Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
Sprachbegabung
Zeit:
Samstag, 12.11.2022:
9:00 - 10:30

Chair der Sitzung: Julia Schwaiger, PH Salzburg / ÖZBF, Österreich
Ort: Seminarraum AEG.17

AEG.17 24 TN

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Präsentationen
9:00 - 9:30

Und was mache ich jetzt? Das Kind kann ja schon lesen! – Angemessene Förderung von Hochbegabten am Beginn des Schriftspracherwerbs

Festman, Julia; Oberschmid, Birgit

PH Tirol, Österreich

Kinder mit Hochbegabung haben oft bereits eigenständig, selbstinitiiert und frühzeitig, d.h. lange vor der Einschulung, den schriftsprachlichen Code geknackt und können zum Beispiel bereits lesen.

Lehrpersonen sind dafür ausgebildet, den Erstklässler*innen Lesen und Schreiben beizubringen und sind kaum auf die spezifischen Lernbedürfnisse hochbegabter Kinder im Schriftspracherwerb vorbereitet. Meist lernen die Hochbegabten alles noch einmal mit der ganzen Klasse, ihr generell höheres Lerntempo und Vorwissen findet wenig Beachtung bzw. wird unterbunden, eine angemessene Förderung findet selten statt (Preckel & Vock, 2021). So stellt sich kurz nach der Einschulung Frustration aufgrund von Unterforderung ein - die geforderten Kompetenzen werden schon beherrscht, andere werden sehr schnell erworben; der Schulbesuch verliert schnell seinen Reiz (Gronostaj et al., 2016).

Daher stellen sich folgende Fragen: Welche Möglichkeiten gibt es, auf früh erworbenes Lesen zu reagieren? Wie könnte ein hochbegabtes Kind im regulären Anfangsunterricht angemessen gefördert werden, um Motivationsverlust und Leistungsabfall vorzubeugen?

Eine webbasierte Umfrage mit Tiroler Volksschullehrpersonen zeigt deren Handlungstendenzen im Umgang mit Hochbegabten im Anfangsunterricht auf. Im Vortrag sollen darüber hinaus konkrete Konzepte für die Lehrer*innenbildung vorgestellt werden, wie Hochbegabte – spezifisch im Bereich des Anfangsunterrichts – durch Phasen des vertikalen und horizontalen Enrichments sowie innerer und natürlicher Differenzierung sinnvoll in den regulären Unterricht mit Altersgleichen eingebunden und ihren Lernbedürfnissen und der Entwicklung ihres Selbstkonzepts entsprechend gefördert werden können. Eine Balance zwischen gemeinsamem, individuellem und sozialem Lernen sollte angestrebt werden. Es sollen Handlungsperspektiven aufgezeigt werden, um als Lehrperson angemessen auf die Leistungsdisparität reagieren zu können und um den Dialog mit den Lernenden zu suchen.



9:30 - 10:00

Sprachliche Kreativität: Diagnose und Förderung

Farkas, Katarina

Pädagogische Hochschule Zug, Schweiz

Ein Merkmal sprachlicher Begabung ist die Kreativität, wie in vielen Begabungsmodellen. Im Zentrum dieses Vortrags steht die Frage, was sprachliche Kreativität ist, wie sich sprachliche Kreativität diagnostizieren lässt und welche Maßnahmen sich zur Förderung in integrativen Settings umsetzen lassen.

Zu Kreativität, auch im Kontext von Begabungsförderung, forscht die Psychologie. Mit der Kompetenzerweiterung im Bereich Textqualität bei Produkten von Lernenden beschäftigt sich die Deutschdidaktik. Die Forschungsfrage, auf die im Vortrag eingegangen wird lautet: Wo treffen sich Begabungsforschung, insbesondere zu Kreativität, und Deutsch- bzw. Schreibdidaktik, wenn es um Diagnose und Förderung von sprachlicher Kreativität geht?

Der Vortrag widmet sich diesen Themen mittels Einblick in unterschiedliche Theorien. Ein Modell zur Unterstützung sprachlich kreativer Prozesse wird vorgestellt. An praktischen Beispielen werden die Chancen und Herausforderungen im Deutschunterricht von Schuleingangsstufe bis zur Matura erläutert.

Im Rahmen des Referats gibt es Raum für Diskussion und Fragen.

Literatur

Baurmann, J. (2002). Schreiben, Überarbeiten, Beurteilen. Ein Arbeitsbuch zur Schreibdidaktik. Seelze. Kallmeyer Klett.

Farkas, K.(2020). Kreativität und Deutschunterricht: Was fördern, wie fördern, wozu fördern? In: C. Fischer, C. Fischer-Ontrup, F. Käpnick, N. Neuber, C. Solzbacher & P. Zwitserlood (Hrsg.): Begabungsförderung, Leistungsentwicklung, Bildungsgerechtigkeit – für alle! Beiträge aus der Begabungsförderung. Band 10. Münster: Waxmann. S. 143-154.

Fix, M. (2006). Texte schreiben. Schreibprozesse im Deutschunterricht. Paderborn: UTB.

Holling, H. Preckel, F. & Vock, M. (2004). Intelligenzdiagnostik. Kompendien Psychologischer Diagnostik Bd.6. Göttingen: Hogrefe.

Preckel, F. & Vock, M. (2021, 2. überarb. Aufl.). Hochbegabung: Ein Lehrbuch zu Grundlagen, Diagnostik und Fördermöglichkeiten. Göttingen: Hogrefe.



10:00 - 10:30

Kategorienbasierte Potenzialerkennung und –förderung in komplexen Aufgabensettings

Schäfer, Jan Simon

Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland

Leistungspotenziale von Schülerinnen und Schülern können je nach Unterrichtsfach unterschiedlicher Natur sowie verschieden ausgeprägt und dem Abruf und der Förderung zugänglich sein. Gleichzeitig sollte in einem begabungsförderlichen Fachunterricht stets auch die Relevanz fachübergreifender Faktoren berücksichtigt werden, die dort im Hinblick auf den jeweiligen Unterrichtsgegenstand herausgefordert sind und in den Arbeitsprozessen und –produkten zum Tragen kommen. In diesem Vortrag soll daher aufgezeigt werden, wie sich Begabungen im Englischunterricht unter Einsatz komplexer Aufgabensettings (weiter-)entwickeln können, wie sich Merkmale, die sich als besonders relevant erweisen, systematisieren lassen, und wie diese durch Lehrpersonen für die Potenzialerkennung und –förderung genutzt werden können. Dazu wird ein Kategoriensystem vorgestellt, das die lehrkraftseitige Einschätzung der Potenziale von Schülerinnen und Schülern im aufgabenorientierten Unterricht unterstützen soll. Dieses Instrument, das sich zurzeit noch in der Entwicklung und Erprobung befindet und dabei gemeinsam mit den am „Leistung macht Schule“-Teilprojekt beteiligten Lehrerinnen und Lehrern reflektiert wird, stellt Referenzkategorien für die Begabungsförderung bereit, die für die Diagnose und Evaluation in der Arbeit mit komplexen Aufgaben hilfreich und in der Unterrichtspraxis handhabbar sein sollen. Nach einer Darstellung des Entwicklungskontextes mit dem Fokus auf die Charakteristika komplexer Aufgaben und das zugrundeliegende Verständnis fremdsprachlicher Begabungsförderung wird erläutert, wie das Instrument in der lerngruppen-adaptiven und individualisierenden Aufgabenentwicklung eingesetzt und evaluativ an die Arbeitsprozesse und –produkte angelegt werden kann. Dabei soll herausgestellt werden, welchen Mehrwert ein solches Vorgehen für die Potenzialerkennung und –förderung im Fremdsprachenunterricht und im Fachunterricht allgemein bieten kann.



 
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