Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
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Posters 1: Ready to Act - Notfall- und Praxiskompetenzen
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Basic-Life-Support-Kompetenz im Verlauf des Medizinstudiums – Ergebnisse einer OSCE-Vergleichsstudie zwischen dem 1. und 5. Semester 1Skills Lab, Medizinische Hochschule Brandenburg - Theodor Fontane, Neuruppin, Deutschland; 2Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg, Neuruppin, Deutschland Hintergrund Die Fähigkeit zur Durchführung des Basic Life Support (BLS) stellt eine Basiskompetenz dar. Studien zeigen, dass die BLS-Kompetenz bereits wenige Monate nach dem Training abnimmt und nur durch regelmäßige Wiederholung erhalten bleibt (1). Entsprechend empfehlen internationale Leitlinien eine jährliche Auffrischung der Reanimationskenntnisse (2). Im Brandenburgischen Modellstudiengang Medizin (BMM) ist die Notfallmedizin longitudinal im Curriculum verankert. Im 1. Semester werden grundlegende BLS-Maßnahmen vermittelt und geprüft, während im 5. Semester der Fokus auf Inhalten des Advanced Life Support (ALS) liegt. Ziel/Fragestellung Ziel dieser Studie ist es, die Entwicklung der BLS-Kompetenz im Verlauf des Medizinstudiums innerhalb eines longitudinalen Curriculums zu untersuchen und mögliche Kompetenzverluste zwischen dem 1. und 5. Semester zu identifizieren. Methodik Zur Evaluation der BLS-Kompetenz wurden die Ergebnisse einer objektiv strukturierten klinischen Prüfung (OSCE) von Studierenden des 1. Semesters (n= 68) und 5. Semesters (n= 66) im Sommersemester 2025 miteinander verglichen. Die OSCE-Station umfasst die Durchführung von Basismaßnahmen der Reanimation, insbesondere Thoraxkompressionen, Einsatz eines Automatisierten-Externen-Defibrillators (AED) und Beutel-Masken-Beatmung. Gesamt- und itemspezifischen Punktwerte wurden zwischen beiden Semestern verglichen. Die statistische Analyse erfolgte mittels Mann–Whitney-U-Test. Ergebnisse Die Studierenden des 1. Semesters erzielten insgesamt signifikant höhere Gesamtergebnisse als jene des 5. Semesters (1. Semester 98,4 % vs. 5. Semester 89,0 %; p ≤ 0.001). Dieser Unterschied zeigte sich konsistent über alle Teilbereiche hinweg, insbesondere bei den Thoraxkompressionen und der Anwendung des AED. Sowohl die korrekte Handposition als auch eine adäquate Kompressionstiefe wurden im 1. Semester signifikant häufiger korrekt durchgeführt. Ebenso waren der unmittelbare Einsatz des AED und die sichere Defibrillation bei Studierenden des 1. Semesters signifikant häufiger korrekt. Schlussfolgerungen Die BLS-Kompetenz nimmt im Verlauf des Medizinstudiums deutlich ab. Insbesondere relevante Fertigkeiten, wie die Durchführung adäquater Thoraxkompressionen und der sachgerechte Einsatz eines AED, wurden von Studierenden im 5. Semester weniger zuverlässig ausgeführt. Die alleinige Vermittlung von Advanced-Life-Support-(ALS)-Inhalten scheint nicht ausreichend zu sein, um grundlegende BLS-Kompetenzen langfristig zu erhalten. Da ein qualitativ hochwertiger Basic Life Support einen entscheidenden Einfluss auf das Überleben bei Herz-Kreislauf-Stillstand hat, sollten regelmäßige BLS-Trainings fest im Curriculum verankert werden (3). Praxisprojekt: CampusReady – Kostenlose Erste-Hilfe-Kurse für nicht Medizin- Studierende Zentrum für medizinische Lehre Ruhr Universität Bochum, Deutschland Hintergrund: Kostenfreie Erste-Hilfe-Ausbildung für Lehramtsstudierende am Medical Training Center (MTC) – Implementierung in die Basisqualifikation Sport 1Medical Training Center, TUM School of Medicine and Health, München, Deutschland; 2Student Office, TUM School of Medicine and Health, München, Deutschland; 3Lifesavers Academy GmbH, Neuried, Deutschland Hintergrund: Angehende Lehrkräfte stehen im schulischen Alltag regelmäßig vor Notfallsituationen, insbesondere im Sportunterricht, der zu den häufigsten Ursachen für Schulunfälle zählt [1]. In der Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus wird festgelegt, dass möglichst alle Lehrkräfte regelmäßig in Erster Hilfe geschult werden sollen, um eine wirksame Notfallversorgung im schulischen Umfeld sicherzustellen [2]. Ziel: Ziel des Projekts ist es, Studierenden der TUM School of Medicine and Health eine kostenfreie, staatsexamensrelevante Erste-Hilfe-Ausbildung anzubieten und diese verpflichtend in die Basisqualifikation Sport für fachfremd unterrichtende Lehramtsstudierende zu integrieren. Dadurch sollen Handlungssicherheit und Kompetenz im Umgang mit Notfallsituationen gestärkt werden. Methoden: Die Ausbildung erfolgt am Medical Training Center (MTC) und umfasst mindestens neun Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Neben klassischen Erste-Hilfe-Inhalten liegt ein besonderer Fokus auf sporttypischen Verletzungen. Die praktischen Inhalte orientieren sich an aktuellen Reanimationsleitlinien des European Resuscitation Council [3]. Zentrale Bestandteile sind praxisorientierte Übungen wie Herz-Lungen-Wiederbelebung, AED-Training, Druckverbände, Seitenlage und realitätsnahe Simulationen. Ergebnisse: Seit Projektstart im September 2025 wurden neun Kurse mit insgesamt 151 Teilnehmenden durchgeführt. Ab Frühjahr 2026 wird der Kurs verpflichtender Bestandteil der Basisqualifikation, sodass bis Ende 2026 mit etwa 640 Teilnehmenden in 32 Kursen gerechnet wird. Fazit: Das kostenfreie Angebot trägt wesentlich zur finanziellen Entlastung der Studierenden bei und verbessert nachhaltig die Sicherheit im schulischen Kontext [2,3]. Die verpflichtende Implementierung der Erste-Hilfe-Ausbildung stellt einen wichtigen Schritt zur professionellen Vorbereitung angehender Lehrkräfte dar. Notfälle im Kindesalter – Szenarientraining für Medizinstudierende 1AIXTRA Kompetenzzentrum für Training und Patientensicherheit, Skillslab der Medizinischen Fakultät, RWTH Aachen, Aachen, Deutschland; 2Klinik für Anästhesiolgie, Uniklink RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, RWTH Aachen, Aachen, Deutschland Hintergrund: In Reanimationssituationen beim Kind ist das frühzeitige, adäquate medizinische Handeln essentiell. Das Curriculum der Humanmedizin sieht das Studium aller Altersklassen von Patient:innen vor, was im Szenarientraining i. d. R. am Erwachsenen trainiert wird. Allerdings ist das Training von Kindernotfallscenarien nicht minder wichtig und bereitet auf den Ernstfall vor. Ziel: Durch die Teilnahme am Kurs trainieren Studierende die strukturierte Beurteilung von Kindern in Notfallsituationen und das Ergreifen von entsprechenden Maßnahmen (gemäß NKLM 2.0 VII.4-01.9.1; VII.4-02.1.7). Methodik: Der Kurs richtet sich an Humanmedizinstudierende ab dem 7. Semester mit Vorkenntnissen in den Bereichen Pädiatrie und Intensivmedizin. Die Lehrenden haben zuvor unter der studentischen Leitung des Pädiatrie-Profils eine Lehrprobe erfolgreich absolviert, um die Kursinhalte standardisiert vermitteln zu können. Regelmäßig erfolgen ärztliche Schulungen und das Profil wird ärztlich supervisiert. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf insgesamt sechs begrenzt, sodass die Durchführung von Fallbeispielen und Simulationen sowie das Training an den Skills-Stationen durchgeführt werden können. Die theoretischen Inhalte bestehen aus
In je zwei Fallbeispielen, die sich im Sommer- und Wintersemester voneinander unterscheiden (saisonale Erkrankungen), werden die erlernten theoretischen Inhalte praktisch angewendet. Bei Abschluss des Kurses erfolgt eine Post-Evaluation. Ergebnisse: Evaluationsfragebögen ermöglichten nach Kursende die Beantwortung von kursspezifischen Fragen. Die Daten wurden nach Beginn des Kurses im Wintersemester 2025/26 erhoben und ergaben bei elf abgegeben Stimmen eine durchschnittliche Schulnote von 1,2. Die Teilnehmenden fühlten sich zum Großteil „eher sicher“ bis „sicher“ bei der Therapiedurchführung im Notfallszenarien. Relevanz: Als medizinisches Fachpersonal ist das Erkennen von kritischen bzw. Notfallsituationen und die adäquate Reaktion darauf essentiell. Das Erlernen und Vertiefen pädiatrischer Notfallkompetenzen ist ein wichtiger Schritt in der Medizinischen Ausbildung, insbesondere für zukünftige Einsätze in der Pädiatrie oder Notfallmedizin. Empfehlungen: Das Kurskonzept ist dazu geeignet, als fakultative Veranstaltung Eingang in die Curricula zu finden oder im Rahmen von Famulaturen oder Praktischem Jahr durchgeführt zu werden. Studierende könnten so Sicherheit im Umgang mit Notfallsituationen bei der besonderen Patient:innengruppe Kinder und Säuglinge erlangen. Pediatric Basic Life Support (PBLS) – ein interprofessioneller Peer-Teaching-Kurs 1AIXTRA Kompetenzzentrum für Training und Patientensicherheit, Skillslab der Medizinischen Fakultät, RWTH Aachen, Aachen, Deutschland; 2Klinik für Anästhesiologie, Uniklinik RWTH Aachen, Medizinische Fakultät, RWTH Aachen, Aachen, Deutschland Hintergrund: Die Reanimation eines Kindes bzw. Säuglings ist eine seltene, gefürchtete Notfallsituation, die Kenntnis und Handeln gemäß Leitlinien und Algorithmen voraussetzt. Das Erlernen und Training der Erwachsenenreanimation ist im Curriculum der Humanmedizin fest verankert, jedoch gibt es im Säuglings- bis Kindesalter Besonderheiten in der Herz-Lungen-Wiederbelebung (PBLS). Ziel: Durch die Teilnahme am Kurs trainieren Studierende das Erkennen von kritisch kranken Säuglingen und Kindern und erlernen den Algorithmus der Reanimation sowie die praktische Anwendung der Maßnahmen (gemäß NKLM 2.0 VII.4-03.7.1). Im interprofessionellen Setting mit Studierenden der Hebammenwissenschaft und Humanmedizin profitieren Teilnehmende von theoretischen Kenntnissen und Austausch und können das Beherrschen der Situation am Modell trainieren. Methodik: Der Kurs richtet sich an Humanmedizinstudierende ab dem 7. Semester mit Vorkenntnissen in den Bereichen Pädiatrie und Intensivmedizin sowie Hebammenstudierende aller Semester. Die Lehrenden haben zuvor unter der studentischen Leitung des Pädiatrie-Profils eine Lehrprobe zur standardisierten Vermittlung der Inhalte absolviert. Darüber hinaus finden ärztliche Schulungen und Supervision zur Qualitätssicherung statt. Die Zahl der Teilnehmenden ist pro Kurseinheit auf insgesamt sechs begrenzt, sodass die Durchführung von Fallbeispielen und Simulationen sowie das Training an den Skills-Stationen durchgeführt werden können. Theoretische Inhalte bestehen aus: - Einteilung von Kindern nach Altersstufen - Anatomische und funktionelle Besonderheiten - Kindlicher Herzkreislaufstillstand - Anamnese und körperliche Untersuchung bei Kindern - Leitsymptome bei pädiatrischen Notfällen - pädiatrisches Dreieck - Vorgehen in der Notfallsituation - PBLS Zum Kursabschluss erfolgt eine Evaluation der Lehrveranstaltung. Ergebnisse: Die Datenerhebung erfolgte im Wintersemester 2025/26. Bei acht abgegeben Stimmen wurde der Kurs mit der durchschnittlichen Schulnote 1,1 evaluiert. Alle Teilnehmenden fühlten sich nach Kursende „eher sicher“ bis „sehr sicher“ in der Durchführung des PBLS-Algorithmus, der Masken-Beutel-Beatmung und Herzdruckmassage. Relevanz: Das Erlernen und Vertiefen dieser praktischen Fähigkeiten ist ein wichtiger Schritt in der medizinischen Ausbildung. Außerdem wird im interprofessionellen Setting die Kommunikation und der Erfahrungsaustausch zwischen den Berufsgruppen gefördert. Empfehlungen: Insbesondere für Studierende der Hebammenwissenschaften und Medizinstudierende mit pädiatrischem Interesse könnte das Kurskonzept als fakultative Veranstaltung Eingang in die Curricula finden und Kompetenzen, Selbstvertrauen und Routine stärken. Bist du schon „Fit fürs PJ“? Ein Vorbereitungskurs für angehende PJ-Studierende SkillsLab PERLE Uniklinik Erlangen, Deutschland Hintergrund: Das Humanmedizinstudium vermittelt viele theoretische Grundlagen - praktische Fertigkeiten müssen jedoch größtenteils eigenverantwortlich, z.B. in freiwilligen SkillsLab-Kursen oder Famulaturen, erworben werden. Einige Studierende konfrontiert auch erst das unmittelbar bevorstehende PJ mit ihren fehlenden praktischen Fertigkeiten, die sie im Klinikalltag selbstständig umsetzen müssen. Im SkillsLab PERLE wurde im WS25/26 daher ein Kurs für PJ-Studierende angeboten, der relevante Fertigkeiten für die Klinik beinhaltet und ihnen durch Übungsmöglichkeit mehr Sicherheit für den PJ-Start vermitteln soll. Kurskonzept: Um einen inhaltlich sinnvollen Kurs zu konzipieren, wurden in einer ersten Umfrage 48 Medizinstudierende der FAU Erlangen-Nürnberg befragt, die im Jahr 2025 ihr M2 abgelegt haben. Daraus wurden sechs bevorzugte Fertigkeitsbereiche ermittelt: Blut-, Naht-, Sono-, Punktions-, Wundversorgungs- und Verbands-Skills sowie Notfallmanagement. Der Kurs wurde zwei Wochen vor PJ-Beginn im November 2025 zusammen mit dem Simulations- und Trainingszentrum der Anästhesie des UKER angeboten. Über ein Online-Buchungstool konnten Studierende sich individuell zu Stationen anmelden, bei denen persönlicher Übungsbedarf bestand. Die Stationen wurden von je einem/r Tutor/in mit maximal vier Teilnehmenden pro Zeitslot betreut. Bei 60-Minuten Zeitslots betrug die Gesamtkursdauer sechs Stunden. Evaluation: Nach dem Kurs sollten die 15 Teilnehmenden ihren subjektiv wahrgenommenen Kompetenzzuwachs mittels zweiter Umfrage einschätzen. Die Ergebnisse der ersten und zweiten Umfrage wurden über die Gruppe hinweg für jeden einzelnen Fertigkeitsbereich verglichen. Schlussfolgerung: Bei einer Rücklaufquote von 66% würden alle Befragten den Kurs weiterempfehlen, 80% halten einen Kurs für nachfolgende PJ-Studierende sinnvoll. In allen angebotenen Skills zeigt sich ein subjektiver Kompetenzzuwachs. Insbesondere bei Blutentnahme am ZVK, Wundversorgung und Anlage eines Blasendauerkatheters (Punktionsskills) ist ein deutlicher Lerneffekt erkennbar. Das Skill-Angebot wurde insgesamt gut bewertet. Die Naht-Skills wurden nur sporadisch mit geringem Lerneffekt besucht und fallen daher im nächsten Kurs weg. Da an der Station zu Blut-Skills parallel unterschiedliche Fertigkeiten geübt wurden, war die Betreuung der Station für eine/n Tutor/in mühsam, ein zweite/r Tutor/in soll eingeplant werden. Ferner wünschen sich die Teilnehmenden mehr Zwischenpausen bei gleichbleibender Dauer der einzelnen Stationen. Ausblick: Aufgrund positiven Feedbacks wird der Kurs im Mai 2026 erneut angeboten mit einer Anpassung von Skill-Angebot, Tutor/innen-Anzahl und der zeitlichen Organisation. Für den Kurs im Mai 2026 ist eine erneute Evaluation geplant. „How we do it“ - Hygiene im Skills Lab für PJ-Studierende 1Stabsstelle Krankenhaushygiene, Universitätsmedizin Mannheim, Universitätsklinikum Mannheim GmbH, Deutschland; 2Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Geschäftsbereich Studium und Lehrentwicklung, Deutschland Hintergrund: Arbeitsverdichtung, Schichtmodelle und Personalknappheit schränken die Einarbeitung Studierender im Praktischen Jahr (PJ) und Feedback zu praktischen Tätigkeiten mit Hygienebelang häufig ein. Beschreibung des Projekts: Seit 2023 wird zweimal jährlich ein „Hands-on Training für PJ-Studierende“ durch das Team der Krankenhaushygiene im Lernkrankenhaus TheSiMa (Skills Lab der Medizinischen Fakultät Mannheim) angeboten, um sechs Hygiene-relevante Prozeduren einzuüben. Vor der Lehrveranstaltung (vier Unterrichtseinheiten) werden sechs Kleingruppen à fünf bis acht Studierenden gebildet und auf der Lernplattform Moodle eine bebilderte Anleitung für die korrekte Durchführung der Prozeduren übermittelt. Während des Trainings werden an sechs getrennten Arbeitsstationen des TheSiMa -betreut durch je zwei Dozenten der Krankenhaushygiene- über 30 Minuten folgende Aufgabenstellungen bearbeitet: Verbandswechsel, Umgang mit einem ZVK, Umgang mit einem PVK, Anstechen eines Port-Systems, Anlegen/Ablegen steriler Schutzkleidung und Abnahme einer Blutkultur. Jede einzuübende Prozedur wird durch ein oder zwei Studierende unter Nutzung realitätsnaher Modelle und praxistypischer Utensilien freiwillig durchgeführt. Die anderen Studierenden und Dozenten beobachten aktiv; anschließend erfolgt unterstützt durch die Dozenten kollegiales Feedback. So können Studierende ihre praktischen Fertigkeiten überprüfen und kollegiales Feedback („Buddy-Prinzip“) im Interesse der Patientensicherheit trainieren. Da die gezeigte Durchführung einer Prozedur nicht bewertet wird, sondern ausschließlich Anlass für kollegiales Feedback zur Optimierung ist, sollte bei den Studierenden nicht „Leistungsdruck“, sondern eine optimierte Lernerfahrung entstehen. An jeder Arbeitsstation wird Zeit für offene Fragen und Problemdiskussion aus dem klinischen Alltag gegeben. Evaluation: Im Rahmen der anonymisierten Online-Evaluation der Lehrveranstaltung werden die Studierenden gemäß der Evaluationsverordnung der Universität Heidelberg um Beurteilung gebeten. Die Evaluation wird durch das QM-Team Studium und Lehre der Fakultät durchgeführt und erfolgt mittels evasys. Die online-Umfrage ist eine Woche freigeschaltet, die Teilnahme ist freiwillig. Die aggregierten Evaluationsreports werden den zuständigen Lehrverantwortlichen nach Abschluss der Evaluationswoche bereitgestellt. Schlussfolgerungen: Angesichts einer Teilnahmequote von durchschnittlich 49,8% an der Evaluation, des von den Befragungsteilnehmer*innen beschriebenen hohen Lernzuwachses (86,9%) und der Gesamtbewertung der Veranstaltung mit der Note sehr gut bis gut (91,5%) wird die Sinnhaftigkeit eines Hands-on-Trainings für PJ-Studierende im Fach Hygiene unterstrichen. Ausblick: Das Hands-on Training für PJ-Studierende wird fortgesetzt. Eine Ausweitung des Angebots auf weitere praktische Aufgabenstellungen wurde in der Evaluation mehrfach angeregt; dies würde jedoch zusätzliche Personalressourcen der Krankenhaushygiene erfordern. Implementierung von Crew/Crisis Resource Management (CRM) und Human Factors in der curriculären Lehre von Medizinstudierenden 1Tübingen Institute for Medical Education (TIME), Medizinische Fakultät, Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland; 2Abteilung für Endokrinologie, Diabetologie und Nephrologie, Klinik für Innere Medizin IV, Universitätsklinikum Tübingen, Otfried-Müller-Str. 10, 72076 Tübingen, Deutschland; 3Institut für Diabetesforschung und Stoffwechselerkrankungen (IDM) des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland; 4Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Tübingen, Deutschland Hintergrund / Problemstellung: Vor über drei Jahrzehnten wurde durch Howard und Gaba die Übertragung des in der Luftfahrt bereits etablierten Crew Resource Management (CRM) auf den medizinischen Kontext mit dem Anesthesia Crisis Resource Management (ACRM) erstmals systematisch beschrieben (1). Mit dem im Jahr 2000 publizierten Bericht To Err is Human, der die jährliche Mortalität infolge vermeidbarer medizinischer Fehler in den USA auf bis zu 98.000 Fälle schätzte, rückten Humanfaktoren und CRM-Strategien verstärkt in den Fokus der patientensicherheitsrelevanten Forschung. Obwohl der Nationale Kompetenzbasierte Lernzielkatalog Medizin 2.0 (NKLM 2.0) die Vermittlung dieser Kompetenzen explizit fordert, erfolgt deren curricular verankerte Umsetzung im Medizinstudium bislang häufig nur unzureichend. Diese Diskrepanz deutet auf Defizite in der systematischen Vorbereitung angehender Ärztinnen und Ärzte im Umgang mit komplexen, sicherheitskritischen Situationen hin (2). Wissenschaftliche Arbeiten zeigen, dass strukturiertes Training in CRM und Humanfaktoren das Risiko vermeidbarer Schadensereignisse reduziert, mit geringeren Folgekosten assoziiert ist und zu einer erhöhten Arbeitszufriedenheit im klinischen Setting beiträgt (3). Ziele des Projekts: Ziel des Projektes ist die Implementierung eines strukturierten curricularen Ausbildungsmoduls im Medizinstudium zum Themenkomplex CRM und Humanfaktoren, um künftige nationale Unterrichtsvorgaben zu erfüllen und das Problembewusstsein für Risiken unzureichender Kommunikation sowie die Bedeutung individueller Humanfaktoren im Hinblick auf potenzielle Behandlungsfehler zu schärfen. Gleichzeitig soll die Relevanz einer effizienten inter- und intraprofessionellen Zusammenarbeit für Patientensicherheit und Versorgungsqualität hervorgehoben werden. Mit Beginn der Implementierung erfolgt eine systematische wissenschaftliche Evaluation des Projektes, fokussiert auf die individuelle Kompetenzentwicklung der Studierenden und deren objektivierbare Leistungsparameter im Bereich CRM und Humanfaktoren. Methoden / Umsetzung: Geplant ist ein modularer, aufeinander aufbauender Ansatz, der Studierende schrittweise an die Thematik CRM und Humanfaktoren heranführt. Die erstmalige Vermittlung soll früh im klinischen Abschnitt, spätestens im Praktischen Jahr erfolgen, um eine frühzeitige Sensibilisierung für sicherheitsrelevante Aspekte des klinischen Alltags zu gewährleisten. Zunächst wird ein grundlegendes Verständnis für die Thematik geschaffen, bevor die Studierenden über externe Beobachtungen zur eigenständigen Anwendung übergehen. Eingesetzt werden sollen Impulsvorträge, Einzel- und Gruppenarbeiten, moderierte Diskussionen, Videoanalysen sowie abschließend Gruppensimulationstrainings mit strukturiertem Debriefing. Ergebnisse: Die Pilotierung des Lehrprojektes soll im Q1/2026 erfolgen. Eine Vorstellung erster Zwischenergebnisse ist auf dem 20. Internationalen Skills Lab Symposium (iSLS) geplant. | ||

