Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Session 4/1g: Offenes Format: Bildungstheorie
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Wissen und Bildung zwischen Marginalisierung, Instrumentalisierung, Gouvernementalität und widerständiger Teilhabe 1: Universität Klagenfurt, Österreich; 2: Pädagogische Hochschule Kärnten – Viktor Frankl Hochschule, Klagenfurt/Österreich; 3: University of Helsinki, Finnland; 4: Pädagogische Hochschule Karlsruhe/Deutschland Die geplante Veranstaltung im offenen Format versteht sich als kritische Denk- und Fragenwerkstatt zu „Bildung in Zeiten der Glokalisierung“. Den Auftakt und theoretische Klammer bildet der Beitrag von Priska Buchner, der aus einer gouvernementalitätstheoretischen Perspektive im Anschluss an Foucault Funktionen von Wissen und Bildung skizziert. Angesichts diverser Politisierungsformen von Wissenschaft und Verwissenschaftlichung von Politik als Dreiklang aus Empirismus, Anwendungs-/Praxisorientierung und Aktivismus stellt sich die Frage nach der Bedeutung der Unterscheidung von Seins- und Sollensaussagen für kritische Bildungsforschung und gleichzeitig die Frage, wie sich Bildungswissenschaft in Zeiten multipler Krisenerzählungen zu normativen Anrufungen und Alternativlosigkeitsdiskursen verhalten kann. Dieser Rahmen richtet den Blick zugleich nach außen (auf gesellschaftliche Anrufungen an Wissenschaft und Bildung) und nach innen (auf normativ aufgeladene, potenziell „gewaltförmige“ Selbstverständlichkeiten im eigenen Denken). Die folgenden Beiträge reflektieren diesen Rahmen, indem sie spezifische Arenen glokaler Konflikt- und Bildungsprozesse fokussieren. Josefine Scherling widmet sich in ihrem in Zusammenarbeit mit Tuija Kasa entstandenen bildungsphilosophischen Beitrag Formen von Menschenrechtsbildung und ihren Unvermeidlichkeitsnarrativen in Zeiten von Kriegen, und fragt, wie Bildung und widerständige Imagination militärische Logiken irritieren und alternative Geschichten über Krieg, Frieden und Gerechtigkeit öffnen können. Zwei weitere Kurzimpulse beleuchten diese theoretischen Linien in konkreten Feldern und diskutieren Funktionen von Wissen und Bildung in unterschiedlichen pädagogischen, (national-)politischen und medialen Konstellationen: Michael Klundt verweist am Beispiel des Gaza-Krieges im Kontext massiver Kinderrechtsverletzungen und Zerstörungen von Bildungseinrichtungen auf (fehlende) kinder- und friedenspolitische Auseinandersetzungen in Kriegs- und Krisensituationen. Sören Torrau untersucht mögliche Formen subversiver Wissensbildung junger Menschen, die in schulischen Strukturen Wege und Mittel finden (wollen), eigene politische Themen zu setzen und Einfluss zu nehmen. Die Inputs sind als Denkangebote angelegt, die exemplarisch zeigen, wie Bildungs- und Menschenrechtsdiskurse Subjekte adressieren, politisch in Anspruch nehmen, aber in kritischer Form auch Widerstandspraxen ermöglichen. Auf dieser Basis werden die Teilnehmer:innen in Kleingruppen eingeladen, sowohl die theoretische Klammer als auch die exemplarischen Arenen aufzugreifen. Sie reflektieren eigene „alternativlose“ Überzeugungen zu Bildung, Krieg, Frieden und Kinderrechten, analysieren mögliche Gewaltförmigkeit normativer Wahrheiten und entwickeln gemeinsame Fragen statt fertiger Lösungen. Die Ergebnisse werden im Plenum in Form von Frage-Clustern zusammengeführt und kurz kommentiert, nicht mit Rezepten, sondern mit Anschlussfragen. Das Format soll in einem geschützten, dialogischen Rahmen gemeinsame kritische Reflexionen ermöglichen, gewaltförmige Selbstverständlichkeiten in Wissenschaft und Bildung sichtbar machen und Perspektiven für widerständige Bildungspraktiken in glokalen Krisen- und Konfliktkonstellationen eröffnen. | ||
