Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
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Vorträge 2: Fit für Feedback
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| Zusammenfassung der Sitzung | ||
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Vom virtuellen Probelauf zum echten Gespräch: KI unterstützte Avatare als Vorbereitung auf Kommunikationstrainings mit SPs Berner Bildungszentrum Pflege, Schweiz Einleitung Kommunikationstrainings mit Simulationspersonen (SP) sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Aus- und Weiterbildung in Gesundheitsberufen. Sie ermöglichen Studierenden, realitätsnahe Patientengespräche sowie anspruchsvolle Kommunikationssituationen mit Angehörigen oder interprofessionellen Akteuren zu erproben und reflektieren. Trotz ihres hohen didaktischen Wertes besteht häufig der Wunsch der Studierenden, sich gezielt auf diese Trainings vorzubereiten. Bisher fehlten jedoch niederschwellige, flexible und realitätsnahe Vorbereitungsmöglichkeiten. Zur Schliessung dieser Lücke werden am Berner Bildungszentrum Pflege KI-gestützte Avatare als vorbereitendes Trainingsinstrument eingesetzt. Methode Im Rahmen des Pilotprojekts wurden bestehende Kommunikationsszenarien mit SPs für KI‑Avatare angepasst und mittels gezielter Prompts umgesetzt. Die Studierenden hatten vor den eigentlichen Interaktionen mit Simulationspersonen die Möglichkeit, Patientengespräche mit einem KI-gesteuerten Avatar zu üben. Dabei wird Xara benutzt. XARA wurde an der Universität St. Gallen entwickelt und simuliert realistische Gespräche mit Hilfe von GPT-4. Der Zugang erfolgt entweder über eine VR/ AR-Brille oder über ein Smartphone, wodurch ein orts- und zeitunabhängiges Training ermöglicht wird. Ergänzend kommt ein Avatar-Coach zum Einsatz, der auf Basis vordefinierter Lernziele ein strukturiertes interaktives Feedback zur Gesprächsführung gibt. Besonderer Wert wurde auf die Kohärenz zwischen Aufgabenstellung, Gesprächsverlauf und Feedback gelegt. Zusätzlich wurde ein elektronisches Gesprächsprotokoll erstellt, das sowohl die Interaktion als auch die Rückmeldungen Wort für Wort dokumentiert. Insgesamt nahmen 70 Studierende an den Vorbereitungstrainings mit den KI-Avataren teil. Die Evaluation erfolgte mittels eines standardisierten Fragebogens zu Erfahrungen, Akzeptanz und wahrgenommenem Lernerfolg. Resultate Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Studierenden den Einsatz der KI-Avatare positiv bewertet. Besonders wurde geschätzt, Gespräche vor und/oder nach den SP-Trainings eigenständig üben oder vertiefen zu können. Die Avatare wurden als hilfreiche Möglichkeit wahrgenommen, Patientengespräche in einem ersten, risikoarmen Schritt zu trainieren und kommunikative Sicherheit aufzubauen. Schlussfolgerung Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Kombination aus KI-gestützten Avataren und klassischen Kommunikationstrainings mit Simulationspersonen eine sinnvolle didaktische Ergänzung darstellt. KI-Avatare können die Vorbereitung und Nachbereitung von Trainings unterstützen, ersetzen jedoch nicht die Interaktion mit realen Simulationspersonen. Ausblick Durch die Didaktisierung der akkuraten Gesprächsprotokolle sowie die Weiterentwicklung von VR/AR-Technologien und Avataren, lassen sich künftig Lernumgebungen schaffen, die praxisnah, interaktiv und individuell adaptierbar sind. So kann die Lehre gezielter unterstützt und Lernerfahrungen effektiver gestaltet werden. VirtualSP: Kommunikationstrainings mit virtuellen Simulationspersonen Referat Studium und Lehre, Medizinische Fakultät OWL, Universität Bielefeld, Bielefeld, Deutschland Hintergrund: Der Nutzen von Simulationspersonen (SP) in der Kommunikationslehre ist gut belegt, ihr Einsatz jedoch ressourcenintensiv [1]. Durch die rasante Entwicklung generativer KI-Systeme entstehen neue didaktische Potenziale, insbesondere durch Large Language Models (LLM). LLM-basierte virtuelle Simulationspersonen (vSP) werden bislang kaum curricular eingesetzt. An der Universität Bielefeld wird seit 2025 die Lernplattform VirtualSP entwickelt. Konzept: VirtualSP ermöglicht LLM-basierte Kommunikationstrainings für Medizinstudierende in Form von Audiogesprächen mit virtuellen SP. Die Gespräche werden simultan transkribiert und als Transkript gespeichert. Die Plattform erlaubt adaptives Lernen durch anonymes, zeit- und ortsunabhängiges Üben mit bedarfsorientierten Trainingsfrequenzen. Nach jedem Gespräch erhalten die Lernenden ein individuelles Feedback. Eine Lernfortschrittsmessung ermöglicht die Einschätzung kommunikativer Kompetenzen im Zeitverlauf sowie im Vergleich zur Peergroup. Der Zugriff erfolgt über Shibboleth. Die Entwicklung der Szenarien und vSP-Rollen basiert auf dem SP-Rollenskript-Template [2]. Gesprächsanalyse und -feedback umfassen zwei Komponenten: Erstens erfolgt eine Bewertung entlang eines Kompetenzframeworks auf Basis des MAAS-D 2.0 [3], jeweils ergänzt um eine kurze Begründung entlang des transkribierten Gesprächs. Zweitens werden auf Basis szenarien-spezifischer Kriterien Verbesserungsvorschläge bereitgestellt. Die Trainings sind beliebig oft wiederholbar; die Lernfortschrittsmessung erfolgt szenarien-spezifisch und übergeordnet entlang des Kompetenzframeworks. VirtualSP wird bislang in zwei Modulen des Bielefelder Modellstudiengangs Medizin verpflichtend eingesetzt. Die Pilotierung erfolgte im Sommersemester 2025 im 6. Fachsemester im Kontext einer Lehrveranstaltung zu Wissenschaftskommunikation als simuliertes Interview mit einer Journalistin zum Thema Multimedikation. Im Wintersemester 2025/26 trainieren Studierende des 1. Fachsemesters in VirtualSP laienverständliche Kommunikation mit zwei Szenarien. Evaluation: An der Pilotphase nahmen 53 von 60 Studierenden teil. Die Möglichkeit des mehrfachen Trainings bewerteten 94 % der Teilnehmenden der Abschlussbefragung (n=18) als sehr relevant für den Lernerfolg. Das zeitlich unabhängige, individuelle und anonyme Training bewerteten 89 % als sehr lernerfolgsrelevant. Zudem stuften89 % das Training im Verhältnis zur aufgewendeten Zeit als effektiv ein. Die Evaluationsergebnisse des Wintersemesters liegen im Februar 2026 vor. Schlussfolgerung: LLM-basierte Kommunikationstrainings können bestehende Lernformate ressourcenschonend und effektiv erweitern. Ausblick: Virtuelle Gesprächssimulationen ersetzen reale Simulationen nicht, können diese jedoch sinnvoll ergänzen. Mit VirtualSP fokussieren wir in der Weiterentwicklung daher bewusst auf die Vorteile digitaler Lernplattformen, wozu insbesondere die longitudinale Lernerfolgsmessung, die Vielfalt trainierbarer Szenarien sowie der niedrigschwellige Zugang für Lernende und Lehrende zählen. Qualitätskriterien für SP-Rollenskripte: Ein strukturierter Rahmen zur qualitativen Bewertung Zentrum für Medizinische Lehre, Ruhr-Universität Bochum, Deutschland Hintergrund: Simulationen mit Simulationspersonen (SPs) sind ein zentraler Baustein der praktischen Ausbildung in Medizin und Gesundheitsberufen. Die Qualität von SP-Rollenskripten stellt dabei eine wichtige Voraussetzung für eine konsistente und authentische Rollendarstellung dar und beeinflusst damit die Qualität der Interaktion sowie die Validität simulationsbasierter Bewertungen [1], [2]. Aus diesem Grund bedarf es klar definierter Qualitätskriterien für die Entwicklung von SP-Rollenskripten, um fachlich korrekte, konsistente und authentische Rollen sicherzustellen. Ziel/Fragestellung: Ziel war die Entwicklung eines strukturierten Kriterienrahmens zur qualitativen Bewertung von SP-Rollenskripten. Es wurde herausgearbeitet, welche Qualitätsdimensionen eine gemeinsame, reflektierte und konsistente Bewertung von SP-Rollenskripten ermöglichen und so zur Verbesserung von Authentizität und Lernwirksamkeit beitragen. Methodik: Auf Basis einer systematischen Literaturrecherche und der Analyse bislang unsystematisch vorliegender praxisbezogener Ansätze wurde ein strukturierter Bewertungsrahmen entwickelt. Die Literaturrecherche umfasste didaktische, simulationsbezogene und professionsspezifische Veröffentlichungen aus Medizin und Gesundheitsberufen. Die Qualitätskriterien für SP-Rollenskripte wurden aus verschiedenen Quellen synthetisiert und auf ihre Relevanz, Konsistenz und praktische Anwendbarkeit überprüft. Dabei wurden sie in sieben zentrale Dimensionen gegliedert: Klarheit, Detailgenauigkeit, Realismus, Diversität, Relevanz, Empathie und Aktualität. Ergebnisse: Es wurde ein strukturierter Qualitätsrahmen mit sieben klar voneinander abgrenzbaren und sich ergänzenden Kriterien für SP-Rollenskripte entwickelt. In der bisherigen Literatur werden Qualitätsaspekte von SP-Rollenskripten überwiegend fragmentarisch, punktuell oder implizit behandelt. Der entwickelte Rahmen führt diese Aspekte erstmals systematisch zusammen und macht sie für die praktische Bewertung explizit nutzbar. Jedes Kriterium ist durch eine prägnante Definition, eine theoretische Fundierung sowie konkrete Hinweise zur Anwendung operationalisiert. Ergänzend wurden leitende Reflexionsfragen entwickelt, die eine kriterienspezifische und strukturierte Bewertung der Skriptqualität ermöglichen. Checklisten unterstützen darüber hinaus eine standardisierte Bewertung von Skripten in unterschiedlichen Phasen der Skriptarbeit. Der Qualitätsrahmen fördert die Etablierung einer gemeinsamen Sprache zur Qualitätsbewertung von SP-Rollenskripten und unterstützt eine konsistente, empathieorientierte und lernwirksame Gestaltung von Simulationen. Schlussfolgerung: Die systematische Anwendung der Qualitätskriterien stellt einen wesentlichen Schritt hin zu einer nachhaltigen Qualitätsentwicklung in der Simulation mit Simulationspersonen dar. Der entwickelte Kriterienrahmen stärkt sowohl die fachliche Genauigkeit als auch die empathische Authentizität von SP-Rollen und unterstützt eine konsistente, reflektierte und lernwirksame Skriptarbeit. Eine weiterführende empirische Untersuchung zur Wirksamkeit des Kriterienrahmens wird aktuell durchgeführt. Interprofessionell Peer-Feedback und Debriefing Kompetenzen tutoriell stärken Gesundheitscampus Göttingen/ HAWK, Göttingen, Deutschland Hintergrund: Interprofessionelle, tutorielle Lehre fördert zentrale Kompetenzen für die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, indem sie Studierende verschiedener Fachrichtungen zusammenbringt und praxisorientiertes, eigenverantwortliches Lernen unterstützt (1). Insbesondere interprofessionelle Tutorien stärken durch Peer-Teaching und simulationsbasiertes Lernen sozial-emotionale Kompetenzen, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit zur konstruktiven Feedbackgabe (2). Eine qualitativ hochwertige Ausbildung von Tutor*innen ist dabei nicht nur entscheidend für den Lernerfolg, sondern trägt auch zur Professionalisierung durch wissenschaftlichen und didaktischen Nachwuchs bei (3). Konzept: Das Skills-Lab-Tutor*innen-Ausbildungsprogramm am Gesundheitscampus Göttingen (GCG) basiert auf einer fundierten didaktischen Qualifizierung für Tutor*innen der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK). Es vermittelt Kompetenzen in Lehrplanung, Didaktik, Präsentation und Moderation. Ergänzend werden Tutor*innen in den interprofessionellen Skills-Labs des GCG hinsichtlich Identitätsbildung, Kommunikation, interprofessionelle Zusammenarbeit und simulationsbasierter Didaktik geschult. Ziel des Programms ist es, die kommunikativen Kompetenzen der Studierenden im Kontext von Interprofessionalität und Feedback bedarfsgerecht zu fördern. Dementsprechend wurden zum Start des Programms Tutorien zum interprofessionellen Lernen in Skills Labs und zur Peer-Feedbackgabe konzipiert und angeboten. Evaluation: Der tatsächliche Bedarf an Übungsformaten und Peer-Feedback wurde durch eine Bedarfsanalyse (n=45 Studierende im 3. Semester) und eine Längsschnittuntersuchung in den Semestern 5 und 7 mit dem UWE-IP-Fragebogen erhoben. Die Ergebnisse wurden in einer interprofessionellen Lehrendenrunde diskutiert. Die Evaluation erfolgt im Rahmen einer fortlaufenden Studierendenbefragung. Qualitätssicherung und -verbesserung von Studium und Lehre werden durch die Rückkopplung der Ergebnisse an die relevanten Entscheidungsträger*innen der Fakultät (Studiendekanat, Studiengangsverantwortliche, Studienkommission) sowie an die Lehrenden (in Dienstbesprechungen) sichergestellt. Die Bedarfsanalyse zeigte, dass 89% der Studierenden praktische Übungen in interprofessionellen Tutorien wünschen, 73,3% begleitete Lernzeiten zur Feedbackkompetenz und 79,6% begleitete Übungen zur Kommunikation. Erste Ergebnisse deuten auf einen Abbau von Vorurteilen und eine Förderung der Teamfähigkeit durch interprofessionelles Lernen hin. Schlussfolgerung: Die interprofessionellen Skills-Lab-Tutor*innen-Ausbildung und die Tutorien leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer vorurteilsfreien, interprofessionellen Identität und Teamfähigkeit bei Studierenden am GCG. Studierende profitieren von interprofessionellen Lernszenarien und entwickeln Kompetenzen in Debriefing und Feedback. Ausblick: Die gewonnenen Erfahrungen bestätigen den Mehrwert von interprofessionellem Lernen und Peer-Feedback für die Kompetenzentwicklung. Zukünftig sollen weitere interprofessionelle Tutorien entwickelt und die Einbindung zusätzlicher Berufsgruppen gefördert werden. | ||

