5. Schweizer Landschaftskongress 2026
3. - 4. September 2026
Davos, Schweiz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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P02 Landschaft und Klimawandel – Auswirkungen und Anpassungen
Sitzungsthemen: Klimawandel und Landschaft
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11:40 - 11:55
Hütten 2050: Betroffenheit und Anpassungsstrategien an den Klimawandel 1: Schweizer Alpen-Club SAC; 2: Arcollage AG Zusammenfassung Aufgrund der enormen Ausmasse des Klimawandels in den Alpen gilt es, die Hütten anzupassen, resilienter zu machen und weiterzuentwickeln, um diese wo möglich und sinnvoll auf lange Frist zu erhalten. Im Studienpaket Hütten 2050 untersucht der SAC systematisch die Auswirkung des Klimawandels auf Hüttenstandorte, Zustiege, Wasserversorgung, Landschaftsbild und Tourenmöglichkei-ten. Erste Ergebnisse zeigen weitreichende Folgen: Bei über einem Drittel der Hütten könnte der Baugrund durch tauenden Permafrost instabil werden, 42 Hütten sind potenziell durch Felsstürze bedroht. Gletscher verschwinden rasant und lassen vielerorts Seen zurück. Die Waldgrenze steigt, sodass viele «alpine» Hütten bald im Bereich der potenziellen Waldgrenze liegen werden. Ungefähr alle 30 Jahre wird eine SAC-Hütte umfassend umgebaut. Bei der Planung eines Umbaus müssen sich die Sektionen heute ins Jahr 2050 versetzen und Entwicklungen antizipieren: Sind Standort und Zustieg weiterhin sicher? Bleibt die Umgebung attraktiv? Werden heutige «Alpinhütten» zu «Bergwanderhütten», und was bedeuten neue Gästesegmente für den Hüttenbetrieb? Um diese Veränderungen baulich zu begleiten, sind Anpassungsstrategien wichtig. Diese reichen von Ausbauen über Verlegen bis hin zu Schrumpfen oder gar Aufgeben. Entsprechende Zukunftsbilder sollen den Dialog unter den Betroffenen fördern und Entscheide erleichtern, die es im Rahmen eines Umbaus schon heute zu treffen gilt. 11:55 - 12:10
Klimawandel in der Nationalparkregion 1: Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, MeteoSchweiz; 2: Tourismus Engadin Scuol Samnaun Val Müstair AG; 3: Forschungskommission des Schweizerischen Nationalparks, SCNAT Zusammenfassung Der Klimawandel wirkt sich in den Alpen stark auf Sektoren wie Tourismus, Naturgefahren und Wassermanagement aus. Im Bergtourismus entstehen Herausforderungen bei Schneesicherheit, Beschneiung und Extremwetter, gleichzeitig ergeben sich zusätzliche Chancen durch eine verlängerte Sommersaison. Diese Arbeit untersucht den Klimawandel im Unterengadin und in der Val Müstair anhand historischer Daten und den neuen Klimaszenarien Klima CH2025. Die Analyse zeigt, dass sich die Tagestemperatur in der Nationalparkregion im Zeitraum 1991–2020 im Vergleich zur Referenzperiode 1961–1990 um 1,24 °C erhöht hat. Diese Erwärmung wird – je nach weiterem Verlauf der globalen CO₂-Emissionen – im Sommer bis zu 3,9 °C erreichen. Damit einher geht ein Rückgang der Schneefalltage in allen Höhenstufen: Seit der Periode 1961–1990 gingen bereits 5–12 Schneetage verloren; den neuen Szenarien zufolge könnten im Vergleich zu heute bis zu 18 Tage wegfallen, während gleichzeitig der Niederschlag öfter als Regen fällt. Dies steht im Zusammenhang mit der steigenden Nullgradgrenze (Anstieg im Winter um 170 m seit 1961–1990); in Zukunft könnte diese in der Region um weitere 550 m steigen. Gleichzeitig birgt die Erwärmung auch Potenzial für den Tourismus: Ein Wanderwetter-Indikator zeigt, dass geeignete Wandertage auf über 2500 m ü.M. von heute 12,5 auf bis zu 45 Tage steigen könnten. Wir zeigen, wie der Klimawandel den Tourismus beeinflusst und welche Anpassungsmassnahmen entwickelt werden, um die Veränderungen zu bewältigen. 12:10 - 12:25
Zeitreise Val Müstair: Landschaft im Klimawandel erleben 1: WSL; 2: Geographisches Institut, Universität Bern; 3: Naturpark Biosfera Val Müstair Zusammenfassung Im transdisziplinären Projekt KLANG entstanden für drei Orte im Naturpark Biosfera Val Müstair Bildserien, bestehend aus einem historischen, einem zeitgenössischen und zwei Zukunftsbildern. Die Zukunftsbilder – ergänzt durch kurze narrative Texte – zeigen mögliche Auswirkungen des Klimawandels und beleuchten lokale Handlungsoptionen im Umgang mit dem Klimawandel. Diese Landschaftsszenarien wurden partizipativ erarbeitet und berücksichtigen sowohl aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel wie auch lokales Wissen zur Landschaft. Diese Zeitreihe bestehend aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wurde Anfang 2026 in der Anlassserie «Zeitreise Val Müstair» genutzt, um einen gesellschaftlichen Dialog über Landschaftsveränderungen und deren auslösende und treibende Kräfte zu fördern. Dadurch sollten Teilnehmende befähigt und motiviert werden, sich mit diversen Landschaftsqualitäten auseinanderzusetzen und persönliche Wunschvorstellungen für die zukünftige Entwicklung der Landschaft zu formulieren. Die wissenschaftliche Begleitung dieser Diskussionen erlaubt es, zu untersuchen wie die Auseinandersetzung mit vergangenen Landschaftsveränderungen die Wahrnehmung und Bewertung von zukünftigem Landschaftswandel auswirkt. In diesem Beitrag stellen wir Resultate der «Zeitreise Val Müstair» vor und diskutieren gemeinsam die Chancen und Herausforderungen einer lokal verankerten Herangehensweise an das Thema Landschaften und Klimawandel. | ||