Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Session 6g: Symposium: Lehrkräftemangel
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Lehrkräftemangel als glokaler Dauerzustand? Wiederkehrende Probleme & neue Forschungserkenntnisse. Der Lehrkräftemangel ist ein wiederkehrendes Phänomen, das sowohl für die lokale als auch die globale Bildungspolitik sowie für die Forschung schwer zu bewältigen ist (UNESCO 2024). In den meisten europäischen Ländern reagieren Bildungspolitik und -verwaltung mit ähnlichen Maßnahmen (EC 2024). Der Schwerpunkt liegt auf der Gewinnung von zusätzlichem Personal, das schnell an Schulen eingesetzt werden kann. Diese neuen Personengruppen (meist mit unterschiedlichen Vorqualifikationen, ohne pädagogische Ausbildung) erhalten mehr oder weniger intensive berufsbegleitende Fortbildungen. Allerdings gibt es in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Möglichkeiten und Verpflichtungen, diese Fortbildungsprogramme zu einer vollwertigen Lehrpersonenqualifikation auszubauen (Klemm, 2022; Korneck, 2024; Sandmeier & Herzog, 2024; Schnider & Braunsteiner, 2024). Die Mangelsituation und die bildungspolitischen Lösungsstrategien haben in Österreich dazu geführt, dass im Schuljahr 2024/25 fast die Hälfte (49,1%) der neuen Lehrkräfte keine traditionelle Lehrbefähigung hatten, sondern drei Gruppen von nicht traditionell qualifizierten Lehrkräften angehörten (BMBWF, 2025): Lehramtsstudierende ohne Abschluss (21,5%), Quereinsteigende (Fachstudium ohne Lehrbefähigung; 10,4%) und Lehrkräfte mit einem Sondervertrag (in der Regel ohne schulrelevanten Abschluss; 17,2%). Der Lehrpersonenmangel und die nicht-voll qualifizierten Lehrpersonen finden in der Bildungsforschung zunehmend Beachtung. Die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Eintritts einer größeren Anzahl nicht traditionell qualifizierter Fachkräfte auf das Image des Berufs werden zunehmend thematisiert (Sandmeier & Herzog 2024; Bacher et al. 2024). Verschiedene lokale Perspektiven auf das Phänomen des Lehrpersonenmangels und deren Wirkung auf das Bildungssystem in Österreich aufzuzeigen und zu diskutieren, ist das Ziel unseres Symposions. Im ersten Beitrag analysieren die Vortragenden die Entwicklung des Lehrkräftemangels in Österreich, die von den Behörden seit 2022 verstärkt ergriffenen Gegenmaßnahmen und – soweit Evidenzen vorliegen – deren Auswirkungen. Der zweite und dritte Beitrag geben Einblicke in die Problemlagen spezifischer Zielgruppen rund um den Lehrkräftemangel. Mithilfe eines mixed-methods Ansatzes wird das Risiko des Studienabbruchs untersucht und mittels zwei Typen von Abbrecher:innen erklärt. Die Vortragenden des dritten Beitrags thematisieren den alternativen Berufseinstieg mittels Quereinstiegs und präsentieren Daten aus einer mixed-methods Studie zu den Übergangserfahrungen von Quereinsteigenden in das Schulsystem. Vor dem Hintergrund des globalen Lehrkräftemangels verdeutlicht das Symposium, wie global formulierte Problemlagen auf lokaler Ebene im Kontext der Bildungspolitik, der Forschung und der beteiligten Lehrpersonen umgesetzt und erfahren werden und welche Spannungsfelder sich daraus für eine nachhaltig planbare Lehrer:innenbildung ergeben. Beiträge des Symposiums Lehrpersonenmangel in Österreich: Politische Maßnahmen und deren Wirkungen Um die Implikationen von Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrpersonenmangels einschätzen zu können, müssen sie auf den spezifischen bildungspolitischen und institutionellen Kontext, in den sie eingreifen, bezogen werden. Erfreulicherweise sind in letzter Zeit mehrere Länderanalysen erschienen, die zu einem besseren Verständnis der kontextspezifischen Aspekte des Lehrpersonenmangels beitragen und es erleichtern, die in verschiedenen Ländern gewonnenen Forschungsergebnisse in Beziehung zu setzen (Seeliger & Håkansson Lindqvist, 2023; Flores et al., 2024; Sandmeier & Herzog, 2024; Assunção Flores, & Imig, 2025; Porsch, et al., 2025). Auch in Österreich wurden in letzter Zeit eine Reihe von Studien zu relevanten Einzelfragen des Lehrpersonenmangels in Österreich, insbesondere zu einzelnen Personengruppen, wie Quereinsteigenden (Gamsjäger et al., 2025) und vor Studienabschluss unterrichtenden Lehramtsstudierenden (Bacher et al., 2024; Helm et al., 2025) veröffentlicht. Nach unserer Einschätzung liegen aber weniger Informationen darüber vor, in welchem politischen und institutionellen Kontext sich diese Mangelsituation entwickelte und Gegenmaßnahmen gesetzt wurden. Im Beitrag werden daher statistische Daten und Forschungsarbeiten zur Entwicklung des Lehrpersonenmangels durch Dokumenten- und Medienanalysen so fundiert, dass der bildungspolitische und institutionelle Kontext dieser Entwicklung und die sich wandelnden Aufmerksamkeiten sichtbar werden. Für die Medienanalyse wurden das elektronische Archiv einer landesweiten Qualitätszeitung (Ausgaben 2010–2025) durchsucht und stichprobenmäßig in einer zweiten Qualitätszeitung überprüft. Die Treffer wurden inhaltsanalytisch ausgewertet (Mayring, 2014). Anhand der Dokumenten- und Medienanalyse kann einerseits die Entwicklung des Lehrpersonenmangels in der österreichischen öffentlichen Aufmerksamkeit – von der Warnung vor dem Lehrberuf zu Beginn der 2000er Jahre bis hin zum umfassenden Maßnahmenpaket im Jahr 2022 – nachgezeichnet werden. Andererseits werden wichtige Implikationen für Schulen, den Lehrberuf und das System der Lehrkräftebildung diskutiert: (1) Professionalität: Die derzeitige Strategie, Quereinsteigende und Lehrkräften mit Sonderverträgen nach vergleichsweise kurzen Kursen ohne weitere Qualifikationsanforderungen eine unbefristete Anstellung zu gewähren, schafft eine Parallelstruktur zur noch jungen Lehrkräftebildung, untergräbt deren Qualitätsstandards und schafft eine neue Gruppe von deutlich weniger qualifizierten Lehrkräften. (2) Fachfremder Unterricht: Obwohl die Einstellung von Quereinsteigenden als Strategie gegen fachfremden Unterricht propagiert wird, gibt es Anzeichen dafür, dass diese Personengruppe aufgrund der mangelnden Passung der Vorqualifikationen zu den fachlichen Bedarfen einen großen Anteil an fachfremdem Unterricht leisten muss. (3) Ungleichheit im Schulsystem: Aktuelle Zahlen zeigen, dass Quereinsteigende und voll ausgebildete Lehramtsabsolvent:innen häufiger an AHS und BMHS Anstellung finden, während Sondervertragslehrpersonen und Lehramtsstudierende ohne Abschluss häufiger an APS eingestellt werden (BMBWF, 2025). Die dezentralisierte Personalrekrutierung scheint im Verein mit individuellen Beschäftigungsvorlieben AHS und BMHS bessere Chancen zu bieten, ihren Personalbedarf zu decken und qualifizierte Bewerber:innen anzuziehen (Altrichter et al., 2024). Bibliografie
Altrichter, H., Weber, C. & Soukup-Altrichter, K. (2024). Welche Schularten präferieren Studierende des Lehramts Sekundarschule Allgemeinbildung als Arbeitsort? Zeitschrift für Bildungsforschung, 14(2), 151–178. https://doi.org/10.1007/s35834-024-00426-9 Assunção Flores, M., & Imig, D. (2025). Enhancing the teaching profession through quality teacher education: policy and practice in times of teacher shortage. Journal of Education for Teaching, 51(5), 827–832. https://doi.org/10.1080/02607476.2025.2594350 (und gesamtes Themenheft jet 51(5)). Bacher, S. et al. (2024). Vorzeitiger Berufseinstieg ins Lehramt. Risiken für die Profession. Journal für LehrerInnenbildung, 24 (1), 66-73. BMBWF (2025). Umsetzung der Pädagog/innenbildungNeu - 16. Austauschplattform. Lehrkräftebedarf und HR-Management: Neuaufnahmen und Bedarfsprognosen. Handout. BMBWF: Wien. EC [European Commission] (2023). Education and Training Monitor 2023. Comparative report. Publications Office of the European Union. Gamsjäger, M. et al. (2025). Die Entwicklung professioneller Überzeugungen angehender Lehrpersonen in unterschiedlichen Studiengängen. In R. Porsch et al. (Hrsg.), Professionalität und Professionalisierung heterogen qualifizierter Lehrkräfte an Schulen. Helm, C., Hagenauer, G., Altrichter, H., Soukup-Altrichter, K. (2025). Satisfaction and general well-being of Austrian student teachers who enter the teaching profession while studying. European Journal of Teacher Education, 48 (1), 153–177 https://doi.org/10.1080/02619768.2024.2433586 Klemm, K. (2022). Entwicklung von Lehrkräftebedarf und -angebot in Deutschland bis 2035. Korneck, F. (2024). Lehrkräftebildung in Deutschland. Journal für LehrerInnenbildung, 24 (1), 16-27. Mayring, P. (2014). Qualitative Content Analysis. Theoretical Foundation, Basic Procedures and Software Solution. https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/39517/ssoar-2014-mayring-Qualitative_content_analysis_theoretical_foundation.pdf Porsch, R. (2021). Quer- und Seiteneinsteiger*innen im Lehrer*innenberuf. In C. Reintjes et al. (Hrsg.), Schulpraktische Studien und Professionalisierung. Kohärenzambitionen und alternative Zugänge zum Lehrberuf (S.207 – 228). Waxmann Porsch, R., Reintjes, C. & Bellenberg, G. (2025). Heterogen qualifizierte Lehrpersonen an Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine Einführung. In R. Porsch, C. Reintjes & G. Bellenberg (Hrsg.), Heterogen qualifizierte Lehrpersonen an Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (S.7-28). Waxmann. Schnider, A. & Braunsteiner, M-L. (2024). Lehrkräftemangel in Österreich. Bestandsaufnahmen und Initiativen. Journal für LehrerInnenbildung, 24 (1), 40-49. Sandmeier, A.& Herzog, S. (2024). Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel in der Schweiz. Eine empirische Perspektive. Journal für LehrerInnenbildung, 24 (1), 28-38. Seeliger, S. & Håkansson Lindqvist, M. (2023). Dealing with Teacher Shortage in Germany – A Closer View of Four Federal States. Education Sciences, 13, 227, 1-13. UNESCO (2024). Global Report on Teachers: Addressing teacher shortages and transforming the profession. Paris: UNESCO. https://unesdoc.unesco.org/ark:/48223/pf0000388832 Früher Schwund im Lehramtsstudium – Gründe und mögliche Implikationen hinsichtlich des Lehrkräftemangels Eine Möglichkeit, dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken, ist die Reduktion von Studienabbrüchen in Lehramtsstudien. Während Schwund das Ausscheiden aus einer Studienrichtung bezeichnet, werden Studienabbrüche als ein Verlassen des Hochschulsystems ohne Abschluss definiert (Heublein, 2014). Untersuchungen verweisen auf heterogene Quoten für unterschiedliche Lehramtsstudien bzw. an unterschiedlichen Standorten im deutschsprachigen Raum (z.B. Güldener, 2020). Studienabbrüche sind selten monokausal und die Entscheidung zum Verlassen einer Studienrichtung bzw. des Abbruchs reifen über einen längeren Zeitraum. Heublein (2014) legt aufbauend auf verschiedenen Erklärungsansätzen (z.B. Tintos Modell zur sozialen und akademischen Integration) ein Phasenmodell vor: Die erste Phase vor Studienbeginn fokussiert den individuellen Hintergrund von Studierenden, also ihre soziale Herkunft, ihren Bildungsprozess und die Entscheidung, ein bestimmtes Studium zu beginnen. Die Studiensituation stellt die zweite Phase dar und umfasst unter anderem Motivation, persönliche Ressourcen und Performanz im Studium. Die dritte Phase sind die Überlegungen zum Studienausstieg. Der Beitrag fokussiert die Studieneingangsphase, da gerade diese ein hohes Risiko von Schwund birgt. Mit Hilfe eines mixed-method Ansatzes werden der Schwund im Lehramtsstudium an einem Standort in Österreich im ersten Studienjahr quantitativ beschrieben und qualitativ Gründe für das Verlassen des Lehramtsstudiums analysiert. Dazu wurden für erstsemestrige Sekundarstufenlehramtsstudierende im WS 2024/25 (n=326) einerseits Inskriptionsdaten ein Semester und ein Jahr nach Studienbeginn erhoben und andererseits zufällig ausgewählte Studienanfänger:innen in ihrem ersten Studienjahr mehrmals interviewt. Von diesen N=22 Interviewpersonen sind 7 aus dem Lehramtsstudium im ersten Jahr ausgeschieden. Diese Quote entspricht auch in etwa dem Schwund der Gesamtkohorte, die einen Schwund von 31,9% nach einem Studienjahr aufweist. Die dokumentarische Auswertung der Interviews zeigt mehrere gemeinsame Orientierungen der Abbrecher:innen, die in zwei Typen charakterisiert werden können: Personen des ersten Typus kommen aus einem akademischen Familienumfeld. Zwei der drei Personen dieses Typus haben das Lehramtsstudium auf Grund einer nicht erfolgreichen Aufnahmeprüfung in andere Studienrichtungen aufgenommen. Sie betrachten das Lehramtsstudium als passend, verfügen aber über Strategien und Möglichkeiten, das Wunschstudium nochmals anzustreben. Die vier weiteren Studierenden des zweiten Typus zeigen die Orientierung „das Studium passt nicht zu mir“. Allerdings artikulieren diese Studierende unterschiedliche Gründe das Lehramtsstudium abzubrechen (inhaltlich, das Studierendenleben, Erinnerung an eigene Schulzeit, Berufsziele) – als gemeinsame Orientierung kann ein gewisser Informationsmangel vor allem in der ersten Phase im Modell verortet werden. Hinsichtlich einer Reduktion von Abbruchquoten und einer damit einhergehenden Erhöhung von Absolvent:innen in Lehramtsstudien erscheint auf Basis dieser Ergebnisse erstens eine stärkere Informationsinitiative sinnvoll, zweitens die Etablierung eines Mentoringprogramms und drittens ein möglicher Einsatz von Prognoseinstrumenten (Scheidig & Holmeier, 2023). Bibliografie
Güldener, T., Schümann, N, Driesner, I., & Arndt, M. (2020). Schwund im Lehramtsstudium. Die Deutsche Schule 112 (4), S. 381–398. Heublein, U. (2014). Student Drop‐out from German Higher Education Institutions. European Journal of Education 49 (4), S. 497–513. Scheidig, F. & Holmeier, M. (2023). Prognose von Studienabbrüchen angehender Lehrkräfte mit Maschinellem Lernen: Potenziale der Nutzung von Studierenden- und Studienverlaufsdaten aus dem Campus-Management-System. Unterrichtswissenschaft 51, S. 489-509. Quereinstieg in die Lehrer:innenrolle als glokale Antwort auf den Lehrkräftemangel? Motivation, Übergangserfahrungen und Unterstützungsbedarfe von Quereinsteigenden in Steiermark und Tirol Der Quereinstieg in den Lehrberuf hat sich in Österreich zu einem zentralen Instrument zur Bewältigung des Lehrkräftemangels entwickelt; Quereinsteigende stellen mittlerweile einen relevanten Anteil der neu eingestellten Lehrpersonen dar. Diese Entwicklung ist in einen globalen Kontext eingebettet, in dem internationale Organisationen, insbesondere die UNESCO (2024), auf einen massiven weltweiten Mangel an Lehrpersonen hinweisen, der die Erreichung zentraler Bildungsziele bis 2030 gefährdet. Globale Problemlagen wie der Lehrkräftemangel materialisieren sich dabei in nationalen und regionalen Bildungssystemen in jeweils spezifischer Weise und werden durch lokal ausgestaltete Qualifizierungs- und Unterstützungsstrategien bearbeitet. Der Quereinstieg kann somit als glokales Steuerungsinstrument verstanden werden, das globale Herausforderungen auf regionaler Ebene adressiert. Internationale Studien zu Quereinsteigenden im Lehrberuf zeigen, dass der Berufswechsel insbesondere durch Sinnorientierung, pädagogisches Interesse, Sicherheitsmotive und Überlegungen zur Work-Life-Balance motiviert ist. Zugleich wird der Einstieg in die Lehrer:innenrolle als Übergangsprozess beschrieben, der von Unsicherheiten, intensiver Identitätsarbeit und strukturellen Einstiegshürden geprägt ist (Grier & Johnston, 2009; Watters & Diezmann, 2015). Vor diesem Hintergrund untersucht die präsentierte Studie im Rahmen des Projekts „Professionalisierung im STEAM-Quereinstieg (ProQ-STEAM)“, wie Quereinsteigende in unterschiedlichen regionalen Kontexten ihren Berufseinstieg deuten, welche Motive ihren Rollenwechsel prägen und welche Ressourcen, Belastungen und Unterstützungsbedarfe sie wahrnehmen. Forschungsleitend ist die Frage, wie sich globale Herausforderungen des Lehrkräftemangels in regional unterschiedlichen Übergangs-, Professionalisierungs- und Anerkennungspraktiken niederschlagen. Methodisch folgt die Studie einem sozialkonstruktivistisch gerahmten, konvergenten Mixed-Methods-Design. Es kombiniert leitfadengestützte Interviews in der Steiermark (n = 7) und eine theoriegeleitete Online‑Befragung im Rahmen eines Hochschullehrgangs in Tirol (n = 52). Die qualitativen Daten wurden mittels induktiv‑reflexiver thematischer Analyse ausgewertet, die quantitativen Daten anhand deskriptiver Kennwerte und bivariater Korrelationen analysiert. Die Ergebnisse zeigen ein hohes Maß an Sinnorientierung, pädagogischem Interesse sowie beruflicher Motivation und Identifikation; zugleich berichten die Teilnehmenden von herausfordernden Übergangsprozessen, strukturellen Unsicherheiten und erhöhtem Belastungserleben. Berufliche Vorerfahrungen erweisen sich als zentrale Ressource für Motivation, Selbstwirksamkeit und Klassenführung; ihr gelingender Transfer in die neue Lehrer:innenrolle steht in positivem Zusammenhang mit Motivation, Zufriedenheit und Wohlbefinden. Gleichzeitig werden deutliche Unterstützungsbedarfe sichtbar, insbesondere in fachlichen, fachdidaktischen und pädagogischen Bereichen, die nicht isoliert auftreten, sondern sich in vernetzten Bedarfsclustern bündeln. Diskutiert werden Implikationen für die zielgerichtete Weiterentwicklung von Qualifizierungs- und Unterstützungsangeboten im Quereinstieg sowie für schulische Integrations- und Anerkennungskulturen. Förderhinweis: Bibliografie
Grier, J. M., & Johnston, C. C. (2009). An inquiry into the development of teacher identities in STEM career changers. Journal of Science Teacher Education, 20(1), 57–75. https://doi.org/10.1007/s10972-008-9119-2 UNESCO & International Task Force on Teachers for Education 2030 (Hrsg.). (2024). Global Report on Teachers: Addressing Teacher Shortages and Transforming the Profession. Paris: UNESCO. Watters, J. J., & Diezmann, C. M. (2015). Challenges Confronting Career-Changing Beginning Teachers: A Qualitative Study of Professional Scientists Becoming Science Teachers. Journal of Science Teacher Education, 26(2), 163–192. https://doi.org/10.1007/s10972-014-9413-0 | ||