5. Schweizer Landschaftskongress 2026
3. - 4. September 2026
Davos, Schweiz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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P11 Landschaft als Prozess – Landschaft im Wandel
Sitzungsthemen: Landschaftsverständnisse gestern, heute, morgen, Landschaftsverständnisse gestern, heute, morgen
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10:15 - 10:30
Dynamik in der Landschaft – Entwerfen mit Prozessen Institut für Landschaft und urbane Studien, ETH Zürich Zusammenfassung Die sich verändernden klimatischen Bedingungen haben einen tiefgreifenden Einfluss auf den Wasserhaushalt der Schweiz. Höhere Lufttemperaturen und eine Verschiebung der saisonalen Niederschläge führen zu einer Häufung der Verstärkung hydraulischer Aplituden. Beide Extreme, Trockenheit und Überschwemmung, werden häufiger. In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie eine Landschaft der Zukunft, welche auf diese neuen Konditionen reagiert, aussehen kann. Wie gestalten wir die Schweizer Landschaft, welche auf den statischen Infrastrukturen der vergangenen 200 Jahre aufbaut, aber die zunehmenden Amplituden aufnehmen, abschwächen und neu verteilen kann? Zu diesem Thema forscht der Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur von Martina Voser an der ETH Zürich. Es werden Entwurfsmethoden entwickelt, welche es ermöglichen, die Landschaft vermehrt als dynamische Entität zu erfassen um räumliche Lösungen vorzuschlagen, welche über die Zeit auf die natürlichen Dynamiken eingehen können und sowohl den Schutz vor Naturgefahren erhöhen können als auch einen Beitrag zur Biodiversität leisten können und sozio-ökonomischen Wert haben und so zu einem vielleicht neuen Bild der Landschaft beitragen können. 10:30 - 10:45
Eine neue Schweizer Landschaftscharaktertypologie – ein Prototyp 1: Eidg. Forschungsanstalt WSL; 2: Amt für Raum und Verkehr, Baudirektion des Kantons Zug; 3: Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL-FP Zusammenfassung Die Schweiz ist mit ihren Alpen und ihrem Unterland, ländlichen und urbanen Räumen durch eine ausgeprägte landschaftliche Vielfalt gekennzeichnet. Der Schutz und die gezielte Förderung dieser Diversität bilden einen zentralen Bestandteil nationaler Strategien in Umwelt-, Raumplanungs- und Landschaftspolitik. Bestehende Instrumente leisten dazu einen wichtigen Beitrag, sind für die systematische schweizweite und räumlich explizite Erfassung charakteristischer Landschaften jedoch unzureichend. Im Rahmen dieses vom BAFU mitfinanzierten Projektes wurde ein Prototyp einer Landschaftscharaktertypologie entwickelt. Durch die Integration bestehender Typologien, fachlicher Expertise und vielfältiger Geodaten konnten Landschaften nicht nur anhand geophysikalischer Merkmale, sondern auch bzgl. ihrer funktionalen, kulturellen und wahrnehmungsbezogenen Dimensionen erfasst werden. In unserem Beitrag geben wir einen Einblick in das methodische Vorgehen und stellen den für den Kanton Zug entwickelten Prototyp vor. Zudem werden das Potenzial und der Weiterentwicklungsbedarf für eine Anwendung in den Alpen und in der ganzen Schweiz aufgezeigt. Der Nutzen eines solchen Instruments, sei es im Rahmen von kantonalen Landschaftskonzeptionen, eines landesweiten Monitorings charakteristischer Landschaften, der Integration gesellschaftlicher Perspektiven oder als Basis für eine breit abgestützte, evidenzbasierte Landschaftspolitik in der Schweiz, wird schliesslich durch die Praxis kritisch gewürdigt. 10:45 - 11:00
Ermitteln des Kipppunktes von Kulturlandschaften 1: WSL; 2: raum - landschaft; 3: Gemeinde Davos Stadt- und Landschaftsplanung Zusammenfassung Veränderungen von Kulturlandschaften, ausgelöst durch Urbanisierung, intensivierte Landnutzung oder Klimawandel führen oft dazu, dass Landschaften ihre symbolische Bedeutung verlieren und nur noch als funktionale Räume wahrgenommen werden. Um frühzeitig planerisch auf einen Bedeutungsverlust der Landschaft reagieren zu können, ist es wichtig zu verstehen, unter welchen Bedingungen dieses «Kippen» der Wahrnehmung erfolgt, und geeignete planerische Massnahmen zu formulieren, um dem Bedeutungsverlust entgegenzuwirken. Theoretischer Ausgangspunkt ist der konstruktivistische Landschaftsansatz des Soziologen Lucius Burckhardt, der davon ausgeht, dass Menschen Landschaft stets mit inneren Vorstellungen abgleichen. Die Studie hat das Ziel, diesen Ansatz erstmals empirisch am Beispiel der Gemeinde Davos zu testen und dessen Nutzen für die Planung zu prüfen. Das Projekt nutzt ein Mixed Methods Design: mit 10-12 Spazierganginterviews und Fokusgruppen, als Basis für eine quantitative Befragung von Einwohner- und Zweitwohnungsbesitzer:innnen (N=3000). Mit einer planerischen Analyse der Schlüsselelemente der verschiedenen Landschaftsräume der Gemeinde Davos werden die Ergebnisse der Studie gespiegelt. Als Grundlagen dienen die «Landschaftstypologie Kanton Graubünden» sowie die bestehenden Dokumente zu Natur und Landschaft in der Gemeinde Davos. Auf dieser Basis werden raumplanerische Massnahmen vorgeschlagen, welche der Gemeinde Davos Impulse für die laufende Ortsplanungsrevision geben. 11:00 - 11:15
«Die Landschaft grossmassstäblich entwickeln» – Umsetzung Plus Zürich 2050 1: RZU | Planungsdachverband Region Zürich und Umgebung; 2: weitere Involvierte (tbd) Zusammenfassung Die RZU (Planungsdachverband Region Zürich und Umgebung) bearbeitet von März 2025 bis Ende 2026 den Schwerpunkt «Die Landschaft grossmassstäblich entwickeln». Der Schwerpunkt dient der Umsetzung der Verbandsstrategie Plus Zürich 2050. Im Schwerpunkt werden Eckwerte einer Landschaftsplanung auf regionaler bis überregionaler Ebene erarbeitet sowie Ansätze und Möglichkeiten zu deren Umsetzung aufgezeigt. Erzielt werden eine Vision, Handlungsempfehlungen und eine Datenbank mit einer Sammlung von Praxisbeispielen für die grossräumige Vernetzung von Frei- und Grünräumen im urban geprägten Raum. Dank der Resultate soll die Landschaftsplanung besser in Planungsinstrumenten, den regionalen und kommunalen Prozessen verankert und Kooperationen über Fach- und Gebietsgrenzen hinweg gefördert werden – als Beitrag für eine neue integrative Planungskultur im Mitgliederkreis. Herzstück des Schwerpunkts ist die Zusammenarbeit und Vernetzung von Fachleuten und Entscheidungsträgern in Workshops und dem Aufbau eines interdisziplinären Netzwerks «urbane Landschaft». So soll ein tragfähiges Verständnis der Landschaft als identitätsstiftendes Element im urban geprägten Grossraum Zürich entstehen. Dies soll dazu beitragen, dass Lebensqualität, Biodiversität und Klimaanpassung gestärkt sowie Nutzungskonflikte im verdichteten Raum entschärft werden können. | ||