Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Session 4/2f: Einzelbeiträge: BNE Studierende und SuS
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Agency in der Klimabildung: Ein Scoping Review und konzeptionelle Synthese mittels Family-Resemblance-Ansatz 1: Universität Innsbruck, Österreich; 2: Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen, Deutschland; 3: PH Freiburg, Deutschland Ausgangslage und theoretischer Hintergrund Agency wird in der Klimabildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zunehmend als zentrales Bildungsziel adressiert, unter anderem im Kontext internationaler bildungspolitischer Rahmen wie dem PISA-2025-Rahmenwerk „Agency in the Anthropocene“ (White et al, 2024). Gleichzeitig zeigt sich in der bildungswissenschaftlichen und naturwissenschaftsdidaktischen Forschung eine ausgeprägte begriffliche Heterogenität: Agency wird u. a. als individuelle Ressource, als Kompetenz, als partizipative Praxis oder als kritisch-emanzipatorischer Prozess verstanden. Diese Uneinheitlichkeit erschwert theoretische Anschlussfähigkeit, empirische Vergleichbarkeit und kumulative Wissensbildung. Forschungsfragen und Zielsetzung Der Beitrag adressiert drei Fragen: (1) Wie ist die Forschung zu Agency in der schulischen Klimabildung und BNE verteilt und ausgestaltet? (2) Wie wird Agency in dieser Literatur definiert, theoretisch gerahmt und operationalisiert? (3) Wie lassen sich unterschiedliche Konzeptualisierungen in einer integrativen Definition zusammenführen? Ziel ist dementsprechend die Kartierung bestehender Forschung zu Agency im Kontext von Klimabildung und BNE, aber auch die Entwicklung eines begrifflichen Ordnungsrahmens, der konzeptionelle Vielfalt honoriert. Methodisches Vorgehen Es wurde eine PRISMA-geleitete Scoping Review durchgeführt. Analysiert wurden 110 peer-reviewte Studien (2004–2024) zur Agency von Schüler:innen in der naturwissenschaftlichen Klimabildung und BNE. Die Analyse umfasste eine deskriptive Kartierung, eine Kodierung der Definitionspraxis sowie eine thematische Analyse expliziter Agency-Definitionen in 23 Artikeln. Aufbauend darauf wurde eine konzeptionelle Synthese mittels eines Family-Resemblance-Ansatzes zur Begriffsbildung vorgenommen (Podsakoff et al., 2016). Ergebnisse und Diskussion Die Ergebnisse zeigen, dass nur ein kleiner Teil der Studien Agency explizit definiert; der Großteil verwendet den Begriff implizit oder ohne begriffliche Klärung. Fünf wiederkehrende Konzeptualisierungen werden identifiziert: Agency als Ressource, als Kompetenz, als kritisch-emanzipatorischer Prozess, als zeitlich-soziokulturell eingebettete Praxis sowie als handlungs- bzw. problemlöseorientierte Agency. Die daraus entwickelte Family-Resemblance-Definition beschreibt Agency als Bündel überlappender Merkmale mit gemeinsamen Kernattributen und theorieabhängigen randständigen Merkmalen. Diskutiert werden Implikationen für Forschung, Messung, Unterrichtsentwicklung und bildungspolitische Rahmungen. Studierendenprojekte als transformative Praxis nachhaltiger Entwicklung? Einsichten aus einer BNE-Evaluationsstudie an der Pädagogischen Hochschule Tirol Pädagogische Hochschule Tirol, Österreich Hochschulen nehmen im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eine zentrale Rolle ein. Ausgehend von einem transformativen BNE-Verständnis, das zur aktiven Mitgestaltung sozial-ökologischer Transformationsprozesse befähigt (Pettig & Singer-Brodowski, 2025), agieren Hochschulen nicht nur als Qualifizierungsorte zukünftiger Multiplikator*innen, sondern gestalten nachhaltige Entwicklungsprozesse aktiv mit. Studien zeigen, dass projekt- und problemorientierte Lernsettings, die angehenden Pädagog*innen ermöglichen, reale Nachhaltigkeitsherausforderungen selbstorganisiert, forschungsbasiert sowie inter- und transdisziplinär zu bearbeiten, sich eignen um BNE-spezifische Professionskompetenz zu stärken (Birdman et al., 2022; Brandt et al., 2019). Solche Lernumgebungen können Experimentierräume zur gesellschaftlichen Transformation eröffnen, in denen Studierende sich als Change Agents in einer durch Glokalisierung geprägten Welt (John et al., 2017) wahrnehmen und wichtige Selbstwirksamkeitserfahrungen machen. Vor diesem Hintergrund wurde an der Pädagogischen Hochschule Tirol (PHT) ein BNE-Projektmodul im Lehramtscurriculum für die Primarstufe verankert und über drei Jahrgänge projektbegleitend evaluiert. Ziel des Moduls ist es, BNE im Zuge von projektorientierten Handlungs- und Experimentierräumen erleb- und erfahrbar zu machen. Für den vorliegenden Beitrag werden folgende Fragestellungen der Evaluationsstudie fokussiert: 1) Wie nutzen Studierende das Angebot des Handlungs- und Experimentierraums, durch eigene Projekte einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung zu leisten? Welche Handlungsfelder, Wirkungsziele und räumlich-zeitlichen Wirkungsebenen adressieren sie? 2) Wie diskutieren Studierende Intentionen und Wirkungen ihrer Projektarbeiten im Zuge abschließender Reflexionen? Welche Spannungsfelder zeigen sich und welche Bedingungen erweisen sich als zentrale Faktoren für eine umfassende Inwertsetzung der Lehr-Lernumgebung von Seiten der Studierenden? Zur Beantwortung der Forschungsfragen werden zwei methodische Zugänge kombiniert. Erstens werden 45 Projektarbeiten von Studierendengruppen analysiert, die im Rahmen von drei Durchläufen des BNE-Moduls von 2021 bis 2024 an der PHT durchgeführt und reflektiert wurden. Zweitens wurden nach Abschluss des Moduls Fokusgruppengespräche mit Studierenden aller Lehrveranstaltungsgruppen durchgeführt, in denen Lernprozesse reflektiert sowie Gelingensbedingungen des projektorientierten BNE-Moduls verhandelt wurden. Die Auswertung der Projektarbeiten und Fokusgruppen erfolgt mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2024) unter Verwendung von MAXQDA26. Die Kategorienbildung folgt einer Kombination aus deduktivem und induktivem Vorgehen und stützt sich auf Modelle der Wirkungsanalyse sozialer Innovationen und transdisziplinärer Projekte (Mayne, 2015; Schäfer et al., 2021) sowie auf Ansätze zur Evaluation projektbasierter BNE-Lernangebote (Brandt et al., 2019). Die Zusammenführung der Ergebnisse verdeutlicht, welche Wirkungslogiken Studierende ihren Projekten zugrunde legen und wie sie transformative Experimentierräume im Spannungsfeld zwischen berufspraktischer Verwertbarkeit und gesellschaftlichem Impact in Wert setzen. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund von Theorien transformativen Lernens sowie Erkenntnissen zur Selbstwirksamkeit und professionellen BNE-Handlungskompetenz von Lehrkräften diskutiert sowie Schlussfolgerungen für die Gestaltung projektorientierter BNE-Lernangebote in der Lehrer*innenbildung abgeleitet.
The Superhero Lab: Engaging Children as Scientists to Explore Sustainability 1: Primera - Zentrum für pädagogische Fortbildung Wien; 2: Kindergarten Schmetterling Early science education is gaining increasing importance in the context of sustainability and education for sustainable development. At the same time, many early childhood educators feel insecure about implementing science activities, especially when linked to sustainability topics. The Erasmus+ project Superhero Lab addresses this challenge by developing a practical handbook in 6 languages with 15 inquiry driven experiments for children aged 4 to 6, complemented by video tutorials for educators. The experiments help build environmental awareness. This is vital for glocalisation and can start as early as nursery school. The project is theoretically grounded in inquiry based learning, early STEM education, and education for sustainable development frameworks, particularly the European GreenComp framework. The core assumption is that even young children can develop an initial understanding of sustainability topics such as water quality, recycling, and renewable energy through guided exploration and experimentation. The guiding research questions are:
A design based research approach was applied. International project partners collaboratively developed, tested, and refined the experiments in real kindergarten contexts. The activities were intentionally designed to use simple, accessible everyday materials. Feedback from educators was systematically integrated into the improvement of the materials. The findings from focus groups in 6 countries indicate that children respond strongly to problem based scenarios (for example polluted water or oil spills) and actively engage in forming hypotheses. Educators report increased confidence in addressing complex topics such as environmental pollution and resource conservation in age appropriate ways. The combination of storytelling, hands on experimentation, and reflection phases proved particularly effective. The discussion shows that children in early childhood education are already able to engage in quasi experimental inquiry when supported by teacher guidance and supervision. Superhero Lab demonstrates that high quality, low threshold educational resources can empower educators to systematically integrate sustainability into everyday practice. | ||
