Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Session 6a: Einzelbeiträge: Berufseinstieg
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Berufseinstiege von elementarpädagogischen Fachkräften in Österreich Universität Innsbruck, Fakultät für Bildungswissenschaften, Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung, Österreich Eine zentrale, sich in Zukunft verstärkende Herausforderung im Kontext der frühen Bildung und Erziehung stellt der Fachkräftemangel im Arbeitsfeld der Elementarpädagogik dar. Individuelle Entscheidungen über weiterführende Bildungs- und Berufswege der angehenden elementarpädagogischen Fachkräfte verschärfen den Fachkräftemangel, da eine niedrige Übergangsquote von der Ausbildung in den Beruf zu beobachten ist (Löffler et al., 2022). Vor diesem Hintergrund ist das Anliegen des vorliegenden Dissertationsprojektes zu untersuchen, welche Berufs- und weiterführenden Bildungswege Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen der Bildungsanstalten für Elementarpädagogik (BAfEP) anstreben und welche Merkmale diese Entscheidung beeinflussen. Weiters wird erörtert, welche ausgewählten Persönlichkeitsmerkmale die Berufseinstiege von BAfEP-Absolventinnen und Absolventen in das Berufsfeld der Elementarpädagogik (Krippen und Kindergärten) beeinflussen. Als theoretischer Hintergrund dient die Berufswahl-Theorie nach Holland (1997), die sich mit der Passung von Persönlichkeitstypen und beruflichen Umwelten befasst. Anhand dieser Passung können Berufswahl, Berufserfolg und die Stabilität von Berufsverläufen erklärt werden. Dass der Verlauf von Berufseinstiegen nicht nur von Persönlichkeitsmerkmalen abhängig ist, können Nachtigall et al. (2021) aufzeigen und weisen den Teams von elementarpädagogischen Einrichtungen eine zentrale Rolle zu. Theoretisch lässt sich dieser Befund mithilfe des Transitionsansatzes nach Welzer (1993) erklären, da darin hervorgehoben wird, dass Übergänge soziale Prozesse sind. Aufgrund der Relevanz von Teams wird daher auch der Frage nachgegangen, wie Interaktionen und Dynamiken im Team die Berufseinstiege von BAfEP-Absolventinnen und -Absolventen in das Berufsfeld der Elementarpädagogik beeinflussen. Für die Untersuchung ist ein Mixed-Methods Design mit drei Erhebungszeitpunkten geplant. Bei der ersten quantitativen Fragebogenerhebung im Februar und März 2026 werden Schülerinnen und Schüler der BAfEP, die sich im letzten Ausbildungsjahr befinden, zu ihren beruflichen Interessen, Berufswünschen und ausgewählten Persönlichkeitsmerkmalen befragt. Angestrebt wird eine Vollerhebung dieser Gruppe in drei ausgewählten österreichischen Bundesländern. Beim ÖFEB-Kongress sollen diese ersten Ergebnisse präsentiert werden. Die zweite quantitative Fragebogenerhebung wird ein halbes Jahr (Winter 2026/27) nach dem Berufseinstieg der zuvor befragten Absolventinnen und Absolventen stattfinden. Dabei werden auch jene befragt, die nicht in einer elementarpädagogischen Einrichtung zu arbeiten begonnen haben. Bei der dritten qualitativen Erhebung (Sommer 2027) werden Leitfadeninterviews mit ausgewählten Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern durchgeführt, um detaillierter verschiedene Erfahrungen mit Herausforderungen und Erfolgen am Berufseinstieg abbilden zu können. Berufseinstieg im Vergleich: Wahrnehmung beruflicher Anforderungen bei Quereinsteiger:innen und Lehramtsstudierenden Johannes Kepler Universität Linz, Österreich Der anhaltende Lehrkräftemangel stellt eine zentrale Herausforderung des österreichischen Bildungssystems dar und ist zugleich Ausdruck tiefgreifender Transformationsprozesse im Bildungsbereich (Schnider & Braunsteiner, 2024). Als Reaktion darauf wurden in Österreich alternative Zugangswege in den Lehrberuf ausgebaut, die nationale Steuerungslogiken mit lokalen Professionalisierungsbedingungen verschränken. Zwei solcher Einstiegsformate sind der Quereinstieg in den Lehrberuf sowie der Einsatz von Lehramtsstudierenden in der Sommerschule. Beide Formate eröffnen frühe eigenverantwortliche Unterrichtspraxis, unterscheiden sich jedoch deutlich hinsichtlich biografischer Voraussetzungen, Qualifizierungsstatus und institutioneller Rahmung. Der Berufseinstieg gilt als besonders sensible Phase professioneller Entwicklung, in der zentrale Entwicklungsaufgaben bewältigt, berufliche Routinen aufgebaut und ein professionelles Selbstverständnis ausgebildet werden (Keller-Schneider, 2020). Früh gemachte Erfahrungen strukturieren dabei Wahrnehmungs- und Handlungsmuster und erweisen sich als richtungsweisend für die weitere Berufsbiografie und Kompetenzentwicklung (Loughran, 2014). Aus professionstheoretischer Perspektive sind frühe Praxiserfahrungen daher nicht nur individuelle Lerngelegenheiten, sondern zentrale Kontexte der Herausbildung professioneller Handlungskompetenz. Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag Unterschiede zwischen Quereinsteiger:innen und Lehramtsstudierenden, die in der Sommerschule unterrichtet haben, in der Wahrnehmung beruflicher Anforderungen. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die beiden Gruppen hinsichtlich Relevanz, Kompetenzerleben und Beanspruchung in zentralen Handlungsfeldern (Keller-Schneider, 2020) unterscheiden und welche Rückschlüsse sich daraus für frühe Professionalisierungsprozesse und Unterstützungsbedarfe im Berufseinstieg ableiten lassen. Empirisch basiert die Studie auf Vollerhebungen von Lehramtsstudierenden in der Sommerschule der Sekundarstufe in Oberösterreich (2023: n = 39; 2024: n = 52; 2026: n = 60) sowie auf Erhebungen von Quereinsteiger:innen im Hochschullehrgang Quereinstieg (Wintersemester 2024/25: n = 64; Sommersemester 2025: n = 26; Wintersemester 2025/26: n = 40). Zur Erfassung der subjektiven Bewältigung beruflicher Anforderungen wurde die Kurzform des Instruments EABest-K eingesetzt (Keller-Schneider, 2014). Die Auswertungen umfassen deskriptive Analysen sowie mehrgruppenspezifische latente Mittelwertvergleiche. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Gruppen die untersuchten Anforderungen durchgängig als hoch relevant einschätzen. Unterschiede treten vor allem in der Beanspruchungsdimension hervor: Quereinsteiger:innen berichten in mehreren Handlungsfeldern – insbesondere Klassenführung, Kooperation und Rollenfindung – höhere Beanspruchungswerte bei zugleich geringerem Kompetenzerleben. Lehramtsstudierende erleben die Sommerschule demgegenüber als ressourcenreicheren Lernraum mit strukturierenden, kooperativen und entlastenden Rahmenbedingungen. In beiden Gruppen erweist sich die individuelle Förderung der Schüler:innen als besonders relevante und beanspruchende Kernanforderung. Der Beitrag diskutiert, wie strukturell gerahmte Einstiegsformate frühe Professionalisierungsprozesse prägen und welche Ansatzpunkte sich für passgenaue Unterstützungsmaßnahmen im Berufseinstieg ergeben. Übergänge situieren: „glokale“ Bildungsübergänge zwischen nationalen Systemvorgaben, regionalem Bildungsraum und Schulkultur 1: Universität Graz, Österreich; 2: Pädagogische Hochschule Steiermark Der Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe wird im deutschsprachigen Raum vielfach als Schlüsselstelle für Bildungsverläufe betrachtet. Dies betrifft zum einen die Herausforderungen, die mit Veränderungen in Bezug auf organisatorische Rahmungen, Anforderungen und Beziehungen in der Sekundarstufe einhergehen. Besonders prägnant wird dieser Übergang zum anderen, weil er mit der Aufteilung in unterschiedliche Schulformen verbunden ist – und somit eine frühe Weichenstellung im Bildungssystem markiert, die erheblich zur Reproduktion sozialer Ungleichheiten beiträgt (z. B. Maaz et al. 2010). Dieser Übertritt erscheint nun einerseits institutionell stark formalisiert und auf nationaler Ebene für alle Schüler*innen in gleicher Weise vorgegeben – etwa durch festgelegte Zeitpunkte, rechtliche Vorgaben und schulformbezogene Zuweisungen. Gleichzeitig spielen aber auch lokale Aspekte – regionale Angebotsstrukturen und Orientierungen, aber auch die einzelne Schule als institutioneller Kontext – eine prägende Rolle. Vor diesem Hintergrund fragt der vorliegende Beitrag danach, wie der Übergang in unterschiedlichen schulischen, sozialen und regionalen Kontexten unterschiedlich gerahmt, wahrgenommen und erlebt wird. Eine solche „glokale“ Einbettung von Bildungsübergängen soll anhand von Ergebnissen eines Forschungsprojekts nachvollzogen und auch methodisch diskutiert werden. Die zugrundeliegenden Daten entstammen einem qualitativen Längsschnittprojekt, das zwischen 2021 und 2025 an der PH Steiermark durchgeführt wurde und in dem Schüler*innen aus acht verschiedenen Volksschulen – in urbanen, suburbanen, kleinstädtischen wie auch ländlichen Settings – im Übergang zwischen Primar- und Sekundarstufe begleitet wurden. Befragt wurden Schüler*innen in der 3., 4. und – nach dem Übertritt – in der 5. Schulstufe in Form von Gruppeninterviews. Zu je einem Zeitpunkt vor und nach dem Übertritt wurden auch die Eltern mittels kurzer qualitativer Telefoninterviews befragt. Ergänzend wurden Interviews mit Schulleitungen und Lehrerinnen sowohl der Primar- als auch der Sekundarstufe geführt, um schulische Kontexte differenziert erfassen zu können. Auf Grundlage dieser Daten soll im Beitrag diskutiert werden, wie verschiedene kontextuelle Bezüge im Sinne einer qualitativen Mehrebenenanalyse (Hummrich & Kramer 2011) rekonstruiert und für die Analyse aufgegriffen werden können – insbesondere lokale „Schulkulturen“ innerhalb der Einzelschule, regionale Orientierungen im „Bildungsraum“ und schließlich Bezüge zu ‚globalen‘ Strukturen und Ungleichheiten auf der Makro-Ebene. Durch diese Analysen können Übergänge als situierte Praktiken (Cuconato & Walther 2015) nachvollzogen werden – was nicht nur erlaubt, unterschiedliche Bedeutungen des Übergangs für Schüler*innen in den verschiedenen ‚lokalen‘ Kontexten herauszuarbeiten, sondern auch die jeweils spezifischen Auswirkungen auf Bildungsverläufe und Bildungsungleichheiten – im Spannungsfeld zwischen Anerkennung und biographischem Bruch – differenzierter zu verstehen. | ||
