5. Schweizer Landschaftskongress 2026
3. - 4. September 2026
Davos, Schweiz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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P14 Konflikte und Dialoge in der Landschaft
Sitzungsthemen: Dialoge zwischen Akteur:innen über und zwischen Landschaften
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11:30 - 11:45
Vom Zielkonflikt zur Lösung: Mediation in der Landschaftsentwicklung 1: incolab; 2: Kanton Glarus – Volkswirtschaft und Inneres, Abteilung Landwirtschaft Zusammenfassung Erholungsnutzug, Siedlungsentwicklung, intensive landwirtschaftliche Produktion, Ansprüche an die Biodiversität und Anpassung an den Klimawandel überlagern sich in zahlreichen Landschaften. Die involvierten Akteure werden zahlreicher und haben zunehmend unterschiedliche Lebensrealitäten. Damit verstärken sich die Zielkonflikte in diesen multifunktionalen Landschaften. Diese Charakteristik zeigt sich auch in der Glarner Linthebene und führte dort zur Blockade wichtiger Entwicklungen (Wildtierkorridore, Erneuerung Drainagen). Um diese Landnutzungskonflikte konkret zu bearbeiten und um bei Akteur:innen die Konfliktlösungskompetenz zu stärken, wurde mit dem Ansatz einer transformativen Mediation ein Prozess gestaltet, welcher die Grundwerte der Akteur:innen einbezog und Perspektivenwechsel ermöglichte. Im Fokus des Prozesses standen acht Akteur:innen von Kanton, Gemeinde und Flurgenossenschaften. Durch den mediationsähnlichen Prozess konnten Konflikte bearbeitet und die Kompetenzen der Akteur:innen gestärkt werden. Es zeigte sich, dass dadurch die benötigte Handlungsfähigkeit erarbeitet wurde, welche die konkrete Landschaftsentwicklung ermöglichte. Wir zeigen Mehrwerte und Herausforderungen aus Sicht des Mediators und des Auftraggebers und geben damit Hinweise für Landschaftsentwicklungsprozesse. Insbesondere zum Verhältnis von Prozessarbeit (Rollenklärung und -weiterentwicklung, Prozessverständnis) und umsetzungsorientierter Projektarbeit können Erkenntnisse abgeleitet werden. 11:45 - 12:00
Wohnen und Tourismus: Konfliktreiche Landschaften aushandeln Hochschule Luzern Zusammenfassung Der Input basiert auf zwei Projekten an der Hochschule Luzern. Zum einen werden Ergebnisse aus dem BWO-geförderten Forschungsprojekt «Prekäres Wohnen in touristischen Berggemeinden: Konzeptionelle und empirische Zugänge zu Verdrängungsformen» vorgestellt. Diese qualitative Studie leistet konzeptionelle Grundlagenarbeit zur wohnbezogenen Verdrängung in touristischen Berggemeinden der Schweiz und untersucht die Perspektiven von Betroffenen und zentralen Stakeholdern ausgewählter Gemeinden. Deutlich wird auf dieser Basis, wie die wohnbezogenen Landschaften der Berggemeinden durch die Suburbanisierung der Alten zutiefst mit Akteur:innen aus dem städtischen Kontext wie auch mit Verdrängungsmechanismen wie wir sie aus der Stadtforschung kennen, relationiert sind. Zum anderen geht es um Beziehungen zwischen lokaler Bevölkerung und Zweitwohnungsbesitzenden in touristischen Regionen der Schweiz. Das anwendungsbezogene Projekt geht der Frage nach, wie ein konstruktiver Dialog zwischen diesen Akteur:innen gestaltet werden kann. Auf Basis eines sozialräumlichen Ansatzes werden in ausgewählten Gemeinden aller Sprachregionen qualitative Interviews geführt, um Wahrnehmungen, Erwartungen und Herausforderungen beider Gruppen zu erfassen und regionale Unterschiede sichtbar zu machen. Erste Ergebnisse der explorativen Studie werden vorgestellt sowie die daraus abgeleiteten Bedingungen wie der Dialog als Teil einer nachhaltigen Gestaltung von Tourismuslandschaften gestärkt werden könnte. 12:00 - 12:15
Relationale Bildungslandschaften: Ein komplexitätstheoretischer Zugang Universität Bern Zusammenfassung Wie lässt sich (Landschafts-)Bildung als eine Art «Landschaft» bzw. als relationales Gefüge zwischen Menschen und Räumen gestalten und umsetzen? Welche Widerstände sind zu überwinden und welche Chancen entstehen? Ein ökosystemisch informierter Bildungsansatz erweitert die klassische thematische Landschaftsbildung und vermittelt Landschaft nicht nur als Objekt, sondern als Beziehungsraum. Das Dissertationsprojekt untersucht das Verständnis nachhaltiger regionaler Bildungslandschaften aus komplexitätstheoretischer Perspektive der Erziehungswissenschaft. Am Beispiel der Kooperation zwischen Universitäten und Naturpärken wird dieses Verständnis reflektiert sowie theoretisch und empirisch analysiert. Dem interinstitutionellen Dialog wird ein besonderes Bildungs- und Transformationspotenzial zugesprochen, insbesondere hinsichtlich der Reduktion gesellschaftlicher Polarisierung. Inhaltlich steht «Landschaft» im Zentrum einer multiperspektivischen Betrachtung. Die Arbeit leistet einen innovativen Beitrag zur Weiterentwicklung des Bildungsverständnisses in der Landschaftsbildung und in der transformativen Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung. Vorgestellt werden erste Ergebnisse der Literaturauswertung sowie ein Analyserahmen, der auf den Parametern von Komplexität und Relationalität in der Bildungstheorie basiert. 12:15 - 12:30
Die Schlüsselrolle der Forschung bei der Spöl-Sanierung im Nationalpark 1: Schweizerischer Nationalpark; 2: Forschungskommission des Schweizerischen Nationalparks, SCNAT; 3: Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, Analytikzentrum; 4: Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich; 5: Stiftung Pro Bartgeier, Monitoring Graubünden; 6: Engadiner Kraftwerke Zusammenfassung Im September 2016 gelangten bei Korrosionsschutzarbeiten an der Staumauer Punt dal Gall PCB-haltige Partikel in den Fluss Spöl im Schweizerischen Nationalpark (SNP). Der Vorfall wurde durch die Engadiner Kraftwerke (EKW) umgehend gemeldet und das Tosbecken wurde bereits 2017 saniert. Aufgrund der hohen Persistenz und Bioakkumulationseigenschaften von PCB reichert sich die Substanz in Nahrungsnetzen an und kann langfristig zu ökotoxikologischen Schäden führen. Untersuchungen an Wasseramseln zeigen, dass die PCB-Belastung auch nach 9 Jahren noch besteht. In deren Eiern wurden iPCB-Konzentrationen von 4,5 bis 32 mg/kg Fett gemessen – bis zu 800-mal höher als die in Lebensmitteln zulässigen Grenzwerte. Die Analyse eines 2020 tot aufgefundenen, stark belasteten Uhu-Weibchens trug wesentlich dazu bei, eine weiterführende Sanierung in die Wege zu leiten. Unter der Projektverantwortung der EKW und in enger Abstimmung mit SNP, Umweltorganisationen und Fachstellen wurde ein Sanierungsprojekt erarbeitet, welches die Natur und die Landschaft möglichst schont. Z. B. verläuft die Baupiste im zuvor trockengelegten Flussbett und minimiert so Eingriffe in die sichtbaren Elemente der Landschaft. Der belastete Abschnitt des Spöls wird 2026 saniert. Dabei wird in weiteren Bereichen die langjährige Erfahrung aus dem Monitoring – z. B. bei der Rücksichtnahme auf die Brutzeit des im Tal brütenden Bartgeiers – berücksichtigt. Der Beitrag beleuchtet das Projekt aus Sicht der verschiedenen Partner. | ||