaktorielles Aptitude-Treatment-Interaction-Design, in dem gemessen werden soll, inwiefern begabte Fremdsprachenlerner_innen von begabungsfördernden Materialien tatsächlich profitieren. Dazu werden Volksschüler_innen zunächst auf ihre fremdsprachliche Begabung hin getestet und dann pseudo-randomisiert in 2 Experimental- und Vergleichsgruppen eingeteilt. Nachdem beide Gruppen beim Regel- und begabungsfördernden Unterricht videographiert werden, wird ihre Motivation quantitativ und qualitativ erhoben. Alle Datentypen werden danach trianguliert und analysiert.

Für die Messung von fremdsprachlicher Begabung wurde die Begabungstestbatterie LLAMA (Meara & Rogers, 2019) adaptiert. Für die Motivationsmessung wurde die deutschsprachige Version der SRQ-A Skala (Deci & Ryan, 2002; Müller, Hanfstingl, & Andreitz, 2007) herangezogen, da diese Skala typische motivationale Aspekte aus dem Bereich der Begabungs- und Begabtenforschung abbildet.

Zwischen Oktober 2021 und Mai 2022 wurde dieses Design an 78 Volksschüler_innen pilotiert. Im vorliegenden Beitrag werden kritische Aspekte der Messanordnung, praktische Probleme bei der Datenerhebung sowie Möglichkeiten und Grenzen der Datenanalyse diskutiert. Abschließend werden erste Ergebnisse präsentiert.



 
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