5. Schweizer Landschaftskongress 2026
3. - 4. September 2026
Davos, Schweiz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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M01 - Landschaftswandel & Gesellschaft
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Mehr Landschaftsqualität mit Impuls-Landschaftsberatungen 1: BAFU; 2: SECO Zusammenfassung Mit Impuls-Landschaftsberatungen können Gemeinden und Regionen sowie private Akteure sich fit machen für den Umgang mit aktuellen Landschaftsthemen wie beispielsweise in Ortsplanungen, bei Erholungs- und Freiraumfragen, in der Ortskerngestaltung oder bei Bauten ausserhalb Bauzone. Auch konkrete touristische oder regionalwirtschaftliche Angebote, die das Potenzial der Landschafts- und Artenvielfalt nutzen, können erarbeitet werden. Schweizweit stehen über 40 qualifizierte Landschaftsberaterinnen und -berater für solche Impuls-Landschaftsberatungen zur Verfügung. Sie tragen mit ihren Beratungen bei zum Berücksichtigen und Umsetzen des Landschaftskonzeptes Schweiz (LKS). Das Poster erläutert das Angebot, den Ablauf der Beratungen sowie die Möglichkeiten der Mitfinanzierung durch BAFU, SECO und die Kantone. Weiter wird anhand einiger erfolgter konkreter Beratungsbeispiele der Nutzen für die Gemeinden aufgezeigt. Die Lorzenebene – Landschaft für alle 1: Stiftung Landschaftsschutz Schweiz; 2: Kanton Zug Zusammenfassung Die Lorzenebene ist ein Raum voller Kontraste und Überraschungen: Ein Naturschutzgebiet am Autobahnknoten, Bauernhöfe neben Mehrfamilienhäusern, ein Schiessplatz und ein Sägereibetrieb an der Mündung der alten Lorze. Hier kommen vielfältige Ansprüche zusammen: Die Landwirte bewirtschaften fruchtbare Böden, die Zuger:innen suchen Erholung, Tiere und Pflanzen finden wichtige Lebensräume und die Immobilienbranche spekuliert auf die letzten freien Bauzonen. Ein Glück, dass die Lorzenebene diesen vielfältigen und teilweise widersprüchlichen Begehren nicht einfach überlassen wurde. Die Korporation Zug, der Kanton Zug, die Stadt Zug und die Gemeinden Baar, Cham und Steinhausen haben die Qualitäten der Lorzenebene erkannt und sie vor einer zufälligen Entwicklung bewahrt. Vorausschauend schoben sie der Überbauung mit Siedlungstrennlinien einen Riegel und handelten mit den verschiedenen Nutzer:innen ein Leitbild aus. Für politischen Rückhalt sorgte die Verankerung der wichtigen Massnahmen im kantonalen Richtplan. Das Leitbild landete anschliessend nicht in der Schublade, sondern wurde zügig zur Umsetzung gebracht. Jetzt zeigen sich erste Resultate, die von der Bevölkerung gut aufgenommen werden: So gehört das Seeufer beim Brüggli heute allen und nicht mehr nur den Campinggästen. Die Lorzenebene ist Landschaft des Jahres 2026. Sie ist ein modellhaftes Beispiel für qualitativ hochwertige Erholungsräume in boomenden Agglomerationen. Diese gewinnen mit der Innenentwicklung an Bedeutung. Die Bündner Pärke Verein Bündner Pärke Zusammenfassung Die sieben Pärke im Kanton Graubünden, darunter regionale Naturpärke, der Schweizerische Nationalpark und zwei UNESCO-Gebiete, haben einen grossen Einfluss auf die nachhaltige Entwicklung, auf Forschung, Bildung, auf Landschaft und auf den Tourismus im Kanton Graubünden. Der Verein Bündner Pärke setzt sich seit 2015 für eine verstärkte Zusammenarbeit und für gemeinsame Projekte der Pärke in Graubünden ein. Im Zentrum der Vereinsaufgaben stehen der Erfahrungsaustausch und die Nutzung von Synergien, der gemeinsame Marktauftritt der Bündner Pärke sowie die Vertretung der Interessen der Bündner Pärke auf kantonaler Ebene. Die Organisation der Bündner Pärke über eine zentrale Koordinationsstelle schafft Effizienz und vereinfacht die Kommunikation und Zusammenarbeit mit Partnern. Die Umsetzung von gemeinsamen Aktivitäten spart Ressourcen und entlastet die Geschäftsstellen der Pärke. Die Pärke zeigen einen Blick hinter die Kulissen und sprechen über aktuelle Herausforderungen und Projekte. Refotografien erzählen vom Wandel im Schweizerischen Nationalpark Schweizerischer Nationalpark Zusammenfassung Das «Rewilding-Experiment» des Schweizerischen Nationalparks (SNP), das mit seiner Gründung im Jahr 1914 begann, hinterlässt seit 111 Jahren sichtbare Spuren in der Landschaft. Um deren Wandel zu beobachten, zu dokumentieren und zu erforschen, trägt der SNP seit über 15 Jahren historische Fotografien aus unterschiedlichen Archiven zusammen und fotografiert diese am selben Standort nochmals. Die selektive, manchmal zufällige, meist grossräumige und historische Perspektive der Refotografie eignet sich besonders gut, um die Entwicklung bestimmter Landschaftselemente wie (Block-)Gletscher, Felsstürze, Wiederbewaldung oder Kraftwerksbau qualitativ zu beschreiben. Sie zeigt auch die Grenzen des Rewildings auf und stellt es in einen grösseren historischen Kontext. Die Refotografie leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der sukzessiven Rewilding-Prozesse sowie deren Ursachen im SNP. Zugleich bildet sie einen Gegenentwurf zu Gebieten ausserhalb des Parks und zur urban geprägten Alltagswelt vieler Menschen. 56 thematisch, zeitlich und räumlich gezielt ausgewählte Fotopaare bilden die Basis für eine temporäre Ausstellung im Nationalparkzentrum in Zernez sowie für eine Buchpublikation, die den landschaftlichen Wandel im SNP einem breiten Publikum zugänglich machen. Der digitale Teil der Ausstellung wird am Landschaftskongress präsentiert. Hier können Besuchende in die 56 deckungsgleichen Fotopaare hineinzoomen und sie mit verschiedenen Werkzeugen interaktiv vergleichen. The Swiss Landscape Monitoring Program LABES: New developments WSL Zusammenfassung The Landschaftsbeobachtung Schweiz (LABES) is a national-scale landscape monitoring programme that systematically collects and analyses data on both the physical characteristics of Swiss landscapes and people’s perceptions of landscape quality. LABES provides a scientifically robust basis for documenting landscape state and change using a set of indicators. Various scientific methods are used to study the landscape in all its aspects, qualities and services. Physical aspects – such as the development of forested areas, green spaces within settlements or landscape processes such as fragmentation – are analysed using existing data from Swiss institutions (e.g., Federal Office for Statistics, Federal Office for Spatial Development) or by generating new data using remote sensing methods. Sociological methods, including panel surveys, are used to study perceptions about landscape quality, structure, and character. The first comprehensive monitoring within LABES (called LABES 1) began in 2010, while the second (called LABES 2) was conducted during the 2020/2021 period. Since 2023, further developments have been taking place within LABES. These include an updated conceptual framework that LABES is built on, clear principles used for indicator selection, improved alignment of physical and social indicators and stronger links to landscape-related policies, particularly the Swiss Landscape Concept. The aim of this work is to present these new developments. Gesellschaftliche Nachfrage nach den Beiträgen der Natur für den Menschen WSL Zusammenfassung Bei der Bewertung von Landschaften, den Beiträgen der Natur für den Menschen sowie bei geplanten Landnutzungsänderungen wird häufig auf eine «gesellschaftliche Nachfrage» verwiesen. In vielen Fällen wird diese Nachfrage jedoch gar nicht oder nur sehr vereinfacht erfasst. Dabei ist es wichtig, gesellschaftliche Nachfrage systematisch zu messen: Sie hilft, Ungleichgewichte zwischen dem Angebot und der Nachfrage von Landschaftsleistungen sichtbar zu machen, Nutzungskonflikte besser zu verstehen und Schutzmaßnahmen sowie öffentliche Ausgaben nachvollziehbar zu begründen. Auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Arbeiten schlagen wir ein Rahmenkonzept zur Erfassung gesellschaftlicher Nachfrage vor. Dieses umfasst drei zentrale Aspekte: Erstens berücksichtigen wir, dass unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen Natur und Landschaft verschieden bewerten. Grundlage hierfür ist das Konzept der Beiträge der Natur für den Menschen (Nature’s Contributions to People, NCP). Zweitens beziehen wir Wechselwirkungen wie Synergien und Zielkonflikte zwischen verschiedenen Funktionen von Landschaften und Ökosystemen mit ein. Drittens analysieren wir Machtverhältnisse zwischen gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen sowie deren Einfluss auf Entscheidungen im Umweltmanagement. Ziel ist es, gesellschaftliche Nachfrage kontextbezogen, vielfältig und gerecht abzubilden. | ||