Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Session 11: Governance
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„Veränderungswiderstände in der digitalen Transformation – Interdisziplinäre Lernperspektiven“ Fraunhofer IESE, Deutschland Zusammenfassung (max. 150 Wörter): Der Beitrag untersucht Widerstände in digitalen Transformationsprozessen der öffentlichen Verwaltung, die häufig aus emotionalen, motivationalen und kommunikativen Barrieren entstehen und selten frühzeitig oder systematisch adressiert werden. Ziel ist eine systematische Übersicht empirischer Befunde und methodischer Ansätze aus Psychologie, Soziologie, Organisations-, Verwaltungs- und Kommunikationswissenschaften, um zentrale Einflussfaktoren, Muster und Forschungslücken zu identifizieren. Gesellschaftlich relevant ist dies angesichts wiederkehrender Umsetzungsprobleme, ineffizienter Nutzung und potenziellem Vertrauensverlust. Das Review aktualisiert „User Resistance in IT“ (Ali et al., 2015) mit Fokus auf die öffentliche Verwaltung und Zeitraum 2016–2025; recherchiert über Scopus und ergänzt durch Graue Literatur. Die Ergebnisse werden entlang der Klassifikation von Markus (1983) strukturiert (system-, menschen- und interaktionsorientiert). Die Übersicht dient als Grundlage für praxisnahe Diagnose-, Kommunikations- und Interventionsarbeiten. Koordination als Governance-Mechanismus: Eine qualitative Fallstudie zur Entwicklung von smartVEST Kreis Recklinghausen, Deutschland Der Beitrag untersucht, wie in regionalen Smart City-Initiativen Governance ohne formale Strategien entsteht. Am Beispiel von smartVEST im Kreis Recklinghausen wird gezeigt, wie eine politisch initiierte Koordinationsstelle fragmentierte Digitalisierungsaktivitäten verknüpft und durch Moderation, Vernetzung und Priorisierung prozessorientierte Steuerungsformen entwickelt. Governance bildet sich dabei im Sinne von „Governance-by-Doing“: Entscheidungen und Strukturen entstehen adaptiv im Handeln, ohne übergeordnete Strategie, aber im Anschluss an bestehende Nachhaltigkeitsziele. Methodisch basiert die qualitative Fallstudie auf Dokumentenanalysen, Beobachtungen und Expert*inneninterviews. Die Ergebnisse zeigen, dass Koordination als zentraler Mechanismus zwischen Politik, Verwaltung und Fachebenen wirkt. Theoretisch trägt der Beitrag zur Governance- und Smart-City-Forschung bei; praktisch leitet er Handlungsempfehlungen für regionale Koordinationsstellen ab. Twin Transition in deutschen Kommunen: Potenziale, Zielkonflikte und Lösungsansätze für die nachhaltige Smart City Fraunhofer IESE, Deutschland Die vorliegende Untersuchung analysiert die Twin Transition in deutschen Kommunen als synergetische Verschränkung von digitalem Fortschritt und ganzheitlicher Nachhaltigkeit. Ausgehend von der Smart City Charta und etablierten SDG-Monitorings wird verdeutlicht, dass technologische Innovationen ohne gezielte Steuerung keine automatische Nachhaltigkeitstransformation garantieren. Mittels systematischer Literaturanalyse und Praxisbeispielen aus Konstanz, Würzburg und Frankfurt am Main werden Synergien sowie Zielkonflikte identifiziert. Es verdeutlicht sich, dass digitale Innovationen zwar Ressourcen optimieren und Teilhabe fördern, jedoch Risiken wie ein hoher Energiebedarf, der „Digital Divide“, Rebound-Effekte und Cyber-Sicherheitsbedrohungen die kommunale Daseinsvorsorge gefährden. Eine erfolgreiche Twin Transition erfordert daher eine aktive Steuerung, die Nachhaltigkeit konsequent als Treiber technologischen Fortschritts begreift. Die Handlungsempfehlungen fokussieren auf die Implementierung von Green IT, Datensouveränität und eine systemische SDG-Betrachtung, um den digitalen Wandel zielgerichtet an den Bedürfnissen von Mensch und Umwelt auszurichten. Smart Cities – Zwischen strategischer Resilienz und adaptiver Flexibilität Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land mbH, Deutschland Das strategische Management von Smart City-Vorhaben orientiert sich im Praxisalltag häufig noch an herkömmlichen Aufbau- und Ablauforganisationen kommunaler Verwaltungen. Max Webers Bürokratiemodell (1920) mit hierarchischen Strukturen, abgegrenzten Zuständigkeitsbereichen und umfänglicher Regelgebundenheit setzt den Rahmen für das Wirken im Smart City-Projekt. Ebenso sind die langfristig-linearen Planungsprozesse des strategischen Managements aus den sechziger und siebziger Jahren richtungsweisend für die Realisierung der Vorhaben. Förderprojekte wie Smart-Cities-made-in-Germany sind ein Beispiel hierfür: Ihr Aufbau gliederte sich in den ersten Förderstaffeln in eine zweijährige Strategie- und eine fünfjährige Umsetzungsphase. Der aktuelle Forschungsstand des strategischen Managements zeigt hingegen, dass Smart Cities aufgrund kurzfristiger Technologieentwicklungen und intensiver Veränderungsdynamiken eines höheren Maßes strategischer Agilität bedürfen. Strategien von Kommunalverwaltungen werden in kurzen Zyklen mit regelmäßigen Iterationsschleifen erarbeitet (z. B. KGSt-Strategie.Canvas). Der Verfasser dieses Abstracts erarbeitet in seiner Dissertation auf Basis der Fallstudie Smart Wendeler Land ein agiles Strategieframework, das strategische Resilienz und adaptive Flexibilität vereint. | ||

