Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Medizindidaktik zwischen Anspruch und Wirklichkeit - Ein Erfahrungsaustausch am Beispiel eines OSCE-Prüfenden-Trainings 1Abt. Medizinische Ausbildungsforschung, GB Studium und Lehrentwicklung, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland; 2Lernkrankenhaus TheSiMa, GB Studium und Lehrentwicklung, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Mannheim, Deutschland Hintergrund: In der Medizindidaktik erheben Lehrkonzepte oftmals den Anspruch, aufgrund ihrer theoretischen Fundierung und der evidenzbasierten Wirksamkeit, effektiv und nachhaltig zu sein. In der praktischen Umsetzung zeigen sich jedoch Stolpersteine. In diesem Beitrag sollen anhand eines Beispiels diese Stolpersteine und mögliche Lösungen dargestellt werden. Beschreibung des Projekts oder Konzepts: An der Medizinischen Fakultät Mannheim wurde das Mannheimer Training für OSCE-Prüfende (Ma-TOP) entwickelt. Dieses Blended-Learning-Konzept, bestehend aus Online-Training, Präsenz- und stationsspezifischer Schulung sowie Hospitation qualifiziert OSCE-Prüfende und ist seit 2014 Voraussetzung für ihre Tätigkeit an der Fakultät. Das Ma-TOP ist didaktisch fundiert und beruht auf der Theorie des handlungsorientierten Lernens. Die Lernelemente des Konzepts zeichnen sich durch Anknüpfung an Vorwissen, Praxisnähe, Selbsttätigkeit, Erfahrungslernen sowie Feedbackprozesse aus (1, 2). Die Wirksamkeit des Konzepts wurde in einer Studie belegt (3). Eine Übertragbarkeit des Konzepts auf andere Standorte ist gegeben. Evaluation: Im Sinne eines kontinuierlichen Qualitätssicherungsprozesses wird die Umsetzung des Ma-TOP regelmäßig analysiert. Trotz seiner Wirksamkeit zeigten sich in der praktischen Umsetzung Herausforderungen, wie z. B. Zugänglichkeit zum Online-Training, unterschiedliche Voraussetzungen und Motivation der Lernenden sowie Transferprobleme bei der 1:1-Übertragung des Konzepts auf andere Standorte. Um die Herausforderungen anzugehen wurden die didaktischen Kernziele definiert und im Austausch zwischen Konzeption und Umsetzung alternative Lösungen gesucht, welche die Ziele ebenfalls erreichen lassen. Schlussfolgerung: Das Fokussieren auf didaktische Kernziele einzelner Elemente eines didaktischen Konzepts ist ein zentraler Ansatz bei der Sicherung der Praxistauglichkeit. Darauf aufbauend erfolgt die Analyse, inwiefern einzelne Ziele auf alternativen Wegen erreicht werden können, ohne die Wirksamkeit des Konzeptes zu beeinträchtigen. Ausblick: Die im Rahmen des beschriebenen Praxisprojekt gewonnenen Erkenntnisse erscheinen übertragbar auf andere evidenzbasierte (medizin-) didaktische Formate. Bei der Umsetzung von Lehr- bzw. Prüfungsformaten gilt es kritisch zu prüfen, ob die Funktionsweise auch am eigenen Standort gegeben ist. Von 0 auf 100 – Entwicklung eines neuen Skillslab am Medizincampus Chemnitz der TU Dresden Medizincampus Chemnitz der TU Dresden, Chemnitz, Deutschland Am 01.10.2020 startete der Medizincampus Chemnitz mit dem 1. Jahrgang des Modellstudienganges MEDiC der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. Zentrale Leitidee war neben dem modularen Aufbau des Studiums die frühzeitige Verzahnung von Theorie und Praxis im Medizinstudium. Eine leistungsfähige Skillslab-Infrastruktur war dafür die Grundvoraussetzung. Wir möchten Euch kurz mitnehmen von der 1. Idee über die Konzeption, Umsetzung und Etablierung eines interdisziplinären Skillslabs, welches die klinisch-praktischen Kompetenzen von Studierenden über alle Semester hinweg stärkt und die verschiedenen Kommunikationsmethoden fördert, sowie die Integration von Kommunikationsmodulen im Medizinstudium unterstützt. Ziel ist zudem die Ausweitung auf klinikübergreifende Module und externe Kurse sowie die Etablierung eines Zentrums für zertifizierte Reanimations- und Notfalltrainings. Gleichzeitig mit der Umgestaltung ehemaliger Räume der Radiologie in ein modernes, multimodales Lernzentrum innerhalb von sechs Monaten einschließlich der Implementierung von Simulatoren, Medizintechnik und Audio-Video-Technik erfolgte der Aufbau von Lernpfaden von Semester 1 bis 7 im Rahmen der curricularen Lehre, der Aufbau eines SP-Programms in Kooperation mit dem Theater Chemnitz, sowie ein Programm für Notfall- und Reanimationsübungen. Für die curricularen Lehre wurden Blended- Learning-Formaten für die klinisch-praktische Medizinerausbildung an unserem Campus erarbeitet und etabliert. Im Peer-Teaching-Format wurden in den letzten 5 Jahren mehrere Kursformate (freies Training, Grund- und Aufbaukurs Ultraschall, etc.) implementiert und verstetigt. Begleitend werden alle Kursformate der curricularen Lehre evaluiert und entsprechend ausgewertet. Dem zunehmenden Bedarf entsprechend wird das Lab auch für Aus- und Weiterbildung am Klinikum Chemnitz, einschließlich unserer Medizinischen Berufsfachschule genutzt. Ausblick: Unsere weitere Entwicklung umfasst die kontinuierliche Erweiterung der Angebotsvielfalt in der curricularen Lehre, besonders im Bereich interprofessioneller Lehre und die Verankerung als bedeutendes Modell für Lerninfrastruktur am Medizincampus Chemnitz der TU Dresden und für die Region Süd-West-Sachsen. Perspektivisch angestrebt wird auch die Festigung als Zentrum für zertifizierte AHA-Reanimationskurse und spezialisierte Simulationstrainings (Schockraumversorgung, Versorgung von Neu- und Frühgeborenen, etc.), sowie die kontinuierliche Erweiterung der Angebotsvielfalt. Gemeinschaftsgefühl trotz Fluktuation? – Soziale Integration und Teamkohäsion im SkillsLab PERLE SkillsLab Perle Erlangen, Universitätsklinikum Erlangen, Deutschland Hintergrund Ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl ist mit höherer Zufriedenheit in der Arbeit, stärkerer Identifikation, sowie besserer Zusammenarbeit assoziiert. Im medizinischen SkillsLab PERLE des Universitätsklinikums Erlangen sind neben der ärztlichen Leitung ca. 50 studentische Tutor*innen angestellt. Wie viele Skills Labs steht auch das SkillsLab PERLE des Universitätsklinikums Erlangen jedes Semester vor der Herausforderung neue Tutor*innen in das Team zu integrieren und erfahrene Tutor*innen verabschieden zu müssen. In diesem Kontext mit hoher personeller Fluktuation stellt die Aufrechterhaltung eines stabilen Gemeinschaftsgefühls eine besondere Herausforderung dar, da Teamkohäsion und soziale Integration kontinuierlich behandelt werden müssen. Teambildende Maßnahmen, wie soziale Aktivitäten oder Buddy-Programme gelten im Allgemeinen als wirksame Maßnahmen, deren Einfluss im Kontext von Skills Labs untersucht wird. Zielsetzung Ziel dieser Erhebung ist es, das Gemeinschaftsgefühl der Tutor*innen des SkillsLab PERLE quantitativ zu erfassen und den Zusammenhang zwischen teamfördernden Aktivitäten und dem wahrgenommenen Gemeinschaftsgefühl zu untersuchen. Methodik Durchgeführt wird eine querschnittliche anonyme Fragebogenerhebung unter den Tutor*innen des SkillsLab PERLE. Das Gemeinschaftsgefühl wird primär mithilfe einer adaptierten Version der Brief Sense of Community Scale (BSCS) erfasst. Ergänzend werden Aspekte der Teamkohäsion anhand ausgewählter Items des Group Environment Questionnaire (GEQ) sowie Dimensionen des Teamklimas auf Basis des Team Climate Inventory (TCI) erhoben. Die Teilnahme an teamfördernden Aktivitäten sowie deren subjektiv wahrgenommene Wirkung werden separat abgefragt. Die gewonnen Daten werden daraufhin statistisch ausgewertet und interpretiert, um Zusammenhänge zwischen Aktivitätsteilnahme und Gemeinschaftsgefühl zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen im März im Rahmen des ISLSs 2026 in Mannheim präsentiert werden. Vom Einstieg zur Handlungssicherheit - Handbuch, Mentoring, Feedback: Onboarding im SkillsLAB nachhaltig standardisieren Medizinische Lehr- und Lernforschungseinheit, SkillsLAB, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Hannover, Deutschland Hintergrund: Skills Labs sind komplexe Lernumgebungen mit vielfältigen organisatorischen, didaktischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen. Im SkillsLAB der Medizinischen Hochschule Hannover hat die betriebliche Komplexität in den letzten Jahren deutlich zugenommen: Das Tutor:innen-Team wächst kontinuierlich (aktuell 40 Personen), Tutor:innen aus allen Studienjahren sind vertreten, die Zahl und Vielfalt der Veranstaltungen steigt, und das Portfolio an Peer-to-Peer-Angeboten wird fortlaufend erweitert. Parallel steigen die Erwartungen sowohl seitens der Tutor:innen als auch der Leitungsebene, insbesondere da das SkillsLAB zunehmend curricularen Unterricht unterstützt. Neue studentische Tutor:innen übernehmen dabei früh Verantwortung in Lehre, Organisation und Simulation, häufig bei heterogenen Vorerfahrungen. Unstrukturierte Einarbeitungsprozesse können zu Unsicherheiten, ineffizienten Abläufen und erhöhter Fehleranfälligkeit führen. Ziel war die Entwicklung eines standardisierten, transparenten und zugleich adaptierbaren Onboarding-Konzepts zur Stärkung von Handlungssicherheit, Rollenverständnis und Teamzugehörigkeit. Projektbeschreibung: Im SkillsLAB der Medizinischen Hochschule Hannover wurde ein mehrstufiges Onboarding implementiert, dessen Kern ein modular aufgebautes Onboarding-Handbuch bildet. Dieses bündelt organisatorische Abläufe, Zuständigkeiten, digitale Tools (Dienstplanung, Raumbuchung, Teamkommunikation etc.), Sicherheits- und Hygienestandards sowie didaktische Erwartungen in strukturierter Form. Checklisten für den Einstieg und für wiederkehrende Dienste unterstützen eine sichere und konsistente Durchführung des SkillsLAB-Alltags und entlasten die neuen Tutor:innen und das Team in frühen Einsatzphasen. Ein kollegiales Mentoring-Programm begleitet neue Tutor:innen über bis zu sechs Monate: Mentor:innen unterstützen bei Orientierung, Hospitationen, ersten eigenständigen Aufgaben und Rollenklärung. Zwei strukturierte Reflexionszeitpunkte (nach 2 sowie nach 5 Monaten) dienen Feedback, Entwicklungsplanung und frühzeitiger Klärung von Unterstützungsbedarfen. Ein Qualifikationspfad mit Pflichtfortbildungen (Didaktik, Non-Technical-Skills, Organisation/Selbstmanagement, Resilienz, Feedback/Debriefing) stärkt die tutorielle Rolle nachhaltig. Evaluation & Ausblick: Das Onboarding-Projekt wird evaluativ begleitet, insbesondere hinsichtlich Handlungssicherheit, Rollenverständnis und Teamintegration. In der Pilotphase testeten 12 neue Tutor:innen das Onboarding; die Begleitung erfolgte durch 8 freiwillige Mentor:innen. Neben individuellen Outcomes werden auch Prozessaspekte adressiert, die aus dem Teamwachstum und der steigenden Formatvielfalt resultieren (z. B. wahrgenommene Übersichtlichkeit, Konsistenz der Abläufe, Einarbeitungsaufwand). Perspektivisch wird das Handbuch als dynamisches, adaptierbares Format weiterentwickelt; das Konzept eignet sich für die standortübergreifende Übertragung auf andere SkillsLABs und vergleichbare Lehrsettings. Schlussfolgerung: Ein strukturiertes Onboarding aus Handbuch, Mentoring und Feedbackgesprächen unterstützt neue Tutor:innen wirksam beim Einstieg und leistet einen Beitrag zur Qualitätssicherung von Lehre, Teamarbeit und Patient:innensicherheit. Peer-Tutor:innen als Examinierende im Skills-OSCE des 3. Studienjahrs - Feedbackschulung für gelungene Lernmomente im formativen Setting Medizinische Fakultät der Universität Zürich, Zürich, Schweiz Hintergrund: Klinische Untersuchungstechniken erfordern frühzeitig strukturierte Übungsmöglichkeiten in einer realitätsnahen Lernumgebung. Objektive Prüfungsformate wie das OSCE bieten hierfür eine verlässliche und kompetenzorientierte Grundlage. Beschreibung des Kurskonzeptes: Der extracurriculare Skills-OSCE im 3. Studienjahr dient der strukturierten Standortbestimmung der klinischen Untersuchungskompetenzen und schafft zugleich einen Lernmoment innerhalb eines geschützten Rahmens. Die Veranstaltung ist als objektiviertes Prüfungsformat aufgebaut, bei dem Studierende an sechs Stationen standardisierte Aufgaben bearbeiten und ihre praktischen Fähigkeiten an Simulationspersonen demonstrieren. Jede Station fokussiert auf einen spezifischen Untersuchungsbereich. Die Themen pro Station lauten: Abdomenstatus, Lymphknoten- und Gefässstatus, kardiopulmonaler Status, neurologischer Status – Hirnnerven & Koordination sowie neurologischer Status – Gang/Stand, Kraft, Sensibilität und Reflexe. Die sechste Station widmet sich dem Anamnesegespräch. Eine Besonderheit des Formats ist der Einbezug von Peer-Tutor:innen aus dem 6. Studienjahr als Examinierende. Diese absolvieren eine mehrstündige Schulung mit Fokus auf standardisierte Bewertungsraster und konstruktives Feedback. Mehrwert des Peer-Ansatzes: Aus Sicht der Studierenden senkt der Einsatz von Peertutor:innen die Hemmschwelle im Prüfungs- und Lernsetting. Peers werden häufig als weniger einschüchternd wahrgenommen als ärztliche Prüfende, was ein offeneres Annehmen von Feedback erleichtert. Gleichzeitig trägt das Format zur Entlastung des klinischen Lehrpersonals bei. Durch die gezielte Schulung der Peertutor:innen wird zudem eine konsistente, strukturierte und vergleichbare Bewertung sichergestellt. Auch für die Peertutor:innen selbst ergibt sich ein deutlicher pädagogischer Mehrwert. Im Sinne von „Teaching is Learning Twice“ führt das Anleiten und Beurteilen jüngerer Studierender zur Vertiefung eigener Kenntnisse. Die Evaluationskriterien werden internalisiert, wodurch eine klarere Vorstellung guter klinischer Praxis entsteht. Dies wirkt sich positiv auf die eigene OSCE-Performance und die Vorbereitung auf das Staatsexamen aus. Schlussfolgerung: Der Skills-OSCE fördert eine realitätsnahe, reflexionsorientierte und kompetenzbasierte Ausbildung. Er stärkt Untersuchungs- und Kommunikationskompetenzen, schafft einen integrativen Lern- und Prüfungsraum und generiert sowohl für Teilnehmende als auch für Peertutor:innen einen nachhaltigen Lerngewinn. Evaluation und Ausblick: An der Universität Zürich wird der Skills-OSCE im März 2026 zum vierten Mal für insgesamt 96 Studierende zusammen mit 24 Peertutor:innen und 18 Simulationspersonen durchgeführt. Evaluationen zeigen eine hohe Akzeptanz; eine curriculare Verankerung wird befürwortet und derzeit geprüft. Als zentrale Herausforderung für den Roll-Out gilt der große Bedarf an Peertutor:innen (ca. 70 – 80 Personen) sowie deren erfolgreiche Rekrutierung. | ||

