Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
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Vorträge 3: Fit für Klinik
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Aufbau von Peer Teaching im Skillslab MEDiCus Klinikum Chemnitz, Deutschland Abstract Hintergrund: Peer Teaching stellt einen etablierten didaktischen Ansatz zur Förderung praktischer Kompetenzen in der medizinischen Ausbildung dar. Ziel dieser Arbeit war es, den Aufbau eines PeerTeaching Konzepts im Skillslab zu beschreiben und anhand des subjektiven Kompetenzzuwachs von Studierenden dessen Wirksamkeit in Bezug auf den Erwerb der praktische Fertigkeiten Blutentnahme und Basisreanimation zu untersuchen. Der Modellstudiengang MEDiC am Medizincampus Chemnitz der TU Dresden wurde 2020 gestartet. Mit dem Modellstudiengang wurde auch unser Skillslab MEDiCus nach Inbetriebnahme zum Studienstart im Oktober 2020 in den letzten 5 Jahren weiterentwickelt. Damit einher ging auch die Entwicklung unseres Peer Teaching Programmes, welches im WS 2021/22 an den Start ging. Seitdem ist Peer Teaching ein fester Bestandteil der curricularen und auch der fakultativen Lehre in unserem Skillslab. Methoden: Befragt wurden MEDiC-Studierende im 8. und 10. Fachsemester nach Absolvierung des longitudinalen Moduls KF 31 im Skillslab. Mittels standardisierter Fragebögen wurde der subjektiv eingeschätzte theoretische und praktische Kompetenzzuwachs erhoben. Die Vermittlung der praktischen Fertigkeiten erfolgte durch studentische Peers sowohl im curricular verankerten Unterricht als auch in zusätzlich angebotenen freien Trainingszeiten. Ergebnisse: Die Studierenden berichteten insgesamt über einen deutlichen subjektiven Kompetenzzuwachs nach Abschluss des Moduls. Dabei zeigte sich ein ausgeprägter Zugewinn in den theoretischen Kenntnissen, aber auch in den praktischen Fertigkeiten sowohl bei Blutentnahme, als auch bei Basisreanimation. Unterschiede zwischen Studierenden des 8. und 10. Fachsemesters waren erkennbar, wobei fortgeschrittene Studierende höhere Ausgangswerte, jedoch ebenfalls relevante Kompetenzzuwächse angaben. Das Peer Teaching-Konzept wurde von den Studierenden überwiegend positiv bewertet. Schlussfolgerung: Der Aufbau von Peer Teaching im Skillslab stellt eine effektive Ergänzung der praktischen Ausbildung dar und trägt insbesondere zur Stärkung des subjektiven Kompetenzzuwachs praktischer Fertigkeiten bei. Seit dem Start im Jahr 2021 mit zwei studentischen Tutor:innen wurde das Konzept an unserem Standort kontinuierlich ausgebaut. Aktuell sind zehn studentische Tutor:innen für die Lehre klinisch-praktischer Kompetenzen im Skillslab MEDiCus im Einsatz. Zukünftig ist eine sukzessive Erweiterung der Lehrinhalte und Lehrmethoden geplant, einschließlich der Integration von VR-Anwendung. Derzeit in Vorbereitung ist eine Lehrveranstaltung VR zum Verhalten im OP-Saal. Be Mature For Famulatur-- Praktisches Training grundlegender Fertigkeiten für den ersten klinischen Einsatz AIXTRA Kompetenzzentrum für Training und Patientensicherheit, Deutschland Hintergrund: Obwohl der primäre Patientenkontakt früh im Studium stattfindet, sind viele praktische Skills bei Antreten der ersten Famulatur noch nicht ausreichend trainiert. Der Famulaturvorbereitungskurs des AIXTRA bietet in Form eines ganztägigen Kurses Training in vier praktischen Fertigkeiten (steriles Arbeiten, Basic Life support, Knoten und Naht, venöse Punktion). Neben den praktischen Fertigkeiten trainieren die Studierende zwei ausführliche Anamneseerhebungen mit Simulationspersonen. Alle Skillstraining-Stationen werden ärztlich geleitet und in Kleingruppen á 6 Studierenden abgehalten. Nach einem einleitenden Impulsvortrag steht das praktische Arbeiten im Vordergrund. Insgesamt können 144 Studierende aus dem 2.Studienjahr an drei aufeinander folgenden Tagen an diesem fakultativen Kurs teilnehmen. Ziel/Fragestellung: Ziel der Evaluation war eine Überprüfung des Erreichens der einzelnen Lernziele sowie eine Einschätzung der Qualität des Kurses. Methode: Die Evaluation fand zum Beginn und zum Abschluss des Kurses statt. Die TN wurden per Online-Fragebogen anonym befragt. Erfragt wurden sowohl subjektive Sicherheit in allen im Kurs angebotenen medizinischen Fertigkeiten als auch (nach dem Kurs) positive und negative Aspekte des Kurses inklusive Wünschen für zukünftige Kurse. Ergebnisse: In der Selbsteinschätzung der einzelnen Skills zeigte sich eine gute bis ausgeprägte Sicherheit in „BLS“, „steriles Arbeiten“, „Punktion 1“ und „Anamneseerhebung“. Deutlich geringer fiel die subjektive Sicherheit bei „Einzelknopfnaht“ und „Handknoten“ aus. Eine Betrachtung der Evaluation vor dem Kurs zeigte, dass diese beiden Fertigkeiten von rund einem Drittel der Teilnehmenden noch nie zuvor durchgeführt worden waren. Die Studierenden bewerten den Kurs mit einer durchschnittlichen Schulnote von 1,66; 97% vergaben die Schulnoten „sehr gut“ oder „gut“. Bei den positiven Bewertungen wurden besonders die hohe Relevanz der Themen, die praktischen Übungen sowie der respektvolle Umgang und die Kompetenz der Dozierenden hervorgehoben. Verbesserungsvorschläge betrafen überwiegend den Wunsch nach längeren Pausen sowie nach noch mehr Zeit für praktische Übungen. Schlussfolgerung: Aus der positiven Bewertung lässt sich schlussfolgern, dass ein Angebot für alle Studierenden des Semesters sinnvoll ist. Das Skillstraining im Bereich „Knoten und Naht“ wurde auf Basis der Evaluation bereits intensiviert. Dem Wunsch nach längeren Pausen konnte nicht entsprochen werden, jedoch wurde ein Bewirtungsangebot vor Ort geschaffen, um die Pausen effizienter nutzen zu können. Fit for Famulatur 2026 - Pilotierung eines Kurses zur Vorbereitung auf die 1. Famulatur Medizincampus Chemnitz TU Dresden, Chemnitz, Deutschland Am Klinikum Chemnitz gibt es seit 5 Jahren den Modellstudiengang MEDiC der Medizinischen Fakultät der TU Dresden mit 50 Studierenden pro Jahrgang. Genauso lang gibt es unser Trainings- und Simulationszentrum MEDiCus für unsere Studierenden zum Erlernen praktischer Skills und zur Erlangung kommunikativer Kompetenzen. Als Krankenhaus der Maximalversorgung stehen wir bei der studentischen Lehre vor ganz neuen Herausforderungen und im Zuge der Weiterentwicklung unseres Skillslabs wollen wir die Idee der Kursreihe „Fit für …“ auch an unserem Krankenhaus und Medizincampus umsetzen. Teilnehmer am vorgestellten Kurs sind Studierende des 5. Fachsemesters am Modellstudiengang MEDiC am Medizincampus Chemnitz der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. Diese Studierenden werden nach dem 5. Semester das erste Mal eine Famulatur im Krankenhaus oder in einer Arztpraxis durchlaufen. Für eine gute Vorbereitung bieten wir, als Team Skillslab einen 2-tägigen Kurs für alle Studierenden im 5. Semester an. Die Teilnahme ist freiwillig. Ziel ist die Förderung praktischer Fertigkeiten, klinischer Entscheidungsfähigkeit, notfallrelevanter Maßnahmen sowie individueller Lern- und Teamkompetenzen. Dafür gehören zum Kurs neben einem Skillsparcour, Fallbesprechungen zum Kennenlernen klinischer Entscheidungsfindungspfade und die Vorbereitung auf Abläufe im stationären Setting, sowie im OP-Saal. Abgerundet wird das Programm durch ein Notfall- und Reanimationstraining in kleinen Gruppen im Sinne CRM-Trainings. Zum Einsatz kommen verschiedene Lehrformate einschließlich Simulationstrainings und VR. Am Ende des Kurses stehen eine kurze Lernerfolgskontrolle und die Evaluation. Ausblick: Sollte sich das Kursformat bewähren ist eine Verstetigung und das Rollout auf zusätzliche Kursformate wie „Fit for PJ“ und „Fit for Dienst in der ZNA“ geplant. Kurs ISBARC mit Peertutor:innen– Üben einer standardisierten Patientenübergabe mittels Rollenspielen Medizinische Fakultät der Universität Zürich, Zürich, Schweiz Hintergrund: Die strukturierte und adressatengerechte Patientenübergabe ist ein zentraler Bestandteil der klinischen Versorgung und trägt wesentlich zur Patientensicherheit bei. Unklare, unvollständige oder ungeordnete mündliche Übergaben gelten als häufige Ursache für Fehler im klinischen Alltag. Das international etablierte ISBARC-Schema (Identification – Situation – Background – Assessment – Recommendation/Request/Risk – Commitment/Close the loop) stellt ein evidenzbasiertes Kommunikationsinstrument dar, das insbesondere auch für Ausbildungskontexte geeignet ist. Beschreibung des Kurskonzeptes: Der Kurs «Patientenübergabe/-vorstellung ISBARC» richtet sich an Studierende des 5. Studienjahres und soll auf das klinische Kommunizieren in Übergabe- und Vorstellungssituationen im Wahlstudienjahr vorbereiten. In einem 2h 15 min dauernden Kurs bearbeiten Kleingruppen sechs klinische Fallszenarien mithilfe des ISBARC-Schemas. Die Fallunterlagen sind gezielt so ausgewählt, dass sie eine Vielzahl relevanter wie auch weniger relevanter Informationen enthalten. Dadurch wird zunächst die Fähigkeit zur Informationsselektion und Priorisierung gefördert, bevor im zweiten Schritt die strukturierte mündliche Übergabe nach ISBARC trainiert wird. Die Lernaktivitäten sind als Rollenspiele konzipiert und werden von geschulten Peertutor:innen moderiert. Eine abschliessende Plenumsbesprechung durch eine:n Dozent:in dient der übergeordneten Verortung und Vertiefung. Jede:r Studierende:r übernimmt in zwei Szenarien aktiv die Rolle der übergebenden Person, z. B. bei der Übergabe eines Notfallpatienten, einer Patientenvorstellung im Rahmen der Morgenvisite oder einer Konsilanmeldung. Nach jedem Rollenspiel erfolgt eine strukturierte Selbsteinschätzung sowie ein checklistenbasiertes Feedback durch die Mitstudierenden sowie ein Peer-Feedback, das sich an klar definierten ISBARC-Kriterien orientiert. Eine Limitation des Formats besteht darin, dass die Peertutor:innen aus demselben Studienjahr stammen und über begrenzte klinische Erfahrung verfügen. Dieser Aspekt wird im Kursdesign bewusst berücksichtigt: Der inhaltliche Fokus liegt nicht auf medizinischen Detailfragen, sondern konsequent auf der Kommunikationsstruktur, Klarheit und Priorisierung von Informationen im Rahmen der mündlichen Übergabe. Schlussfolgerung: Durch die Kombination aus realitätsnahen Fallbeispielen und konsequenter Nutzung des ISBARC-Schemas fördert der Kurs eine klare, effiziente und standardisierte Kommunikation im klinischen Alltag. Aus Sicht der Peertutor:innen ergibt sich ein zusätzlicher didaktischer Mehrwert: Durch die Moderation der Rollenspiele und das strukturierte Feedback vertiefen sie ihr eigenes Verständnis klinischer Kommunikationsprozesse und internalisieren die ISBARC-Kriterien. Evaluation und Ausblick: Im Jahr 2025 hat das Team Lernzentrum der Universität Zürich zwei Pilotierungen in unterschiedlichen Grössen durchgeführt. Die positiven Evaluationsergebnisse sprechen für eine curriculare Verankerung, deren Machbarkeit derzeit geprüft wird. Interprofessioneller Tagdienst: Weiterentwicklung eines simulierten Stationsalltags 1Charité – Universitätsmedizin Berlin, Lernzentrum - Skills Lab, Berlin, Deutschland; 2Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Klinische Pflegewissenschaft, Berlin, Deutschland Hintergrund: Das Lernzentrum als Skillslab der Charité – Universitätsmedizin Berlin veranstaltet seit über zehn Jahren eine große Nachtdienstsimulation einer Notaufnahme für Medizinstudierende im PJ. Hierbei konnte gezeigt werden, dass der „Nachtdienst“ nachweislich die Selbstwirksamkeit der Studierenden steigert und sie so auf die Herausforderungen ihres zukünftigen Berufs vorbereitet [1]. Da Patientensicherheit, Versorgungsqualität und Arbeitszufriedenheit im klinischen Alltag maßgeblich von gelingender interprofessioneller Kommunikation und Zusammenarbeit abhängen, diese Kompetenzen jedoch im Studium häufig nur unzureichend gemeinsam trainiert werden, besteht ein besonderer Bedarf an frühzeitigen interprofessionellen Lernformaten. Vor diesem Hintergrund, wurde nun ergänzend der „Tagdienst“ entwickelt. Hierbei trainieren Medizin- und Pflegestudierende Behandlungsabläufe im stationären Setting mit Hilfe authentischer Fallszenarien. Nach Vorstellung des Planungskonzeptes [2] sowie des ersten Durchlaufs [3] wird nun die umfassende Weiterentwicklung präsentiert. Beschreibung des Projekts: Übergeordnetes Ziel der Lehrveranstaltung ist es, die interprofessionelle Kommunikation und Zusammenarbeit zu stärken, die Handlungssicherheit im beruflichen Alltag zu fördern und die Entwicklung eines eigenen beruflichen Selbstverständnisses zu unterstützen. Fünf interprofessionelle Teams bestehend aus Pflege- und Medizinstudierenden durchliefen fünf unterschiedliche realitätsnahe Praxisfälle (u. a. Kardiologie, Pädiatrie, Trauma). Die Realitätsnähe wurde durch Simulationspersonen, hybride Elemente, klinischen Workflow (Labor, Radiologie, Logistik) und videogestütztes Debriefing unterstützt. Begleitend gaben Gruppen- sowie Falltutor:innen beider Professionen kommunikatives sowie inhaltliches Feedback. Der Lernerfolg wurde methodisch durch Beobachterrollen, strukturierte Feedbackleitfäden, schriftliche Reflexionsaufgaben sowie moderierte Debriefings sichergestellt. Evaluation: Die Evaluation der zweiten Durchführung des Tagdienstes im Dezember 2025 (erste Durchführung im Januar 2025) erfolgte formativ und summativ mittels fallbezogener Einzelbewertungen sowie eines Prä-Post-Vergleichs zu interprofessioneller Kommunikation und Kooperation (n=15 Medizinstudierende, n=30 Pflegestudierende, n=22 Lernzentrumstutor:innen). Die Ergebnisse zeigen eine hohe Zufriedenheit hinsichtlich des Schwierigkeitsgrads und der praktischen Wissensanwendung. Die Tutor:innen evaluierten zudem Konzept, Organisation und die Interaktion der Teilnehmenden positiv und bestätigten eine gelungene Umsetzung der interprofessionellen Ausarbeitung. Schlussfolgerung und Ausblick: Die erste Durchführung zeigte eine hohe Akzeptanz und strukturelle Machbarkeit des Formats auf, doch stellte sich Optimierungsbedarf bei der Spezifität pflegerischer Lernziele und Feedbackmöglichkeiten auf Seiten der Tutor:innen heraus. Durch die interprofessionelle Weiterentwicklung und curriculare Verankerung konnte ein ausgewogenes und praxisnahes Simulationsformat etabliert werden. Der interprofessionelle Tagdienst leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur kompetenzorientierten Ausbildung und stellt ein ausbaufähiges Modell zur Förderung interprofessioneller Zusammenarbeit dar. | ||

