5. Schweizer Landschaftskongress 2026
3. - 4. September 2026
Davos, Schweiz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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M08 - Reallabore, Prozesse & Governance
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Modellvorhaben nachhaltige Raumentwicklung 2025–30, Themenschwerpunkt 2 BAFU Zusammenfassung Sport treiben, mit dem Hund spazieren oder die Natur direkt vor der Haustür erleben – wir profitieren alle von naturnah gestalteten und miteinander vernetzten Freiräumen in unseren Siedlungen. Sie versprechen Abkühlung im Sommer, halten bei starken Niederschlägen das Wasser zurück und bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Trotz dieser Vorteile kommt das vernetzte Denken bei der Gestaltung von Natur- und Freiräumen im Siedlungsraum oft noch zu kurz. Die im Themenschwerpunkt «Lebensqualität durch Biodiversität und attraktive Landschaften erhöhen» begegnen diesen Themen mit unterschiedlichen Fragestellungen und Herangehensweisen. Im Rahmen eines Posterbeitrags auf dem Marktplatz sollen sie kurz vorgestellt werden. Gefördert werden die folgenden Projekte: - Vivai diffusi: uno strumento per la riqualifica delle aree industriali - Entwicklungskonzept Stadtrandpark Winterthur - Gestaltungscharta Agglomeration Brig-Visp-Naters - Schönthal-Park als interkommunaler Entwicklungsinkubator im Ergolz-Talraum - Grenzlandschaften im Agglomerationsraum – Lösungsansätze zur Freiraumgestaltung für kommunale Grenzgebiete im Glattal - Agrarpark Limmattal: Vorbild für die ÖI-Umsetzung in Agglomerationslandschaften Auf der Suche nach Lösungen für Landnutzungskonflikte im Interreg-Alpenraum 1: Fundaziun Pro Terra Engiadina; 2: UNESCO Biosfera Engiadina Val Müstair; 3: ARE - Bundesamt für Raumentwicklung Zusammenfassung In der Session wird die Konkurrenz um Flächennutzungen in der Schweiz und im gesamten Alpenraum beleuchtet. Ausgangspunkt ist die Analyse unterschiedlicher Ansätze in den Alpenländern, um Nutzungskonflikte bei knappen Raumressourcen effizient und nachhaltig zu lösen – ohne zusätzlichen Landverbrauch. Dazu werden bestehende Massnahmen und Beispiele untersucht, die sowohl wirtschaftliche Entwicklung als auch Biodiversität und Landschaft beeinflussen. In einem interaktiven Format reflektieren die Teilnehmenden gemeinsam Lösungsansätze zur Verbesserung der Bodennutzung, Raumentwicklung und Förderung ökologischer Infrastrukturen. Anhand von Interreg-Alpine-Space-Projekten wie BrokeringSpaces und LUIGI wird gezeigt, wie relevante Politiken (Bodenstrategie, Biodiversitätsstrategie, Landschaftskonzept) umgesetzt werden. Die Ko-Moderation durch eine Fachbehörde und eine Praxisvertreterin verdeutlicht die Verbindung zwischen strategischen Vorgaben und deren Umsetzung in Pilotgebieten. Die Erfahrungen aus den Alpenraumprojekten illustrieren zudem, wie sozioökonomische Ergebnisse in Bergregionen im Rahmen der Regionalentwicklung (NRP) erfolgreich mit ökologischem Mehrwert kombiniert werden können. Das interaktive Format soll die Teilnehmenden anregen, sich mit den Potenzialen von Interreg auseinanderzusetzen. Grundeigentümer:innen verstehen – nachhaltige Siedlungsentwicklung fördern 1: incolab GmbH; 2: Universität Lausanne Zusammenfassung Eine zentrale Schwierigkeit bei der Umsetzung raumwirksamer Massahmen ist die starke Abhängigkeit von den Grundeigentümer:innen, die letztlich entscheiden, wie und in welchem Umfang sie ihre Grundstücke entwickeln. Bisher sind Kenntnisse über die Zusammensetzung, Eigenschaften und Motive von Grundeigentümer:innen kaum vorhanden, was häufig auf mangelnden Zugang zu Eigentumsdaten zurückzuführen ist. Dank detaillierter Datengrundlage untersuchten wir in der Gemeinde Opfikon wie Grundeigentümer:innen die ökologische Nachhaltigkeit der Innenverdichtung beeinflussen. Wir analysierten in einem ersten Schritt die Zusammensetzung und Veränderung der Grundeigentumsstrukturen der Jahre 2010–2025 anhand der Grundeigentumstypen «Institutionell»; «Privat-selbstnutzend», «Privat-vermietend», «Öffentlich» und «Genossenschaftlich». Im zweiten Schritt wurde der Unterschied zwischen verschiedenen Grundeigentumstypen auf die Art der Verdichtung (Neubau, Ersatzbau oder im Bestand), einen reduzierten Wohnflächenbedarf pro Person sowie der Umgang mit Grünflächen untersucht. Dieses Fallbeispiel zeigt auf, welche Erkenntnisse anhand verfügbaren Eigentumsdaten möglich sind. Ein vertieftes Verständnis darüber, wie, wo und aus welchen Gründen Grundeigentümerinnen (nicht) zur nachhaltigen Innenverdichtung beitragen, ist Voraussetzung dafür, sie wirksam in Planungsprozesse einzubeziehen und eine nachhaltige Raumentwicklung zu fördern. BFH-HAFL Transdisziplinäres Reallabor in Törbel Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (BFH-HAFL) Zusammenfassung Die BFH-HAFL setzt innerhalb des RURACTIVE-EU-Projekts in Törbel ein transdisziplinäres Reallabor als praxisnahen Lern- und Forschungsort in einer alpinen Gemeinde um. Ziel ist es, eine Plattform für die Zusammenarbeit von Studierenden, Forschenden und lokalen Akteur:innen zu schaffen, um gemeinsam Lösungen für aktuelle Herausforderungen in Bergregionen zu entwickeln. Im Reallabor werden Studierende der BFH-HAFL aus Bereichen wie Landwirtschaft und Forstwirtschaft in reale Projekte eingebunden, z. B. zur Landschafts- und Commons-Governance, Wasserknappheit oder nachhaltiger Landnutzung. Lokale Stakeholder:innen sind aktiv in die Identifikation von Problemen, die Entwicklung von Lösungen und die Erprobung von Massnahmen eingebunden. Das Reallabor fördert den Wissensaustausch zwischen Forschung und Praxis, stärkt die Sichtbarkeit von Törbel als Innovationsstandort und trägt zur langfristigen sozialen und ökologischen Resilienz der Gemeinde bei. Durch Workshops, Exkursionen und partizipative Veranstaltungen entsteht ein dynamisches Umfeld für transdisziplinäres Lernen und angewandte Forschung. Reallabor Jurapark Aargau: So entsteht Praxis aus Forschung 1: ETH Zürich; 2: Eidg. Forschungsanstalt WSL; 3: Jurapark Aargau Zusammenfassung Wie bringt man Forschende zusammen, die zeichnen, Interviews führen oder Bodenfeuchte messen? Worüber sprechen sie, wenn sie sich mit Landwirt:innen bei Regen auf einem Bauernhof treffen? Und was macht eine Primarschule mit Architekturstudierenden im Wald am Dorfrand? Das ist nur eine Auswahl von Praxisbeispielen des Forschungsprojekts «Reallabor Jurapark Aargau». In vier Realexperimenten wird erprobt, wie nachhaltige Entwicklung im regionalen Naturpark konkret gestaltet werden kann – von Wasserrückhaltung mit Keylines über die Begleitung von Landwirtschaftsbetrieben im Klimawandel bis hin zu zukunftsfähigen Grünflächen und einer radikal regionalen Holznutzung. Über zehn Forschungsgruppen mit zahlreichen Studierenden und Praxispartner:innen entwickeln und testen hierfür gemeinsam Massnahmen in der Region. An unserem Marktplatzstand präsentieren wir die vier Realexperimente im Rahmen des Reallabor Jurapark Aargau und geben einen Einblick in die Arbeit des Projektteams hinter den Kulissen. Wir beleuchten Erfolge und Misserfolge im Beziehungsaufbau durch gemeinsames Experimentieren in der heterogenen Park- und Forschungslandschaft. Wir diskutieren strukturelle Unterschiede und Bedürfnisse der Realexperimente im Hinblick auf Beziehungsaufbau und -pflege zwischen Mensch und Raum – insbesondere unter den Gesichtspunkten Kommunikation und Einbezug der breiten Öffentlichkeit. Ethical chocolate in Switzerland: preferences, gaps and governance 1: WSL; 2: Geografisches Institut, Universität Bern Zusammenfassung Ethical consumption is often presented as a solution to global sustainability problems, yet it assumes that individual choices can correct structural inequalities in telecoupled food systems. Focusing on chocolate as a case where Swiss everyday consumption is linked to social and environmental impacts concentrated in cocoa-growing regions of the Global South, my dissertation examines how preferences for ethically produced chocolate are formed and how they relate to concrete supply-chain and policy options. A nationwide survey combines a discrete choice experiment on supply-chain attributes with a questionnaire on values, beliefs and norms, analysed using structural equation and (hybrid) choice models. Results reveal an ethics-oriented majority and a price-sensitive minority; intentions are shaped mainly by moral obligation and a sense of having the practical means and knowledge to buy ethically produced chocolate, while conventional products still dominate at the point of purchase. Respondents strongly prefer reduced deforestation, Swiss manufacturing and shorter value chains, but are sceptical that labels or higher prices alone improve farmers’ livelihoods. The findings question the transformative power of ethical consumption on its own and identify governance and transparency interventions needed to translate consumer preferences into fairer and more sustainable cocoa supply chains. | ||