Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Session 1/1f: Einzelbeiträge: Gesundheit
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Studienzufriedenheit von Lehramtsstudierenden im Schuldienst – Neuakzentuierungen zwischen akademischer Bildung und beruflicher Praxis Universität Salzburg, Österreich Vor dem Hintergrund eines akuten Mangels an Lehrpersonen sind in Österreich zunehmend Lehramtsstudierende bereits während des Studiums im Schuldienst tätig. Diese lokal-regional besonders ausgeprägte Entwicklung ist zugleich Ausdruck übergeordneter, auch global wirksamer demografischer und bildungspolitischer Dynamiken und wird voraussichtlich auch in den nächsten Jahren die Lehrer:innenbildung prägen. In einer solchen glokalen Konstellation gewinnt die Frage nach Studienzufriedenheit als zentralem Prädiktor von Studienerfolg und Studienverbleib besondere Relevanz, da Studienabbrüche unter diesen Bedingungen weitreichende Konsequenzen für das Bildungssystem haben (Hartl et al., 2022). Studienzufriedenheit wird in der Forschung üblicherweise als mehrdimensionales Konstrukt verstanden (Westermann et al., 1996) und umfasst Zufriedenheit mit Studieninhalten, Studienbedingungen sowie mit Möglichkeiten zur Bewältigung von Studienbelastungen. Empirische Befunde zeigen, dass diese Dimensionen sowohl von individuellen Merkmalen als auch von strukturellen und kontextuellen Bedingungen des Studiums beeinflusst werden (Bernholt et al., 2018). Bisherige Untersuchungen beziehen sich jedoch überwiegend auf Lehramtsstudierende ohne parallele Berufstätigkeit. Damit bleibt eine wachsende Gruppe von Studierenden, die sich in einer Doppelrolle als Studierende und Lehrkräfte bewegt, bislang weitgehend unberücksichtigt. Eine Ausnahme bildet die Studie von Porsch et al. (2025), in der gezeigt werden konnte, dass die Studienzufriedenheit sinkt, wenn Studierende parallel zum Studium unterrichten. Vor diesem Hintergrund verfolgt die vorliegende Studie das Ziel zu explorieren, welche Faktoren aus Sicht von Lehramtsstudierenden im Schuldienst entscheidend für ihre Studienzufriedenheit sind und inwiefern sich deren Perspektiven von etablierten Modellen der Studienzufriedenheit unterscheiden oder diese erweitern. Die empirische Grundlage bilden leitfadengestützte Interviews mit 20 Lehramtsstudierenden unterschiedlicher Fachrichtungen, die sich im Lehramtsstudium Sekundarstufe an einer österreichischen Universität befinden und bereits an Schulen unterrichten. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse unter Anwendung deduktiver und induktiver Kategorienbildung. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die klassischen Dimensionen der Studienzufriedenheit zwar bestätigen lassen, jedoch aus der Perspektive der berufstätigen Studierenden neu akzentuiert werden. Studieninhalte werden stärker nach ihrem unmittelbaren Transfer- und Nutzwert für den Schulalltag bewertet, während Studienbedingungen vor allem unter dem Aspekt zeitlicher Flexibilität und institutioneller Vereinbarkeit mit beruflichen Anforderungen relevant sind. Spezifisch für die Dimension der Belastungsbewältigung sind die erhöhte Erschöpfung („… nach einem anspruchsvollen Schultag“) und der Wegfall des sozialen Netzes an der Universität. Studierende, die bereits in Schulklassen tätig sind, haben zudem ein erhöhtes Bedürfnis nach institutioneller Anerkennung ihrer beruflichen Rolle und ihrer berufspraktischen Erfahrungen. In Summe verweisen die Befunde auf eine funktionale Verschiebung von Studienzufriedenheit hin zu einer stärkeren berufs- und lebensweltbezogenen Orientierung und liefern Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung einer studierendenfreundlichen und berufsermöglichenden Lehrer:innenbildung. Die Förderung von Geborgenheit im Pflichtschulbereich – Ein multidimensionales Modell emotionalen Wohlbefindens Pädagogische Hochschule Kärnten, Österreich Geborgenheit gilt als kulturübergreifendes Grundbedürfnis, das durch das Erleben von Vertrauen, innerer Sicherheit und emotionaler Wärme gekennzeichnet ist (Mogel, 2016). Im schulischen Kontext wird diese Emotion als eine zentrale Voraussetzung für Lernprozesse, Motivation und Selbstregulation angesehen. Während jüngere Forschungsarbeiten die theoretische Fundierung sowie die empirische Erfassung bzw. Messung von Geborgenheit im Bildungskontext maßgeblich vorangetrieben haben (Huber & Helm, 2024), besteht weiterhin ein substantieller Forschungsbedarf hinsichtlich der Frage, wie Geborgenheit im schulischen Alltag systematisch hervorgebracht, stabilisiert und pädagogisch gestaltet werden kann. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie, welche zentralen Faktoren die Förderung des Erlebens von Geborgenheit bei Schüler*innen im Pflichtschulbereich begünstigen und wie diese Faktoren im Rahmen spezifischer kontextueller und pädagogischer Konfigurationen miteinander verschränkt sind. Im Fokus steht damit weniger die isolierte Wirksamkeit einzelner Einflussgrößen als vielmehr deren Zusammenspiel im schulischen und unterrichtlichen Vollzug. Die Untersuchung folgt einem explorativ-sequenziellen Mixed-Methods-Design und ist in ein umfassendes Forschungsprojekt zum Erleben von Geborgenheit bei Schüler*innen im Alter von 6 bis 14 Jahren in Österreich eingebettet. Aufbauend auf einer groß angelegten quantitativen Erhebung (n = 1.462) fokussiert die qualitative Phase leitfadengestützte Expert*inneninterviews mit 40 Lehrpersonen, die im Rahmen einer kontrastierenden Stichprobenziehung ausgewählt wurden. In das qualitative Sampling wurden ausschließlich jene Lehrpersonen einbezogen, deren Schüler*innen in der quantitativen Phase besonders hohe Ausprägungen von Geborgenheit in Schule und Unterricht berichteten. Die Interviewdaten wurden mittels inhaltlich-strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse (ISQIA) ausgewertet; ergänzend zu kategoriebasierten Auswertungen kamen kategorienübergreifende Kreuzmusteranalysen (cross pattern analysis) zum Einsatz (Kuckartz, 2023). Die Ergebnisse identifizieren sechs zentrale Domänen, die für die gezielte Förderung von Geborgenheit im Pflichtschulbereich bedeutsam sind. Darüber hinaus konnten vier wiederkehrende, domänenübergreifende Muster rekonstruiert werden, die relationale, strukturelle, familiale sowie peergestützte Konfigurationen abbilden, innerhalb derer Geborgenheit im Schulalltag stabilisiert wird. Die Befunde münden in ein multidimensionales (Vektoren-)Modell, das Geborgenheit als emergentes Ergebnis des Zusammenspiels unterschiedlicher schulischer Dimensionen konzeptualisiert. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit abgestimmter pädagogischer und institutioneller Anstrengungen zur nachhaltigen Stärkung von Geborgenheit im Pflichtschulbereich. Dazu zählen insbesondere die Förderung sozio-emotionaler Kompetenzen von Lehrpersonen, die gezielte Unterstützung sozialer Integration unter Peers, die Etablierung verlässlicher Routinen und klarer institutioneller Grenzen, die systematische Berücksichtigung familialer Ressourcen sowie die curriculare Verankerung sozial-emotionaler Lernangebote. Zugleich bietet das entwickelte Modell einen tragfähigen konzeptionellen Bezugsrahmen für zukünftige längsschnittliche und interventionsorientierte Forschungsarbeiten. gesund.bewegt.erfolgreich- Motorische Fertigkeiten und Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen im Burgenland fördern PPH Burgenland, Österreich Das Forschungsprojekt „gesund.bewegt.erfolgreich“ untersucht, wie systematische sportmotorische Diagnostik und evidenzbasierte Bewegungsförderung zur gesundheitlichen, kognitiven und schulischen Entwicklung von Kindern im Burgenland beitragen. Bereits im Volksschulalter weisen internationale Befunde enge Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität, motorischer Leistungsfähigkeit, Gesundheitsindikatoren und Lernleistungen sowie zunehmenden Bewegungsmangel auf (Donnelly et al., 2016; Guthold et al., 2020; Anrich, 2003). In einer longitudinal angelegten Mixed-Methods-Studie (2024–2029) werden in der Primarstufe standardisierte Testverfahren (Deutscher Motorik-Test 6–18, MOBAK 1–4) mit Fragebögen zur Selbsteinschätzung der Kinder sowie für die Eltern und Interviews mit den Pädagog:innen kombiniert. Untersucht werden der aktuelle motorische Leistungsstand, typische Stärken-Schwächen-Profile, Unterschiede nach Geschlecht, regionaler und rural-urbaner Lage sowie Unterstützungsbedarfe der Pädagog:innen bei der Planung von Bewegungsangeboten. Quantitative Analysen (z. B. Korrelations- und Regressionsmodelle) werden mit qualitativen Auswertungen im Sinne einer Methodentriangulation verknüpft (Creswell, 2014; Teddlie & Tashakkori, 2009). Damit wird zugleich ein landesweiter Datenpool aufgebaut, der als Grundlage für die Planung von Bewegungsförderung, für die Aus- und Fortbildung von Pädagog:innen sowie für bildungspolitische Entscheidungen im Bereich der Gesundheitsförderung dienen soll. Der Beitrag verortet das Projekt im B³-Rahmen: „Beobachten“ erfolgt über theoriegeleitete, standardisierte Erfassung motorischer Kompetenzen; „Beurteilen“ fokussiert auf faire, transparente und entwicklungsangemessene Rückmeldungen in heterogenen Lerngruppen; „Befähigen“ zielt auf die Ableitung evidenzbasierter Förderkonzepte, bewegungsorientierten Unterrichts sowie passgenauer Fort- und Weiterbildungsangebote. Am Grazer Grundschulkongress 2026 werden erste Ergebnisse der repräsentativen Stichprobe vorgestellt und hinsichtlich ihrer Implikationen für Beobachtung, Beurteilung, Befähigung und evidenzbasierte Steuerung in der Primarstufe kritisch diskutiert. | ||
