Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
| Datum: Donnerstag, 21.05.2026 | |
| 9:00 - 9:30 | Beginn und Registierung |
| 9:30 - 9:45 | Begrüßung Ort: Raum 1 - Hörsaal Grußworte von Jörg Dörr, Jens Libbe, Martin Memmel, Lukas Findeisen, Antje Matern. Moderation: Annette Spellerberg |
| 9:45 - 10:45 | Keynote #1 Ort: Raum 1 - Hörsaal |
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Teilhabe älterer Menschen – Aspekte der Digitalisierung Deutsches Zentrum für Altersfragen, Berlin |
| 10:45 - 12:15 | Session 1: Ageing Smart - Räume intelligent gestalten Ort: Raum 1 - Hörsaal Chair der Sitzung: Annette Spellerberg |
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Einführung in das Projekt RPTU Kaiserslautern, Deutschland Ageing Smart DSS - Demonstration des Entscheidungsunterstützungssystems RPTU Kaiserslautern, Deutschland Talkrunde zwischen Forschenden und Modellkommunen: Erfahrungen aus einem inter- und transdisziplinären Projekt (Mit Matthias Berg, Lynn Schelisch, Reinhard Molt, Manuela Henkel, Martin Memmel, Karina Pallagst) RPTU Kaiserslautern, Deutschland |
| 10:45 - 12:15 | Session 2: Beteiligung und Partizipation Ort: Raum 2 - Großer Seminarraum Chair der Sitzung: Fabienne Hammer |
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Transformative Stadtforschung im Projekt Connected Urban Twins – transdisziplinäre Methode und praxisorientierte Ergebnisse des Reallabors Hamburg HafenCity Universität Hamburg, City Sciene Lab, Deutschland Der Vortrag befasst sich mit der Frage, wie mittels Urbaner Digitaler Zwillinge eine nachhaltige Transformation von Städten und Kommunen unterstützt werden kann. Er basiert auf der transformativen, experimentellen Stadtforschung im Reallabor Hamburg, die im Rahmen des Smart City Modellprojekts Connected Urban Twins umgesetzt wurde, um praxisorientiertes Transformationswissen zu gewinnen. Der Fokus lag dabei auf der Kooperation von Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung sowie der Modellierung von Szenarien als potenzielle Treiber von Innovation und Transformation durch Urbane Digitale Zwillinge. Im Vortrag wird die Forschungsmethode vorgestellt, einschließlich der entwickelten Prototypen, deren Anwendung anhand verschiedener use cases und der Implementierung als Bestandteile des modularen Hamburger Zwillings. Des Weiteren werden die daraus abgeleiteten Handlungsanregungen für Entscheidungsträger:innen in Politik und Verwaltung erläutert. Digitale Gerechtigkeit revisited, oder: Löst die Smart City ihren Teilhabeanspruch ein? BBSR, Deutschland Auf den ersten Blick birgt die Smart City u.a. das Versprechen, Teilhabe und Partizipation von Bürger*innen in der Stadtentwicklung zu stärken. Dies lässt jedoch die Frage aufkommen, woran die Stadtgesellschaft in Smart-City-Projekten überhaupt teilhaben kann, welche Entscheidungsbefugnisse eine solche ermöglicht, und wer an solchen Prozessen überhaupt teilnimmt. Die erkenntnisleitende Forschungsfrage dieses Beitrages lautet daher: Eröffnet die Smart City neue bzw. zusätzliche Möglichkeiten der Beteiligung und Teilhabe an der integrierten Stadtentwicklung für Bürgerinnen und Bürger – und falls ja: Woran lassen sich diese zusätzlichen Chancen der Beteiligung und Teilhabe erkennen? Methodisch wird dieser auf mindestens vier Fallstudien von Modellprojekten Smart Cities aufbauen und untersuchen, welche Handlungsansätze mit welchen Zielsetzungen zur Stärkung von Teilhabe und Partizipation in deutschen Smart Cities verfolgt wird, welche zusätzlichen Teilhabeangebote und Mitwirkungsmöglichkeiten sich in Abgrenzung zu bereits bestehenden Angeboten erkennen lassen und in welcher Weise Aussagen über die Reichweite und Ambition angebotener Teilhabechancen getroffen werden können. Hybride Beteiligung auf dem Dorf. Einblicke in und raumphänomenologische Auswirkungen auf Beteiligungsprozesse in ländlichen Räumen Technische Hochschule Deggendorf, Deutschland Hybride Beteiligungsprozesse generieren Maßnahmenideen für Verwaltung in ländlichen Räumen und können die Raumwahrnemung der Bevölkerung steigern. Spielbasierter Ideenwettbewerb mit Minecraft als Best Practice der Kinder- und Jugendbeteiligung in der kommunalen Raumplanung 1: Wirtschfsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land mbH, Deutschland; 2: Landkreis Sankt Wendel, Deutschland Der Beitrag stellt einen spielbasierten Co-Design-Prozess mit Minecraft zur Beteiligung von Schüler:innen an Smart-City-Entscheidungen vor. In einer ländlichen Region in Deutschland wurde in Kooperation von Schule und kommunaler Verwaltung ein viermonatiges Beteiligungsformat zur Neuplanung eines schulischen Innen- und Außensportraums umgesetzt. Nach einer technischen und organisatorischen Vorbereitungsphase folgte eine sechswöchige Bauphase auf einem gemeinsamen Server mit Sprechstunden sowie ein strukturierter Wettbewerb mit Juryverfahren und zweistufigem Voting. 73 aktive Teilnehmende entwickelten in 11 Teams über 25 umsetzbare Gestaltungsideen; 1.249 Personen beteiligten sich an der Abstimmung. 94,6 % der befragten Schüler:innen bewerteten das Format als positiv. Der Beitrag diskutiert, wie Minecraft niederschwellige, gestaltungsnahe Partizipation von Kindern und Jugendlichen ermöglicht, planungsrelevante Ergebnisse generiert und als replizierbarer Ansatz für generationensensible Smart-City- und Smart-Region-Planung dienen kann. |
| 10:45 - 12:15 | Session 3: Ländliche Räume Ort: Raum 3 - KMU-Center Chair der Sitzung: Tobias Mettenberger |
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Miteinander mehr erreichen - Interkommunale Kooperation als Schlüssel zur digitalen Transformation ländlicher Räume Technische Hochschule Deggendorf, Deutschland Fortschreitende Transformationsprozesse stellen Kommunen vor große Herausforderungen bei der Sicherstellung einer flächendeckenden Daseinsvorsorge. Als besonders vielversprechender Ansatz zur Bewältigung dieser Aufgabe gilt die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ), die in politischen Diskussionen zunehmend als geeignetes Instrument betrachtet wird, um Aufgaben, die einzelne Kommunen aufgrund knapper Ressourcen oder hoher Kosten nicht eigenständig leisten können, gemeinschaftlich und effizienter umzusetzen. Neben klassischen Themenfeldern interkommunaler Kooperation (Wirtschaft, Tourismus etc.) rückt insbesondere die Digitalisierung in den Fokus interkommunaler Zusammenarbeit. Vor diesem Hintergrund initiierte das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus das Modellprojekt „Smarte ILE – auf dem Weg in die digitale Zukunft“. Es untersucht, wie Digitalisierung innerhalb der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) – einem in Bayern etablierten und erfolgreichen Modell interkommunaler Kooperation – gelingen kann. Der Beitrag greift die Projektergebnisse auf und benennt zentrale Voraussetzungen, die für eine erfolgreiche Digitalisierung im interkommunalen Verbund erforderlich sind. Wirtshaus oder WhatsApp? – Wandel sozialer Begegnungsräume in ländlichen Kommunen Bayerns Technische Hochschule Deggendorf, Deutschland Ländliche Kommunen sehen sich im Zuge demografischer, gesellschaftlicher und digitaler Transformationsprozesse wachsenden Schwierigkeiten gegenüber, eine flächendeckende Daseinsvorsorge sicherzustellen. Daseinsvorsorge meint dabei nicht allein funktionale Leistungen, sondern ebenso das Vorhandensein von Räumen, die soziale Begegnung ermöglichen. Mit fortschreitender Digitalisierung verändern sich jedoch die Rahmenbedingungen sozialer Begegnung grundlegend: Digitale Kommunikationsformen schaffen neue, virtuelle Begegnungsräume, in denen sich soziale Praktiken zunehmend entfalten. Der Beitrag stützt sich auf ein Promotionsprojekt und untersucht den Wandel sozialer Begegnungsräume in ländlichen Kommunen Bayerns unter dem Einfluss der Digitalisierung. Auf Basis eines multimethodischen Feldforschungsansatzes liefert die Studie neue Erkenntnisse zu Wechselwirkungen zwischen physischen und digitalen Begegnungsräumen und erweitert die Smart‑City-/Smart‑Region‑Forschung um eine sozialräumliche Perspektive. Smart und gerecht? Ethnografische Einblicke in die digitale Transformation ländlicher Kommunen Vechta Institute of Sustainability Transformation in Rural Areas, Universität Vechta Der Beitrag thematisiert die Entwicklung smarter ländlicher Kommunen im Spannungsfeld der Chancen und Risiken smarter Technologien für eine gerechte Regional- und Kommunalentwicklung. Er diskutiert zentrale Gerechtigkeitsfragen, die sich an die digitale Transformation ländlicher Räume stellen: Zur digitalen Teilhabe vulnerabler Gruppen, zu möglichen neuen regionalen Disparitäten, zu Beteiligungsmöglichkeiten unterschiedlicher Akteursgruppen am Transformationsprozess sowie zur ökologischen Nachhaltigkeit der Digitalisierung. Diese Fragen sind für Akzeptanz und Erfolg der digitalen Transformation wesentlich, wurden jedoch bislang kaum empirisch für ländliche Kontexte untersucht. Diese Forschungslücke aufgreifend, berichtet der Beitrag aus dem laufenden Dissertationsprojekt des Autors. Es verbindet theoretische Perspektiven raumbezogener Gerechtigkeit mit einer "mehr-als-digitalen" ethnografischen Untersuchung ländlicher Smart City Modellkommunen. Vergleichend wird analysiert, wie soziale Gerechtigkeit in den lokalen Transformationsprozessen ausgehandelt, praktiziert und institutionell umgesetzt wird. Ziel ist es, Bedingungen für eine sozial-ökologisch nachhaltige digitale Entwicklung ländlicher Räume herauszuarbeiten. Datenbasierte Identifikation ähnlicher Kommunen in Rheinland-Pfalz: Umsetzung im Projekt „Digitale Dörfer Daten“ Fraunhofer IESE, Deutschland Im Projekt „Digitale Dörfer Daten“ entwickelten die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz und das Fraunhofer IESE eine frei zugängliche Web-Anwendung, die öffentliche Statistiken für 2.163 Orts- und 129 Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz nutzerfreundlich visualisiert und einen datenbasierten Vergleich ermöglicht. Kernbeitrag ist eine Ähnlichkeitsberechnung, die für jede Kommune die vier (bzw. für jede Verbandsgemeinde die zwei) statistisch ähnlichsten Gemeinden pro Kategorie (Demographie, Finanzen, Infrastruktur, Soziales Leben, Verwaltung, Wirtschaft) ermittelt. So werden insbesondere ehrenamtliche kommunalpolitische Akteure dabei unterstützt, Entwicklungsbedarf ihrer Kommune zu einfach zu erkennen und ähnliche Kommunen zum Austausch zu identifizieren. Die verwendeten Daten und das finale Tool werden kurz vorgestellt. Der Beitrag geht anschließend näher auf die Ähnlichkeitsberechnung ein, indem die Nachteile alternativer Ansätze (Clustering und Klassifikation) diskutiert und der verwendete Ansatz (paarweise Euklid-Distanzen) vorgestellt wird. Wir diskutieren Grenzen der bestehenden Lösung (z.B. Attributwahl, Gleichgewichtung, Datenaktualität, potenzielle Überinterpretation) und skizzieren mögliche nächste Schritte. |
| 12:15 - 13:30 | Mittagspause |
| 13:30 - 15:00 | Session 4: Ageing Smart II - Räume intelligent gestalten Ort: Raum 1 - Hörsaal Chair der Sitzung: Dennis Knobe |
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Babyboomer in Stadt und Land: Soziale und räumliche Herausforderungen RPTU Kaiserslautern, Deutschland Mathematische Modelle zur intermodalen Planung der Smart City RPTU, Deutschland Implementierung der stadtklimatologischen Dimension in das Entscheidungsunterstützungssystem am Beispiel der Grünflächen RPTU Kaiserslautern, Deutschland Gesundheitsversorgung im Wandel: Abbildung von Analysen und kommunalen Handlungsoptionen im DSS RPTU Kaiserslautern, Deutschland |
| 13:30 - 15:00 | Session 5: KI in der Smart City Ort: Raum 2 - Großer Seminarraum Chair der Sitzung: Axel Häusler |
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Strategische Rahmenbedingungen für KI: Eine systematische Analyse der 146 IMD Smart Cities. Fraunhofer IESE, Deutschland Die Studie untersucht strategische Rahmenbedingungen für den KI-Einsatz in 146 Städten des IMD Smart City Index. Ergebnis: Nur zwölf Städte verfügen über eine eigenständige KI-Strategie, unabhängig von ihrer Platzierung im Ranking. Strategien konzentrieren sich zeitlich auf 2023/2024, was auf eine Reaktion auf die Verbreitung Generativer KI hinweist. Inhaltlich variieren sie stark – von kurzen Leitlinien bis zu umfassenden Dokumenten. Regionale Unterschiede sind deutlich: US-Städte setzen auf praxisorientierte Roadmaps und GenAI-Guidelines, asiatische Metropolen fokussieren Wirtschaftsförderung, während deutsche Städte trotz Digitalisierungsfortschritt oft keine formalisierte KI-Strategie haben. Die Analyse zeigt: Nicht jede Kommune benötigt eine separate KI-Strategie, entscheidend ist die Integration von Governance-Mechanismen und KPIs in bestehende digitale Agenden, um Risiken wie Bias oder Halluzinationen zu minimieren und die Wettbewerbsfähigkeit sowie Daseinsvorsorge zu sichern. Von der Plattform zur lokalen öffentlichen KI: Automatisierung und Gemeinwohl in der lokalen Öffentlichkeit 1: Universität Bremen; 2: Universität Leipzig; 3: Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut Der Beitrag diskutiert das Konzept lokaler öffentlicher KI als gemeinwohlorientierten Ansatz für Smart Cities und stellt die lokale Info-App molo als empirisches Beispiel vor, in dessen Kontext das Konzept entstand. Angesichts der Probleme des Lokaljournalismus und lokaler Information allgemein wurde molo entwickelt, um die Stadtöffentlichkeit zu beleben. Dies geschah co-kreativ mit Bürger:innen, Medien, Zivilgesellschaft usw. zunächst in Bremen. Die bundesweite Skalierung machte zunehmenden KI-Einsatz notwendig. Dies warf die Frage auf, wie dieser gemeinwohlorientiert gestaltet werden kann. Das als Antwort darauf entwickelte Konzept lokaler öffentlicher KI umfasst sechs Prinzipien: 1. Nicht-Generativität (KI strukturiert vorhandene Daten, erzeugt aber keine Inhalte.) 2. Co-Creation (berücksichtigt Bedürfnisse lokaler Communitys); 3. Quelloffenheit (ermöglicht gesellschaftliche Kontrolle); 4. Datensparsamkeit und Privacy by Design (schützen Nutzende); 5. Human-in-the-loop (zur Vermeidung/Korrektur unerwünschter KI-Effekte); 6. Minimierung von Ressourceneinsatz und Umweltauswirkungen. Der Beitrag reflektiert Spannungsfelder und (Noch-)Grenzen der Umsetzung. Der KI-Monitor Raumplanung zur Positionsbestimmung für die digitale Transformation in der Raumplanung 1: Ostschweizer Fachhochschule (OST); 2: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI); 3: Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Der Beitrag stellt einen KI-Monitor Raumplanung als Instrument zur Positionsbestimmung der digitalen Transformation im Kontext Smart City vor. Ausgangspunkt ist eine Diskrepanz zwischen strategischem Anspruch und operativer Nutzung von KI in Planungsorganisationen. Der KI-Monitor überträgt evolutionäre Reifegradmodelle auf die Raumplanung und versteht KI-Integration als sozio-technischen Lernprozess. Zentral ist der interdisziplinäre Ansatz: Raumplanerische, organisationale und technologische Perspektiven werden systematisch zusammengeführt. Diese Perspektivenvielfalt ist bei den beteiligten Forschungseinrichtungen des Monitors verankert. Die Ostschweizer Fachhochschule bringt Expertise zu Governance, Planungskulturen und Prozessen ein, das Karlsruher Institut für Technologie fokussiert urbane Dateninfrastrukturen und Systemarchitekturen, während das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz anwendungsnahe KI-Methoden und Bewertungsansätze beisteuert. Für die Smart City wird damit ein steuerbares Management-und Lerninstrument geschaffen, das Vergleichbarkeit ermöglicht und interdisziplinäre Innovationspfade systematisch unterstützt und langfristige strategische Orientierung stärkt in kommunalen Transformationsprozessen nachhaltig. Von Human-in-the-Loop zu autonomer Stadt: Entwicklung eines Klassifikationsschemas für urbane KI Fraunhofer IESE, Deutschland Die zunehmende Autonomie von KI-Systemen in der städtischen Daseinsvorsorge erfordert eine präzise Klassifikation. Der Autonomiebegriff wird in der kommunalen Praxis oft unscharf verwendet. Dies führt zu Unklarheiten bei der Zurechenbarkeit, erschwert die Bestimmung der verbleibenden menschlichen Kontrollnotwendigkeit und die Umsetzung regulatorischer Vorgaben. Etablierte Schemata, etwa aus der Fahrzeugtechnik, sind auf soziotechnische kommunale Systeme nicht direkt übertragbar. Dieser Beitrag stellt einen mehrdimensionalen Klassifikationsrahmen für KI im kommunalen Kontext vor. Er basiert auf der systematischen Auswertung relevanter Standards und Literatur. Das Schema ordnet Autonomiegrade anhand spezifischer Kriterien ein. Die Analyse fokussiert dabei auf die Ausgestaltung der menschlichen Aufsicht, die Komplexität der Aufgaben, die Risikobewertung sowie die räumliche und technische Dimension. Das laufende Forschungsvorhaben validiert das Schema mittels Dokumentenanalysen und Expertenworkshops. Der Beitrag leitet erste Governance-Anforderungen ab. Das entwickelte Schema bietet Kommunen eine analytische Grundlage für die präzisere Risikobewertung und die verantwortungsvolle Integration autonomer Systeme. |
| 13:30 - 15:00 | Session 6: Evaluation und Wirkung Ort: Raum 3 - KMU-Center Chair der Sitzung: Jörg Rainer Noennig |
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Steuerungsinstrumente & Digitale Transformation: Unbeabsichtigte Wirkungen am Beispiel des OZG 1: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Deutschland; 2: Universität Münster, Deutschland Das Onlinezugangsgesetz (OZG) sollte die digitale Transformation der Verwaltung beschleunigen, erzeugte aber zugleich unbeabsichtigte Wirkungen. Diese Mixed-Methods-Studie (Online-Befragung n=137; qualitative Interviews n=13) nutzt ein Framework zu unbeabsichtigten Wirkungen öffentlicher Innovation und untersucht auf kommunaler Ebene auftretende OZG-Wirkungen. Vorläufige Ergebnisse zeigen eine Reihe dieser unbeabsichtigen Wirkungen: technische Sicherheitsrisiken, Verschiebungen im Machtverhältnis zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie organisationale Wirkungen wie Demotivation der Mitarbeitenden, aber auch Ressourcenschaffung für digitale Innovation. Ursachen dafür sehen Befragte u. a. in mangelnder Kommunikation zwischen den Ebenen und unzureichender Einbindung der Kommunen in die Gesetzesgestaltung. Die Studie zeigt, dass unbeabsichtigte Wirkungen von Steuerungsinstrumenten für digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung besser untersucht werden sollten und dass allein Gesetze Digitalisierung nicht anstoßen; entscheidend sind Impulse aus dem um das Instrument entstandenen Ökosystem. Für die Praxis bedeutet dies, dass es zukünftig anderer Ansätze bedarf, um das Zusammenspiel der Instrumente und Akteure zu steuern und negative Wirkungen abzuwenden. Von der Vision zur Wirkung TU Dresden, Deutschland Smart City Maßnahmen sind komplexe soziotechnische Entwicklungen, deren Wirkung nicht eineindeutig abgeschätzt werden kann und die sich mitunter sogar ins Gegenteil verkehrt. (BBSR 2022) Um die Wirkung von Smart City Modellvorhaben und Pilotprojekten im Sinne verantwortungsvoller Forschung und Entwicklung adäquat einzuschätzen und effektiv zu verfolgen sowie die Akzeptanz von messbaren Indikatoren bei allen Stakeholdergruppen sicherzustellen, müssen drei Ebenen berücksichtigt werden: 1. Wirkungsorientierung: Partizipative Entwicklung von Wirkungszielen und Indikatoren sowie ein eigenständiges Maßnahmen-Monitoring. 2. Wirkungsforschung: Umfasst die Entwicklung eines logisches Wirkungsmodells sowie Grundlagenforschung zur Indikatorenentwicklung. Da Pilotvorhaben langfristig in den Regelbetrieb übernommen, skaliert, verstetigt und transferiert werden sollen, ist hier insbesondere auf bestehende Standards und Normen einzugehen, die unter dem Gesichtspunkt integrierter Stadtentwicklung einen Bezug zu aktuellen Frameworks wie den UN Zielen für nachhaltige Entwicklung sicherstellen und die Interoperabilität entwickelter technischer Ansätze gewährleisten. 3. Wirkungsanalyse: Welche Wirkungen wurden von den Maßnahmen anvisiert? Welche Faktoren beeinflussen das Erreichen der anvisierten Wirkungen? Konfiguration einer Smart City Benchmark zur Ex-ante-Bewertung von Maßnahmen im Rahmen der Smart City-Planung. 1: Ostfalia - Hochschule für angewandte Wissenschaften, Deutschland; 2: Stadt Einbeck, Deutschland So wichtig es ist, Informations- und Kommunikationstechnologien zu kennen, so zentral ist es für eine smarte Stadtentwicklung im Vorfeld zu wissen, welche Anwendungen in einer bestimmten urbanen Situation einen echten Benefit generieren und nicht nur marginale Vorteile oder sogar Nachteile bei hohen Investitions- und Bewirtschaftungskosten verbunden mit einer zusätzlichen digitalen Vulnerabilität darstellen. Unser kooperatives Forschungsprojekt bietet mit der Smart City Benchmark ein flexibles Ex-ante-Bewertungstool, das es Kommunen im Vorfeld ermöglicht, eine situationsbezogene Bewertung von Smart City Technologien durchzuführen, um dann eine individuelle und intelligente Entscheidung treffen zu können.Es geht darum, im Vorfeld die Sinnhaftigkeit einzelner Smart City-Anwendungen in Relation zu bestimmten urbanen Rahmenszenarien zu untersuchen und analogen oder low tech-Varianten Das Projekt startete im November 2024 und endet im April 2026. Auf dem IPSC26 möchten wir als kommunale und universitäre Projektpartner das Prinzip der Smart City Benchmark und unsere Erfahrungen und Ergebnisse vorstellen. |
| 15:00 - 15:30 | Kaffeepause |
| 15:30 - 17:00 | Session 7: Smart City für eine alternde Gesellschaft Ort: Raum 1 - Hörsaal Chair der Sitzung: Julia Mayer |
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Planungsaufgaben in alternden Gesellschaften: Nutzungsperspektiven digitaler Zwillinge in japanischen Kommunen RPTU Kaiserslautern-Landau, Deutschland Der Beitrag befasst sich mit den planerischen Herausforderungen der demografischen Alterung in Japan und der Frage, inwiefern Digitalisierung einen geeigneten Ansatz zu deren Bewältigung darstellt. Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag den nationalen digitalen Zwilling, den die japanische Regierung im Rahmen des PLATEAU-Projekts entwickelt. Anhand einer Befragung ausgewählter, besonders stark alternder japanischer Kommunen wird analysiert, welche konkreten kommunalen Planungsaufgaben bestehen und wie der digitale Zwilling aktuell genutzt wird. Der Beitrag identifiziert Nutzungsmuster und Schnittstellen zwischen altersbedingten Planungsaufgaben und Möglichkeiten das digitalen Zwillings in Japan und zeigt auf, welches Potenzial hierbei für die Raumplanung besteht. That does (im)press me much – Haptische Datenvisualisierung für ältere Menschen in der Smart City Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Deutschland Digitalisierung von öffentlicher Seite stützt sich häufig darauf, Services online anzubieten wie beispielsweise Open-Data-Plattformen. Umfragen zeigen, dass nicht alle Menschen digitale Angebote nutzen wollen oder können. Gerade ältere Generationen fühlen sich häufig von digitalen Technologien überfordert, haben meist erste körperliche Einschränkungen und deutliche Defizite in den fünf digitalen Basiskompetenzen. Daher sollte sich gefragt werden, welche Interaktionsform im Umgang mit Daten (ansehen, vergleichen, verorten) für diese Altersgruppe geeignet ist. Das Konzept von „Statt Daten Stadtdaten“ ist es, städtische Datensätze auch abseits von Datenplattformen in einem Tangible User Interface (TUI) mithilfe von Gamification erlebbar zu machen. Der Prototyp basiert auf haptischen Knöpfen in einem Hexagon-Grid, gesteuert über einen Arduino Giga. Der Vortrag präsentiert einerseits das neuartige Interaktions- und Visualisierungselement, und reflektiert andererseits dessen Eignung für ältere Bevölkerungsgruppen im Abgleich mit Designprinzipien aus der Literatur. Mehr Wirkung für die alternde Gesellschaft – Das Wirkungsgeflecht digitaler Daseinsvorsorge im ländlichen Raum 1: Deutsches Institut für Urbanistik, Deutschland; 2: Fraunhofer IESE Ländliche Daseinsvorsorge entwickelt sich dynamisch weiter, gleichwertige Lebensverhältnisse sind jedoch vielerorts noch nicht erreicht. Demografie und Fachkräftelage stellen Kommunen vor Aufgaben, besonders Ältere sind von längeren Wegen und dem Rückgang von Begegnungsorten betroffen. Digitalisierung bietet hier einen strategischen Hebel: Digitale Infrastrukturen sind Teil der Daseinsvorsorge. Digital gestützte Versorgung erweitert in Handlungsfeldern Gesundheit und Nahversorgung die Breite, Vielfalt und Erreichbarkeit von Angeboten. Unsere laufende Studie zeigt ein verschachteltes Wirkungsgeflecht: Direkte Verbesserungen wirken nachhaltig, wenn generationensensible Lern- und Akkulturationsräume die Nutzung ermöglichen. Sichtbare digitale Angebote senden zudem Signale von Modernität und Zukunftsfähigkeit und steigern die Attraktivität ländlicher Räume - nicht nur für Ältere. Der Vortrag veranschaulicht dies anhand von Fallbeispielen und ausgewählten kommunalen Handlungsansätzen mit Blick auf lokale Erfahrungen hinsichtlich der Wirkungen in ländlichen Räumen. Technikbereitschaft in Smart Cities - (K)eine Frage des Alters Hochschule Darmstadt, Deutschland Die Technikbereitschaft der Bevölkerung ist eine wesentliche Komponente für das Gelingen von Innovationen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist besonders die Frage nach der Technikbereitschaft mit Bezug auf das Alter zentral. Neben dem Alter werden weitere Einflussfaktoren und Barrieren identifiziert, die Akzeptanz und Nutzung digitaler Anwendungen beeinflussen. Im Umfang einer kleinen Stichprobe konnte als erstes Ergebnis einer Korrelations- und Regressionsanalyse festgestellt werden, dass die Technikakzeptanz nicht signifikant mit dem Alter zusammenhängt. |
| 15:30 - 17:00 | Session 8: Smart City-Infrastruktur Ort: Raum 2 - Großer Seminarraum Chair der Sitzung: Natalie Meides |
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Digitale Resilienz in der kommunalen Verwaltung: Handlungsfelder zur Stärkung der IT-Sicherheit in Städten Fraunhofer IESE, Deutschland Die fortschreitende Digitalisierung kommunaler Verwaltungen erhöht die Vulnerabilität gegenüber Cyberangriffen. Das vom BBSR geförderte Forschungsprojekt „Digitale Resilienz in der kommunalen Verwaltung" entwickelt praxisorientierte Handlungsempfehlungen zur Stärkung der IT-Sicherheit in kleineren und mittleren Kommunen, insbesondere für Führungskräfte. Das methodische Vorgehen umfasst eine systematische Literaturanalyse, Interviews mit Cybersicherheitsexperten sowie einen Workshop, in dem die Ergebnisse Fachexperten präsentiert und validiert wurden. Die Ergebnisse verdeutlichen eine kritische Ausgangslage. Während IT-Fachkräfte die operative Verantwortung tragen, treffen Führungskräfte strategische Entscheidungen über Sicherheitsmaßnahmen, ohne über tiefergehende Fachkenntnisse im Themenfeld zu verfügen. Der Trend zur Digitalisierung und zur Etablierung von Smart Cities verschärft diese Lücke, da immer mehr IT-Systeme mit gleichbleibenden Ressourcen abgesichert werden müssen. IoT-Infrastrukturen als Rückgrat der Smart City – Versorger als zentrale Akteure der digitalen Daseinsvorsorge ZENNER International GmbH & Co. KG, Deutschland Das Paper beschreibt die Bedeutung IoT-basierter Infrastrukturen als fundamentales Element moderner Smart-City-Architekturen. Im Fokus stehen kommunale Versorgungsunternehmen, die aufgrund ihrer bestehenden Netze, Betriebsprozesse und technischen Ressourcen eine Schlüsselrolle beim Aufbau resilienter und interoperabler digitaler Dienste einnehmen können. Zentrale Voraussetzung hierfür ist die Verknüpfung von Echtzeit-IoT-Daten etwa mit LoRaWAN mit städtischen Plattformdaten, um verwertbare Informationslagen und steuerungsrelevante Mehrwerte zu erzeugen. Praxisbeispiele wie Smart Metering, smarte Straßenbeleuchtung, fernsteuerbare Thermostate und Leckagedetektion verdeutlichen das operative Optimierungs- und Effizienzpotenzial. Auf dieser Basis lassen sich drei Rollenmodelle ableiten: der integrierte Smart-City-Gestalter, der lokale Plattform-Provider sowie der interkommunale IoT-Enabler. Ergänzende Praxiserfahrungen zeigen, IoT- Kennzahlen für Skalierbarkeit, Wartungsaufwände und Ressourcenplanung wertvolle Grundlagen sein können. Das führt dazu, dass standardisierte IoT-Ökosysteme Versorgern ermöglichen, robuste, wirtschaftlich tragfähige Smart-City-Infrastrukturen bereitzustellen und einen substantiellen Beitrag zur digitalen Daseinsvorsorge zu leistengerade vor dem Hintergrund der Auswirkungen demografischer Prozesse aus die Infrastruktur im Allgemeinen. Von Datensilos zu Storytelling: Eine integrierte Systemarchitektur für transparente Baustellenkommunikation HafenCity Universität Hamburg, Deutschland Urbane Infrastrukturprojekte erfordern eine komplexe Koordination und transparente Kommunikation mit diversen Stakeholdern. Administrative Fragmentierung und technologische Datensilos behindern jedoch häufig den effektiven Informationsfluss. Dieser Beitrag stellt ein Forschungsprojekt des City Science Labs der Hafencity Universität Hamburg vor, das diesen Herausforderungen mit einer dreistufigen Systemarchitektur begegnet: 1) Ein zentraler Data-Hub zur Konsolidierung heterogener urbaner Daten, 2) eine webbasierte Administrationsanwendung, zum Kuratieren und Bereitstellen von Inhalten, und 3) API-gestützte bürgerorientierte Endprodukte, die auf Data-Storytelling und interaktive Karten setzen. Ein zielgerichteter Einsatz von KI-Methoden (LLMs) auf allen Ebenen hilft dabei den Pflege und Arbeitsaufwand für das Verwaltungspersonal zu verringern. Ziel ist es, Informationslücken zu schließen, Akzeptanz von Tiefbauprojekten zu erhöhen und partizipative Kommunikation in der Stadtplanung zu ermöglichen. KI-gestützte Prognose klimabedingter Ausfallrisiken der Straßenverkehrsinfrastruktur zur Reduktion schadensauslösender Klimastressoren 1: LBM Kaiserslautern, Deutschland; 2: RPTU Kaiserslautern, Deutschland Der Klimawandel erhöht bereits heute die klimabedingten Belastungen der Straßenverkehrsinfrastruktur in urbanen wie ländlichen Räumen. Starkregen, Überflutungen, Hitzeperioden sowie Schnee- und Eisereignisse mindern die Funktionsfähigkeit von Straßennetzen und gefährden Verkehrssicherheit und Erreichbarkeit. Zugleich sind viele Straßen- und Entwässerungssysteme historisch gewachsen und unzureichend auf künftige Extreme vorbereitet. Das Paper untersucht den „Ausfall“ als kritische Überlastung des Straßennetzes durch kumulative klimatische Stressoren und zeigt die Entwicklung einer KI-gestützte Methodik zur Identifikation und Klassifikation für gefährdete Straßenzüge. Dafür werden Klimaprojektionen, meteorologische Messreihen, Topografie, Geodaten und Infrastrukturmerkmale zusammengeführt, um eine Risikobewertung zu ermöglichen. Ein Analysemodell erkennt Risikomuster mittels einem Regressionsmodell und bildet sie als digitalen Zwilling für 2050 ab. So schließt die Arbeit eine Lücke zwischen Klimaforschung, Infrastrukturplanung und digitaler Risikoanalyse und unterstützt Kommunen bei Priorisierung, Anpassungsmaßnahmen und langfristiger Investitionssteuerung. |
| 15:30 - 17:00 | Session 9: Verstetigung und Transfer Ort: Raum 3 - KMU-Center Chair der Sitzung: Daniel Broschart |
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Digitale Transformation in der Stadtentwicklung - Zwischen Anspruch, Wirklichkeit und Verstetigung der digitalen Transformation: Perspektiven der kommunalen Raumplanung aus Praxis, Forschung und technischer Umsetzung 1: Sweco GmbH; 2: Eidg. Forschungsanstalt WSL; 3: Technische Universität Dortmund; 4: Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH; 5: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung Die digitale Transformation stellt die kommunale Raumplanung vor tiefgreifende Herausforderungen. Trotz des vielfältigen Potenzials digitaler Technologien zur Beschleunigung und Qualitätssteigerung von Planungsprozessen bleibt ihre Umsetzung in der kommunalen Praxis bislang fragmentiert. Insbesondere formale Planungsverfahren wie die Bauleitplanung sind weiterhin durch lange Laufzeiten, etablierte Routinen sowie begrenzte personelle und organisatorische Ressourcen geprägt. Zwar existieren zahlreiche Forschungsprojekte und Förderprogramme, etwa im Kontext von Smart Cities, doch gelingt es nur selten, deren Ergebnisse nachhaltig in den Regelbetrieb zu überführen. Der Beitrag geht daher der Frage nach, warum digitale Innovationen aus Forschung und Theorie bislang nicht flächendeckend in der kommunalen Raumplanung verankert werden. Auf Grundlage einer fachübergreifenden explorativen Gruppenreflexion werden institutionelle Rahmenbedingungen, Verwaltungslogiken und professionelle Selbstverständnisse analysiert. Ziel ist es, interprofessionelle Spannungen sichtbar zu machen und Ansatzpunkte für ein ganzheitliches Changemanagement zu identifizieren, das die Verstetigung digitaler Lösungen unterstützt und als Grundlage für die Weiterentwicklung und Optimierung der Fördermittelvergabe dienen kann. Den "Uptake" innovativer Smart City Lösungen für die öffentliche Nutzung absichern: Kernaspekte eines nachhaltigen Transfermodells 1: TU Dresden, Deutschland, WISSENSARCHITEKTUR Laboratory of Knowledge Architecture; 2: HafenCity Universität Hamburg, Digital City Science; 3: Bundesverband Smart City e.V. Obwohl eine große Anzahl vielversprechender sogenannter CityTech- bzw. Gov-Tech-Lösungen im Rahmen von Smart City-Forschungs- und Innovationsprogrammen entstanden sind, steht ihrer Übernahme und Nutzung („Uptake“) durch kommunale und institutionelle Nutzer eine Reihe von Hindernissen entgegen (Libbe et al. 2023; Beckers & Mora 2025). Aufbauend auf Erfahrungen der Autoren im Kontext verschiedener Digitalstadtprojekte, Produkt- und Dienstentwicklungen u.a. im Rahmen des Bundesverbands Smart City e.V. oder des Förderprogramms „Modellprojekte Smart Cities“ (Humann et al. 2022; Reinhardt et al. 2025) diskutiert das Paper zentrale Ursachen dieser Schwierigkeiten. Es nimmt dabei vor allem bestehende technologische und betriebliche Pfadabhängigkeiten, das organisationale Verhalten öffentlicher Institutionen und Administrationen sowie die unterschiedlichen Logiken digitaler Innovation vs. Verwaltungsarbeit in den Blick und diskutiert diese aus soziotechnischer und organisationaler Perspektive (Kitchin 2015; Mazzucato 2023). Alle Wege führen zum Transfer – welche zur erfolgreichen Übertragung? BBSR, Deutschland Kommunale Smart-City-Lösungen entstehen in Deutschland häufig projekt- und förderlogisch, während langfristige Betriebs-, Weiterentwicklungs- und Verstetigungsfragen vielfach ungeklärt bleiben. Transfer wird dabei oft auf technische Nachnutzbarkeit reduziert, obwohl strategische, organisatorische und stadtentwicklungspolitische Dimensionen maßgeblich für die langfristige Wirkung digitaler Lösungen sind. Der Beitrag versteht Transfer daher nicht als nachgelagerten Schritt, sondern als integralen Bestandteil wirkungsorientierter Entwicklungsprozesse von Smart-City-Lösungen. Auf Basis von Monitoring- und Evaluationsdaten aus über 70 Modellprojekten Smart Cities werden typische Transferpfade systematisiert und durch kommunale Entscheidungslogiken analytisch verdichtet. Die sich ergebende Theory of Change zeigt, dass Transferpfade aus dem Zusammenspiel technischer Offenheit, Ressourcenverfügbarkeit, Governance-Strukturen und politischer Anschlussfähigkeit entstehen. Der Beitrag leistet damit einen konzeptionell fundierten und empirisch gestützten Beitrag zur Diskussion um Verstetigung und Skalierung von Smart-City-Lösungen und liefert konkrete Ansatzpunkte für Kommunen und Förderprogramme - unter besonderer Hervorhebung intermediärer Transferstrukturen. Replikation statt Roll-out? Scaling-down als Strategie des Transfers von Smart-City-Innovationen 1: WISSENSARCHITEKTUR, Technische Universität Dresden, Deutschland; 2: Digital City Science, HafenCity Universität Hamburg, Deutschland; 3: nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung, Deutschland; 4: Hochschule Merseburg Die Modellprojekte Smart Cities (MPSC) sollen innovative Ansätze der digitalen Stadtentwicklung über geförderte Kommunen hinaus wirksam machen. In der Praxis fehlt es jedoch an erprobten Mechanismen, wie Ergebnisse aus Modellprojekten unter realen Bedingungen in nicht geförderte Städte übertragen werden können. Der Beitrag stellt ein action-research-basiertes Realexperiment vor, in dem ein partizipativer und agiler Strategieprozess aus der MPSC-geförderten Stadt Dresden experimentell in der nicht geförderten Stadt Ilmenau umgesetzt wurde. Ziel war es, zentrale prozedurale und governancebezogene Elemente unter stark reduzierten Ressourcenbedingungen anzupassen und praktisch zu erproben. Die Ergebnisse zeigen, dass Replikation im Smart-City-Kontext auch als kontextsensitiver Prozess des „Scaling-down“ verstanden werden kann, bei dem strategische Kernlogiken erhalten bleiben, während Komplexität gezielt reduziert wird, um dieser jenseits von Födermitteln finanzierbar zu machen. Der Beitrag macht damit konkrete Erfahrungen aus den MPSC für Kommunen außerhalb der Förderkulisse anschlussfähig und leistet einen praxisnahen Beitrag zur Weiterentwicklung von Transfer- und Skalierungsansätzen in der Smart-City-Politik. |
| 17:00 - 17:30 | Pause |
| 17:30 - 19:00 | Plenum: Wissenschaftsnetzwerk Smart City Ort: Raum 1 - Hörsaal |
| 19:00 - 22:00 | Netzwerkdinner Ort: 21.TwentyOne im Rathaus Kaiserslautern, Willy-Brandt-Platz 1 Zugang zum Restaurant über Seiteneingang Maxstraße |

