Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Session 2a: Einzelbeiträge: Fortbildung/ Erwachsenenbildung
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Blended Learning im Kontext der Glokalisierung: Empirische Befunde zum Transfererfolg von Fortbildungen im Blended-Learning-Format Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz, Österreich Während Blended Learning als didaktisches Konzept seit längerem etabliert ist, eröffnen aktuelle technologische Entwicklungen die Möglichkeit, diesen Ansatz neu zu denken. Das Konzept bezeichnet Lernarrangements, die Präsenzlernen und Online-Lernen in einem Bildungskontext kombinieren (Hrastinski, 2019) In diesem Sinne und im Hinblick auf globale technologische Entwicklungen können beim Blended Learning global verfügbare, digitale Lernressourcen systematisch mit lokal verankerten Präsenz- und Transferphasen kombiniert werden. Diese Kombination ist im Hinblick auf die Anwendung der Fortbildungsinhalte im Praxisfeld von Bedeutung. Fortbildungsmaßnahmen, die sich über einen längeren Zeitraum ziehen und Anwendungsmöglichkeiten in der beruflichen Praxis, mit späteren Reflexionsmöglichkeiten, bieten sind transferwirksamer. (Gessler, 2012; Kauffeld et al., 2008) Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen einer Dissertation untersucht, inwiefern sich unterschiedliche Fortbildungsformate (Präsenz, Online und Blended Learning) hinsichtlich des wahrgenommenen Transfererfolgs, der Prozessqualität und der Transfermotivation unterscheiden. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden quantitative Daten einer Online-Befragung von Lehrer*innen (N = 1.081) herangezogen. Die Erfahrungen der Teilnehmenden wurden dabei aufgrund ihres zuletzt absolvierten Fortbildungsformates in Gruppenvergleichen (Varianzanalysen, und Post-hoc-Analysen) analysiert. Dabei zeigen die Ergebnisse einen signifikanten Gesamteffekt des Fortbildungsformats auf den wahrgenommenen Transfererfolg (F(3,1077) = 7.81, p < .001, ηp2 = .044). Blended-Learning-Formate weisen dabei die höchsten Mittelwerte (M = 3,01) auf. Post-hoc-Analysen zeigen, dass der Unterschied zwischen Blended-Learning- und Online-Formaten statistisch signifikant ist. Teilnehmende, die Fortbildungen im Blended-Learning-Format absolviert haben, nahmen einen höheren Transfer ins Praxisfeld wahr als Personen, die reine Online-Formate absolviert haben. Für die Prozessqualität der Fortbildungen und die Transfermotivation durch die Teilnehmenden zeigen sich vergleichbare Muster. Diese Ergebnisse sollten vor allem unter dem Aspekt, dass reine Online-Fortbildungen immer populärer werden, zu einem entsprechenden Diskurs anregen. Coursera, ein global agierendes Unternehmen, das videobasierte Online-Fortbildungen anbietet, berichtet beispielsweise nicht nur ein starkes Wachstum der registrierten Lernenden, sondern verweist zugleich auf den Ausbau seines Enterprise-Geschäfts mit Unternehmens-, Hochschul- und Government-Kund:innen im Bereich Workforce- und Skills-Training (Coursera, 2025). Eine ähnliche Entwicklung präsentiert Udemy, ein weiteres Unternehmen aus diesem Segment, das explizit auf berufliche Weiterbildung ausgerichtet ist. Udemy bestätigt ein entsprechendes Wachstum sowohl im Consumer-Bereich als auch im Unternehmenssegment (Udemy 2025). Der Erfolg dieser globalen Weiterbildungsplattformen ist durch kostengünstige, neuartige und schnell verfügbare Inhalte begründet. Zusammenfassend zeigt sich, dass im Hinblick auf wachsende, global verfügbare, digitale Lernangebote die Rahmenbedingungen beachtet werden müssen und diese Angebote mit lokal verankerten Interaktions- und Transferphasen verbunden werden sollen. Blended-Learning-Arrangements ermöglichen es kostengünstige Online-Inputs aus globalen Kontexten gezielt einzusetzen und mit lokal bzw. regional organisierten Präsenzphasen zu kombinieren. Digitale Fortbildungsformate als Antwort auf glokale Herausforderungen der Erwachsenenbildung KPH Wien/Niederösterreich, Österreich Digitale Lehrformate sind fester Bestandteil der Lehrer:innenfortbildung. An der KPH Wien/Niederösterreich hat die digitale Gestaltung von Fortbildungsveranstaltungen einen hohen Stellenwert. Die fortschreitende Digitalisierung bringt Chancen und Herausforderungen mit sich, für die gezielte Unterstützungsmaßnahmen für Lehrkräfte erforderlich sind. In Fortbildungen zum Lehren und Lernen in einer Kultur der Digitalität können Lehrkräfte ihr Wissen über digitale Fortbildungsformate erwerben, vertiefen und sich kollegial austauschen. Dies leistet einen wertvollen Beitrag zur Erreichung des SDG 4 „Hochwertige Bildung für alle”, da durch diese Formate Zugangsbarrieren für die Teilnehmenden abgebaut werden können. So kann Ungleichheitsdynamiken im Sinne des lebenslangen Lernens im Kontext der Glokalisierung entgegengewirkt werden. Kontextsensible Formate, abgestimmt auf regionale Bedürfnisse, ausgerichtet auf die Zielgruppen der Fortbildung können hier eine folgewirksame Maßnahme der Lehrer:innenfortbildung darstellen. Im Kontext der Erwachsenenbildung verweist Glokalisierung auf die lokale Ausgestaltung globaler Digitalisierungsprozesse, um Zugänglichkeit, Teilhabe und Bildungsqualität im Kontext der Lehrendenprofessionalisierung in verschiedenen Formaten zu fördern. Aus diesen Gründen betrachtet dieses Forschungsvorhaben Fortbildungsveranstaltungen, die an der KPH Wien/Niederösterreich digital durchgeführt werden. Im Fokus stehen Begriffsklärung, Design, Gelingensfaktoren, Wirksamkeit und die Motivation zur Teilnahme. Der Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung der Wirksamkeit dieser Formate sowie motivationaler und hochschuldidaktischer Maßnahmen. Die Forschungsfrage lautet: „Welche Wirkungen zeigen digitale Fortbildungsformate für Lehrpersonen?” Es werden digitale Fortbildungen untersucht. Die Teilnehmenden sollen im Studienjahr 2026/27 mittels eines Online-Fragebogens zu zwei Zeitpunkten befragt werden. Zudem ist geplant, auch die Perspektiven von Referent:innen und planenden Mitarbeiter:innen der Fortbildungsveranstaltungen zu erfassen. Ziel ist es, die Praxisrelevanz sowie Merkmale folgewirksamer Angebote insbesondere im Hinblick auf (g)lokale Parameter zu identifizieren. Damit können diese bei der künftigen Gestaltung von Fortbildungsformaten berücksichtigt werden (Bundesqualitätsrahmen für Fort- und Weiterbildung & Schulentwicklungsberatung an den Pädagogischen Hochschulen, BMBWF, 2021). Der Bundesqualitätsrahmen (BMBWF, 2021) legt fest, dass Pädagogische Hochschulen (PH) diesen nutzen, um ihre aktuelle Situation zu analysieren und gezielte Qualitätsentwicklungsprozesse in Gang zu setzen. Dies wird im Rahmen des Projekts behandelt. Zusätzlich wird durch die Erforschung der digitalen Formate und deren Wirksamkeit eine Maßnahme zur Zielsetzung (Ziel Nr. 3: Entwicklung eines bedarfsgerechten Fort- und Weiterbildungsangebots für den eigenen Wirkungsbereich) im Ziel- und Leistungsplan 2025–2027 der KPH Wien/Niederösterreich umgesetzt. Im Vortrag werden die Messinstrumente sowie erste Ergebnisse der Pilotstudie an der KPH Wien/Niederösterreich (Sommer 2026) vorgestellt und ein Ausblick auf die Hauptstudie im Wintersemester 2026/27 gegeben. Lokal ist nicht egal. Wie Schulstandorte die Fortbildung von in hohem Maß diensterfahrenen Lehrer:innen beeinflussen (können). KPH Wien/Niederösterreich, Österreich Transferprozesse empirischer Forschungsergebnisse in die schulische Praxis sind komplex: Kommunikation auf Augenhöhe, Vertrauen und Kontextwissen sind zentral für eine erfolgreiche Dissemination, Diffusion und Entwicklungsprozesse in Schulen (Egyptien, 2018). Dass diese nicht im metaphorischen Vakuuum passieren, sondern ebenso von den großen globalen Aufgaben unserer Zeit – von Trumps internationaler Aggressionskommunikation bis KI – beeinflusst sind, ist keine neue Erkenntnis (Sachs, 2001; Schröder et al., 2016). Dennoch oder gerade deswegen lohnt der Blick auf die lokale Ebene einzelner Schulstandorte und die individuellen Zugänge zu Fort- und Weiterbildung von in hohem Maß diensterfahrenen Lehrpersonen. Sie spielen im Transfer anwendungsbezogener, wissenschaftlicher Erkenntnisse an Schulen eine besondere Rolle. Immerhin bilden sie in vielen europäischen Bildungssystemen – auch im DACH-Raum (TALIS, 2018; Schmich & Itzlinger-Bruneforth, 2018) – die größte Gruppe im Lehrkörper und besetzen häufig Schlüsselpositionen in Schulcommunities (Brouhier et al., 2021). Wie diese Lehrer:innen auf gesellschaftliche Transformationsprozesse reagieren und welche Rolle die lokale Ebene des einzelnen Schulstandortes im Zusammenhang mit Lehrer:innenfortbildung spielt, soll im Zentrum des vorliegenden Beitrags stehen. Er verknüpft damit zwei zentrale Konferenzthemen: Bildung über die gesamte Lebens- bzw. Karrierespanne hinweg und den Einfluss diskursiver und/oder globaler Prozesse auf professionelles Lernen. Mittels systematischem Literaturreview (Page et al., 2020) aus dem Zeitraum 2000 – 2024 komprimiert der Kurzvortrag aktuelle empirische Erkenntnisse zur Fort- und Weiterbildung von in hohem Maß diensterfahrenen Lehrpersonen. Die Ergebnisse weisen einen engen Zusammenhang zwischen Resilienz, professionellem Lernen und den Voraussetzungen am jeweiligen Standort nach. Insbesondere der Diskurs um professionelles Lernen, die Qualität (professioneller) Beziehungen sowie Statusvorstellungen beeinflussen Fort- und Weiterbildungserfahrungen Lernen von in hohem Maß diensterfahrenen Lehrer:innen. Im zweiten Teil des Vortrags werden erste Ergebnisse aus einem laufenden qualitativen Forschungsprojekt (Fokusgruppen) zum Einfluss des Schulstandortes auf professionelles Lernen der beschriebenen Zielgruppe präsentiert. Schließlich bilden exemplarische Erfahrungen aus der Fortbildungsorganisation und -praxis an einer Pädagogischen Hochschule im Verbund Ost die Grundlage für abschließende Denkanstößen für Schulleiter:innen und andere Akteure der Fortbildungslandschaft im DACH-Raum. | ||