5. Schweizer Landschaftskongress 2026
3. - 4. September 2026
Davos, Schweiz
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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P08 Energielandschaften in Aushandlung
Sitzungsthemen: Energieproduktion und landschaftliche Auswirkungen
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10:15 - 10:30
Zukunft Alpenstrom – Ein alpines Sonnenstromprojekt begleiten Urner Institut Kulturen der Alpen Zusammenfassung Der Diskurs um geplante Energieinfrastrukturprojekte im Alpenraum und Vorhaben zur Gestaltung von alpiner Energiekulturlandschaften zeigt, dass für die dialogische Auseinandersetzung mit den diversen Dimensionen dieser Projekte oftmals das geeignete Vokabular fehlt. Um diese Hemmnisse abzubauen, braucht es ein praxisorientiertes Argumentarium, das einen produktiven Diskursraum eröffnet. Dieses Projekt nutzt das konkrete Fallbeispiel Pontresina und untersucht Fragen kultureller Identität, involvierter Akteur:innen und deren unterschiedliche Blickwinkel. Pontresina bietet dabei eine besondere Konstellation: Die Gemeinde liegt im Überschneidungsbereich zweier Schutzgebiete – BLN und UNESCO-Welterbe. Solche Überlagerungen sind selten, machen jedoch die Auseinandersetzung mit spezifischen Anforderungen und Entscheidungsprozessen umso relevanter. Sie offenbaren systemische Schwierigkeiten, insbesondere bei Infrastruktur-Erneuerungen und deren kultureller Einbettung. Das Projekt begleitete diese komplexen Prozesse mit geisteswissenschaftlicher Expertise und entwickelte methodische Ansätze, die helfen, unterschiedliche Positionen sichtbar zu machen und in einen konstruktiven Dialog zu bringen. Der Beitrag präsentiert zentrale Erkenntnisse aus dieser Prozessbegleitung. 10:30 - 10:45
Von Transitzonen – die Wahrnehmungsebene in Energiekulturlandschaften 1: Zürcher Hochschule der Angewandten Wissenschaften; 2: Swiss Society for Acoustic Ecology; 3: Urner Institut Kulturen der Alpen Zusammenfassung Kulturlandschaften entwickeln sich kontinuierlich durch das Zusammenspiel sozioökonomischer, kultureller und natürlicher Faktoren. Wie diese Räume wahrgenommen werden, spielt für dessen Entwicklung eine zentrale Rolle. Die Umgestaltung von alpinen Landschaften durch neue Infrastrukturbauten stehen oft in Konflikt mit dem Erhalt traditioneller Kulturlandschaftsbilder – besonders deutlich zeigt sich dies beim akuten Bedarf an alpinen PV-Freiflächenanlagen, der mit Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes kollidiert. Der Diskurs um Implementierung und Gestaltung solcher alpinen Energiekulturlandschaften ist entsprechend vielschichtig. Für die dialogische Auseinandersetzung mit diesen Projekten fehlen jedoch oft Wahrnehmungs- und Vorstellungsweisen, die es ermöglichen, Diskursräume für neue Szenarien zu öffnen. Hier setzt unsere Studie am konkreten Fallbeispiel Pontresina an: Mit einer wahrnehmungsanalytischen Sachstandsbeschreibung verfolgen wir einen komplementären Ansatz, der qualitativ-sinnliche Charakterisierungen von Landschaften in die Planung von Energieinfrastrukturprojekten einbinden könnte. Dieser Beitrag präsentiert zentrale Erkenntnisse der experimentellen Untersuchung – und bringt das Val Bernina nicht nur visuell, sondern auch klanglich an den Landschaftskongress. 10:45 - 11:00
Eine Debattenlandkarte als Blickwinkelsammlung und Werkzeug für den Dialog ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Zusammenfassung Energiedebatten über alpine Photovoltaik-Freiflächenanlagen verlaufen oft zwischen verhärteten Fronten. Verschiedene Akteur:innen sprechen aneinander vorbei – nicht zuletzt, weil der zentrale Begriff «Landschaft» für sehr Unterschiedliches steht. Während der Landschaftsschutz Schönheit, Natur und Biodiversität verbindet und dabei oft das Bild eines «unberührten» Raums evoziert, ist die alpine Landschaft tatsächlich über Jahrtausende durch menschliche Bewirtschaftung geprägt worden. Alpine Freiflächenanlagen sind ein Game-Changer: Sie ermöglichen eine effiziente Lösung des Winterlückenproblems und erhöhen die Versorgungssicherheit. Gleichzeitig verändern sie die Landschaft sichtbar – ähnlich wie im letzten Jahrhundert die Wasserkraft. Aushandlungsprozesse werden selten rein rational getroffen. Emotionen sind entscheidend dafür, dass Argumente überhaupt Aufmerksamkeit wecken. Sachliche Aspekte liefern Glaubwürdigkeit, wirken aber nur mit emotionalem Bestandteil. Erfolgreich kommunizieren kann, wer das Gewicht sachlicher versus emotionaler Anteile abzuschätzen vermag. Die in diesem Projekt entwickelte Debattenlandkarte zeichnet die Argumentationslinien der Diskussionen zu alpinen PV-Freiflächenanlagen nach. Sie gibt Denkanstösse, wie alpine PV-Freiflächenanlagen aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen werden und wie konstruktive Kommunikation mit verschiedenen Interessengruppen gelingen kann. 11:00 - 11:15
Visioning A Futuristic Participatory Planning Approach WSL Zusammenfassung Public participation in local renewable energy planning in Europe usually takes place at a late stage and is rarely integrated into strategic needs assessment. It is often limited to one-way information aimed at legitimizing predefined projects or sites, rather than enabling deliberation on alternative spatial and energy development pathways. This project addresses this gap by examining early-stage participatory visioning as a strategic planning approach to support the regional energy transition. The study introduces and empirically evaluates a participatory visioning approach grounded in social learning that opens discussions on spatial and energy development in a holistic and forward-looking manner. Using a field-experimental intervention research design, the approach is tested in two Swiss regions. Repeated qualitative and quantitative measurements and process observation are applied within an A–B–A design (pre-measurement – intervention – post-measurement) to assess changes in participants’ attitudes, understanding, and engagement. The visioning process enables participants to collaboratively explore long-term regional energy futures beyond individual projects. Results indicate that early participatory visioning fosters shared spatial understanding, supports social learning, and increases acceptance of renewable energy development by shifting discussions from project-specific conflicts to a future vision of the region. | ||