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Sitzungsübersicht
Sitzung
Unterschiedliche Zugänge – gemeinsame Ziele: Mentoringprogramme zur individuellen Unterstützung von Schülerinnen und Schülern - Symposium
Zeit:
Freitag, 11.11.2022:
13:45 - 15:15

Chair der Sitzung: Sandra Leitner, PH Salzburg ÖZBF, Österreich
Ort: Hörsaal CUG.18 Stefan Zweig

CUG.18 240 TN

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Präsentationen
13:45 - 15:15

Unterschiedliche Zugänge – gemeinsame Ziele: Mentoringprogramme zur individuellen Unterstützung von Schülerinnen und Schülern

Chair(s): Tulis, Maria (Universität Salzburg, Österreich)

Mentoring ist seit einigen Jahren eine beliebte Fördermaßnahme, die speziell für die außerschulische Unterstützung von Schüler/innen eingesetzt wird. Dabei können verschiedene Zielsetzungen (z.B. Bildungsgerechtigkeit, pers. Empowerment, Lernförderung) verfolgt und spezifische Zielgruppen (z.B. sozial benachteiligte Kinder, best. Geschlecht) adressiert werden. Talentierte, aber sozial benachteiligte Kinder sind an Österreichs Hochschulen nach wie vor unterrepräsentiert, ebenso Mädchen in den zukunftsträchtigen MINT-Fächern. Im Symposium werden drei Mentoringprogramme vorgestellt, die unterschiedlich die Entwicklungschancen von Jugendlichen verbessern. Gemeinsam beleuchten wir, inwieweit akademische Rollenmodelle und deren individuelle Begleitung von Schüler/innen dazu beitragen können, deren Potentiale auszuschöpfen.

Der erste Vortrag verbindet Schüler/innen-Mentoring mit dem Kompetenzerwerb angehender Pädagog/innen in der universitären Ausbildung. Psychologische Techniken und Theorien werden in der praktischen Umsetzung von bedürfnisorientierter, individueller Förderung erlernt und reflektiert.

Der zweite Vortrag fokussiert Schüler/innen mit Migrationshintergrund und aus sozial benachteiligten Familien, die von studentischen „Lernbuddies“ individuell begleitet werden.

Im dritten Vortrag wird eine Maßnahme zur Förderung von Mädchen vorgestellt, in der MINT-Akademikerinnen im Rahmen von Online-Mentorings und wöchentlich stattfindende MINT-AGs die Schülerinnen unterstützt.

 

Beiträge des Symposiums

 

Mentoring als Sprungbrett: Angewandte Kompetenzvertiefung durch soziale Interaktionen im Rahmen der Lehrer/innenausbildung

Mackinger, Barbara1, Tulis, Maria1, Leen-Thomele, Eline1, Rogl, Silke2, Klug, Julia2
1Universität Salzburg, Österreich, 2PH Salzburg / ÖZBF, Österreich

Jede/r Schüler/in ist einzigartig hinsichtlich Bedürfnisse und Stärken. Um diese adäquat zu fördern, brauchen angehende Lehrkräfte Lerngelegenheiten zum Aufbau entsprechender Kompetenzen. In dem, in der Lehrer/innenausbildung an der Universität Salzburg als anrechenbares Wahlmodul integrierten, Mentoring-Programm „Sprungbrett“ erwerben Studierende praktische Erfahrungen, psychologisches Wissen und Kompetenzen, indem sie ein Schuljahr lang als Mentor/in die Identitätsentwicklung und Potenzialentfaltung ihres Mentees unterstützen. Dazu werden chancenbenachteiligte und talentierte Kinder gezielt ausgewählt und einem/einer passenden Mentor/in zugewiesen. Neben begleitenden Lehrveranstaltungen unterstützt regelmäßige Supervision die professionelle Haltung der Lehramtsstudierenden. Diese können mit der Theorie-Praxis Verzahnung eine wertvolle Zusatzqualifikation bei gleichzeitiger Anerkennung im studiumsbegleitenden Praktikum erwerben.

Die wissenschaftliche Evaluation umfasst sowohl qualitative (Vignetten) als auch quantitative Messinstrumente (Fragebögen, Wissenstests, Kompetenzscreening) mit dem Ziel, die aufgebauten Kompetenzen und die Haltung der angehenden Lehrpersonen zu erheben. Logbücher zur Analyse der Mentoringtreffen (Zeitreihenanalysen) ergänzen das mixed-methods Design. Neben der Vorstellung des Projekts werden Ergebnisse der ersten Erhebung präsentiert, die Aussagen zu den Bedürfnissen und zum Verständnis von Mentoring der angehenden Lehrkräfte zulassen.

 

Lernen macht Schule: Studierende und sozial benachteiligte Kinder lernen von- und miteinander

Eisl, Angelika1, Rumpl, Elisabeth1, Antonijevic, Suzana2, Bahtic-Kunrat, Birgit1
1IFZ, internationales Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen, Salzburg, Österreich, 2Caritas Salzburg, Österreich

Das Projekt „Lernen macht Schule“ wurde 2014 vom ifz in Kooperation mit der Caritas gestartet und tritt gegen die Tatsache an, dass Armut und soziale Ausgrenzung im Elternhaus die Chancen auf Bildung massiv einschränken. Im regelmäßigen Kontakt mit Studierenden erhalten junge Menschen neue Zugänge zu Bildung und Kultur – auch die positive Identitätsentwicklung der Kinder wird dadurch gefördert.

Studierende der Universität Salzburg betreuen einmal pro Woche Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. Für den Zeitraum eines Semesters oder Studienjahres – in vielen Fällen auch darüber hinaus – treffen sich Studierende und Kinder, um für die Schule zu lernen und gemeinsam ihre Freizeit zu gestalten. Ziel dabei ist es, Lernen und Integration durch den Austausch zwischen Studierenden und jungen Menschen aus sozial benachteiligten Familien zu fördern.

Das Besondere an Lernen macht Schule ist, dass durch die 1:1 Betreuung der Aufbau einer Beziehung in den Fokus gestellt wird. Durch diese Form der Unterstützung übernehmen die Mentor/innen eine wichtige Rolle als Bezugspersonen. Somit ist es möglich, bedarfsorientiert auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen und sie individuell, sowie an ihren Wünschen und Potenzialen orientiert zu fördern.

Dazu braucht es eine intensive Vorbereitung und Begleitung der Studierenden als auch eine entsprechende Gestaltung des Settings für die Lernbuddy-Tätigkeit.

 

Förderung von Schülerinnen in MINT: Ein kombiniertes Programm aus Online-Mentoring und schulischer Maßnahme

Stöger, Heidrun1, Emmerdinger, Kathrin Johanna1, Bayer, Sonja1, Ziegler, Albert2
1Universität Regensburg, Deutschland, 2Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Frauen sind in vielen MINT-Fächern und -Berufen unterrepräsentiert. Eine vielversprechende Intervention ist Online-Mentoring. Im Online-Mentoring-Programm „CyberMentor“ werden Schülerinnen der Sekundarstufe (Mentees) von MINT-Akademikerinnen (Mentorinnen) über eine geschützte Online-Plattform begleitet. Mentees zeigen positive Entwicklungsverläufe u.a. hinsichtlich ihrer MINT-Aktivitäten und MINT-Wahlabsichten (z.B. Stoeger et al., 2013). Gleichzeitig bleiben negative Einflüsse im unmittelbaren Umfeld oft bestehen (z.B. negative Peer-Einstellungen zu MINT). Um diesen zu begegnen, bieten wir an 29 Schulen eine Kombination des Online-Mentorings mit einer Maßnahme im schulischen Umfeld an. Die Mentees nehmen an wöchentlichen MINT-AGs teil, die von MINT-Lehrkräften geleitet werden und deren Ablauf sich am Online-Mentoring-Jahr orientiert. Zusätzlich stehen die MINT-Lehrkräfte in regelmäßigem Kontakt mit den Online-Mentorinnen. Im Rahmen der wissenschaftlichen Evaluation vergleichen wir die Entwicklungsverläufe der Teilnehmerinnen mit (a) Mädchen, die ausschließlich am Online-Mentoring teilnehmen, (b) Mädchen, die weder am Mentoring noch an den MINT-AGs teilnehmen, und (c) Jungen. Neben der Vorstellung des Projekts werden erste Ergebnisse präsentiert, die darauf deuten, dass das kombinierte Programm eine weniger vorselektierte Teilnehmerinnengruppe erreicht und schulische Programmvariablen (z.B. MINT-Wertschätzung der AG-Peers) moderierend auf die Entwicklungsverläufe wirken.



 
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