Veranstaltungsprogramm
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Session 2l: Offenes Format: Bildungstheorie
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AEW SYMPOSIUM „Zukunft gemeinsam gestalten?! – Zur Zusammenarbeit zwischen Bildungspolitik und Bildungswissenschaft“ Europa-Universität Flensburg, Deutschland Das Kongressthema „Bildung in Zeiten der Glokalisierung“ verweist auf eine Gegenwart, in der bildungspolitische Steuerung zugleich durch globale Vergleichsregime, datenbasierte Governance-Architekturen und lokal situierte Aushandlungsprozesse geprägt ist. Vor diesem Hintergrund adressiert die Podiumsdiskussion der ÖFEB-Sektion Allgemeine Erziehungswissenschaft die Frage, wie eine Zusammenarbeit zwischen Bildungspolitik und Bildungswissenschaft konzeptionell ausgerichtet werden kann, um Bildung zukunftsfähig zu gestalten, ohne sie auf technokratische Evidenzformeln oder symbolische Konsultationspraktiken zu reduzieren. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich an der Schnittstelle von Politik und Wissenschaft gegenwärtig heterogene und teils widersprüchliche Rationalitäten und Logiken überlagern, deren Spannungen selten expliziert, sondern häufig pragmatisch überdeckt werden. Zukunft gemeinsam zu gestalten kann nicht bedeuten, diese Differenzen zu negieren, sondern eine wechselseitig bezogene Debattenkultur zu entwickeln, in der epistemische, normative und politische Spannungen vor dem Hintergrund lokaler und globaler Transformationsprozesse sichtbar, diskutierbar und konstruktiv bearbeitbar gemacht werden. Im Zentrum der Diskussion stehen drei aktuelle Schieflagen: (i) erstens eine verkürzte Evidenzorientierung, in der komplexe Bildungsprozesse auf scheinbar robuste Wirkzusammenhänge reduziert werden, obwohl kausale Zuschreibungen empirisch wie theoretisch häufig unterdeterminiert bleiben; (ii) zweitens die politische Instrumentalisierung wissenschaftlicher Befunde, bei der Forschung selektiv zur Legitimation vorgegebener Entscheidungen herangezogen oder im Modus öffentlicher Polemik delegitimiert wird; (iii) drittens der auffällige Bedeutungsverlust bildungstheoretischer und gesellschaftstheoretischer Perspektiven zugunsten kurzfristig verwertbarer technokratischer Logiken, wodurch normative Prämissen pädagogischen Handelns und politischer Steuerung implizit bleiben. Leitend sind dabei Grundfragen der Allgemeinen Erziehungswissenschaft, die aufgrund ihrer gesellschafts- und disziplinpolitischen Tragweite aktuell besonderer Aufmerksamkeit bedürfen: Welche Formen von Wissen sind/werden politisch anschlussfähig und welche werden systematisch marginalisiert? Wie kann mit Unsicherheit, Nicht-Wissen und fehlender Kausalität verantwortungsvoll umgegangen werden? Inwiefern droht eine evidenzrhetorisch abgesicherte Politik gerade jene demokratischen Aushandlungsprozesse zu unterlaufen, auf die Bildung angewiesen ist? Wie kann die Bildungswissenschaft ihre epistemische Eigenständigkeit behaupten, ohne sich entweder in normativer Selbstreferenzialität zu erschöpfen oder im Modus politisch-administrativer Verwertbarkeit aufzugehen? Und inwiefern trägt die gegenwärtige Evidenz- und Wirkungsorientierung der Bildungswissenschaft selbst zur Verdeckung und Entpolitisierung normativer Bildungsfragen bei? Am Podium diskutieren gemeinsam mit Marion Döll (Professorin für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache; Vizepräsidentin für Forschung und Wissenstransfer der Europa-Universität Flensburg): - Beatrix Karl (Vorsitzende der Rektorinnen und Rektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen Österreichs; Rektorin der Pädagogischen Hochschule Steiermark) - Mandy Singer-Brodowski (Professorin für Bildung für nachhaltige Entwicklung; Sprecherin des Instituts für Bildungswissenschaft der Universität Regensburg) - Peter Schlögl (Vorsitzender der ÖFEB; Vizerektor für Transfer, Kooperation und Weiterbildung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt) - Matthias Huber (Professor für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung; Vorsitzender der Sektion Allgemeine Erziehungswissenschaft der ÖFEB) | ||