5. Schweizer Landschaftskongress 2026
3. - 4. September 2026
Davos, Schweiz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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M05 - Naturgefahren & Gesellschaft
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Risk and spatial planning: a coevolution through an insurance perspective 1: Institut Transform, Haute école d'ingénierie et d'architecture de Fribourg HEIA-FR; 2: Laboratoire d'urbanisme, École polytechnique fédérale de Lausanne EPFL Zusammenfassung With climate change, natural hazards are becoming more frequent and less predictable. As urbanisation concentrates human and material assets, risk – defined as the anticipation of catastrophe and damage – intensifies. This Risk Society condition (Beck 1992) simultaneously increases the demand for insurance coverage while generating discriminatory zoning logics that stigmatize certain areas. This contribution centers on how insurance companies act as “hidden planners” by defining buildings and infrastructures’ system of value. Switzerland stands out as a unique case: coverage against natural disasters is mandatory with uniform premiums across the territory. Not only active in compensating damages but also in investing in prevention and protection, insurance companies’ monopoly has significantly shaped the Swiss-built landscape over the course of the century. These bureaucratic figures have influenced construction standards and how territorial planning is practiced and produced at the local, regional, and national scale. This contribution draws from the ECA (KGV) Vaud archival collection – policies, reports, and correspondences – and argues for the coevolution of “Risk culture” and territorial planning in Switzerland. The archival material from the 20th will be examined in relation to both global and local spatial strategies. This research reframes how insurance companies’ practices and territorial planning interact as forces shaping Switzerland’s built landscapes. Rockfall reconstruction from supraglacial deposits and relationtoclimate University of Zurich Zusammenfassung Rockfall events pose a risk to people and infrastructure in high mountain areas and change the appearance and perception of landscapes. Such events have been suggested to intensify with global warming. However, longer-term datasets on rockfall activity are sparse and often biased regarding detection and hence their relation to climate is ambiguous. This study applies the novel approach of analyzing melted-out debris patches and isochrones at Witenwasserengletscher (UR) to reconstruct a time-series of rockfall activity over the past century and investigate the potential influence of climate. A total of 27 rockfall events could be identified with volumes ranging from 1 to 561 m3. While no significant long-term trend in rockfall activity was observed, periods of increased activity generally correlated with peaks in summer temperature, but no direct relationship to extreme rainfall events was found. Comparison to the rockfall database of PERMOS revealed a similar temporal pattern, despite the events being much larger and distributed all over the Alps. We conclude that a further long-term warming trend does not necessarily increase rockfall activity but rather maintains it at an elevated level. However, the results suggest an increase in high temperature peaks could lead to an increase in rockfall activity. Künstliche Hochwasser für mehr natürliche Dynamik im Gebirgsfluss Spöl 1: Forschungskommission Schweizerischer Nationalpark, SCNAT; 2: Engadiner Kraftwerke AG; 3: HYDRA AG; 4: Schweizerischer Nationalpark; 5: Universität Bern; 6: ETH Zürich; 7: University of Trento; 8: Amt für Jagd und Fischerei Kanton Graubünden; 9: UNESCO Biosfera Engiadina Val Müstair Zusammenfassung Seit dem Jahr 2000 werden im Gebirgsfluss Spöl beim Schweizerischen Nationalpark an der Staumauer Ova Spin jährlich ökologische Hochwasser abgelassen. Diese kontrollierten Hochwasser wurden eingerichtet, um die durch den Kraftwerksbetrieb eingeschränkte Flussdynamik teilweise wiederherzustellen. Durch ein begleitendes Monitoring und zusätzliche Untersuchungen wurde bestätigt, dass diese künstlichen Hochwasser zu Geschiebeumlagerungen und veränderten Sohlstrukturen führen, die Uferdynamik fördern und die morphologische Vielfalt des Restwasserflusses steigern. Sie schaffen neue Lebensräume, reaktivieren natürliche hydrodynamische und ökologische Erosions- und Umlagerungsprozesse und stellen damit ein einzigartiges Beispiel für technisch erzeugte Landschaftsdynamik im Kontext eines Schutzgebiets dar. Die Umsetzung der künstlichen Hochwasser erfolgt in enger Zusammenarbeit verschiedener Forschungsinstitutionen, der Engadiner Kraftwerke AG, dem Amt für Jagd und Fischerei Kt. Graubünden und privater Büros. Wir zeigen, dass durch die enge Kooperation all dieser Institution, die Berücksichtigung verschiedener Interessen und die kostenneutrale Massnahme der Hochwasser Win-win-Lösungen entstehen konnten. So ermöglichten der koordinierte Austausch und die Schaffung neuen Wissens ökologische Aufwertungen, ohne Nutzungsmöglichkeiten einzuschränken. Dieser Beitrag beleuchtet die landschaftliche Bedeutung künstlicher Dynamik hinsichtlich ökologischer und energiewirtschaftlicher Perspektiven. Wissens Co-Produktion zu künftigen Naturgefahren und touristischer Nutzung WSL Zusammenfassung Der Klimawandel wird massive Auswirkungen auf Naturgefahren-Risiken sowie die touristische Nutzung in den Alpen haben. Deshalb wären lokale Diskussionen über langfristige Anpassungsstrategien wichtig, finden aktuell aber kaum statt. Grund sind neben der Unsicherheit der Risiken insbesondere die zu unterschiedlichen Problemsichten der verschiedenen Akteursgruppen. Um eine gemeinsame Basis für lokale Diskussionen zu schaffen, wäre ein Wissensaustausch bzw. eine Wissens Co-Produktion unter relevanten Akteursgruppen vielversprechend, welche eine geteilte Sicht des Problems ermöglicht. Im Rahmen eines transdisziplinären Projektes wurde das Design eines solchen Wissens Co-Produktionsprozess entwickelt und dessen Wirksamkeit anhand von zwei Fallbeispielen getestet: der Gemeinde Göschenen und dem Saastal. Dabei wurden drei Akteursgruppen-Typen in den Prozess einbezogen: lokale Experten, Naturgefahren-Manager und Naturgefahren-Forschende. In beiden Regionen wurde eine Steuerungsgruppe etabliert, Interviews mit Mitgliedern der drei Akteursgruppen-Typen durchgeführt und VertreterInnen der drei Gruppen in einen Wissens Co-Produktionsprozess einbezogen. In zwei Workshops gelang es, eine gemeinsames Modell zu den künftigen Naturgefahren-Risiken zu entwickeln und geteilte Strategien zum Umgang mit diesen Risiken zu definieren. Dabei standen nicht bauliche, sondern organisatorische Strategien im Vordergrund, wie Konzepte einer nachhaltigen Landschafts- und Tourismusentwicklung. | ||