5. Schweizer Landschaftskongress 2026
3. - 4. September 2026
Davos, Schweiz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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M11 - Handwerk, Ernährung & Kulturlandschaft
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Einblicke in die Arbeit des Instituts für Kulturforschung Graubünden. Institut für Kulturforschung Graubünden Zusammenfassung Landschaften sind Produkte gesellschaftlicher Praktiken. Sie entstehen durch Nutzung, Wahrnehmung und Erzählung. Das Institut für Kulturforschung Graubünden (ikg) erforscht Landschaften als kulturell geprägte Räume, in denen gesellschaftliche Aushandlungen sichtbar werden. Am Stand des ikg präsentieren wir ausgewählte Publikationen und Forschungszugänge, die Landschaft als Beziehungsgeflecht zwischen Mensch, Raum und Geschichte lesbar machen. Anhand von Forschungen aus Graubünden – von alpinen Kulturlandschaften über Mobilitätsräume bis zu literarischen und medialen Landschaftsbildern – zeigen wir, wie sich Berg und Tal, Stadt und Land gegenseitig formen. Der Stand versteht sich als offener Treffpunkt: zum Blättern in Büchern, zum Gespräch über Methoden und Perspektiven und zum Austausch darüber, wie kulturwissenschaftliche Forschung aktuelle Landschaftsfragen vertiefen und erweitern kann. Offenes Handwerkswissen für die Alpen–Wie bauen wir ein digitales Commons? FHNW Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel Zusammenfassung Wie lässt sich gefährdetes alpines Handwerkswissen digital zugänglich machen – offen, partizipativ und gemeinschaftlich erweiterbar? Im SNF-Projekt Commons der Alpen – Ein offenes Archiv für Handwerk, Tradition und Innovation https://data.snf.ch/grants/grant/10000223 entsteht ein Prototyp eines digitalen Archivs für handwerkliche Praktiken aus vier Bündner Naturpärken (Modellregionen). Gemeinsam mit Handwerker:innen, Institutionen und regionalen Wissensakteur:innen testen wir Werkzeuge, Datenmodelle und Formen der Mitgestaltung. Am Marktplatz zeigen wir erste Beispiele aus den Bereichen Textil-, Holz-, Keramik- und Metallhandwerk u.a., veranschaulichen die Funktionsweise eines Design-Commons und diskutieren, wie digitale Wissensallmende regionale Wertschöpfung und kulturelle Nachhaltigkeit stärken können. Gemeinsam mit dem Publikum möchten wir klären: Wie wird ein digitales Archiv lebendig? Wie aktivieren wir lokale Communities? Welche Offenheits- und Beteiligungsmodelle eignen sich für alpine Commons? Der Beitrag lädt zur Mitgestaltung eines zukunftsorientierten Handwerks-Commons ein. Inventar nicht mehr genutzter Bauten und Anlagen Mountain Wilderness Schweiz Zusammenfassung Der Anblick von nicht mehr genutzten, verfallenden Skianlagen, Zäunen, Hütten und ähnlichem ist im Schweizer Berggebiet keine Seltenheit. Allein Skilift- und Seilbahnruinen gibt es schweizweit mehr als 55 Stück. Tendenz steigend, denn insbesondere in tiefen Lagen muss der intensive Wintertourismus angesichts abnehmender Schneesicherheit und zunehmenden Konkurrenzdrucks kapitulieren. Da bislang keine umfassende Übersicht darüber besteht, wo solche Überreste früherer Nutzung im Schweizer Berggebiet verbleiben, hat Mountain Wilderness eine partizipative Karte lanciert. Jede:r kann dort eigene Sichtungen solcher Objekte eintragen. So soll das Ausmass des Problems sichtbar gemacht und Druck aufgebaut werden, um eine Lösung auf politischer Ebene zu forcieren. Denn obschon z.B. bei Seilbahnen eine Rückbaufrist gesetzlich verankert ist, wird ein zeitnaher Rückbau aus verschiedenen Gründen oft nicht umgesetzt. Bei unseren Rückbauaktionen packen wir ausserdem selbst an und entfernen kleinere Bauten mithilfe von Freiwilligen. Auf diese Weise wollen wir mehr Bewusstsein für den Wert von Wildnis und unverbauter Landschaft schaffen. Denn Rückbau bedeutet nicht nur, etwas zu entfernen, sondern schafft etwas Neues: Räume, die wieder weitgehend frei von Spuren menschlicher Nutzung sind. Gerade vor dem Hintergrund der fortschreitenden touristischen Erschliessung ist dies umso wichtiger. FruchtBar – Kulturlandschaft an den Tresen bringen 1: incolab; 2: Komeo AG; 3: Bio Füür Zentralschwiiz Zusammenfassung Die Gestalt der Kulturlandschaft und ihre Funktionen zur Sicherung der Biodiversität sowie als CO2-Senke ist stark abhängig von Managementstrategien der Landwirtschaftsbetriebe. Meist verstehen sich die Betriebe als Akteure des Marktes, welche auf die Nachfrage (nach Produkten und Direktzahlungen) reagieren. Einer Nachfrage nach Produkten von hoher Qualität in fairen marktbasierten Beziehungen nachzukommen, scheint für viele LandwirtInnen ein erstrebenswerter Weg. Diese Art der Nachfrage zu generieren, ist eine der Aufgaben des Modellvorhabens «FruchtBar». Im Raum Luzern-Malters wird die Apfel-Nachfrage aufgebaut, indem der Getränkehersteller Komeo ein Bargetränk aus fermentiertem Apfelsaft entwickelt. Die LandwirtInnen in der Region können Obst für dieses Produkt liefern, wenn sie sich zu einer Entwicklung ihrer Obstproduktion in Richtung diversifizierter Agroforstsysteme verpflichten. Fünf Betriebe dienen als Reallabore und übernehmen die Pionierarbeit. Weitere Betriebe werden über Gruppenberatungen angesprochen, sodass sich die Angebotsseite verbreitert. Der Prototyp des Getränks und das Narrativ zur sich entwickelnden Landschaft können am Landschaftskongress erlebt und besprochen werden. Der Beitrag diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen konsequent regionaler und nachhaltiger Kreisläufe sowie ihre Wirkung auf die Landschaft. Die Frage der Restriktionen des Marktes hinsichtlich einer konsequent nachhaltigen Umsetzung können eruiert und für weitere Projekte genutzt werden. Projekt CereAlp: Entwicklung maschineller Erntelösungen für Ackerterrassen Erlebniswelt Roggen Erschmatt Zusammenfassung Der Roggenanbau auf Ackerterrassen in Bergregionen erlebt derzeit einen Aufschwung. Aufgrund steiler Hänge, schmaler Zufahrten und begrenzter technischer Möglichkeiten ist die Ernte jedoch besonders herausfordernd. Klassische Erntemaschinen sind zu breit für den Einsatz auf den Terrassenflächen und nicht geeignet für steiles Gelände. Hier setzt das Interreg-Projekt CereAlp an, mit dem Ziel maschinelle Erntelösungen für die Getreideernte in Berggebieten zu entwickeln. Neben der Freien Universität in Bozen und der Bürgergenossenschaft Obervinschgau sind die Vereine «Roggenkleinproduzenten im Oberwallis» und «Erlebniswelt Roggen Erschmatt» am Projekt beteiligt, welche bereits maschinelle Erntelösungen für Getreide auf den Ackerterrassen getestet haben. Bisher konnte keine zuverlässige und zufriedenstellende maschinelle Erntelösung gefunden werden. Die Projektpartner legen Wert auf die Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft und das CereAlp Projekt soll dazu beitragen, die Bewirtschaftung der traditionellen Ackerterrassen in Bergregionen wirtschaftlich rentabel und dadurch attraktiver zu machen. Kernziel des Projekts ist die Konstruktion eines Mähdrescher-Prototyps, der an die besonderen Bedingungen der Ackerterrassen angepasst ist. Das Gerät vereint Mähen, Dreschen und Kornspeicher in einem modularen System. Der Prototyp basiert auf dem weit verbreiteten Metrac-Trägerfahrzeug und gemäss dem Retrofitansatz werden vorhandene Bauteile von bestehenden Maschinen verbaut. Sentier didactique innovant : du concept au terrain avec IDEFIX 1: Erlebniswelt Roggen Erschmatt; 2: Naturpark Pfyn-Finges Zusammenfassung Il existe de nombreux sentiers didactiques dont beaucoup perdent leur attractivité dans le temps. Face à cette abondance et ce manque de durabilité, comment créer de parcours innovants dans des paysages à forte valeur patrimoniale, tels que les parcs naturels ? Cette recherche Innotour s'appuie sur des critères d'évaluation existants et les enrichit par une approche participative : tables rondes et enquêtes auprès d'acteurs locaux et d'experts, analyse de la littérature et des bonnes pratiques. Cette démarche permet d'élaborer une définition commune des sentiers didactiques innovants et des critères spécifiques aux parcs naturels. Ce projet propose deux outils complémentaires : une matrice d'évaluation pour mesurer le degré d'innovation des parcours ainsi que la méthode IDEFIX, processus structuré guidant pas à pas la conception du concept initial à la réalisation sur le terrain. Ensemble, ces outils offrent un cadre pour concevoir et évaluer des sentiers didactiques innovants et durables. Cette approche a été testée sur le sentier pilote «Floraweg» à Erschmatt. Situé dans les champs de seigle, ce parcours consacré à la flore messicole intègre des dispositifs interactifs et ludiques. Ceci permet d'illustrer l’application de la méthode IDEFIX, de présenter la matrice d'évaluation et de partager les premiers retours de cette réalisation grandeur nature. Adaptables à différents contextes paysagers, ces outils serviront de base à d'autres projets de valorisation territoriale. | ||