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Sitzungsübersicht
Sitzung
Praxisnahe Einblicke in aktuelle mathematikdidaktische Fragen der Begabungsforschung und -förderung - Symposium
Zeit:
Freitag, 11.11.2022:
10:45 - 12:15

Chair der Sitzung: Silvia Theiss, PH Salzburg / ÖZBF, Österreich
Ort: Hörsaal CUG.19b

CUG.19b 73 TN

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Präsentationen
10:45 - 12:15

Praxisnahe Einblicke in aktuelle mathematikdidaktische Fragen der Begabungsforschung und -förderung

Chair(s): Witte, Alena (WWU Münster, Deutschland), Girard, Philipp (WWU Münster, Deutschland)

Die spezifischen Bedarfe mathematisch begabter Schülerinnen und Schüler zu erkennen und sie gemäß ihren individuellen Potenzialen zu fördern, betrifft verschiedene Akteurinnen und Akteure. Das Symposium gibt ausgewählte Einblicke in aktuelle Forschungsfragen mathematikdidaktischer Begabungsforschung hinsichtlich der Begabungsentwicklungen von Schülerinnen und Schülern der Primarstufe und Sekundarstufe I. Die Vorträge nehmen Bezug auf individuelle Begabungsausprägungen sowie Möglichkeiten des Erkennens und Förderns mathematischer Potenziale. Sie beinhalten konkrete Beispiele, authentische Eigenproduktionen von Kindern sowie Einzelfallstudien von Lehrpersonen, die exemplarische, realitätsnahe Einblicke gewähren und die Themen der Vorträge stützen.

 

Beiträge des Symposiums

 

Welche professionellen Kompetenzen haben Lehrpersonen bezüglich der Diagnostik von mathematisch begabten Kindern im Grundschulübergang?

Girard, Philipp
WWU Münster, Deutschland

„In diesem Schuljahr habe ich höchstens drei Aufgaben bekommen, die wirklich spannend waren. Der Rest war eigentlich langweilig.“ resümiert Marie, 5. Klasse. Bezüglich (mathematisch) begabter Kinder belegen viele Fallstudien, dass der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule problematisch sein kann. Die von Marie geäußerte Unterforderung im Mathematikunterricht belegt exemplarisch, dass auf die spezifischen Bedürfnisse von mathematisch begabten Kindern nicht zufriedenstellend eingegangen wird. Dies lässt die Vermutung zu, dass Lehrpersonen die Potenziale dieser Kinder nicht erkennen und demgemäß nicht auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Schülergruppe eingehen.

Ein Ziel des auf dem Promotionsvorhaben beruhenden Vortrags besteht in der wissenschaftlich begründeten Kennzeichnung des Ist-Zustandes hinsichtlich der professionellen Kompetenzen von Lehrpersonen aus weiterführenden Schulen bzgl. der Diagnose von mathematisch begabten Kindern im Grundschulübergang. Die empirischen Untersuchungen dieser Arbeit wurden mit einer Triangulation aus quantitativer und qualitativer Methodik durchgeführt. Im Rahmen des qualitativen Untersuchungsstrangs wurden 14 Interviews mit Lehrpersonen geführt, die mit der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018) ausgewertet und anschließend in komplexen Einzelfallstudien aufbereitet wurden. Im Vortrag werden ausgewählte Ergebnisse aus dem qualitativen Untersuchungsstrang vorgestellt und diskutiert.

 

Verschiedene Ausprägungen selbstregulativer Kompetenzen bei mathematisch begabten Grundschulkindern

Witte, Alena
WWU Münster, Deutschland

Selbstregulative Aspekte werden gegenwärtig immer häufiger „als wirkungsmächtige Erklärungsfaktoren für den Lernprozess und die Leistungsentwicklung von begabten Schüler[Innen]“ (Fischer et al. 2021, S. 402) herangezogen. Dementsprechend erscheint es sinnvoll zu untersuchen, welche Bedeutung selbstregulative Kompetenzen für das Bearbeiten anspruchsvoller Problemaufgaben bei mathematisch potenziell begabten Grundschulkindern hat.

In dem im Beitrag vorgestellten Promotionsvorhaben werden die selbstregulativen Kompetenzen der Zielfokussierung mathematisch potenziell begabter Kinder beim Problemlösen untersucht. Ein Hauptziel der empirischen Untersuchungen ist es, zu ergründen, inwieweit sich die Kinder Ziele beim Problemlösen setzen, diese umsetzen und dabei den Problembearbeitungsprozess beobachten, evaluieren, reflektieren und anpassen.

Hierzu wurden klinische Interviews mit 56 mathematisch potenziell begabten Kindern geführt und ihre Aussagen während mathematischer Problembearbeitungsprozesse gemäß des lauten Denkens aufgezeichnet. Die Auswertung erfolgte mittels der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2018). Der Vortrag gibt Einblicke in die Ergebnisse des Promotionsvorhabens, die darauf hinweisen, dass die selbstregulativen Kompetenzen bei mathematisch potenziell begabten Kindern verschieden ausgeprägt sein können.

 

Mathematikästhetische Begabungsförderung in der ersten und zweiten Klasse

Kaiser, Julia
WWU Münster, Deutschland

Das inhaltlich schwer zu identifizierende und operationalisierende mathematikspezifische Begabungsmerkmal ‚mathematische Sensibilität‘ kennzeichnet sich nach Käpnick (2008) durch Intuition bzw. ein ausgeprägtes Gefühl für geometrische Muster, Formen und Zahlen, eine Begeisterung und Faszination für mathematische Sachverhalte sowie einen Sinn für mathematische Ästhetik. Es wurde u. a. in zahlreichen Fallstudien bei mathematisch begabten Kindern erfasst und ist für eine individuelle Begabungsentwicklung bedeutsam, da viele mathematisch begabte und interessierte Kinder bereits im Vors- und Grundschulalter einen ästhetischen Zugang zur Mathematik haben. Zudem ist in diesem Alter kindliches Lernen ohne Bezüge zu ästhetischen Erfahrungen nicht verstehbar (Duncker 2010). Demgemäß bedarf das Konstrukt ‚mathematische Ästhetik‘ in Bezug auf mathematische Begabungen weiteren Untersuchungen und wird im Rahmen eines Promotionsvorhabens aktuell erforscht.

Ein ‚offener Blick für Ästhetik‘ sowie eine Implementierung mathematikästhetischer Begabungsförderung bietet eine Möglichkeit, (allen und nicht nur begabten) Kindern vielfältige ästhetische Erfahrungen zu ermöglichen und sie gemäß ihren individuellen Potenzialen zu fördern. Der Vortrag nimmt mit konkreten Beispielen und authentischen Eigenproduktionen von mathematisch begabten und interessierten Kindern der ersten und zweiten Klasse Bezug auf Gestaltungsmöglichkeiten einer mathematikästhetischen Begabungsförderung.



 
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