5. Schweizer Landschaftskongress 2026
3. - 4. September 2026
Davos, Schweiz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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M03 - Biodiversität, Ökologie & Landschaftsplanung
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Früherkennung Landschaft und Biodiversität SCNAT Zusammenfassung Die drei Institutionen Forum Landschaft, Alpen, Pärke (FoLAP), Forum Biodiversität und Konferenz der Beauftragten für Natur- und Landschaftsschutz (KBNL) wirken im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten und Ressourcen an der gemeinsamen Früherkennung von Entwicklungen, Trends und frühzeitiger Erfassung mit: Die Früherkennung ordnet diese Themen ein und stellt sie zur Diskussion. Sie dient nicht nur der Identifikation von Risiken oder Problemen, sondern ebenso der Erkennung von Chancen, innovativen Ansätzen und positiven Dynamiken im Themenfeld Landschaft und Biodiversität. Regionaler Ansatz integrativer Biodiversitätsförderung im Landschaftkontext 1: WSL; 2: Abteilung Landschaft und Gewässer, BVU, Kanton Aargau Zusammenfassung Die Förderung der Biodiversität scheitert oft an zu engen Perspektiven und fehlendem Dialog zwischen Land- und Ressourcennutzenden. Wenn diese Akteure erkennen, wie sie in einem grösseren räumlichen Zusammenhang aufeinander und auf die Biodiversität angewiesen sind (und wie sie diese auch beeinflussen), dann erhöht dies die Chance, dass sie Ihre Perspektiven erweitern, was den Dialog unterstützt. Wir glauben daher, dass ein gemeinsames Systemverständnis eine Voraussetzung für eine versachtlichte und zielführende Aushandlung von gemeinsamen Biodiversitätszielen und -massnahmen ist. Ein solcher regionaler Ansatz hebt den Austausch auf Ebene Landschaft, weshalb insbesondere auch sektorübergreifende Beziehungen, also z. B. zwischen Wald, Landwirtschaft und Siedlungsgebiet, relevant werden. Dies bietet die Chance weitergehende sektorübergreifende, also integrative Massnahmen zur Biodiversitätsförderung zu entwickeln. Der Tandemvortrag stellt einen ersten Entwurf des Systemmodells der Fallstudie des NFP 82 Projektes «RABE» (Lebensraum Lenzburg Seetal) vor und reflektiert über die Erfolgsaussichten basierend auf dem bisherigen Austausch zwischen den Anspruchsgruppen zur Erarbeitung dieses Systemmodells. Ermittlung des Biodiversitätspotenzials für lokale Entwicklungsstrategien 1: WSL; 2: Kanton Aargau Zusammenfassung Das Projekt RABE (Regionaler Ansatz für Biodiversitätsvisionierung und Politikintegration) initiiert einen Verhandlungsprozess zwischen Interessensgruppen in der Region Lenzburg-Seetal (AG), um eine gemeinsame Vision für die landwirtschaftliche und ökologische Entwicklung zu erarbeiten. Der Prozess basiert auf sozialem Lernen und wird von räumlich expliziten Daten in Form von Karten unterstützt. Wir verwenden ökologische Modellierungen, die aktuelle und zukünftige Artenverteilungen unter Klimawandelszenarien abbilden und verknüpfen sie mit Landnutzungsdaten. Zusätzlich beachten wir die ökologische Vernetzung und Ökosystemleistungen, um zu analysieren, wie Biodiversität beispielsweise landwirtschaftliche und forstliche Produktivität unterstützt. So identifizieren wir Bereiche mit hohem Potenzial für Biodiversität, mögliche Zielkonflikte und Synergien. Im Gegensatz zu bisherigen Ansätzen, die auf Expertenmeinungen basieren, liefern unsere räumlich expliziten Karten eine fundierte Grundlage für den Verhandlungsprozess zwischen Interessensgruppen und deren Planung von ökologischen Infrastrukturen und der Integration von Biodiversität in regionale Entwicklungsstrategien. Urbane Lebensraumkartierung für Biodiversität und ökologische Infrastruktur WSL Zusammenfassung Städtische Gebiete sind zentrale Bestandteile der ökologischen Infrastruktur der Schweiz, doch detaillierte Lebensrauminformationen fehlten bislang weitgehend. Diese Arbeit stellt eine neue urbane Lebensraumkarte vor, die eine einheitliche, hochauflösende Datengrundlage für die Bewertung der Biodiversität in Schweizer Städten und Gemeinden bietet. Die fernerkundungsbasierte Karte kombiniert die Klassifizierung von Luftbildern und landesweiten LiDAR-Daten (swissSURFACE3D) mit Vektordaten (Amtliche Vermessung und Topografisches Landschaftsmodell, Landwirtschaftliche Nutzungsflächen, OpenStreetMap) in einem reproduzierbaren Workflow, der objektbasierte Bildanalyse zur Ableitung detaillierter Vegetationsstrukturen einschliesst. Der Datensatz bildet feinmaschige Lebensraumelemente wie Bäume, Sträucher, Kleinwasserflächen sowie durchlässige und versiegelte Oberflächen präzise ab und verbessert damit die Darstellung urbaner Lebensräume. Die Karte dient als praktisches Entscheidungshilfsmittel für Kommunen, Planer, Forschung und Naturschutz. Ihre schweizweite Konsistenz ermöglicht den direkten Vergleich zwischen Städten und bildet eine verlässliche Grundlage für zukünftige Anwendungen wie Konnektivitätsanalysen, Ökosystemleistungen oder Klimaanpassungsplanung. Durch die Bereitstellung eines standardisierten, gebrauchsfertigen Lebensraumdatensatzes stärkt die urbane Lebensraumkarte die Wissensbasis für die Integration der Biodiversität in Siedlungsentwicklung und Landschaftspolitik. Ökologische Wirkung von Meliorationen: Eine strukturierte Bewertungsmethode 1: incolab; 2: ETH Zürich Zusammenfassung Der Bund investiert jährlich viele Millionen Franken in landwirtschaftliche Infrastrukturen, etwa über Meliorationen. Diese Projekte sind treibende Kräfte des landwirtschaftlichen Wandels und prägen Landschaft und Biodiversität. Meliorationen müssen zu einer ökologischen Aufwertung von Landschaften führen – bislang fehlte ein Instrument, um die ökologische Wirkung dieser Projekte systematisch zu beurteilen. Der Beitrag stellt eine schweizweit einsetzbare, praxisorientierte Bewertungs- und Bilanzierungsmethode vor, welche die ökologischen Wirkungen von Strukturverbesserungen beurteilt. Sie ermöglicht es Behörden, ökologische Massnahmen gezielt zu prüfen und bei Bedarf einzufordern. Die Methodik basiert auf den TypoCH-Lebensraumtypen. Mittels Wertpunkten werden der aktuelle Zustand, die Vernetzung der Lebensräume, ihre rechtliche Sicherung und weitere Aspekte mit einem Idealzustand sowie der Planung verglichen. Die Bilanz erlaubt es, die ökologischen Auswirkungen der Eingriffe den vorgesehenen ökologischen Massnahmen gegenüberzustellen und Anpassungsbedarf zu ermitteln. Die Methode wurde in Zusammenarbeit mit BLW, BAFU, der Vogelwarte sowie kantonalen Landwirtschafts- und Naturschutzfachstellen entwickelt. Sie schafft für Vorhabensträger mehr Planungssicherheit und bietet den Behörden eine klare Grundlage, um ökologische Anforderungen zu definieren und durchzusetzen. Biodiversitätskonzept Erstfeld Metron Raumentwicklung AG Zusammenfassung Das Biodiversitätskonzept Erstfeld zeigt auf, wie die Gemeinde ihre ökologischen Qualitäten erhält und gezielt stärkt. Grundlage ist eine umfassende Analyse von Landschaft, Siedlungsraum, Lebensräumen, Arten und Neophyten. Es identifiziert bestehende Werte, Defizite und Möglichkeiten zur besseren Vernetzung von Siedlung und Landschaft. Parallel dazu wurde von derselben Firma das Räumliche Entwicklungsleitbild (REL) erarbeitet. Inhalte aus dem Biodiversitätskonzept flossen direkt in das REL ein und beide Planungsinstrumente bilden die gemeinsame Grundlage für die nachgelagerte Nutzungsplanungsrevision, in der zentrale Inhalte des Biodiversitätskonzepts grundeigentümerverbindlich umgesetzt werden sollen. Das Konzept definiert sieben Handlungsfelder – von Biodiversitätsförderung und Klimaanpassung über Vernetzung bis zur Sensibilisierung der Bevölkerung – und leitet daraus konkrete Massnahmen ab. Dazu gehören u.a. Entsiegelungen, Baumförderung, naturnahe Freiräume, Aufwertungen im Siedlungsraum, Neophytenbekämpfung verbindliche Vorgaben für Bauvorhaben wie eine Grünflächenziffer oder ein obligatorischer Umgebungsplan. Das Zielbild zeigt, wie Erstfeld zu einem gut vernetzten, klimaangepassten und artenreichen Lebensraum wird. Das Konzept richtet sich an Gemeinde, Kanton, Landwirtschaft und Bevölkerung und setzt auf eine Kombination aus Planung, Pflege und gemeinsamer Verantwortung. | ||