Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Session 3: Ländliche Räume
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Miteinander mehr erreichen - Interkommunale Kooperation als Schlüssel zur digitalen Transformation ländlicher Räume Technische Hochschule Deggendorf, Deutschland Fortschreitende Transformationsprozesse stellen Kommunen vor große Herausforderungen bei der Sicherstellung einer flächendeckenden Daseinsvorsorge. Als besonders vielversprechender Ansatz zur Bewältigung dieser Aufgabe gilt die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ), die in politischen Diskussionen zunehmend als geeignetes Instrument betrachtet wird, um Aufgaben, die einzelne Kommunen aufgrund knapper Ressourcen oder hoher Kosten nicht eigenständig leisten können, gemeinschaftlich und effizienter umzusetzen. Neben klassischen Themenfeldern interkommunaler Kooperation (Wirtschaft, Tourismus etc.) rückt insbesondere die Digitalisierung in den Fokus interkommunaler Zusammenarbeit. Vor diesem Hintergrund initiierte das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus das Modellprojekt „Smarte ILE – auf dem Weg in die digitale Zukunft“. Es untersucht, wie Digitalisierung innerhalb der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) – einem in Bayern etablierten und erfolgreichen Modell interkommunaler Kooperation – gelingen kann. Der Beitrag greift die Projektergebnisse auf und benennt zentrale Voraussetzungen, die für eine erfolgreiche Digitalisierung im interkommunalen Verbund erforderlich sind. Wirtshaus oder WhatsApp? – Wandel sozialer Begegnungsräume in ländlichen Kommunen Bayerns Technische Hochschule Deggendorf, Deutschland Ländliche Kommunen sehen sich im Zuge demografischer, gesellschaftlicher und digitaler Transformationsprozesse wachsenden Schwierigkeiten gegenüber, eine flächendeckende Daseinsvorsorge sicherzustellen. Daseinsvorsorge meint dabei nicht allein funktionale Leistungen, sondern ebenso das Vorhandensein von Räumen, die soziale Begegnung ermöglichen. Mit fortschreitender Digitalisierung verändern sich jedoch die Rahmenbedingungen sozialer Begegnung grundlegend: Digitale Kommunikationsformen schaffen neue, virtuelle Begegnungsräume, in denen sich soziale Praktiken zunehmend entfalten. Der Beitrag stützt sich auf ein Promotionsprojekt und untersucht den Wandel sozialer Begegnungsräume in ländlichen Kommunen Bayerns unter dem Einfluss der Digitalisierung. Auf Basis eines multimethodischen Feldforschungsansatzes liefert die Studie neue Erkenntnisse zu Wechselwirkungen zwischen physischen und digitalen Begegnungsräumen und erweitert die Smart‑City-/Smart‑Region‑Forschung um eine sozialräumliche Perspektive. Smart und gerecht? Ethnografische Einblicke in die digitale Transformation ländlicher Kommunen Vechta Institute of Sustainability Transformation in Rural Areas, Universität Vechta Der Beitrag thematisiert die Entwicklung smarter ländlicher Kommunen im Spannungsfeld der Chancen und Risiken smarter Technologien für eine gerechte Regional- und Kommunalentwicklung. Er diskutiert zentrale Gerechtigkeitsfragen, die sich an die digitale Transformation ländlicher Räume stellen: Zur digitalen Teilhabe vulnerabler Gruppen, zu möglichen neuen regionalen Disparitäten, zu Beteiligungsmöglichkeiten unterschiedlicher Akteursgruppen am Transformationsprozess sowie zur ökologischen Nachhaltigkeit der Digitalisierung. Diese Fragen sind für Akzeptanz und Erfolg der digitalen Transformation wesentlich, wurden jedoch bislang kaum empirisch für ländliche Kontexte untersucht. Diese Forschungslücke aufgreifend, berichtet der Beitrag aus dem laufenden Dissertationsprojekt des Autors. Es verbindet theoretische Perspektiven raumbezogener Gerechtigkeit mit einer "mehr-als-digitalen" ethnografischen Untersuchung ländlicher Smart City Modellkommunen. Vergleichend wird analysiert, wie soziale Gerechtigkeit in den lokalen Transformationsprozessen ausgehandelt, praktiziert und institutionell umgesetzt wird. Ziel ist es, Bedingungen für eine sozial-ökologisch nachhaltige digitale Entwicklung ländlicher Räume herauszuarbeiten. Datenbasierte Identifikation ähnlicher Kommunen in Rheinland-Pfalz: Umsetzung im Projekt „Digitale Dörfer Daten“ Fraunhofer IESE, Deutschland Im Projekt „Digitale Dörfer Daten“ entwickelten die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz und das Fraunhofer IESE eine frei zugängliche Web-Anwendung, die öffentliche Statistiken für 2.163 Orts- und 129 Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz nutzerfreundlich visualisiert und einen datenbasierten Vergleich ermöglicht. Kernbeitrag ist eine Ähnlichkeitsberechnung, die für jede Kommune die vier (bzw. für jede Verbandsgemeinde die zwei) statistisch ähnlichsten Gemeinden pro Kategorie (Demographie, Finanzen, Infrastruktur, Soziales Leben, Verwaltung, Wirtschaft) ermittelt. So werden insbesondere ehrenamtliche kommunalpolitische Akteure dabei unterstützt, Entwicklungsbedarf ihrer Kommune zu einfach zu erkennen und ähnliche Kommunen zum Austausch zu identifizieren. Die verwendeten Daten und das finale Tool werden kurz vorgestellt. Der Beitrag geht anschließend näher auf die Ähnlichkeitsberechnung ein, indem die Nachteile alternativer Ansätze (Clustering und Klassifikation) diskutiert und der verwendete Ansatz (paarweise Euklid-Distanzen) vorgestellt wird. Wir diskutieren Grenzen der bestehenden Lösung (z.B. Attributwahl, Gleichgewichtung, Datenaktualität, potenzielle Überinterpretation) und skizzieren mögliche nächste Schritte. | ||

