Veranstaltungsprogramm
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Session 5g: Einzelbeiträge: Leadership/KI
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Personalentwicklung in der Berufsbildung im digitalen Wandel: Was eine Schulfüh-rung über Online Fortbildungen wissen muss – eine empirische Analyse entlang des Qualitätsrahmens und der Trias der Schulentwicklung 1: PH Wien, Österreich; 2: PH Niederösterreich, Österreich Die Berufsbildung in Österreich befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, geprägt durch Lehrkräftemangel, Generationenwechsel und einen steigenden Anteil an Quereinsteiger*innen. Gleichzeitig wirkt die fortschreitende Digitalisierung als Motor schulischer Entwicklung und beeinflusst Unterricht sowie organisations- und personalbezogene Prozesse. Vor diesem Hintergrund gewinnen Online‑Fortbildungen an Bedeutung, da sie flexible und ortsunabhängige Möglichkeiten der Professionalisierung bieten. Theoretisch ist die Studie in Rolffs Trias der Schulentwicklung (Rolff, 2016) verortet; ergänzend dienen der Bundesqualitätsrahmen für Fort- und Weiterbildung und Schulentwicklungsberatung (BMBWF, 2021) sowie das Qualitätsmanagementsystem (QMS) mit dem Fort‑ und Weiterbildungsplanungsgespräch als strukturgebende Referenzrahmen. Die übergeordnete Forschungsfrage lautet: Welche individuellen und organisationalen Faktoren prägen Wahrnehmung, Präferenz und Nutzung von Online‑Fortbildungen durch Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen in Österreich - und welche Bedeutung haben diese Faktoren im Sinne der Trias der Schulentwicklung? Ziel der Studie ist es, die Bedeutung organisationaler Strukturen für die Wirksamkeit von Online‑Fortbildungen im digitalen Wandel herauszuarbeiten. Die Untersuchung folgt einem Mixed‑Methods‑Design (Mai–Oktober 2025; n = 732 Lehrkräfte; Schneeballverfahren). Das Erhebungsinstrument umfasste eine neu entwickelte geschlossene Frage (siebenstufige Likert‑Skala), eine offene Anschlussfrage und vier demografische Items. Quantitative Daten wurden mittels deskriptiver Statistik, t‑Tests und ANOVA ausgewertet. Qualitative Daten wurden mit inhaltlich‑strukturierender Inhaltsanalyse nach Kuckartz (Kuckartz & Rädiker, 2022) mit der Software MAXQDA analysiert; das deduktiv entwickelte Kategoriensystem basierte auf dem Bundesqualitätsrahmen und erzielte eine Intercoder‑Reliabilität von κ = .80. Qualitative Forschungsfragen waren: (Q1) Welche organisationalen Gelingensbedingungen und Hemmnisse (z. B. Genehmigungsprozesse, Kommunikation) beschreiben Lehrpersonen? (Q2) Wie begründen Lehrpersonen ihre Präferenzen für Online‑Fortbildungen? Die quantitativen Hypothesen lauteten: (H1) Frauen präferieren Online‑Fortbildungen stärker als Männer; (H2) Der Schultyp wirkt sich auf die Präferenz von Onlinefortbildungen aus. Die Ergebnisse zeigen, dass Online‑Fortbildungen aufgrund von Flexibilität, Zeitersparnis und Vereinbarkeit geschätzt werden; kritisiert werden späte Termine, lange Sitzungen, geringe Praxisnähe und redundante Inhalte. Organisational hemmen unklare Genehmigungsprozesse, mangelnde Kommunikation und fehlende Ressourcensteuerung die Teilnahme. H1 wurde bestätigt (p = .04); für H2 ergab sich keine Evidenz. Theoretisch lassen sich die Befunde klar entlang von Rolffs Trias der Schulentwicklung (Rolff, 2016) und dem Qualitätsmanagementsystem für österreichische Schulen (QMS) verorten: Die fehlende systematische Personalentwicklung an vielen Schulen sowie unzureichend genutzte QMS‑Instrumente verhindern die Verzahnung individueller und organisationaler Professionalisierungsprozesse. Die Wirksamkeit von Online‑Fortbildungen für Personal‑ und Organisationsentwicklung setzt transparente Genehmigungsprozesse und partizipative Einbindung voraus. Gleichzeitig wird deutlich, dass systematische Personalentwicklung an vielen Schulen noch nicht etabliert ist, sodass Fortbildungsmaßnahmen vielfach ohne strategische Rahmung erfolgen. Weitere Forschung sollte untersuchen, wie beteiligungsorientierte Strukturen, klare Abläufe und eine kohärente Personalentwicklung nachhaltig im Sinne der Trias der Schulentwicklung verankert werden können. KI und schulische Führung: Eine qualitative Studie zur Agency von Schulleitungen in Österreich Universität Innsbruck, Österreich Dieser Vortrag geht der Frage nach inwiefern sich die Agency von österreichischen Schulleitungen im Kontext der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in ihre tägliche Führungspraxis zeigt. Die Rollen und Aufgaben von Schulleitungen haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. So wurden Schulleitungen zunehmen mehr auch mit zusätzlichen Aufgaben vertraut, die mit einem erhöhten Workload einhergingen (Groß Ophoff et al., 2023). Dieser Wandel weist Schulleiter:innen multidimensionale Rollen als Veränderungsagenten, Wissensvermittler und Prozessbegleiter zu (Brauckmann & Eder, 2019). Die sich so wandelnden Verantwortlichkeiten werfen wichtige Fragen auf, bspw. inwieweit KI die Agency von Schulleitungen beeinflusst. Basierend auf einer qualitativen Inhaltsanalyse von Mayring (2022) von zehn Interviews mit Schulleitungen verschiedener Schultypen zeigen die Ergebnisse, dass KI überwiegend zur Unterstützung und nicht zur Automatisierung von Aufgaben in den Bereichen Kommunikation, Dokumentation und Unterrichtsunterstützung eingesetzt wird. Obwohl KI Effizienzsteigerungen und kognitive Entlastung ermöglicht, behalten die Schulleitungen bewusst die Entscheidungsbefugnis, was auf einen reflektierten und vorsichtigen Einsatz hindeutet. Der Vortrag leistet einen Beitrag zum wachsenden Diskurs über Schulführung im digitalen Zeitalter, indem er ein differenziertes Verständnis davon bietet, wie KI die Agency von Schulleiter:innen verändert. Der Vortrag kommt zum Schluss, dass die Zukunft der Schulführung nicht nur von technologischen Innovationen abhängt, sondern auch von einem ethischen, strategischen und reflektierten Umgang mit KI-Werkzeugen im schulischen Alltag. Open Educational Practices (OEP) als Organisationsentwicklung für Schulträger. Lokale Infrastrukturfragen und globale Versprechen der Digitalität Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Deutschland Ausgangslage In Deutschland wurde mit dem DigitalPakt ein erster StatusQuo technischer Materialität in der Institution Schule geschaffen. Entsprechend sind Grundlagen für die Digitalisierung von Bildung durch die Einführung digitaler Informationstechnologien hergestellt. Diskursiv zeigt sich ein Krisenmodus des Aufholens der Digitalisierung (Macgilchrist, 2023). Während diese epistemische Perspektive der Wissensökonomie einen ersten Digitalisierungsschub leistet, bleiben ontologische Fragen nach der kulturellen Aushandlung zwischen Schulträgern, Schulen und weiteren Akteuren angesichts der digitalitätstheoretisch spezifischen Momente (Jörissen 2025) bisher häufig unberücksichtigt. Dabei gilt es angesichts u.a. einer Kultur der Digitalität die sich für die Institutionen öffnenden Strukturen des Virtuellen, der Algorithmizität, der Referenzialität und Gemeinschaftlichkeit zu betrachten (Noller, 2021), um glokale Entwicklungstendenzen zu ergründen. Die bundesdeutsche OER-Strategie (2022) versucht dem nachzugehen. OER/OEP vermitteln dabei ein globalisiertes Versprechen weltgesellschaftlicher BNE (Inkermann, 2025) und stehen vor (nationalen) demokratischen Herausforderungen von Schließungsstrukturen (Lessenich, 2024) innerhalb eines föderalen Bildungssystem. Die diesem Beitrag zugrundliegende BMFTR-Förderlinie betrachtet unter der Annahme der von OER/OEP betroffenen Institution Schule kommunale und freie Schulträger im Mehrebenensystem (Hermstein, 2024) und fokussiert die Organisationsentwicklung zur Unterstützung pädagogischer Fragestellungen schulischer Praxis im Zeitalter der Digitalität. Ziele Das präsentierte Projekt Meta-Struktur[1] zielt auf eine Situationsanalyse der Rolle der Schulträger im Rahmen der OER-Strategie und skaliert Organisationsentwicklungsansätze für einen institutionellen Zusammenhang. Dazu werden sieben laufende Projekte der Förderlinie auf den kulturellen Bezugsrahmen von OER beforscht. Jenseits bisher diskutierter Perspektiven auf Leadership und Schulleitungskompetenz wird so dem Desiderat nachgegangen, eine Governance-Perspektive zu verfolgen, die Schulträgern im Mehrebenensystem einen situativ-diskursiven Anteil an pädagogischen Fragestellungen durch kommunales Verwaltungshandeln im Sinne von OEP zuspricht. Wie stellt sich die digitale Transformation der Bildungslandschaft aus der Perspektive der Schulträger dar? Wie wird die gewünschte Verschränkung der pädagogisch-didaktischen und technisch-infrastrukturellen Anforderungen gestaltet? Welche institutionellen Grenzverschiebungen zeigen sich seitens der Schulträger durch die auf die OER-Strategie ausgerichteten Organisationsentwicklungsprozesse? Vorgehen Mittels der diskursanalytisch-ethnografischen Betrachtung des Projektverbunds werden Soziale Welten/Arenen (Clarke 1991) aufbereitet, um die praktische Gestaltung der digitalen Transformation durch die Schulträger relational aufzuzeigen. Dabei geraten weniger die Interaktionsprozesse als vielmehr die Arrangements von Beziehungen, wie sie sich in ihrer spezifischen Ökologie (Clarke et al., 2018) als Akteurskonstellationen in Verbindungen der Situationen zwischen Lokalem und Globalen hervorgerufen durch die OER-Strategien zeigen, in den Fokus der Beschreibung sozialer Welten. Diskussion Die sich in den sozialen Welten vermittelnde Relationierung von Diskursen, Praktiken und Phänomenen ermöglicht es, die mit der Digitalität einhergehenden Transformationen von Kooperations- und Kommunikationsvollzügen und damit die Organisationsentwicklung von Schulträgern in ihrer Situiertheit (Keller 2023) zu beschreiben. [1] BMFTR-Förderzeitraum 12/2025-03/2029 | ||