5. Schweizer Landschaftskongress 2026
3. - 4. September 2026
Davos, Schweiz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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M04 - Naturschutz & Besucherlenkung
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Diskurse um die Unterschutzstellung des Bödmerenwald im Kanton Schwyz Universität Bern Zusammenfassung Der Bödmerenwald im Muotathal (Kanton Schwyz) zählt zu den urtümlichsten Waldgebieten der Schweiz und ist seit 2009 grossflächig geschützt. Während ökologische und nutzungsgeschichtliche Aspekte des Gebietes bereits umfassend untersucht wurden, stehen die gesellschaftlichen Diskurse rund um seine Unterschutzstellung bislang weniger im Fokus. Meine Masterarbeit untersucht die unterschiedlichen Diskurse und Akteurskonstellationen, die das Bild des Bödmerenwaldes im Verlauf der Zeit geprägt haben. Grundlage bilden Medienberichte, Leserbriefe und weitere schriftliche Quellen, die mittels qualitativer Analyse ausgewertet werden. Ergänzend werden semi-strukturierte Interviews mit relevanten Akteur*innen geführt. Die Ergebnisse werden in einen gesellschaftlichen sowie nationalen Kontext eingeordnet und im Rahmen der schweizerischen Naturschutzgeschichte verortet Ranger:innen als Bindeglied zwischen Mensch und Landschaft/Natur Berufsverband Swiss Rangers Zusammenfassung Ranger:innen arbeiten an der Schnittstelle zwischen Mensch und Natur und begleiten Landschaften im Wandel. Ihr Einsatz in Schutzgebieten zeigt, wie vielfältig die Beziehungen zu Räumen geworden sind: steigende Freizeitmobilität, neue Wohn- und Arbeitsformen, Nutzungskonflikte sowie die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels prägen den Alltag der Ranger:innen. Sie sensibilisieren Besucher:innen, vermitteln zwischen Anspruchsgruppen, fördern eine nachhaltige Nutzung und unterstützen bei der Aufklärung über Naturgefahren. Sie beteiligen sich an der Umweltbildung und fördern das Bewusstsein für Natur und Landschaft in allen Altersgruppen. Zudem sind sie ein wichtiger Bestandteil der Besucherlenkung und übernehmen teilweise hoheitliche Aufgaben im Zusammenspiel mit Partnern und Beteiligten wie Wildhut, Polizei, lokalen Behörden oder Organisationen. Der Berufsverband Swiss Rangers zeigt anhand konkreter Beispiele, wie professionelle Rangerarbeit zu resilienten Landschaften beiträgt – als vermittelnde Instanz zwischen Mensch und Natur. Der Beitrag gibt Einblick in Aufgaben, Kompetenzen und die Bedeutung der bevorstehenden Berufsanerkennung, um auch künftig ihre breit gefächerten Aufgaben professionell erfüllen zu können. Skitouren im Auerhuhn-Habitat: Wirkung von Lenkungsmassnahmen am Piz Dora 1: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften; 2: Naturpark Biosfera Val Müstair Zusammenfassung Die Studie von Rupf et al. (2011) zeigte erstmals, dass die beliebte Skitourenroute auf den Piz Dora ein zentrales Auerhuhn-Winterhabitat stark zerschneidet und damit ein erhebliches Konfliktpotenzial birgt. Auf dieser Grundlage wurde eine empfohlene Wildruhezone ausgeschieden. Acht Jahre später folgten gezielte forstliche Aufweitungsmassnahmen entlang der Abfahrtschneise. Die Massnahmen sollen den Routeneinstieg in die Abfahrt im Gelände sichtbarer machen und damit Fahrten durch störungssensible Waldgebiete reduzieren. Zur Überprüfung der Wirksamkeit dieser Massnahmen, wurde im Winter 2019/20 eine erste Kontrolle durchgeführt. Nebst Zähldaten der Auf- und Abstiegsrouten wurden nach Neuschneefällen vom Gegenhang aus Fotos aufgenommen, um Skispuren präzise zu detektieren. Fünf Jahre später, im Winter 2024/25, erfolgte eine zweite Wirkungskontrolle, wobei die Zählungen durch eine Drohnen-Befliegung ergänzt wurden. Die Ergebnisse beider Kontrollen zeigten ein ähnliches Nutzungsniveau sowie eine starke Konzentration der Abfahrten in der ausgeholzten Schneise. Im lockeren Bergföhrenwald wurden nur einzelne Spuren festgestellt. Insgesamt ermöglichte die Kombination der Nutzungszahlen und der Spurdetektion eine belastbare Wirkungskontrolle forstlichen Lenkungsmassnahmen und gibt Hinweise zur Störungsintensität. Es unterstützt damit ein evidenzbasiertes Besucher- und Habitatmanagement im sensiblen Auerhuhn-Vorkommen am Piz Dora. Rückkehr grosser Beutegreifer: Besucherlenkung und touristische Chancen 1: Fachhochschule Graubünden; 2: Arosa Tourismus Zusammenfassung Mehr als ein Jahrhundert nach ihrer Ausrottung kehren Wolf, Bär und Luchs in die Alpen zurück. Diese Rückkehr führt zu Nutzungskonflikten und emotionalen Debatten zwischen Landwirtschaft, Tourismus und Naturschutz. Das Projekt «Tourismus und die Rückkehr der grossen Beutegreifer» (2024–27) der FH Graubünden entwickelt mit den Destinationen Arosa und Unterengadin sowie den Bündner Pärken Massnahmen zur Besucherlenkung und zur Gestaltung neuer touristischer Angebote. Im Rahmen des Projekts wurden zwei Umfragen durchgeführt. Die erste richtete sich an europäische Naturpärke und Tourismusorganisationen. 87 % der befragten Gebiete setzen bereits Besucherlenkungsmassnahmen um; als zentrale Herausforderungen wurden die hohe Emotionalität des Themas sowie begrenzte personelle Ressourcen und Interessenskonflikte genannt. Die zweite Umfrage erhob das Interesse von Gästen an Angeboten rund um grosse Beutegreifer. Besonders gefragt sind geführte Themenwanderungen und Begegnungen mit Landwirten, wobei eine deutliche Zahlungsbereitschaft besteht. Auf dieser Grundlage werden in den Modellregionen Besucherlenkungsmassnahmen und Kommunikationsstrategien entwickelt und getestet. Ergänzend werden neue touristische Produkte ausgearbeitet und erstmals im Sommer 2026 umgesetzt. Insgesamt zeigt das Projekt sowohl Möglichkeiten auf, mit bestehenden Konflikten umzugehen als auch neue touristische Chancen, die sich aus der Rückkehr der grossen Beutegreifer für den alpinen Raum der Schweiz ergeben. | ||