Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
| Datum: Freitag, 22.05.2026 | |
| 9:00 - 10:30 | Session 10: Daten, Plattformen und Zwillinge I Ort: Raum 1 - Hörsaal Chair der Sitzung: Iris Belle |
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Die Nutzung Urbaner Digitaler Zwillinge in der kommunalen Wärmeplanung 1: Fraunhofer IESE, Deutschland; 2: DIFU, Deutschland Die Studie untersucht den aktuellen Einsatz und zukünftige Potenziale Urbaner Digitaler Zwillinge (UDZ) in der kommunalen Wärmeplanung (KWP). Sie zeigt auf, dass etwa 16 % der Kommunen UDZ oder vergleichbare digitale Tools, meist GIS-basierte Systeme, vor allem in frühen Planungsphasen nutzen. Während größere Städte fortgeschrittenere Anwendungen entwickeln, sind kleinere Kommunen mit Infrastruktur, Datenqualität und Fachpersonal oft überfordert. Zudem wird ein Typenmodell mit vier Funktionstypen vorgestellt, das die Nutzung von UDZ in den Bereichen Visualisierung, Analyse, Simulation und innovativer Integration beschreibt. Im Ergebnis besteht aktuell eine beträchtliche Lücke zwischen den Potenizalen und der tatsächlichen Nutzung von UDZ für die KWP. Langfristig können UDZ die Wärme-, Energie- und Stadtentwicklungsplanung allerdings digital verknüpfen und somit die kommunale Wärmewende unterstützen. MOSIDI – Interaktive Datenanalyse und -visualisierung für Kommunalentwicklung Fachhochschule Potsdam, Deutschland MOSIDI ist eine webbasierte Open-Source-Dateninfrastruktur, die darauf abzielt, die Nutzung offener und nicht-offener Daten für evidenzbasierte Entscheidungen zu fördern. Im Rahmen des transferorientierten Forschungsansatzes wird MOSIDI gemeinsam mit mehreren Kommunen entwickelt, einschließlich systematischer Bedarfserhebung und iterativer Weiterentwicklung mit zyklischen User Tests. Mit der Entwicklung soll Verwaltungsabteilungen ohne spezielle Expertise ermöglicht werden, Daten für Strategie- und Entscheidungsprozesse zu nutzen, um somit globale Herausforderungen wie den demografischen Wandel oder Klimaschutz auf lokaler Ebene zu adressieren. Die Plattform basiert auf einer modularen Full-Stack-Architektur, die Schnittstellen zu bewährten Anwendungen und Bibliotheken sowie verschiedenen Datenangeboten schafft. Sie integriert heterogene Datensätze, darunter sozioökonomische Indikatoren und Umweltdaten, in eine harmonisierte Geodateninfrastruktur und bietet einfache Visualisierung auch komplexer räumlicher Analysen. MOSIDI verfolgt einen skalierbaren, interoperablen Ansatz zur Datenintegration und Entscheidungsunterstützung und dient zugleich als Vehikel zur Erforschung kommunaler Datennutzung in Deutschland. So werden neben der angewandten Erforschung der Nutzbarmachung von Daten im kommunalen Kontext auch governancebezogene Fragen untersucht. Kommunales Datenmanagement als organisationale Herausforderung der digitalen Transformation Landkreis Sankt Wendel, Deutschland Die digitale Transformation in Kommunen stellt Städte und Landkreise vor die Aufgabe, technische Innovationen, Dateninfrastrukturen und verwaltungsorganisatorische Prozesse so zu verzahnen, dass nachhaltige, interoperable und zukunftsfähige Systeme entstehen. Der Aufbau digitaler Infrastrukturen wie Sensornetzen, verteilten Datenquellen und kommunalen Datenplattformen verdeutlicht, dass Digitalisierung nicht primär eine technische, sondern vor allem eine organisationale und datenstrategische Aufgabe ist. Insbesondere im kommunalen Kontext wird deutlich, dass der Mehrwert digitaler Systeme maßgeblich von klaren Zuständigkeiten, standardisierten Datenprozessen und einer strategischen Verankerung des Datenmanagements abhängt. |
| 9:00 - 10:30 | Session 11: Governance Ort: Raum 2 - Großer Seminarraum Chair der Sitzung: Tizia Grether |
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„Veränderungswiderstände in der digitalen Transformation – Interdisziplinäre Lernperspektiven“ Fraunhofer IESE, Deutschland Zusammenfassung (max. 150 Wörter): Der Beitrag untersucht Widerstände in digitalen Transformationsprozessen der öffentlichen Verwaltung, die häufig aus emotionalen, motivationalen und kommunikativen Barrieren entstehen und selten frühzeitig oder systematisch adressiert werden. Ziel ist eine systematische Übersicht empirischer Befunde und methodischer Ansätze aus Psychologie, Soziologie, Organisations-, Verwaltungs- und Kommunikationswissenschaften, um zentrale Einflussfaktoren, Muster und Forschungslücken zu identifizieren. Gesellschaftlich relevant ist dies angesichts wiederkehrender Umsetzungsprobleme, ineffizienter Nutzung und potenziellem Vertrauensverlust. Das Review aktualisiert „User Resistance in IT“ (Ali et al., 2015) mit Fokus auf die öffentliche Verwaltung und Zeitraum 2016–2025; recherchiert über Scopus und ergänzt durch Graue Literatur. Die Ergebnisse werden entlang der Klassifikation von Markus (1983) strukturiert (system-, menschen- und interaktionsorientiert). Die Übersicht dient als Grundlage für praxisnahe Diagnose-, Kommunikations- und Interventionsarbeiten. Koordination als Governance-Mechanismus: Eine qualitative Fallstudie zur Entwicklung von smartVEST Kreis Recklinghausen, Deutschland Der Beitrag untersucht, wie in regionalen Smart City-Initiativen Governance ohne formale Strategien entsteht. Am Beispiel von smartVEST im Kreis Recklinghausen wird gezeigt, wie eine politisch initiierte Koordinationsstelle fragmentierte Digitalisierungsaktivitäten verknüpft und durch Moderation, Vernetzung und Priorisierung prozessorientierte Steuerungsformen entwickelt. Governance bildet sich dabei im Sinne von „Governance-by-Doing“: Entscheidungen und Strukturen entstehen adaptiv im Handeln, ohne übergeordnete Strategie, aber im Anschluss an bestehende Nachhaltigkeitsziele. Methodisch basiert die qualitative Fallstudie auf Dokumentenanalysen, Beobachtungen und Expert*inneninterviews. Die Ergebnisse zeigen, dass Koordination als zentraler Mechanismus zwischen Politik, Verwaltung und Fachebenen wirkt. Theoretisch trägt der Beitrag zur Governance- und Smart-City-Forschung bei; praktisch leitet er Handlungsempfehlungen für regionale Koordinationsstellen ab. Twin Transition in deutschen Kommunen: Potenziale, Zielkonflikte und Lösungsansätze für die nachhaltige Smart City Fraunhofer IESE, Deutschland Die vorliegende Untersuchung analysiert die Twin Transition in deutschen Kommunen als synergetische Verschränkung von digitalem Fortschritt und ganzheitlicher Nachhaltigkeit. Ausgehend von der Smart City Charta und etablierten SDG-Monitorings wird verdeutlicht, dass technologische Innovationen ohne gezielte Steuerung keine automatische Nachhaltigkeitstransformation garantieren. Mittels systematischer Literaturanalyse und Praxisbeispielen aus Konstanz, Würzburg und Frankfurt am Main werden Synergien sowie Zielkonflikte identifiziert. Es verdeutlicht sich, dass digitale Innovationen zwar Ressourcen optimieren und Teilhabe fördern, jedoch Risiken wie ein hoher Energiebedarf, der „Digital Divide“, Rebound-Effekte und Cyber-Sicherheitsbedrohungen die kommunale Daseinsvorsorge gefährden. Eine erfolgreiche Twin Transition erfordert daher eine aktive Steuerung, die Nachhaltigkeit konsequent als Treiber technologischen Fortschritts begreift. Die Handlungsempfehlungen fokussieren auf die Implementierung von Green IT, Datensouveränität und eine systemische SDG-Betrachtung, um den digitalen Wandel zielgerichtet an den Bedürfnissen von Mensch und Umwelt auszurichten. Smart Cities – Zwischen strategischer Resilienz und adaptiver Flexibilität Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land mbH, Deutschland Das strategische Management von Smart City-Vorhaben orientiert sich im Praxisalltag häufig noch an herkömmlichen Aufbau- und Ablauforganisationen kommunaler Verwaltungen. Max Webers Bürokratiemodell (1920) mit hierarchischen Strukturen, abgegrenzten Zuständigkeitsbereichen und umfänglicher Regelgebundenheit setzt den Rahmen für das Wirken im Smart City-Projekt. Ebenso sind die langfristig-linearen Planungsprozesse des strategischen Managements aus den sechziger und siebziger Jahren richtungsweisend für die Realisierung der Vorhaben. Förderprojekte wie Smart-Cities-made-in-Germany sind ein Beispiel hierfür: Ihr Aufbau gliederte sich in den ersten Förderstaffeln in eine zweijährige Strategie- und eine fünfjährige Umsetzungsphase. Der aktuelle Forschungsstand des strategischen Managements zeigt hingegen, dass Smart Cities aufgrund kurzfristiger Technologieentwicklungen und intensiver Veränderungsdynamiken eines höheren Maßes strategischer Agilität bedürfen. Strategien von Kommunalverwaltungen werden in kurzen Zyklen mit regelmäßigen Iterationsschleifen erarbeitet (z. B. KGSt-Strategie.Canvas). Der Verfasser dieses Abstracts erarbeitet in seiner Dissertation auf Basis der Fallstudie Smart Wendeler Land ein agiles Strategieframework, das strategische Resilienz und adaptive Flexibilität vereint. |
| 9:00 - 10:30 | Session 12: Klima und Umwelt Ort: Raum 3 - KMU-Center Chair der Sitzung: Lutz Eichholz |
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UCRmatrix – Ein Web-DSS zur automatisierten Identifikation lokalklimatischer Risikoflächen für Kommunen 1: Rheinland-Pfälzische Technische Universität (RPTU) Kaiserslautern-Landau; 2: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH UCRmatrix ist ein webbasiertes Decision Support System (DSS), das Kommunen bei der Identifikation lokalklimatischer Risikoflächen unterstützt. Vor dem Hintergrund zunehmender klimawandelbedingter Belastungen und begrenzter personeller sowie fachlicher Ressourcen, insbesondere in kleineren Kommunen, automatisiert und adaptiert die Anwendung die Matrix-Methode zur lokalklimatischen Bewertung. Das Untersuchungsgebiet wird in Rasterzellen unterteilt, für die relevante Indikatoren aus offen zugänglichen Geodaten abgeleitet werden. Diese Indikatoren fließen in Bewertungsmatrizen ein und ermöglichen eine Einstufung lokalklimatischer Risiken. Die Weiterentwicklung zur Web-Anwendung erlaubt eine intuitive Nutzung und eine verständliche Visualisierung der Ergebnisse für Untersuchungsgebiete in ganz Deutschland. Exemplarisch zeigt sich das methodische Potenzial am Indikator Oberflächenfarbe, der durch die automatisierte Berechnung der Albedo aus Sentinel-2-Satellitendaten ersetzt wird und so eine objektivere, physikalisch fundiertere Bewertung ermöglicht. Insgesamt senkt UCRmatrix die Anwendungshürden der Matrix-Methode und fördert eine ressourceneffiziente, skalierbare Unterstützung kommunaler Klimaanpassungsmaßnahmen. Crafting Futures – AR-gestützte Klimavisionen im urbanen Raum 1: Technische Hochschule Mannheim; 2: Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU); 3: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH Das von der Carl-Zeiss-Stiftung geförderte Verbundprojekt Crafting Futures erforscht, wie Augmented Reality (AR) und generative Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt werden können, um bislang unsichtbare oder abstrakte Folgen des Klimawandels in Städten ortsbezogen und unmittelbar erfahrbar zu machen und so eine breitere gesellschaftliche Sensibilisierung zu erreichen. Ziel ist es, durch eingebettete interaktive Visualisierungen in realen urbanen Räumen sowohl Bürger:innen als auch Fachplaner:innen einen niedrigschwelligen Zugang zu komplexen klima- und umweltbezogenen Daten sowie zu möglichen Zukunftszenarien zu eröffnen und damit informierte Diskurse und evidenzbasierte Stadtplanung zu unterstützen. Das zweijährige Projekt wird seit März 2025 gemeinsam von der Technischen Hochschule Mannheim, der RPTU Kaiserslautern-Landau und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) durchgeführt. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über das Gesamtprojekt, stellt insbesondere methodische Ansätze, konzeptionelle Überlegungen und Zwischenergebnisse aus Sicht von Stadtplanung, Informatik, KI, Visualisierung und AR vor und zieht erste Schlüsse für die weitere Projektarbeit in der Realisierungs-, Umsetzungs- und Evaluierungsphase. Kommunale Klimaschutzfinanzierung: Potenziale, Herausforderungen und Determinanten RPTU Kaiserslautern-Landau, Deutschland Die Klimakrise erfordert tiefgreifende gesellschaftliche und politische Transformationsprozesse hin zu nachhaltigen sozio-technischen Systemen. In Deutschland verpflichten sich Bund, Länder und Kommunen gesetzlich zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, wobei Kommunen eine zentrale Rolle bei der lokalen Umsetzung spielen. Smart-City-Ansätze gewinnen dabei an Bedeutung, da sie zunehmend auf ökologische Nachhaltigkeit ausgerichtet sind und Kommunen bei Energieeinsparung, Ressourceneffizienz und Verhaltensänderungen unterstützen können. Gleichzeitig ist kommunaler Klimaschutz eine freiwillige Aufgabe ohne verlässliche Bundesfinanzierung, was insbesondere finanzschwache Kommunen vor große Herausforderungen stellt. Dies wirft Fragen räumlicher Gerechtigkeit und gleichwertiger Lebensverhältnisse auf. Ziel der Arbeit ist es, Determinanten der kommunalen Klimaschutzfinanzierung zu identifizieren. Anhand der von Landkreisen und kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz eingeworbenen Fördermittel werden mittels quantitativer Regressionsmodelle zentrale Einflussfaktoren der Fördermittelakquise analysiert, um erfolgreiche Transformationsbedingungen besser zu verstehen. Datenraum Wald – Möglichkeiten der KI-gestützten, resilienten, nachhaltigen und effizienten Forstwirtschaft 1: Fraunhofer IESE, Deutschland; 2: RPTU Kaiserslautern-Landau, Adaptive Autonomy & Off-road Robotics Lab, Deutschland Klimawandel, Extremwetterereignisse, Schädlingsbefall, struktureller Fachkräftemangel sowie heterogene Datenbestände stellen die Forstwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen. Dieser Beitrag stellt das Konzept des Datenraum Wald und eines darauf aufbauenden digitalen Zwilling des Waldes vor, der ökologische, infrastrukturelle und betriebliche Aspekte integriert. Ziel ist die Steigerung der Arbeitseffizienz sowie der Vorausschauenden Klimafolgenabschätzung, durch eine kontinuierliche, hochqualitative datenbasierte Entscheidungsunterstützung. Neben der Integration bestehender Datenquellen in eine gemeinsame Datenbasis sieht das Konzept auch den Einsatz autonomer Arbeitsmaschinen vor, um fehlende oder veraltete Daten automatisiert zu erfassen und wiederkehrende Aufgaben im Forst zu erledigen. Darüber hinaus können verschiedene Anwendungsfälle sowie Auswirkungen auf das Ökosystems mittels des Zwillings simuliert werden. |
| 10:30 - 11:00 | Kaffeepause |
| 11:00 - 12:00 | Keynote #2 Ort: Raum 1 - Hörsaal |
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Text, traces and trajectories - neue Erkenntnisse für die Stadtforschung University College London |
| 12:00 - 13:30 | Mittagspause |
| 13:30 - 15:00 | Session 13: Daten, Plattformen und Zwillinge II Ort: Raum 1 - Hörsaal Chair der Sitzung: Martin Memmel |
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3D-Stadtmodelle als Simulationsinfrastruktur: Open Tools, proprietäre Lücken und Anwendungsszenarien im Planungsalltag 1: Karlsruher Institut für Technologie KIT, Institut für Entwerfen von Stadt und Landschaft IESL, Stadtquartiersplanung STQP; 2: Stadt Landsberg am Lech, Referat Digitaler Zwilling, Klimaschutz und Mobilität Offene digitale Zwillinge werden zunehmend als integrative Infrastrukturen für die Stadtplanung eingesetzt und ermöglichen die Simulation und Bewertung von Klima-, Energie- und risikobezogenen Prozessen auf der Grundlage interoperabler 3D-Stadtmodelle. Im Gegensatz zu Smart-City-Ansätzen, die sich auf Echtzeit-Sensorsysteme konzentrieren, basieren offene digitale Zwillinge auf offenen Standards wie CityGML und CityJSON, kombiniert mit öffentlich zugänglichen Geodaten und reproduzierbaren Arbeitsabläufen. In diesem Beitrag wird untersucht, inwieweit planungsrelevante Simulationen mit Open-Source-Software umgesetzt werden können und wo proprietäre Tools weiterhin erforderlich sind. Auf der Grundlage angewandter Workflows bewertet die Studie Anwendungsfälle wie die Analyse des Solarpotenzials, die Minderung der städtischen Hitze, Regenüberschwemmungen und Lärmbelastung. Die Ergebnisse zeigen, dass Open-Source-Tools bereits einen wesentlichen Teil der frühen und szenariobasierten Planungsaufgaben abdecken.Proprietäre Software bleibt für normkonforme, rechtsverbindliche oder hochspezialisierte Simulationen relevant. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass hybride Workflows, die offene und proprietäre Tools kombinieren, derzeit die beste Vorgehensweise für den Einsatz von "Twins" in Städten darstellen. Ein offener, datengetriebener digitaler Zwilling zur Simulation von Baumstress Fraunhofer IESE, Deutschland Wälder übernehmen in Smart Regions zentrale Funktionen für Klimaschutz und -anpassung, sind jedoch durch Klimawandel und Extremereignisse zunehmend gefährdet. Gleichzeitig besteht eine Lücke zwischen forstwissenschaftlicher Modellierung und praktischer Entscheidungsfindung. Der Beitrag stellt einen digitalen Waldzwilling vor, der reale Waldökosysteme datengetrieben abbildet und Baumstress mithilfe von Klima-, Boden- und Sensordaten simuliert. Eine offene, modulare Systemarchitektur verbindet ökophysiologische Indikatoren mit automatisierter Datenverarbeitung, ökologischer Modellierung und skalierbarer Softwareumgebung. Die Ergebnisse werden in einem interaktiven Dashboard visualisiert, das Analysen, Szenarien und erste Prognosen zu Baumstress ermöglicht. Besonders für waldreiche Smart Regions bietet der Ansatz eine transparente, praxisnahe Entscheidungsgrundlage. Insgesamt zeigt der digitale Zwilling großes Potenzial, wissenschaftliche Erkenntnisse nutzbar zu machen und die Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel zu stärken. Zwischen Abhängigkeit und Handlungsfähigkeit: Urbane Datenplattformen als Grundlage kommunaler digitaler Souveränität Stadt Gütersloh, Deutschland Kommunale digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit von Städten und Gemeinden, unter bestehenden technischen und organisatorischen Abhängigkeiten handlungsfähig zu bleiben. Diese Souveränität entscheidet sich weniger in einzelnen Anwendungen als in der Ausgestaltung digitaler Basisinfrastruktur. Im Mittelpunkt stehen urbane Datenplattformen, die nicht als isolierte Smart-City-Werkzeuge, sondern als gemeinsames Fundament datenbasierter Verwaltung verstanden werden. Werden sie gemeinschaftlich genutzt, können Ressourcen gebündelt, Redundanzen vermieden und neue Handlungsspielräume eröffnet werden. Am Beispiel des Urban Stack aus Gütersloh wird diese Perspektive aufgegriffen, um zu zeigen, wie urbane Datenplattformen Abhängigkeiten ablösen, Handlungsfähigkeit unterstreichen und als Grundlage kommunaler digitaler Souveränität verstanden werden können. Einer Souveränität von Kommunen, für Kommunen. |
| 13:30 - 15:00 | Session 14: Smart City zwischen Technik und Gesellschaft Ort: Raum 2 - Großer Seminarraum Chair der Sitzung: Emmanuelle Heyer |
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#dISEK – Dynamische integrierte Stadtentwicklungskonzepte für resiliente urbane Transformation RPTU, Fachbereich Raum- und Umweltplanung, Lehrstuhl Stadtplanung / mellon Gesellschaft für nachhaltige Infrastruktur mbH, Deutschland Dieser Vortrag präsentiert zentrale Ergebnisse einer Dissertation, die sich mit der Digitalisierung des führenden informellen Planungsinstruments in Deutschland, des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK), befasst. Im Zentrum steht das Dynamische Integrierte Stadtentwicklungskonzept (dISEK) als konzeptionelle und methodische Weiterentwicklung, die eine datenbasierte, nachvollziehbare Zielbildungslogik etabliert. Heterogene kommunale Datenbestände werden in einem mehrstufigen Analyseprozess strukturiert, verknüpft und in strategische Entwicklungsziele überführt, sodass ISEK-Aussagen empirisch rückführbar, überprüfbar und fortschreibbar werden. dISEK versteht sich dabei als skalierbares Entscheidungs- und Steuerungsinstrument für strategische Ausrichtung, haushaltstechnische Priorisierung und Fördermittelakquise. Methodisch wird dies durch ein XML-basiertes Datenschema umgesetzt, das sich an der Logik von XPlanGML orientiert, ohne an eine spezifische Softwarelösung gebunden zu sein. Kommunen können dISEK somit in einfache GIS-Umgebungen, kommunale Geoportale oder komplexere digitale Planungsplattformen integrieren und das ISEK von einem überwiegend textbasierten Dokument zu einem dynamischen, datengetragenen Steuerungsrahmen für evidenzbasierte Stadtentwicklung weiterentwickeln. Die Digitalisierung deutscher Mittelstädte. Defizite und Lösungsansätze Universität zu Köln, Deutschland Die digitale Transformation von Städten ist ein Ziel der internationalen Stadtentwicklungspolitik. Europäische Großstädte verfolgen bereits seit Jahren Digitalisierungsstrategien und sind in Forschung und Praxis sichtbare Leuchttürme der Smart-City-Bemühungen. Die digitale Transformation kleinerer Städte findet jedoch bislang nur wenig Beachtung. Dies ist verwunderlich, da auch sie dezidierte Strategien zur digitalen Transformation verfolgen sollten. Aufgrund der abweichenden Rahmenbedingungen, beispielsweise in den Bereichen Ressourcenverfügbarkeit oder Agglomerationseffekte, dürften die Ansätze allerdings von den Strategien der Großstädte abweichen. Der vorliegende Beitrag erklärt die Besonderheiten der Digitalisierung in deutschen Mittelstädten und legt die zentralen Herausforderungen offen. Hieraus werden Handlungsempfehlungen abgeleitet, die auch für vergleichbare europäische Städte relevant sein können. Für die Analyse wurden in einer qualitativen Interviewstudie 22 Entscheidungsträger aus Mittelstädten in NRW zu den besonderen Herausforderungen der Digitalisierung befragt. Die Ergebnisse zeigen ein sehr diffuses Verständnis von den Begriffen Digitalisierung und Smart City und Defizite in den Bereichen Strategie, Personal, Know-how und Finanzen. Dritte Orte der Digitalisierung - Ankerorte des digitalen Wandels als soziale Infrastruktur der Smart City Difu - Deutsches Institut für Urbanistik, Berlin, Deutschland Der Beitrag untersucht die Relevanz sogenannter „Ankerorte des digitalen Wandels“ als essenzielle Bausteine einer digitalen Daseinsvorsorge. Er argumentiert, dass Digitalisierung physische Räume nicht ersetzt, sondern neue Bedarfe für soziale Ankerpunkte schafft, um Smart City bürgernah, begreifbar und inklusiv zu gestalten. Die Bedeutung des Beitrags liegt zum einen in der erstmaligen Typisierung des Praxisfeldes der Ankerorte und deren wissenschaftlicher Erfassbarkeit. Zum anderen lenkt er den Blick auf die Verschränkung von Technik und Sozialem, die für die Bewältigung der digitalen Transformation erforderlich ist. Über das Konzept der Dritten Orte werden die für Smart Cities und smarte Regionen eingerichteten Ankerorte des digitalen Wandels in die wissenschaftliche Diskussion über soziale Infrastrukturen und Orte des Gemeinwesens eingebettet. Der Beitrag befördert somit nicht nur die Auseinandersetzung über das Verhältnis von Sozialem und Digitalem im Rahmen der Smart-City-Entwicklung, sondern befruchtet auch die Diskussion um neue Formen sozialer Orte vor dem Hintergrund der inzwischen 35-jährigen Konzeptgeschichte Ray Oldenburgs. |
| 13:30 - 15:00 | Workshop: Update für das klimaneutrale Quartier: Das Pfaff-Areal im Spiegel aktueller Technologien Ort: Raum 3 - KMU-Center Chair der Sitzung: Martin Kohl |

