Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Session 6m: Einzelbeiträge: Qualität
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Das Konzept der regionalen Identität von Lehrpersonen aus einer international vergleichenden Perspektive Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Deutschland Der Beitrag befasst sich mit dem Konzept der regionalen Identität von Lehrpersonen aus einer international vergleichenden Perspektive. Die Forschung über die Identität von Lehrpersonen hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen (z.B. Rushton et al 2022). Die Identität der Lehrpersonen (teacher identity) wird dabei als ein sozial konstruiertes, dynamisches und hybrides Gefüge verstanden, welches durch Diskurse, Narrative und Emotionen geformt sowie durch soziale und organisationale Kontexte beeinflusst wird (Rushton et al 2023, 3). Ein Aspekt dabei ist der globale oder nationale Referenzrahmen, der das Selbst- und Fremdverständnis der Lehrkräfte prägt. Während die nationale Identität von Lehrpersonen als Ergebnis der Entwicklung nationaler Schulsysteme und der Lehrkräfteausbildung seit dem 19. Jahrhundert angesehen werden kann, wurde in den letzten Jahren das Konzept eines „global teacher“ im Kontext der Internationalisierung der Lehrkräftebildung und der internationalen Lehrkräftemigration diskutiert. Auch die international vergleichende Forschung über den Lehrerberuf hat die nationalen Besonderheiten des Berufs und des professionellen Selbstverständnisses der Lehrkräfte in einem nationalstaatlichen Rahmen untersucht, unterliegt dabei jedoch oft dem methodischen Nationalismus. Zugleich liefern einige Studien Hinweise auf eine komplexe Beziehung unterschiedlicher Identitätsdimensionen, etwa der supranationalen (europäischen) und der nationalen Identität oder einer Verbindung des Globalen und Lokalen zu einer glokalen Identität (z.B. Are Trippestad 2015). Der regionale Referenzrahmen – angesiedelt unterhalb des nationalen – bleibt dabei oft unberücksichtigt. Nationalstaaten in Europa zeichnen sich durch eine beachtliche regionale sprachliche, kulturelle und religiöse Heterogenität aus, die historisch zu erklären ist, aber weiterhin aufrechterhalten wird. Regionen verfügen in vielen europäischen Staaten über eine erhebliche Autonomie bei der Gestaltung der Lehrpläne, der Schulorganisation, der Lehrkräftebildung und der Bildungspolitik. Lehrkräfte, die für ein solches regionales System ausgebildet wurden und in diesem System arbeiten, entwickeln – so die Annahme – eine spezifische regionale Identität (Rakhkochkine 2024). Der Beitrag geht den Fragen nach, inwieweit es Unterschiede hinsichtlich regionaler Identität der Lehrpersonen in verschiedenen Regionen in – vor allem föderal verfassten – Nationalstaaten gibt und wie diese konstruiert und aufrechterhalten werden. Er stellt einen analytischen Rahmen für theoretische und empirische Untersuchungen der regionalen Identität von Lehrpersonen – auch im Zusammenhang mit der Glokalisierung der pädagogischen Professionalität - vor. Der Beitrag basiert auf einer Literaturanalyse (Scoping Review) über die regionalen Aspekte der Lehreridentität sowie einem kursorischen Vergleich der Ergebnisse für die regionalen Bildungssysteme in Belgien, Deutschland, Österreich, Spanien, und der Schweiz. Abschließend werden die Potentiale des Konzeptes der regionalen Identität für die Analyse und Gestaltung der Lehrkräftebildung diskutiert. The Relationship Between Teacher Self-Assessment, Student Evaluations of Teaching and Student Affective Engagement in Austrian Summer Schools: A Multilevel Structural Equation Modeling Approach Universität Passau, Deutschland This study investigates multilevel determinants of student evaluations of teaching (SET) within Austria’s nationwide summer school program, an educational policy initiative introduced to mitigate learning disruptions caused by the COVID-19 pandemic. Despite its large-scale implementation and pedagogical relevance, systematic empirical evidence on instructional quality in this non-traditional learning context remains limited (Helm & Huber, 2023). Drawing on the Three Basic Dimensions (TBD) model (Klieme et al., 2009), the study examines how student- and teacher-level factors jointly shape SET. Using linked student and teacher survey data collected during the 2023 and 2024 summer school cycles across all nine Austrian federal states, the study applies multilevel structural equation modeling (MSEM) to account for the hierarchical data structure. At the student level, affective engagement is operationalized through interest and effort, subjective task value, and school refusal. At the teacher level, self-assessments include teacher goals, teacher self-efficacy, and teacher beliefs. In addition, cross-level interactions are examined to assess whether teacher characteristics moderate the relationship between students’ affective engagement and SET. The results demonstrate that students’ interest and effort as well as their subjective task value consistently exert positive effects on SET across both years, underscoring the central role of affective engagement for perceived instructional quality in summer school settings. Teacher self-efficacy emerges as a significant predictor of SET in 2023 but not in 2024, suggesting temporal variation potentially linked to the ongoing implementation of curriculum reforms and policy measures targeting immigrant students. Cross-level analyses further indicate that differences in reform implementation may shape both teacher performance and students’ evaluations of teaching. Overall, the findings highlight the importance of considering both individual and contextual factors when evaluating instructional quality in compensatory education programs. The study contributes to research on SET by extending multilevel instructional quality models to non-traditional learning environments and offers implications for teacher professional development and evidence-based educational reform. Die (Folge-)Wirksamkeit des Gütesiegels für Begabung NÖ (GripS) KPH Wien/Niederösterreich, Österreich Im Schuljahr 2022/23 startete die Pilotierung des Gütesiegels für Begabung NÖ (GripS). GripS (Gütesiegel ressourcen-, interessen- und potenzialorientierte Schule) wurde an der KPH Wien/Niederösterreich konzipiert und wird in Kooperation mit der PH Niederösterreich und der Bildungsdirektion Niederösterreich für Volksschulen, Mittelschulen sowie die AHS-Unterstufe angeboten. Das Gütesiegel ist ein nach außen hin sichtbares Zeichen für die Bemühungen von Schulen im Bereich der Begabungs- und Begabtenförderung. Lokale Ressourcen der jeweiligen Schulen werden dabei als Potenzial für eine gelingende und nachhaltige Schulentwicklung verstanden. Zudem wird versucht, die mit dem GripS-Schulentwicklungsprozess verbundenen Maßnahmen im Bereich der Lehrer:innenprofessionalisierung im Sinne eines Lernens über die Lebensspanne nach neuesten Erkenntnissen der Erwachsenenbildung wirksam zu gestalten. Aktuell ist unklar, ob bzw. wie derartige Gütesiegel wirken. Mit der Studie soll diese Forschungslücke geschlossen werden. Im Vortrag wird eine auf drei Jahre angelegte Mixed-Methods-Studie zur (Folge-)Wirksamkeit des GripS-Gütesiegels vorgestellt. Untersucht werden sieben niederösterreichische GripS-Anwärter-Volksschulen (Versuchsgruppe) sowie sieben Volksschulen ohne Schwerpunkt im Bereich der Begabungsförderung (Vergleichsgruppe). Als Erhebungsinstrument der quantitativen Hauptuntersuchung dient ein Fragebogen. Die Lehrpersonen der Schulen werden zu drei Messzeitpunkten befragt: Am Beginn des Schulentwicklungsprozesses, bei Erreichung der GripS-Kriterien sowie ca. 6 Monate danach. Parallel dazu erfolgt eine Befragung der Lehrpersonen der Vergleichsschulen zu den ersten beiden Messzeitpunkten (interferenzstatistische Auswertung mittels SPSS) sowie eine einmalige Befragung von sechs Schulen, die das Gütesiegel bereits vor zwei Jahren verliehen bekommen haben. Begleitend werden Interviews mit den Schulleitungen geführt. Zusätzlich erfolgt die Befragung von Schüler:innen und Eltern der GripS-Schulen mit Fragebögen, die an der KPH Wien/Niederösterreich in Kooperation mit der Bildungsdirektion Wien konzipiert wurden und die über IQES online zugänglich sind. Im Rahmen des Vortrags werden die Ergebnisse des ersten Messzeitpunkts präsentiert. | ||
